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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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vers und des Feuergewehrs (Gewehr von Guerre, Werre, die Fran 
zosen haben davon ihr Guerre, Guerrier gebildet) erhalten hat. Im 
südlichen Frankreich finden sich die ersten Spuren von beiden. Schon 
bei einer Belagerung von Alicante durch einen maurischen König 
(1331) wird eine Kriegsmaschine erwähnt, die mittelst des Feuers 
eiserne Kugeln gegen die Mauer schleuderte, und daß, als der Kö 
nig von Kastilien, Alfonso XI, Algesiras (1312) belagerte, die Ara 
ber daselbst aus Donncriuaschine» durch entzündetes Pulver eiserne 
Kugeln abgeschossen, welche die Kriegsmaschinen der Kastilianer zer 
störten. Wahrscheinlich hatten die Araber die Kenntniß deS Pulvers 
von China und Japan, wo es schon bekannt war, und brachten eS 
nach Spanien, von wo es in die übrigen Länder Europas kam. Die 
Chinesen geben es für ihre Erfindung aus und wolle» es schon 1000 
nach Chr. Geb. gekannt haben. Im 12. Jahrhundert soll man es 
schon in Deutschland zum Steinsprengen benutzt haben. Nicht un 
wahrscheinlich ist cs, daß Barthold Schwarz Kunde vom Schießpul 
ver hatte, und die erstaunliche Wirkung desselben bekannt machte, 
und daß er ferner zur Verfertigung und Anwendung des Schieß 
pulvers Anleitung gab, und so als Urheber einer Erfindung galt, de 
ren Mittheiler oder Verbreiter er doch nur war. Bekannter wurde 
das Schießpulver und das Feuergeschütz in Europa in der letzten 
Hälfte des 11. Jahrhunderts. Nachdem dasselbe auch schon bekannt 
war, so hörte darum der Gebrauch der alten KriegS-Werkzeuge nicht so 
gleich auf, vielmehr bestanden diese neben jener Erfindung noch lange 
fort, theils weil die Verfertigung des Schießpulvers und die Be 
handlung des Fenergcschützes viel Schwierigkeiten hatte, theils auch 
weil der alte Gebrauch des Herkömmlichen und die Scheu vor ei 
nem so mörderischen Zcrstörungsmittel der schnellen und allgemei 
nen Verbreitung des Pulvers und Geschützes entgegen trat. Noch 
länger dauerte es, ehe diese Erfindung zu der Ausbildung gelangte, 
welche sie jetzt hat. (Fortsetzung folgt) 
Heilsame Strafe oder die gebesserte Sünderinn. 
(Beschluß) 
Da« arme Mädchen dachte daran, wie Vater und Mutter stets 
bas Beste, was sie geraubt, allein genossen, und sie geschlagen hatte», 
wenn sie nicht immer reiche Beute mit nach Hause brachte. Beson 
ders in früherer Zeit war sie von ihnen so hart behandelt worden, 
daß nur des Kindes kräftige Natur verhinderte, daß sie nicht wirk 
lich zum Krüppel ward, den sie so oft darstellen mußte. 
In das StockhauS zu den Eltern gehn und ihr Schicksal thei 
len wollte Karoline also nicht, deshalb war es nothwendig, daß sie 
den Polizeiofficianten aus dem Wege ging. Aber wohin nun? Der 
Abend war entsetzlich kalt, die Sterne brannten hell und schön am 
Himmel, und wo" die Läden noch nicht geschloffen waren, sah man
        
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