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Gebäude für Arbeit und Produktion

Full text: Umrisse (Rights reserved) Issue 20.2020,4 Gebäude für Arbeit und Produktion (Rights reserved)

Gebäude für Arbeit und Produktion Brunner Innovation Factory in Rheinau Erweiterungsbau Max Felchlin im Kanton Schwyz Verwaltungsneubau Medice in Iserlohn Verwaltungsgebäude marbeton in Aitrach Future Factory in San Pellegrino Terme Baurecht Die Zukunft der HOAI BIM Digitale Datenmodelle für die Lebenszeit der Bauwerke Aktuell Zum CityBahn-Bürgerentscheid in Wiesbaden Zum 90. Geburtstag von Stefan Polónyi [Umrisse] Zeitschrift für Baukultur ] Xxxx Sonderausgabe Auszeichnung »20 Jahre Symposium Brückenbau in Leipzig« BRÜCKENBAU Anlässlich der Jubiläumsveranstaltung in Leipzig hat eine Jury aus namhaften Experten unter allen in den vergangenen Jahren hier thematisierten Projekten eine Auswahl getroffen. ehnfugen HOHEN ERDBEBEN ANFORDERUNGEN In der jetzt erschienenen Sonderausgabe werden diese 21 Brückenbauwerke ausführlich vorgestellt, und zwar anhand der Originalveröffentlichungen in den jeweiligen Tagungsbänden. Sonderausgabe Referenzen: • Bahia de Cadiz, Spanien • Hochmoselübergang, Deutschland • Izmit Bay Bridge, Izmit, Türkei • Mainbrücke Randersacker, Deutschland • Rheinbrücke Schierstein, Deutschland • Rion Antirion, Griechenland • Russky Island Brigde, Wladiwostok, Russland • Tsing Ma, China • Viadukt Millau, Frankreich Auszeichnung forces in motion Sonderausgabe 2020 »20 Jahre Symposium Brückenbau in Leipzig« www.verlagsgruppewiederspahn.de 24.11.16 16:18 ISSN 1867-643X 03.07.20 09:59 Die Lektüre des zum Preis von 58 € zu erwerbenden Heftes bietet also die einmalige Möglichkeit, die Entwicklung des Brückenbaus zwischen 2000 und 2020 in exemplarischer Form nachzuvollziehen. VERLAGSGRUPPE W I E D E R Smit MixedMedia P A Konzepts HN 2] Biebricher Allee 11 b | 65187 Wiesbaden | Tel.: +49/611/98 12 920 | Fax: +49/611/80 12 52 kontakt@verlagsgruppewiederspahn.de www.verlagsgruppewiederspahn.de | www.mixedmedia-konzepts.de | www.symposium-brueckenbau.de[Umrisse] Aufgaben (nicht) zum Ausweichen [Umrisse] Die deutsche Sprache ist bekanntermaßen nicht gerade einfach zu beherrschen, und ihr Gebrauch scheint sogar einer (sehr) großen Zahl jener Menschen Mühe zu bereiten, die sie von Geburt an gehört und dann in einer Schule regelgerecht erlernt haben. Die Ursachen mögen mannigfaltiger Natur sein, wie selbst Germanisten mittlerweile einzuräumen pflegen, an dem Problem als solchem ändert das zunächst freilich wenig bis nichts. Und dass sich gravierende Probleme ergeben (können), wenn Defizite die Oberhand gewinnen, wenn also sinnentleerende bis -entstellende, den oder die Gedanken nivellierende, verschleiernde oder eben ins Gegenteil verkehrende Phrasen zuungunsten realiter eigentlich korrekter Formulierungen immer häufiger den Diskurs oder die Diskussionen zu bestimmen beginnen, lässt sich ja kaum bestreiten, wobei die Grenze zwischen Ärgernis und Amüsement nicht selten durchaus fließend anmutet. Zwei, drei kleine Beispiele: Neben Orthographie- und Interpunktionsfehlern, die bereits seit längerem vermehrt auftreten und deshalb nicht nur von einer unerfreulich stark anwachsenden Schludrig- oder Schlampigkeit zeugen, stößt der geneigte Leser in vielen, vielen Publikationen heute fast unweigerlich auch auf Superlative, auf Übertreibungen und inadäquate Überhöhungen, deren An- oder Verwendung zumeist jedweder substantiellen Begründung entbehrt. Um zu enträtseln, warum sie dennoch oft und gerne aus- und eingestreut werden, reicht wohl ein Hinweis auf den leider arg verbreiteten Irrglauben, dank ihrer Wirkmächtigkeit den Inhalt eines (jeden) Textes quasi irgendwie und irgendwo profilieren und damit veredeln zu können. Gleiches oder zumindest Ähnliches gilt zweifelsohne für den »Quantensprung«, im Übrigen ein sogenanntes Januswort, in früheren Jahren aber vor allem ein Begriff aus der Physik, der später eine Art Pervertierung erfahren hat und dergestalt zu einem primär werblich genutzten Slogan in Politik und Wirtschaft verkommen ist. Wer um seine originäre Bedeutung weiß, sollte ihn daher weder wahllos in den Mund nehmen noch blindlings aufs Papier bringen (wollen). Besonders eigentümlich wird das Ganze allerdings erst bei und mit dem Attribut »innovativ«, zumal es offenbar an Hemmschwellen ermangelt, die seine beliebige An- oder Einfügung zu verhindern helfen. Doch welcher Autor oder Referent unterzieht sich schon der Anstrengung, geläufige und (vermeintlich) altvertraute Ansichten und Einschätzungen zu verifizieren, ergo vor An- oder Verfertigung einer Rede, eines Buch- oder Zeitschriftenbeitrags im Lexikon nachzuschlagen und die dort leicht zu entdeckende Definition zu verinnerlichen? Mit der Intention, die Hürde der (zwingend) gebotenen Umgewöhnung ein bisschen zu reduzieren, sei nun kurz erwähnt, dass unter Innovationen laut Brockhaus »planvolle Erneuerungen« zu verstehen sind, die systemischer Natur und zudem erfolgreich ein- und umgesetzt sein müssen, um als selbige überhaupt bezeichnet oder klassifiziert werden zu dürfen. Das heißt, reine Weiterentwicklungen, Modifikationen, Ertüchtigungen oder Detailverbesserungen vorhandener Strukturen, Prozesse und Produkte bleiben hier de facto ausgeklammert. In Anknüpfung an die eingangs zitierten Zeilen aus Elias Canettis Essay »Macht und Überleben« drängt sich jetzt eine Konsequenz beinahe zwangsläufig auf: Den Kern einer Aussage oder Beschreibung erfassen und einordnen zu wollen bedingt kontinuierliches Hinterfragen und Überprüfen, da sonst ein »Ausweichen vor dem Konkreten« droht, verbunden mit dem Risiko, den (fernen) Schein einer Herausforderung letztlich mit deren (gegenwärtigem) Sein zu verwechseln. Wo und wie es gelungen ist, einer konkreten Aufgabe nicht zu entfliehen, sie stattdessen als Chance zu betrachten, die zur Ausführung einer zukunftsorientieren Lösung einlädt, veranschaulichen wiederum die [Umrisse] mit einem Heft, das sich dem per se im Wandel befindlichen Thema »Gebäude für Arbeit und Produktion« widmet. Michael Wiederspahn [Editorial »Zu den unheimlichsten Phänomenen menschlicher Geistesgeschichte gehört das Ausweichen vor dem Konkreten. Es besteht eine auffallende Tendenz, erst auf das Fernste loszugehen und alles zu übersehen, woran man sich in nächster Nähe unaufhörlich stößt. Der Schwung der ausfahrenden Gesten, das Abenteuerlich-Kühne der Expeditionen ins Ferne täuscht über die Motive zu ihnen hinweg. Nicht selten handelt es sich einfach darum, das Nächste zu vermeiden, weil wir ihm nicht gewachsen sind. Wir spüren seine Gefährlichkeit und ziehen andere Gefahren unbekannter Konsistenz vor. Selbst wenn diese gefunden sind, und sie finden sich immer, haben sie dann erst noch den Glanz des Plötzlichen und Einmaligen für sich. Es würde viel Beschränktheit dazu gehören, diese Abenteuerlichkeit des Geistes zu verdammen, obwohl sie zuweilen offenkundiger Schwäche entspringt. Sie hat zu einer Erweiterung unseres Horizonts geführt, auf die wir stolz sind. Aber die Situation der Menschheit heute, wie wir alle wissen, ist so ernst, dass wir uns dem Allernächsten und Konkretesten zuwenden müssen. Wir ahnen nicht einmal, wieviel Zeit uns geblieben ist, das Peinlichste ins Auge zu fassen, und doch könnte es sehr wohl sein, dass unser Schicksal von bestimmten harten Erkenntnissen, die wir noch nicht haben, abhängig ist.