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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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die allergeplagtesien Menschen grade durch die Verzagtheit ihres Vol 
kes, wie wir noch weiter sehen werden. 
Was Gott beschlossen hak, das -führt er auch aus. 
atnd obgleich alle Teufel 
Ihm wollten widerstehn, 
So wird doch ohne Zweifel 
-Gott nicht zurücke geh'n. 
. . .. Was er sich vorgenommen, 
Und was er haben will, v ’ 
Das muß doch endlich kommen 
Zu feinem Zweck und Ziel. 
Alle Plagen, die jemals über Aegypten nach der Eigenthümlich 
keit des Landes einzeln gekommen sind, brachen jetzt über dasselbe 
stufenweise herein, eine immer schwerer als die andere, um den Kö 
nig und das Volk zu bewegen, daß sie die Israeliten ziehen ließen. 
Das Nilwasser wurde wie Blut und das in den Brunnen untrink 
bar; Frösche kamen und anderes Ungeziefer über das ganze Land, 
die Gegend von Gosen ausgenommen, wann Moses mit der neuen 
Plage gedroht hatte. Und als Pharao's Herz immer noch nicht sich 
beugen lassen wollte, da zerstörte Ungewitter und Hagel die reife 
Frucht auf dem Felde, und Heuschrecken verzehrten, was grün war 
auf dem Acker und an den Bäumen. Pest kam und schwarze Blat 
tern über alle Aegypter, und Pharao gewährte immer nicht, was 
Golt durch Moses verlangte. Die Männer möchten hinziehen in 
die Wüste, um ihrem Gotte zu opfern, das erlaubte er zwar, aber 
sie sollte» Frauen und Kinder daheim lassen als Pfand, daß sie zu 
rückkehrten. So war eine Plage nach der andern gekommen und 
auf Moses Gebet vorüber gegangen, wen» der König den Schein 
annahm, als wollte er sich fügen: da breitete sich endlich dicke Fin 
sterniß drei Tage lang über Aegypten, daß das ganze Volk und Pha 
rao fürchteten, die Sonne würde niemals wiederkehren mit ihrem 
belebenden Schein. Und Moses wurde an den Hof gerufen, er sollte 
seinen Gott bitten, auch diese Plage hinweg zu nehmen, dann möch 
ten die Kinder Israel ziehen, aber ihr Vieh sollten sie zurücklassen 
— so habsüchtig war der König. Um des Nutzens willen, welchen 
ihn daß unterdrückte Volk verschaffte, wollte er es nicht aus seinem 
Lande lassen. Aber der hcldenmüthige Mann GotteS antwortete: 
Unser Vieh wollen wir mitnehmen, und soll auch nicht eine 
Klaue zurück bleiben. Wir und waS wir habe» sollen fortziehen auS 
Aegypten in das verheißene Land, so will cs der Herr, unser Gott. 
Und er wird noch ein furchtbareres Zeichen thun an dir und deinem 
Volke, damit euer stolzes Herz gebrochen werde: denn in dieser Nacht 
sollen alle erstgebornen Söhne der Aegypter sterben, von deinem 
Sohne an bis zu dem der Magd, welche die Handmühle dreht. Dann 
wirst du selbst mit deinen Dienern zu mir herab kommen, und wer 
det mir zu Füßen fallen und mich bitten, daß ich mein Volk von
        
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