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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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Jahr soff sin Erlassjahr (Halljahr) heißen im Lande, da soff ein Je 
der wieder zu seiner Habe n»d zu seinem Geschlecht kommen. Wenn 
du nun etwas deinem Nächsten verkaufst, oder ihm etwas abkaufst, 
so soff es nur gepachtet werden nach der Zahl der Jabre, die noch 
bis zu dem Haffjahre sind; in demselben aber soff des Verkäufers 
Gut wieder zu seiner Habe kommen. So verordnete Moses nach 
Gottes Eingebung, was einem jeden Einzelnen im Volke und was 
dem Ganzen gut war: denn besonders das letzte Gesetze vom sieben 
ten und fünfzigsten Jahre hatte zum Zweck, daß die Familiengüter 
beisammenbleiben, und wenigstens in demselben Geschlechte sich, verer 
ben sollten. — Wichtiger aber waren die Anordnungen für den Got 
tesdienst. — Affe Menschen haben das Bedürfniss, das oder die 
höchsten Wesen, welche sie ahnen, aus eine gewisse äusscrliche Weise 
zu verehren, und Gott gab den Israeliten Gesetze in Betreff seiner 
Anbetung, die den würdigsten äußerlichen und innerlichen Gottes 
dienst begründen sollten, aus welchem die Verehrung des Höchsten 
im Geist und in der Wahrheit hervorgchen konnte. 
Die Stikts h ütte. 
Der Herr wohnet nicht in Tempeln von Menschenhänden ge 
macht; der Himmel und aller Welten Kreis mögen ihn nicht fassen. 
Seiner wird auch nicht von Menschenhände» gepflcget, als der je* 
mands bedürfte; dennoch sind unter u»S Gotteshäuser, Kirchen, er 
baut, wo seines Namens Ehre wohnt, und wo Er angebetet sein 
will im Geist und in der Wahrheit. Denn eine große Versamm 
lung, die zu gemeinsamem Gebet sich vereinigt, hilft der Erhebung 
des Einzelne», und Andacht und Erbauung bringen die Herzen Gott 
näher; so ist Er auch ihnen gegenwärtiger in der Kirche als sonst 
wo. Darum gebot Gott dem Moses, er solle ein Hans erbaue», wo 
rin die Kinder Israel zu seiner Verehrung zusammenkomme» könn 
ten. In der Wüste ließ ein bestes Haus sich nicht errichten, cS 
durfte nur eine Hütte, ein zeltartiges Gebäude sei», das abgebrochen 
und fortgesihaffl werden konnte, wen» das Volk von seinem Lager 
orte aufbriM). Und weil diese Hütte die Verbindung zwischen Gott 
und den Israeliten fördern, weil sie den Bund, die Stiftung, die 
der Herr mit Abraham gemacht batte, ihnen in lebhafter Erinnerung 
erhalten sollte, sv heißt sie die StiftShütte. 
Sie bestand aber aus zwei ganz verschiedenen Theilen. DasHaupt- 
gebäude war ein hölzernes Haus von kostbare» Brettern, zwischen 
Säulen mit silbernenFußgestellen undKnäufen. Dieses war zeitartig 
überdacht und hatte zwei Abtheilungen. Die innerste hieß das Aller- 
heiligste, und war von dem vorder» Raume durch einen starken sei 
denen Vorhang getrennt. Darin stand eine kostbare Lade, mit Gold 
überzogen; in diese wurden die Gesctztafeln gelegt, später auch ein 
Krug mit Manna und ein Zweig mit immergrünem Laube. Aus 
dem vergoldeten Deckel stand ein Stuhl aus seinem Golde, der G»a-
        
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