« [3 ] Inhalt 4] Editorial Aufgaben (nicht) zum Ausweichen Michael Wiederspahn 3 Gebäude für Arbeit und Produktion Offenheit und Nachhaltigkeit Stefan Teufel 6 Handwerkskunst an und unter einem Dach Roger Skade 12 Ein neues Herzstück Juan Pablo Molestina 18 Farbige Module Jochen Specht 23 Eingebettete Erlebniswelt Roger Skade 28 Baurecht Die Zukunft der HOAI Gerald Süchting 34 BIM BIM muss das Spielfeld der Planung verlassen Markus Hennecke 36 [Umrisse] [Inhalt Aktuell »Gut unterwegs ...« Elisabeth Wiederspahn 40 »Mich treiben nur noch Ideen …« Ralf Wörzberger 42 Special Brandschutz 44 Rubriken Immobilienmarkt 50 Produkte und Projekte 52 Software und IT 62 Nachrichten 66 Termine 72 Bücher 74 Impressum 75 [Umrisse] [5 Gesamtansicht nordöstliche Fassade © HGEsch Offenheit und Nachhaltigkeit Brunner Innovation Factory in Rheinau Standortausbau 1977 von Helena und Rolf Brunner gegründet, hat sich das im badischen RheinauFreistett ansässige gleichnamige Unternehmen in mehr als 40 Jahren zu einem renommierten Objektmöbelhersteller mit mehr als 500 Mitarbeitern entwickelt. 2019 wurden hier 500.000 Stühle und 100.000 Tische gefertigt. Um dem kontinuierlichen Wachstum gerecht zu werden und sich für die Zukunft nachhaltig aufzustellen, hatte die Brunner Group das Architekturbüro HENN 2015 mit der Entwicklung eines auf 25 Jahre ausgelegten Masterplans für den Unternehmensstandort beauftragt. 6] Vorgabe dieses Plans war es, sowohl den gewachsenen Platzbedarf zu decken als auch Prozesse zu optimieren und ein zukunftsweisendes Arbeitsumfeld mit vielen Begegnungszonen zu schaffen. Als erster Bauabschnitt konnte im Mai 2018 ein ca. 1 km vom Werksgelände entfernt an der Fernstraße L87 gelegenes Logistikzentrum in Betrieb genommen werden. Das von Henn Architekten entworfene Gebäude erhöht die Lagerkapazitäten für das in der Fertigung benötigte Rohmaterial sowie für Möbelbauteile und erlaubt durch eine optimierte Technik produktionsgerechte Just-in-time-Lieferungen zum Firmengelände. Für das Firmenareal selbst entwickelte das Büro ein signethaftes neues Gebäude, das unter einem Dach sehr verschiedene Nutzungen vereint und in den Dialog mit einem bereits 2005 fertiggestellten Kommunikations-, Schulungs- und Ausstellungsgebäude tritt. Es wurde Ende 2018 übergeben. [Umrisse] »Schaufenster-Ansicht« gegen Abend © HGEsch Konzept Innovation Factory Das als Innovation Factory bezeichnete neue Gebäude beherbergt nun unter einem Dach die Abteilungen Entwicklung, Design und Prototyping sowie die Produktion, offene Arbeitsräume für die Montage, Showrooms und eine Kantine. [Umrisse] Die besondere Herausforderung für das als Architekten und Generalplaner verantwortlich zeichnende Büro lag darin, die aus den sehr divergenten Funktionen resultierenden Anforderungen und Raumprogramme funktional zu vereinen. Hierzu entwickelten sie einen kompakten Baukörper, eine Halle, mit der Möbelfertigung im Zentrum, an die sich die weiteren Funktionen teils ein- teils zweigeschossig anlagern. Kennzeichnend für die Halle ist ihr modulares Holztragwerk, das nicht nur dem hohen Anspruch an eine der Nachhaltigkeit verpflichtete Entwicklung und Produktion entspricht, sondern auch das Handwerkliche der gefertigten Möbel verkörpert. Darüber hinaus verleiht es dem Innenraum sowohl in den Büro- als auch Fertigungsbereichen eine hohe Aufenthaltsqualität und eine sehr eigene Ästhetik. Die Büroflächen und das Betriebsrestaurant wurden in Kooperation mit dem Stuttgarter Designbüro Ippolito Fleitz entworfen und gestaltet. [7 Schwarzplan Werksgelände und Umgebungsbebauung © HENN Grundriss Obergeschoss © HENN Grundriss Erdgeschoss © HENN Querschnitt © HENN Längsschnitt © HENN Isometrie Dachtragwerk © HENN 8] Knotenpunkt Dachtragwerk (Detail) © HENN [Umrisse] Nordwestfassade mit vorgelagertem Campus © HGEsch Dachtragwerk Gemäß der Ästhetik der Möbel der Firma Brunner waren Leichtigkeit, Feinheit und die Verwendung von Holz, wie es auch bei der Produktion der Möbel vielfach zum Einsatz kommt, die die Dachgestaltung leitenden Entwurfsgedanken. In Analogie zu den Manufakturgedanken und Techniken der Möbelfertigung werden die Träger der Dachkonstruktion an den Knotenpunkten zusammengefügt. Sie besteht aus modular gefügten Holzfachwerkträgern aus Furnierschichtholz. Die Gliederung des Tragwerks in Haupt-, Neben- und Tertiärträger ist an der Anzahl der Lamellen abzulesen. So bestehen die Gurte der Hauptträger aus drei Lamellen, die der Querträger aus zwei und die Tertiärträger lediglich aus einer Lamelle. Um das Dachtragwerk frei von Auskreuzungen zu halten, wurde zur Aussteifung der gesamten Halle die Scheibenwirkung der Trapezblecheindeckung aktiviert. Blick Gesamthalle © HGEsch Galerie und Halle © HGEsch [Umrisse] Blick in Produktion © HGEsch [9 Konferenz- und Besprechungsraum im Obergeschoss © HGEsch Büros im Obergeschoss © HGEsch Besprechungsraum im Erdgeschoss © HGEsch Büros im Erdgeschoss © HGEsch Kantine im Erdgeschoss © HGEsch Kantinenbereich im Obergeschoss © HGEsch 10] [Umrisse] Südöstliche Fassade mit Verglasung im Montagebereich © HGEsch Licht und Transparenz Der lichtdurchflutete Bau umfasst einen nach Südwesten ausgerichteten eingeschossigen Produktionsteil, die Haupthalle, sowie einen nordöstlichen zweigeschossigen Gebäudeteil mit integrierter Galerie, auf der sich auch die neue Kantine befindet. Hier befindet sich auch der Haupteingang. Dank verglaster Trennwände sind die verschiedenen Nutzungsbereiche transparent einsehbar. Von dort aus lassen sich Montageabläufe in der Haupthalle beobachten. Weiterhin erfolgen dort die Lagerung sowie der Versand der Objektmöbel. Das prägende Bild des Dachtragwerkes wird in der Fassade in Leichtbauweise aufgenommen. Die vollflächig verglaste Nordwestfassade in Pfosten-Riegel-Konstruktion wirkt von außen wie ein Schaufenster. Sie sorgt für viel Tageslicht in den Büros und dem Betriebsrestaurant und erlaubt den Mitarbeitern und Besuchern den Blick auf den zentralen Platz des Campus, gleichfalls Teil des Masterplans, der im Frühjahr 2019 fertiggestellt wurde. Die gegenüberliegende Südostfassade ist nur im Bereich der Montage erdgeschosshoch verglast. Die darüberliegenden sowie weitere geschlossene Gebäudeteile weisen eine Fassade aus gedämmten Metallpaneelen auf. Quadratische Lichtkuppeln und weitere Oberlichter im Dachbereich sorgen für eine natürliche Belichtung der