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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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stenS nicht bis auf den späten Abend, Und er setzte einen Schwur 
dazu, so daß, wer dem Befehl nicht Folge leistete, des Todes sein 
sollte; da kämpfte das Volk bis zu gänzlicher Ermattung. Und als 
der Abend gekommen war, und sie sich Speise bereiten dursten, und 
Thiere dazu schlachteten, konnten sie die Zeit nicht erwarten, bis sie 
verblutet waren; sondern sie aßen das Fleisch in seinem Blute, was 
doch verboten war nach dem Gesetz Gottes. Und so sündigte das 
Volk um des übereilten Befehls willen seines Königs. Aber leicht 
noch schwerer konnte dieser sich versündigen, da er seinen eignen Sohn 
todten wollte, weil dieser, der die längste und meiste Arbeit des Ta 
ges bestanden, im Walde Honig gegessen hatte, um sich zu stärken. 
Er wußte aber seines Vaters Schwur und Befehl nicht. Als die 
ser nun die Sache erfuhr, wollte er am Sohne seinen Eid erfüllen, 
und nur das Volk rettete diesen durch offenbare» Widerspruchs 
Am schwersten aber versündigte sich Saul bei folgendem Falle: 
Auf Samuels Rath zog er wider die Amalekiter, ein Räubervolk 
an Israels Grenzen, und besiegte sie. Samuel aber hatte ihm im 
Namen Gottes befohlen, er sollte keine Beute wegführen von den 
Amalekiter», weil eS Raub fei und ungerechtes Gut. Doch dem 
Saul gefielen die fetten Heerde» der Besiegte», und er brachte Schafe 
und Rinder viele mit in sei» Land, und freute sich des Jubels, mit 
dem das Volk ihn deßhalb empfing. Aber Samuel kam ihm stra 
fend entgegen, und da er sich entschuldigen wollte, die Thiere seien 
mitgeführt, um sie dem Herrn zu opfern, sprach der Hohepriester: 
Meinest du, daß der Herr Lust habe am Opfer und Brandopfer, 
mehr als am Gehorsam gegen seine Stimme? Siche, Gehorsam ist 
besser denn Opfer, und Aufmerken besser als das Fett von Widdern. 
Und von dem Tage an wandte sich Samuel ab von Saul, und 
sahe ihn nicht wieder bis an den Tag feines Todes. Dennoch trug 
er Leid um den König, daß er vom Gehorsam gegen Gott abgefal 
len war, uiid daß er so wenig seine Wahl, die doch im Namen des 
Herrn geschehen war, gerechtfertigt hatte. 
A- M erg et. 
Olivier van Noort's Seefahrt um die Welt. 
Nachdem Ferdinand Magellan, ein Portugiese, und Franz Diaz, 
so wie Thomas Candisch, zwei Engländer, die Erde umschifft hatten, 
war Olivier van Noort, ein Holländer, der vierte der Seefahrer, der 
ebenfalls dies große Werk unternahm und cs glücklich vollendete, 
um sowohl den Spaniern, dcn damalige» Feinde» seines Volkes, Ab- 
bruch zu thun, als auch neue Länder zu entdecken und aus dem 
Handel Gewinn zu ziehen. Den 2. Juni 1598 fuhr er mit 4 Schif 
fen und 248 Mann von Rotterdam ab; da« Admiralschiff, auf dem 
er fuhr, hieß Mauritius. Mit ihm zugleich fuhr auch Capitain
        
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