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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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zen sind diese bei alle» Völker» fast gleich. Auch das Vertheidigen 
mit spitze» Steinen, die wie eine Axt mit einem Stiele versehen 
wurden, findet man bei vielen Völker» »och im Gebrauch. Selbst 
das Werfen oderSchleudern mitSteine» warein Vertheidigungemit- 
tel. David erlegte de» Goliath durch eine» Steinwurf mit der 
Schleuder. Die alten Bewohner der Inseln Minorka und Majorka 
waren berühmte Schleuderer, und es hießen diese Insel» daher die 
Schleudcrinseln (Balearen). Bald kam mau auf die Verfertigung 
des Bogen-, von welchem man durch eine straffe Sebne Pfeile fort* 
schnellte. Noch jetzt ist die gewöhnliche Waffe der Wilden der Bo- 
gen. Die Bogenschützen und Schleuderer konnten auch aus der 
Ferne verwunden, mtt andern Waffe» konnte man dies nur in der 
Nähe, und es galt in den Kriege» der Vorzeit nur persönliche Tap 
ferkeit; es kämpfte immer Mann gegen Mann, weswegen man mit 
mehr Erbitterung stritt, und die Kriege grausamer und blutiger wa 
ren als jetzt. Es waren darum auch die Schleuderer und Bogen 
schützen bei den Alte» nicht sehr geachtet, da diese Streitart nicht 
von persönlichem Muthe zeigte. Auch hatten die Alten Wurfspeere, 
die mit eisernen Spitze» versehen, aus der Ferne auf den Feind ge 
worfen wurden. Später gebrauchte man das Schwert, und um sich 
zu decken und zu schützen, führte mau Schilde, die am linke» Arme 
getragen wurden. Die bestanden aus einem Brette oder aus Flecht 
werk, mit Thierhäute» überzogen, und wurden früh mit allerlei Sinn 
bildern verziert. Man verwahrte sich gegen Hieb, Stich und Schlag 
durch metallene Helme, mit großen Haarbüschen, Federn und Roß- 
schweifen geziert, durch eiserne und lederne Panzer (Cuirasse v. Cuir, 
Leder, indem man sic mit Leder überzog). Zuerst hatte man nur 
Fußvolk, spät erst Reiterei, zu Davids Zeit bediente ma» sich erst 
der Pferde im Kriege; doch zogen diese die Streitwagen, auf wel 
chen die Kämpfer einherfuhreu. Außer den Pferden gebrauchte man 
im Alterthume zum Kriege auch Elephanten, auf denen kleine Thürme 
befestigt waren, worin sich Streiter befanden. Als Wurfgeschütz 
hatten die Römer, um Steine fortzuschleudern, Katapulten, Ballt- 
sten rc; zu Belagerungen der Städte dienten allerlei Maschine». 
Ungewiß ist es, wann und wo das Schießpulver erfunden, wann 
und wo es zuerst im Kriege gebraucht wurde. Zu Freiburg, heißt 
es, lebte ein Franziskanermcnch, Bartold Schwarz, der sich mit che 
mische» Versuchen beschäftigte. Einst habe er (1354 oder 1380), um 
eine Arzenei zu bereiten, eine Mischung von Salpeter, Kohlen und 
Schwefel in eine» Mörser gebracht und diese» mit einem Steine 
bedeckt; da sei plötzlich, als er in der Nähe Feuer anschlug, ein 
Funke aus diese Mischung gefallen, hierdurch dieselbe entzündet und 
der darauf liegende Stein in die Höhe geschleudert worden. Diese 
Erscheinung habe den Mönch zum weitere» Nachdenken und dadurch 
zu dem Gedanken geführt, eiserne Röhren zu verfertigen, diese mit 
Pulver zu laden und zum Schießen zu gebrauchen. Man nimmt 
aber an, daß man aus Spanien die erste Kenntniß des Schießpul*
        
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