Innenräume. Der Neubau, der an bereits bestehende Produktionsflächen anschließt, weist eine Bruttogrundfläche von 7.480 m² auf. Stefan Teufel Fachjournalist, München [Umrisse] Bauherr Brunner GmbH, Rheinau Architekten HENN GmbH, München/Berlin/Peking Tragwerksplanung sbp Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart Innenarchitektur Henn GmbH, München und Ippolito Fleitz Group GmbH Identity Architects, Stuttgart Technische Ausrüstung b.i.g. Bechtold Ingenieurgesellschaft mbh, Karlsruhe Bauphysik Müller-BBM GmbH, Planegg Brandschutz hhpberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH, Berlin SiGeKo IWP – Ingenieurberatung Wilfried Peter, Baden-Baden Landschaftsplanung Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten + Stadtplaner GmbH, München [11 Neubau mit Dachlandschaft vor Bergkulisse © Karin Gauch und Fabien Schwartz Handwerkskunst an und unter einem Dach Erweiterungsbau der Max Felchlin AG in Ibach im Kanton Schwyz Standortausbau In Ibach SZ, mitten in der Zentralschweiz, liegt der neue Firmensitz der Schokoladenmanufaktur Max Felchlin. Vor dem Hintergrund der Mythen, eines markanten Bergmassivs aus zwei über 1.800 m hohen Felspyramiden, mitten im Talkessel am Fluss Muota gelegen, hat sich das Firmengelände über viele Jahre dem Wachstum des Unternehmens und produktionstechnischen Neuerungen entsprechend entwickelt. Hier pflegt man in traditionellen, aber auch innovativen Herstellungsprozessen die hohe Kunst der Kakaoverarbeitung. Die Couverturen, sogenannte Halbfabrikate, also verarbeiteter Kakao der Spitzenqualität, finden weltweit Verwendung in den Produkten renommierter Schokoladenhersteller, aber auch von Confiserien, Bäckereien, Pâtissiers und in den Restaurants von Sterneköchen. 12] Den Grundstock bildete vor über 100 Jahren die Herstellung von Honig in einer kleinen Produktionsanlage in der Gemeinde Schwyz im gleichnamigen Kanton. Über die Jahre wuchs das Angebot, und es entstanden die weiteren Produktionsanlagen in der zur Gemeide gehörigen Ortschaft Ibach, wo unter anderem 2014 eine neue Kakaorösterei in Betrieb genommen wurde. Im selben Jahr bot sich die Gelegenheit, dort eine großzügige angrenzende Liegenschaft zu erwerben. Dies führte zur Entscheidung, die bislang auf vier Standorte verteilten Bereiche Produktion und Verwaltung sowie die Innovationsabteilung (Technikum) und den Bereich Schulung/ Präsentation zusammenzuführen und eine neue Unternehmenszentrale zu errichten. Das Firmengelände bietet darüber hinaus ausreichend Fläche für künftige Erweiterungen. Den hierzu zügig gleichfalls 2014 ausgeschriebenen Wettbewerb konnte das Zürcher Büro Meili, Peter & Partner Architekten AG für sich entscheiden. [Umrisse] Blick vom Ufer der Muota auf das Werksgelände © Karin Gauch und Fabien Schwartz Markante Erscheinung Das 2019 fertiggestellte neue Hauptgebäude sollte neben großzügigen Büroflächen für die Verwaltung vor allem einen atmosphärisch ansprechenden Empfangsbereich, einen neuen Verpflegungsraum für Mitarbeiter, Kursteilnehmer und Gäste und das Herz des Unternehmens, das als Condirama bezeichnete Schulungszentrum, bieten, in dem Kunden aus aller Welt in mehrtägigen Veranstaltungen mit neuesten Kreationen und Verarbeitungstechniken vertraut gemacht werden. Zudem sollte in dem am Rand von Ibach gelegenen, von Zweckbauten dominierten und eher divergenten Gewerbegebiet ein prägnanter Ort entstehen, der die hohen Ansprüche des Unternehmens verkörpert und eine weithin sichtbare Präsenz besitzt. Schon von der aus Zürich kommenden Autobahn A4 fällt der große, dunkle und von einer eigenwillig bewegten Dachlandschaft bekrönte Bau am Flussufer ins Auge und lädt zu vielfältigen Assoziationen ein, von denen die Korrespondenz der Dachspitzen zur umgebenden Bergwelt sicher die naheliegendste, aber, wie die Architekten in ihren nachstehend wiedergegebenen Überlegungen zur Architektur und Erscheinung sowie zur Umgebung darlegen, eine von vielen ist. [Umrisse] Südfassade mit Haupteingang © Karin Gauch und Fabien Schwartz [13 Schwarzplan Werksgelände und Umgebung © Meili, Peter & Partner Architekten Lageplan Werksgelände © Meili, Peter & Partner Architekten Längsschnitt © Meili, Peter & Partner Architekten Ansicht Nord © Meili, Peter & Partner Architekten Ansicht Ost © Meili, Peter & Partner Architekten 14] Querschnitt © Meili, Peter & Partner Architekten Ansicht Süd © Meili, Peter & Partner Architekten Ansicht West © Meili, Peter & Partner Architekten [Umrisse] Architektur und Erscheinung »Dächer, Dachaufbauten und ihre Gestalt bestimmten die Bauwerke, und insbesondere in den Bauten der Religion – in einfachsten Kapellen oder beim barocken Kloster-Kollegium Schwyz, der Kantonsschule – bilden die Dachformen das signifikante Element des Kollektiven. Viele sind Zeugnis genialer Zimmermannskonstruktionen und Höhepunkt einer Handwerkskultur. Die Bauwerke in unseren Breiten fanden meist ihre Manifestation an der von Weitem sichtbaren Form und Silhouette. […] Dies haben wir zum Anlass genommen, dem Neuen Firmensitz im fast unwirtlichen Gelände neben der Muota in Ibach den Charakter eines imposanten Dachaufbaus zu geben. Es soll von nah und fern die Silhouette bilden. […] Mit einem Höhenmaß der Traufe von 20 m soll die Silhouette des Neuen Firmensitzes leise hervorragen und sich als Bindeglied imposanter Bauten in die Staffelung zum Kloster-Kollegium einreihen. […] Der Standort ist zuallererst Produktionsstätte hochwertiger Schokolade und prägt dadurch unmittelbar die Architektur des neuen Firmensitzes. Die unteren Geschosse mit Empfang, Fabrikladen und Büros folgen den Ordnungen der bestehenden und geplanten Fabrikanlagen […]. Erst in der Dachkonstruktion mobilisieren wir das ganze Arsenal der lokalen Zimmermannskunst und formen die pyramidalen Faltwerke der Schulungsräume und des Verpflegungsraumes zu einem imposanten Dachstuhl, der elegant und simpel die immensen Auskragungen in eine Stabkonstruktion einwebt. Die große Flächensteifigkeit dieses pyramidalen Faltwerkes erlaubt eine punktuelle Auflagerung auf wenige Stützen. Dies findet an den Fassaden seinen elementaren Ausdruck, in der die leichte Zurücksetzung des Raumabschlusses gegenüber dem Tragwerk mit freigestellten Stützen einen umfassenden Blick in das überwältigende Panorama freigibt. An den nördlichen Flächen der Faltwerke sind Oberlichter zur optimalen Ausleuchtung der Schulungsräume eingelassen. Der Schattenwurf der feinen horizontalen Linien und die sinusförmig geschwungene Silhouette verleihen den Ganzen etwas Japanisches, eine Poetik, in der sich Strenge und Leichtigkeit bedingen.