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Full text: Das Berliner Kinder-Wochenblatt / Gropius, George Issue 5.1836

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Mütterliche Fürsorge unter den Thieren. 
Die Liebe und Sorge der Mutter für ihre Jungen fehlt nur 
da, wo diese keiner Hülfe bedürfen. Dies ist der Fall bei den 
Eierlegern unter de» wirbellosen Thieren, de» Fischen und den Am 
phibien: viele Jnsecten erleben nicht die Enthüllung ihrer Jungen, 
für deren Bedürfnisse sie bei der Einsaat gesorgt haben. Die Se 
pien, welche ihre Eier sorgsam bewachen, überlassen die Jungen, so 
bald sie ausgckrochcn sind, sich selbst, und fangen dann an, sich 
wieder zu begatten und neue Eier zu legen; die Schlingen und Ei 
dechsen werden im Eie hinlänglich entwickelt, um sich außerhalb des 
selben erhalte» zu können, und die Frösche und Fische finden im 
Wasser und ihrem Geniste die Befriedigung ihrer Bedürfnisse. Die 
Liebe zur Nachkommenschaft, welche hier bald erlischt, erstreckt sich 
schon bei einigen Thieren dieser Klassen über die Jungen: so bei 
mehreren, namentlich den gesellig lebenden Jnsecten und bei de» 
Krokodilen, welche ihre Eier wieder aufsuchen, wenn diese ausgebrü 
tet sind, die Jungen rufen, die ihnen antworten, und sie in den 
Strom führen. Bei den warmblütigen Thieren ist ohne Ausnahme 
das Leben der Jungen so von der Liebe der Mutter abhängig, daß 
sie ohne diese schlechterdings umkommen müssen. 
Der Mutter ist die Pflege ihrer Jungen vorzüglich übertragen, 
und sie ist auch in Hinsicht auf Muth und Körperkraft entweder 
ursprünglich dazu geeignet, (wie denn bei den meisten Raubvögeln 
das Weibchen größer, kühner und stärker ist, als daö Männchen) 
oder sie wird es durch eine, diesem Zeitraum eigenthümliche Stei 
gerung des weiblichen Lebens. Das furchtsame Weibchen wird dreist 
und muthig, das friedliche wild und angreifend, das träge munter 
und wachsam; die Löwin übertrifft den König der Thiere an Muth 
und Unerschrockenheit, sobald sie Junge hat. 
Grumbach. 
L o g o g r y-p h. 
Stufenweis', wenn man die Zeichen versetzt, 
Werd' ich stets höher und höher geschätzt. 
Erst im gewöhnlichen Kreis nur zu finden, 
Siehst du mich schließen und knüpfe» und binden; 
Strafend auch, schwingt mich der zornige Meister. 
Dann — o wie anders — Poeten, Schöngeister, 
Künstler und Laien, gebrauchen mich viel. 
Hier nebenbei, dort als cinziges Ziel. 
Reise ge» Osten, bei fremde» Nationen 
Sichst du in dritter Gestaltung mich thronen. 
Arm oft und machtlos, mein edelstes Gut 
Liegt in der Farbe des Turbans, im Blut. 
Gedruckt bei I. G. Brüfchcke, Breite Straße No. 9.
        
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