« [Umrisse] Aufsicht Dachtragwerk © Meili, Peter & Partner Architekten 4. Obergeschoss © Meili, Peter & Partner Architekten 3. Obergeschoss © Meili, Peter & Partner Architekten 2. Obergeschoss © Meili, Peter & Partner Architekten 1. Obergeschoss © Meili, Peter & Partner Architekten Erdgeschoss © Meili, Peter & Partner Architekten [15 Condirama im 4. Obergeschoss (Produktpräsentation) © Karin Gauch und Fabien Schwartz Condirama, Kurs- und Präsentationsraum © Karin Gauch und Fabien Schwartz Umgebung »Der Neue Firmensitz ordnet die Industriefläche in verschiedene bestehende und zukünftige Baufelder, welche zum heutigen Tage dem Unternehmen ein möglichst hohes Maß an Flexibilität für spezifisch benötigte, heute noch unbekannte, Produktionsgebäude ermöglicht. Zum heutigen Zeitpunkt übernehmen verschiedene Elemente der Natur und der Kunst die raumwirkende Funktion und substituieren mit ihrer Anordnung mögliche Gebäudeumrisse. Regionaler Formenkanon Durch die Platzierung des Neubaus werden auch unterschiedliche Außenraumtypologien generiert […]. Jeder der Außenräume ist eigenständig gestaltet, tritt jedoch in Zwiesprache mit angrenzenden Räumen. Atmosphären und Inhalte, Vordergrund und Hintergrund verflechten und bereichern sich, ohne sich zu vermengen.« Die Ablesbarkeit künftig möglicher Gebäudeumrisse aus der landschaftlichen Gestaltung wird sich erst im Laufe der nächsten Zeit zeigen. Das gekonnte Verflechten von Vorder- und Hintergrund hingegen lässt sich am und im Gebäude auf vielfältigste Weise erleben. So ragt der im Inneren durch das erlebbare Tragwerk fast expressive Dachstuhl weit über das Gebäude hinaus, um sich auf dem gegenüberliegenden Kubus eines in ein schlichtes Metallkleid gehüllten Produktionsbaus niederzulassen. Hierdurch entsteht nicht nur eine Verbindung mit dem Bestand, sondern auch eine portalartige großzügige Öffnung des Firmenareals hin zur Flussseite, die an die Torbögen japanischer Tempelanlagen erinnert. Dass es sich dabei um aus dem holzkonstruktiven Brückenbau abgeleitete regionale Techniken handelt, erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Auch viele weitere Details der Fassadengestaltung des obersten Geschosses zitieren den regionalen Formenkanon. Aus ihren bekannten Maßstäben und Anordnungen durch den sockelartigen »Unterbau« der drei Bürogeschosse herausgelöst, verleihen sie dem Bauwerk eine fremdartig, fast fernöstlich wirkende eigene Präsenz. Verpflegungsraum im 4. Obergeschoss © Karin Gauch und Fabien Schwartz 16] [Umrisse] Zweigeschossige Eingangshalle © Karin Gauch und Fabien Schwartz Die Bürogeschosse selbst wurden in Stahlbetonskelettbauweise erstellt und sind mit eingestellten Wänden in Leichtbauweise unterteilt. Die holzverkleidete Fassade folgt der Typologie der umgebenden Bauten. Die zweigeschossige Eingangshalle mit ihren Holzeinbauten und dem ledernen Mobiliar ist in warmen Braun-, Beige- und Cognactönen gehalten, die an Schokolade, Nougat und Karamell erinnern und dem gesamten Bereich eine sehr sinnliche Ausstrahlung verleihen. In reduzierter Form finden sich diese Elemente in den einzelnen Geschossen der Verwaltung wieder, um im Dachgeschoss wiederum eine große Präsenz zu entfalten. Dass sich in diesem Gebäude mit seiner Geschossfläche von insgesamt 5.198 m2 gerade im Bereich des Condiramas eine feinst austarierte Haustechnik befindet, fällt in dieser Umgebung kaum auf. Roger Skade Fachjournalist, Frankfurt am Main [Umrisse] Bauherr Max Felchlin AG, Ibach/Schweiz Bauherrenvertretung und Gesamtprojektleitung Dany Waldner AG, Zürich/Schweiz Architekten und Generalplaner Meili, Peter & Partner Architekten AG, Zürich/Schweiz Baumanagement und Bauleitung HSSP AG, Zürich/Schweiz Tragwerksplanung Holzbau Pirmin Jung Schweiz AG, Rain/Schweiz mit Création Holz AG, Herisau/Schweiz Brandschutz, Bauphysik und Akustik Pirmin Jung Schweiz AG, Rain/Schweiz Tragwerksplanung Massivbau bpp Ingenieure AG, Schwyz/Schweiz Gebäudetechnik 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur/Schweiz Lichtplanung matí AG Lichtgestaltung, Adliswil/Schweiz Landschaftsarchitektur Müller Illien Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich [17 Gesamtansicht von Süden mit vorgelagertem Grünbereich © Roland Halbe Ein neues Herzstück Verwaltungsneubau Medice in Iserlohn Ausbau des Standorts Die Firma Medice zählt zu den erfolgreichsten familiengeführten Unternehmen unter den Arzneimittelherstellern Deutschlands. Ihre historischen Wurzeln liegen im südwestfälischen Iserlohn, wo vor über 65 Jahren der Grundstein für den internationalen Erfolg gelegt wurde. Das weltweit tätige eigenständige Unternehmen entwickelt und produziert seine Arzneimittel bis heute ausschließlich in der Bundesrepublik. Hierzu ist der nordwestlich des Stadtzentrums in direkter Autobahnnähe gelegene ca. 6 ha große Firmenstandort über die Jahre kontinuierlich ausgebaut worden. 18] Da die Bürokapazitäten im bisherigen Verwaltungsgebäude nicht mehr ausreichten, wurde 2010 ein Wettbewerb ausgeschrieben, um in dessen Verlängerung an der nördlichen Grundstücksgrenze entlang dem Kuhloweg ein neues Verwaltungsgebäude für ca. 100 Mitarbeiter zu errichten. Damit einher ging die großflächige Umgestaltung des Zufahrtsbereichs im Nordosten des Werksgeländes, wo sich die Produktion befindet. Hier entstand im Bereich der bestehenden Schrankenanlage an der Medice-Allee ein neues Empfangsgebäude für Mitarbeiter und Besucher. In diesem werden Zu- und Abfahrt jeglichen Verkehrs registriert und der zentrale Post- und Telefoneingang geregelt. Es wurde Ende 2017 in Betrieb genommen. Der neue Verwaltungsbau, der die Firmenzentrale beherbergt und eine Bruttogrundfläche von 3.800 m² aufweist, konnte im Mai 2019 fertiggestellt und seiner neuen Nutzung übergeben werden. Die beiden Neubauten, deren Positionierung auf dem Werksgelände unter Berücksichtigung künftiger Erweiterungsmöglichkeiten erfolgte, spiegeln mit ihrer hochwertigen modernen Architektur den Anspruch des Unternehmens nach außen wider. [Umrisse] Transparenz und Leichtigkeit Der Verwaltungsneubau, ein langgestreckter, viergeschossiger Baukörper, der neben dem Produktionsbereich das Herzstück des Unternehmens bildet, bindet an seiner westlichen Stirnseite an das bestehende Verwaltungsbestandsgebäude an, in dem weiterhin Mitarbeiter der Verwaltung ihre Büros haben. Am Baukörper kam ein sehr reduzierter Materialkanon zum Einsatz: Beton, Glas und Aluminium. Das Erdgeschoss mit seiner großzügigen Glasfassade schafft einen fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenraum. Die über das Erdgeschoss hinausragenden aufgeständerten Obergeschosse scheinen darüber zu schweben. An der Westseite des Gebäudes »schiebt« sich ein Wasserbecken unter das auskragende, mit dem Bestandsgebäude verbundene Obergeschoss, das von einer »Wasserwand« gespeist wird. Hier ist auch ein Durchgang zum Kuhloweg möglich. Eingangszone und Übergang zum Bestandsbau © Roland Halbe Das Gebäude wurde in Stahlbetonskelettbauweise errichtet. Die Obergeschosse werden durch große V-förmige Sichtbetonstützen und einzelne massive Wandscheiben im Erdgeschoss getragen. Die Nordund Südfassaden sind weitestgehend verglast, um möglichst viel Licht ins Gebäude zu bringen. Zudem ist von dort aus der Blick in die grüne Iserlohner Landschaft möglich. Die weit auskragenden Balkone entlang der Südseite des Gebäudes, die in der Typologie der Verwaltungsbauten eher untypisch sind, bieten sowohl eine Flächenerweiterung des Arbeitsbereiches und einen Treffpunkt für die Mitarbeiter als auch einen starren Sonnenschutz für die nach Süden ausgerichteten Büroräume. Auf der Nordseite ist das Motiv der horizontalen Bänder durch geschossweise angebrachte Sichtbetonlisenen wieder aufgenommen. Ansicht entlang Nordfassade © Roland Halbe [Umrisse] [19 Grundriss 3. Obergeschoss © Molestina Architekten Lageplan © Molestina Architekten Grundriss 2. Obergeschoss © Molestina Architekten Querschnitt © Molestina Architekten Grundriss 1. Obergeschoss © Molestina Architekten Grundriss Erdgeschoss © Molestina Architekten Neues Empfangsgebäude © Roland Halbe 20] [Umrisse] Sowohl die Ostfassade als auch die Fassaden des an das Bestandsgebäude anbindenden Treppenhauses sind mit Aluminiumpaneelen verkleidet und weisen großzügige Fenster auf. Der aufgeständerte Baukörper hat im Außenbereich eine aluminiumverkleidete Untersicht und einen diesem Farbton entsprechenden Anstrich im Innenbereich des Foyers. Das Licht wird reflektiert und die Wahrnehmung des fließenden Übergangs von außen nach innen verstärkt. Durch die Faltung der Aluminiumfassade an der Ostseite ergibt sich eine fast dreidimensional räumliche Wirkung, die durch die reflektierenden Aluminiumoberflächen unterstützt wird. Im überdachten Bereich zwischen dem Bestands- und dem Neubau entsteht durch die sich gegenseitig widerspiegelnden Reflexionen von Wasserfläche und Fassade eine gleichzeitig spannungsvolle und kontemplative Übergangssituation. Ostfassade mit Patio © Roland Halbe Flexible offene Räume Das repräsentative gläserne Erdgeschoss wird von der Südseite erschlossen. Hier befinden sich das Foyer sowie mehrere, sehr unterschiedlich gestaltete Arbeitsund Aufenthaltsbereiche. Dazu zählen ein sogenanntes Work-Café sowie ein großzügiger Loungebereich, der mehrere mit Sesseln ausgestattete Sitzinseln aufweist. Erdgeschoss mit Loungebereich © Roland Halbe [Umrisse] Eine Medienwand ermöglicht ein offenes Arbeiten in wechselnden Gruppen sowie Vorträge und Ausstellungen. Gegen Süden liegt der Konferenzbereich, der aus mehreren, bei Bedarf zusammenschaltbaren Räumen besteht, die auf einen Patiogarten ausgerichtet sind. Insgesamt gibt es zwei mit Treppenhäusern und Aufzugsanlagen ausgestattete Erschließungskerne. Das repräsentative Haupttreppenhaus ist mittig entlang der Nordfassade angeordnet. Das zweite Treppenhaus liegt an der westlichen Stirnseite und verbindet den Alt- und Neubau. Mittelzone mit Blick auf Büros © Roland Halbe [21 Bauherr Medice Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn Architekten Molestina Architekten GmbH, Köln LP 1–7 sowie 8 (baukünstlerische Oberleitung) Tragwerksplanung imagine structure GmbH, Büro für Tragwerksplanung, Frankfurt/Köln Haupttreppe im Erdgeschoss © Roland Halbe TGA ZWP Ingenieur-AG, Köln In den drei Obergeschossen sind Büroräume von unterschiedlicher Größe für ein bis drei Personen entstanden. Während im 1. und 2. Oberschoss neben dem Treppenhaus jeweils entlang der Nordfassade ein kleinerer Besprechungsraum liegt, finden sich im dritten Obergeschoss zwei große entlang der Südfassade gelegene Konferenzräume. Die Sanitärräume wurden durchgehend in allen Geschossen nördlich im direkten Bereich des Haupttreppenhauses untergebracht. In den rund 5 m breiten, hellen Mittelzonen der Geschosse sind zahlreiche Nutzungen untergebracht. Neben offenen Meetingflächen sind hier temporäre Arbeitsplätze für ein offenes Arbeiten, Kommunikationsbereiche sowie dienende Räumlichkeiten wie Druck- und Kopierflächen angelegt. Die Bürotrennwände zu den Mittelzonen bestehen aus Glas. Dadurch wird dieser Bereich mit ausreichend Tageslicht versorgt, und es entstehen Sichtbeziehungen zwischen den unterschiedlichen Arbeitssituationen, die die Kommunikation fördern. Die individuellen Büroräume sind als Rückzugsbereiche zum konzentrierten Einzelarbeiten gedacht. 22] Über kaskadenartig verlaufende Lufträume im Bereich der Mittelzone sind die Obergeschosse optisch und akustisch miteinander verbunden, so dass auch geschossübergreifend direkte Kommunikation stattfinden kann. Ein großzügiges Oberlicht im 3. Oberschoss lenkt das Tageslicht über diese Öffnungen bis in das 1. Obergeschoss. Die 2,30 m tiefen Balkone auf der Südseite der jeweiligen Büroebenen dienen nicht nur der sommerlichen Verschattung, sondern bieten mit ihrer punktuellen Begrünung und zahlreichen Sitzmöglichkeiten auch eine weitere Aufenthaltsfläche für die Mitarbeiter an. Insgesamt ist durch den Neubau ein Arbeitsumfeld entstanden, das den hohen Unternehmensansprüchen nach Offenheit, Kommunikation und Innovation gerecht wird. Brandschutz Büro für Brandschutz & Arbeitssicherheit, Attendorn Landschaftsarchitektur FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH, Düsseldorf Prof. Juan Pablo Molestina Molestina Architekten GmbH, Köln [Umrisse] Straßenansicht mit Werksanlage im Hintergrund © Adolf Bereuter Farbige Module Verwaltungsgebäude von marbeton in Aitrach Beispielhaft Seit fast einem Jahrhundert ist die in Aitrach im Landkreis Ravensburg ansässige marbeton Fertigteilbau GmbH in der Betonwaren- und Betonfertigteilproduktion tätig. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt auf der Erstellung schlüsselfertiger Gebäude in den Bereichen Infrastruktur, Energieversorgung und Sanitär sowie im konventionellen Industriebau mit sämtlichen Nebengewerken. In seinem eigenen Konstruktionsbüro entwickelt es jeweils individuelle kundenspezifische Lösungen, die dann von der technischen Betreuung bis hin zur Übergabe begleitet werden. [Umrisse] Da lag die Entscheidung nahe, das aus Platzgründen erforderliche neue eigene Verwaltungsgebäude gleichfalls als Systembau aus vorgefertigten Betonfertigteilen zu entwickeln. In intensiver Zusammenarbeit zwischen dem beauftragten Architekten, hauseigenen Fachplanern und dem Fertigungswerk wurde ein inno- vatives Bausystem aus Betonfertigteilen entwickelt, das zum einen die neuen Büroräume beherbergen sollte und zum anderen vor Ort für potentielle Kunden als Vorzeigebeispiel dafür stehen sollte, dass hochwertige, massive Gebäude zu einem günstigen Preis in kurzen Bauzeiten realisierbar sind. [23 Längsansicht von Hof und Parkplatz © Adolf Bereuter Prototypischer Systembau Der Bebauungsplan für das Werksgelände des Unternehmens gab den genauen Standort in der südöstlichen Grundstücksecke zwischen dem Oberhauser Weg, der Arealeinfahrt und dem östlich verlaufenden Wanderweg sowie die Abmessungen des Neubaus vor. Das Baufeld war mit 15 m x 30 m x 10 m definiert. Aus den örtlichen Gegebenheiten ergab sich die Nord-Süd-Orientierung des Baukörpers. Im Westen des Firmenareals befinden sich die Produktionsanlagen, um die herum eine große Betriebsamkeit herrscht, gegen Osten läuft das Gelände zum angrenzenden Wald hin aus. Eine direkte Umgebungsbebauung, die es zu berücksichtigen galt, war indes nicht vorhanden. Als Basis des Entwurfs diente ein von marbeton zu diesem Zeitpunkt neuentwickeltes flexibles Bauystem, das für den Verwaltungsbau adaptiert werden musste. Die Herausforderung lag daher darin, aus den hierfür gestalteten Modulen ein prototypisches Musterhaus zu gestalten, das diesen Anspruch klar verdeutlichte und dabei trotzdem die Erfordernisse administrativer Belange erfüllte. Grundidee des Systems ist die Konzentration der Nebenräume auf modulare Zellen, die die Versorgung des Gebäudes übernehmen und als eine Art Rückgrat mittig im Gebäude angeordnet werden. Horizontalerschließungen sind so geschossweise jeweils auf beiden Seiten möglich. Die umliegenden Bereiche können dann gemäß den Funktionen und dem Platzbedarf als offene Fläche oder Zimmer bzw., wie in diesem Fall, als Zellenbüros eingeteilt werden. Auch alle horizontalen und vertikalen Leitungsführungen für die Haustechnik sind in diesem Rückgrat angeordnet. Eingangsbereich Westfassade © Adolf Bereuter 24] [Umrisse] Südwestansicht © Adolf Bereuter Nordwestansicht © Adolf Bereuter Situation vor Ort In Aitrach bot das System die Möglichkeit, auf die spezielle örtliche Situation und die leichte Hanglage zu reagieren. Durch eine »Verschiebung« von Erd- zu Obergeschoss entstand auf der Westseite zum Werk hin ein großzügiger überdachter Eingangsbereich und im Obergeschoss auf der Ostseite eine komfortable Terrasse. Im Eingangsbereich des Erdgeschosses sind zwei Eingänge angeordnet: ein großer Haupteingang mit direktem Anschluss an das Foyer und den Empfang und der Nebeneingang für Fahrer und Lieferanten mit direktem Zugang zum Büro »Versand und Einkauf«. Bei größeren Veranstaltungen kann das Foyer als Vorhalle zu diesen genutzt werden. Die Besprechungsräume sind an der Nordseite angeordnet. Das abfallende Gelände in Ostrichtung ermöglichte die Anordnung der Sozialräume im Untergeschoss. Außerdem finden sich hier die Haustechnik und das Archiv sowie ein Server- und ein Messeraum. Ein zusätzlicher Eingang mit überdachter Vorfahrt auf dieser Ebene ermöglicht das direkte Beladen eines Pkws. Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, finden hier eine überdachte Abstellmöglichkeit sowie einen Spind und Duschen. Das Obergeschoss ist als reine Bürofläche konzipiert. Die flexible Struktur ermöglicht Einzel-, Doppel-, Dreier- und Viererbüros. Im »Rückgrat« sind Teeküche, WCs, ein Plotterraum und das Treppenhaus mit Lift angeordnet. Das Erd- und das Obergeschoss sind über einen Luftraum miteinander verbunden, der auch in die Mitte des Gebäudes Tageslicht bringt. Die Decken sind Betonfertigteile, die über Betonkernaktivierung die Heizung und Kühlung des Gebäudes übernehmen. Diese Niedrigtemperaturheizung ist sehr sparsam im Energieverbrauch und garantiert ein beständig angenehmes Raumklima. Zellenbüro © Adolf Bereuter [Umrisse] [25 Grundriss 2. Obergeschoss © Architekturbüro Jochen Specht Terrasse im 1. Obergeschoss © Adolf Bereuter Wandelemente Die Außenwände sind als vorgefertigte, innen und außen benutzungsfertige Wandmodule mit Sichtbetonoberflächen konzipiert. Grundriss 1. Obergeschoss © Architekturbüro Jochen Specht Raumzellen Die in einem Stück betonierten Raumzellen bilden als »Versorgungsmodule« zentral im Gebäude ein dienendes »Versorgungsrückgrat«. Grundriss Erdgeschoss © Architekturbüro Jochen Specht Decken Als Decken kommen Betonfertigteile, die über Betonkernaktivierung die Heizung und Kühlung des Gebäudes übernehmen, zum Einsatz. Ortbeton Alle erdanliegenden Bauelemente (Bodenplatte und UG-Wände) wurden in Ortbetonbauweise erstellt. Unter den Raumzellen dient ein Kriechkanal zur Leitungsführung. Längsschnitt © Architekturbüro Jochen Specht Querschnitt © Architekturbüro Jochen Specht 26] Tektonische Elemente © Architekturbüro Jochen Specht [Umrisse] Der Rohbau wurde vollständig aus Betonfertigteilen hergestellt. Die Außenwände sind beidseitig als nutzungsfertige Wandmodule mit Sichtbetonoberflächen und Kerndämmung konzipiert. Das statische Konzept des Bausystems beruht darauf, dass die Lasten über die mittigen Raumzellen sowie die Außenwände, in diesem Fall über die nord- und die südseitige Außenwand, abgetragen werden. Dadurch kann die Büroeinteilung nichttragend mit Leichtbauwänden ausgeführt werden. Der Eingangsbereich der Westfassade sowie das Untergeschoss der Ostfassade konnten deshalb als geschosshohe Verglasungen gestaltet werden. Die Außenwand der beiden längsseitigen Fassaden wurde aus Großtafeln konstruiert. Die unterschiedlichen Betonstrukturen bzw. -farbigkeiten erzeugen ein individuelles Bild und ermöglichen dem Unternehmen, das Produkt in seiner Vielfalt zu präsentieren. Je nach Tageszeit werden die Fassaden zusätzlich über verschiebbare Sonnenschutzelemente belebt. Durch den hohen Vorfertigungsgrad konnte das Gebäude in kürzester Zeit errichtet werden. Treppenhaus © Adolf Bereuter Dipl.-Ing. Jochen Specht, Architekt Architekturbüro Jochen Specht, Dornbirn/Österreich [Umrisse] Bauherr marbeton Fertigteilbau GmbH, Aitrach/Deutschland Heizung, Klimatechnik, Lüftung, Sanitär (HKLS) KTO engineering GbR, Bad Grönenbach/Deutschland Architekt Architekturbüro Jochen Specht, Dornbirn/Österreich Technische Ausrüstung (ELT) Kettner & Baur GmbH, Memmingen/Deutschland Tragwerksplanung marbeton Fertigteilbau GmbH, Aitrach/Deutschland Brandschutz Dipl.-Ing. Reiner Krebs, Immenstadt/Deutschland [27 Historische Abfüllanlage mit ergänzenden Bauten und umbautem Bestand © BIG Eingebettete Erlebniswelt Future Factory in San Pellegrino Terme von BIG Von Drachen und Thermen Das Val Brembana in der Provinz Bergamo verdankt seinen Namen dem es durchquerenden Fluss Brembo. Inmitten der malerischen Landschaft dieses langgezogenen Tals lag über viele Jahrhunderte ein relativ unbedeutendes Dorf namens San Pellegrino. Ursprünglich einem historisch nicht ganz verbürgten Bischof gleichen Namens geweiht, der der Heiligenlegende nach im 1. Jahrhundert die dortige Landschaft von einem tyrannischen Drachen befreit haben soll, erlebte der Ort mit der Entdeckung seiner Thermalquellen um die Mitte des 19. Jahrhunderts einen rasanten Aufschwung. Entlang dem Flussufer entstand in kurzer Zeit eine mondäne Bäderwelt. Ende des Jahrhunderts wurde das Heilbad, mittlerweile als San Pellegrino Terme international bekannt, um seine bis heute das Erscheinungsbild maßgeblich prägenden großen Hotelanlagen im Jugendstil erweitert. 28] In dieser Zeit erfolgte auch die Gründung des heute für sein Mineralwasser weltweit bekannten Getränkeherstellers gleichen Namens, der mittlerweile als Sanpellegrino S.p.A. zum Nestlé-Konzern gehört. In einer langen Flussbiegung unterhalb des Ortes auf dem mit der Zeit erweiterten Werksgelände erfolgt seit nunmehr 120 Jahren die Abfüllung des in die Welt versendeten Nasses in den klassisch grünen Flaschen, auf denen das Label mit dem roten Stern prangt. Und hier, an historischer Stelle, will sich das Unternehmen mit einem weitgreifenden Umbau ebendieses Areals für die Zukunft aufstellen. Dafür wurde 2016 ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben, der eine Umgestaltung des Bereichs der Abfüllanlage als Aufgabe hatte. [Umrisse] Aufsicht mit erleuchteten Neubaubereichen (Simulation) und flussabwärtiger Erlebniswelt © BIG Bögen, Berge, Brücken Gefordert war ein Entwurf, der neue Standards im Hinblick auf Effizienz und Nachhaltigkeit setzen, eine optimale Arbeitsumgebung schaffen, ein neues Besucherzentrum samt Erlebniswelt bieten und darüber hinaus eine starke künstlerische Vision aufweisen sollte, um dem Tal, dessen Bäderbetrieb über viele Jahre rückläufig gewesen ist, eine neue Touristenattraktion, eine sogenannte architektonische Landmark, und dem Unternehmen ein aufsehenerregendes marketingträchtiges Signet zu geben. Tal mit Fabrik und neuen Zufahrtswegen © BIG [Umrisse] In diesem Wettbewerb konnte sich Bjarke Ingels, Gründer des dänischen Architekturbüros BIG (Bjarke Ingels Group) aus Kopenhagen, in der zweiten Runde mit seinem kraftvollen Entwurf gegen die Vorschläge von MVRDV (Rotterdam), Snøhetta (Oslo), und gegen das von Michele De Lucchi geführte, in Mailand ansässige Büro aMDL durchsetzen. Zentrales Element seines Entwurfs ist das Bogenmotiv, mit dem er die bestehenden Anlagen und Verwaltungsbauten umgibt und zu einer fast archaisch wirkenden Erlebniswelt zusammenfasst, die, aus der umgebenden Landschaft des BrembanaTals und den für sie typischen Bergrücken und Brücken abgeleitet, sie neu in Szene setzt. Bögen in der Landschaft: neue Zuwegung zur Anlage © BIG [29 Werksgelände Bestand © BIG Lageplan © BIG Werksgelände mit Neubauten (Rot: Bauwerke/Blau: Erschließungen) © BIG Ansicht Nord © BIG Grundriss Erlebniswelt © BIG Dachaufsicht Erlebniswelt © BIG Längsschnitt © BIG 30] [Umrisse] Impressionen aus der Erlebniswelt © BIG Diese in rauem Sichtbeton geplanten Bögen fügt er zu Arkaden zusammen, die sich im Wechselspiel erweitern und verjüngen und dadurch eine Vielzahl an sehr unterschiedlichen Räumen schaffen: fast majestätisch anmutende Gewölbe, überdachte Tunnel, Bogengänge und grüne Pergolen, die immer wieder den Blick auf den Fluss und die Bergwelt freigeben. [Umrisse] Arkade, Viale, Piazza und Portikus, die klassischen, im Formenkanon des italienischen Städtebaus seit Jahrhunderten verankerten strukturierenden Gestaltungselemente, erschaffen so inmitten der Landschaft eine gleichzeitig eigenartig fremd und vertraut wirkende Welt. Großzügige Glasflächen an der Außenseite der Fabrik sollen symbolisch an die verschiedenen physikalischen Zustände des Wassers erinnern. Und auch im Inneren verwischen die Grenzen. So scheinen die Arbeitsbereiche und das Besucherzentrum – die Erlebniswelt – ineinander überzugehen. [31 Piazza mit Modell und Zugang zur Abfüllanlage (links) sowie zur Erlebniswelt (rechts) © BIG Weg des Wassers Auf der erhöhten und über eine Treppenanlage erschlossenen Piazza, im Mittelpunkt der insgesamt 17.500 m2 großen Anlage wird ein riesiges, der Natur nachempfundenes Modell stehen, das die unglaubliche, 30 Jahre dauernde Reise veranschaulicht, die das als Schnee auf den Bergen niederfallende Wasser durch die Gesteinswelt nimmt, bevor es mit Mineralien angereichert in den Quellen des Ortes ankommt. Einen weiteren sehr wichtigen Aspekt im Zuge der Umbauplanungen stellte die Belegschaft dar. Abfüllanlage (Bestand) mit Erweiterung im Hintergrund © BIG 32] Eingangsbereich zur Erlebniswelt © BIG So werden nicht nur alle Büros und Umkleideräume komplett renoviert, sondern die Mitarbeiterzufriedenheit soll zusätzlich durch einen neuen Pausenbereich sowie ein betriebseigenes Fitnesscenter gestärkt werden. Hinzu kommen zusätzliche Produktionsflächen von rund 2.800 m2, um im zukünftigen Werk ausreichende Kapazitäten für die prognostizierte Produktionssteigerung der kommenden Jahre zu haben. Übergang Bestand (rechts) und Erweiterungsbau mit Mitarbeiter-Fitnesscenter (links) © BIG [Umrisse] Auch den eigenen Ansprüchen an Nachhaltigkeit und Umweltschutz will das Unternehmen mit diesem Großprojekt nachkommen. So sollen ein neues Straßensystem und eine gleichfalls neue Zugangsbrücke zur Anlage den Schwerlastverkehr durch das bewohnte Zentrum reduzieren. Diese Brücke, die auch Fußgängern zugänglich ist, wird gleichzeitig talseits als signethaftes, sprichwörtliches Eingangstor in die San-Pellegrino-Welt dienen. Außerdem sind Photovoltaikmodule, Systeme mit hoher Energieeffizienz und Wasserrückgewinnungssysteme geplant, die den Gesamtwasserverbrauch stark reduzieren sollen. Einbezogen in die Umgestaltung ist der weitere Standort des Unternehmens im ca. 7 km entfernten Zogno, der über eine Bahntrasse mit San Pellegrino Terme verbunden ist, die seit vielen Jahren ein wichtiger Teil der Transportlogistik des Konzerns ist. Die Grundsteinlegung erfolgte im September 2019, exakt dem Jahr des 120-jährigen Gründungsjubiläums, die große Eröffnung ist für 2022 geplant. Die Kosten für das Gesamtprojekt inklusive aller Bauarbeiten, der Systeme für die Abteilungen Produktion und Logistik sowie der Neugestaltung und Erweiterung der Fabrik werden aktuell auf 90 Mio. Euro geschätzt. Nach den Wünschen von Bjarke Ingels soll die Anlage nach ihrer Fertigstellung so wirken, als sei sie ein natürlicher Bestandteil der Landschaft und schon immer dagewesen. Inwieweit die teilweise sehr poetischen Eindrücke der aus dem Büro stammenden Computeranimationen sich dann wiederfinden lassen, wird die Zeit zeigen. Roger Skade Fachjournalist, Frankfurt am Main Bauherr Sanpellegrino S.p.A., Mailand/Italien Entwurf BIG Bjarke Ingels Group, Kopenhagen/Dänemark Tragwerksplanung sbp gmbh, Stuttgart/Deutschland Piazza als Treffpunkt © BIG [Umrisse] [33 Die Zukunft der HOAI Baurecht ] Ein Ausblick auf zu erwartende gesetzliche Entwicklungen Vorbemerkung 2. Vorschlag: Keine Mindestsätze, keine Höchstsätze Am 04.07.2019 entschied der Europäische Gerichtshof, dass die verbindlichen Mindest- und Höchstsätze in der HOAI 2013 gegen die Dienstleistungsfreiheit im europäischen Binnenmarkt verstoßen. Seitdem ist die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, das nationale Preisrecht der HOAI 2013 europarechtskonform auszugestalten. Dieser Verpflichtung kommt die Bundesrepublik Deutschland nach. Die erforderlichen Gesetzgebungsverfahren sind angestoßen. Obwohl die Diskussion innerhalb der Gesetzgebungsorgane erst beginnt, sind die folgenden gesetzlichen Entwicklungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erwartbar: – Auch zukünftig wird es eine Honorarordnung für Architekten und Ingenieure geben; – die zwingende Festlegung von Mindestsätzen und Höchstsätzen, innerhalb derer sich das Honorar von Architekten und Ingenieuren im Anwendungsbereich der Honorarordnung bewegen darf, wird der Vergangenheit angehören; – das Honorar wird frei vereinbar sein. a) Die aktuelle Rechtslage Im Gesetz zur Regelung von Ingenieur- und Architektenleistungen in der aktuell geltenden Fassung ist vom Gesetzgeber als zentraler Inhalt und herausgehoben angeordnet, dass in der Honorarordnung Mindest- und Höchstsätze festzusetzen sind. Nur in Ausnahmefällen soll durch schriftliche Vereinbarung ein Mindestsatz unterschritten werden können, und nur bei außergewöhnlichen oder ungewöhnlich lange dauernden Leistungen dürfen die Höchstsätze überschritten werden. Die Mindestsätze gelten als vereinbart, wenn im Planervertrag nicht etwas anderes wirksam schriftlich vereinbart wurde. Mit diesen gesetzlichen Preisanordnungen im Anwendungsbereich der HOAI leben die Architekten und Ingenieure, die Bauwirtschaft und die vergebende öffentliche Hand seit vielen Jahren. Diese gesetzlichen Preisanordnungen sind seit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 04.07.2019 jedoch obsolet. b) Der Änderungsvorschlag In der novellierten Ermächtigungsgrundlage zum Erlass einer geänderten HOAI ist von dieser gesetzlichen Vorgabe, Mindestund Höchstsätze festzusetzen, keine Rede mehr. Zukünftig soll das Honorar der Architekten und Ingenieure frei vereinbart werden können. Mit der im Referentenentwurf vorgeschlagenen Ermächtigungsgrundlage werden nur noch das inhaltliche Regelungsprogramm der HOAI, die Grundlagen und Maßstäbe vorgegeben, an denen sich die Berechnung der Honorare für die in der Verordnung erfassten Tätigkeiten orientieren kann. Wörtlich § 1 Abs. 1 (neu) Referentenentwurf: »Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates eine Honorarordnung für Leistungen der Architekten und Ingenieure zu erlassen und folgendes zu regeln: 1. Die Grundlagen und Maßstäbe zur Berechnung von Honoraren, 2. Honorartafeln zur Honorarorientierung für Grundleistun gen, auch in Abgrenzung zu Besonderen Leistungen, 3. eine Regelung zur Höhe der Honorare für Grundleistungen für den Fall, dass keine Honorarvereinbarung getroffen wurde, 4. die bei der Honorarvereinbarung einzuhaltende Form und zu beachtende Hinweispflichten, 5. die Fälligkeit der Honorare.« Dabei bewegt sich der Referentenentwurf ausdrücklich innerhalb der hergebrachten Berechnungsmethoden und Honorargrundlagen für die Ermittlung des Planerhonorars. Für die Neugestaltung der HOAI auf der Basis einer auf den Referentenentwurf geänderten Ermächtigungsgrundlage ist deswegen keine wesentliche Abweichung von der bewährten Ordnung nach Leistungsbildern, innerhalb der Leistungsbilder nach Leistungsphasen und Grundleistungen/Besondere Leistungen, und ebenfalls keine Abweichung von der bewährten Honorarermittlung nach Honorartafeln, anrechenbaren Kosten, Zuschlägen und Abschlägen nach der Methode der linearen Interpolation zu erwarten. 1. Aktueller Verfahrensstand Autor Am 05.06.2020 wurde aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ein Referentenentwurf an zu beteiligende Fachkreise und Verbände zur Stellungnahme verschickt. In einem ersten Schritt des Gesetzgebers soll die Ermächtigungsgrundlage zum Erlass einer Honorarordnung für Ingenieur- und Architektenleistungen geändert werden. In einem zweiten Schritt ist die Honorarordnung selbst nach den Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs zu bearbeiten. Mit dem Referentenentwurf aus Juni 2020 liegt ein Vorschlag nur für den ersten Schritt, also für die Änderung der Ermächtigungsgrundlage vor. Ein Referentenentwurf ist im Gesetzgebungsverfahren die Vorstufe zu einem Regierungsentwurf und wird regelmäßig durch ein Bundesministerium auf Referatsebene erarbeitet. Bis ein Referentenentwurf der Bundesregierung zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt wird (Kabinettsvorlage), sind mit Verbänden, Fachkreisen und anderen Ministerien erarbeitete Abstimmungsergebnisse zu berücksichtigen. Der vorliegende Referentenentwurf eines »Gesetzes zur Änderung des Gesetzes zur Regelung von Ingenieur- und Architektenleistungen« ist somit nur sehr vorläufig. Gleichwohl deutet sich eine grobe Richtung an, wie die HOAI der Zukunft aussehen könnte. In der geänderten Ermächtigungsgrundlage für den Erlass der neuen HOAI werden die normativen Eckpfeiler und die Grundstrukturen des neuen Preisrechts festgelegt. 34] Prof. Dr. Gerald Süchting Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, Süchting Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB, Berlin [Umrisse] 3. Keine Änderung: Preisermittlung bei geänderten oder zusätzlichen Planungsleistungen Das aktuell geltende Recht der Preisanpassung bei Änderungsanordnungen des Auftraggebers im Planervertrag wird im Referentenentwurf inhaltlich nicht angetastet oder geändert. Die gesetzliche Anpassungsregelung im § 650 q Abs. 2 BGB soll lediglich verkürzt werden (redaktionelle Änderung). Mit dem (nicht mehr ganz so) neuen Bauvertragsrecht wurde ab dem 01.01.2018 in den §§ 650 p bis 650 t BGB der Architektenvertrag und Ingenieurvertrag im Werkvertragsrecht gesondert ausgestaltet. Erstmals wurde das Recht des Auftraggebers zur Änderung (1.) des vereinbarten Planungserfolgs oder (2.) der Planungsleistung, welche zur Erreichung des vereinbarten Planungserfolgs notwendig ist, gesetzlich geregelt, § 650 q Abs. 1 in Verbindung mit § 650 b Abs. 1 und 2 BGB. a) Vergütungsanpassung bei Leistungen, welche von der HOAI 2013 erfasst werden Für die Vergütungsanpassung nach Änderungsanordnung ist nach der aktuellen Rechtslage die Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Architekt/Ingenieur maßgeblich. Falls im Falle einer Änderungsanordnung des Auftraggebers keine Einigung über die Vergütungsanpassung erzielt werden kann, dann ist es dem Planer nach der gesetzlichen Regelung möglich, auf die Entgeltberechnungsregeln der HOAI 2013 zurückzugreifen, soweit die geänderten Leistungen von HOAI 2013 erfasst werden, § 650 q Abs. 2 BGB. Das gesetzlich geregelte »Nachtragswesen« ist in der HOAI 2013 im Schwerpunkt in § 10 Abs. 1 (geänderter Umfang der beauftragten Leistung) und in § 10 Abs. 2 (Wiederholung von Grundleistungen) zu finden und gibt den Vertragsparteien einen nachvollziehbaren und verlässlichen Rahmen zur Ermittlung des angepassten Honorars. Es ist abzuwarten, ob diese gesetzlichen Nachtragsregeln in eine neue europarechtskonforme HOAI übernommen werden. Möglich wäre dies, denn diese Nachtragsregeln wurden vom Verdikt des Europäischen Gerichtshofs vom 04.07.2019 nicht erfasst. [Umrisse] Dieses Regelungskonzept wäre nach dem Referentenentwurf grundsätzlich beizubehalten. Eine Frage bleibt indes offen – der Neuformulierung von § 650 q Abs. 2 BGB und der Begründung des Referentenentwurfs ist nicht zu entnehmen, wie verbindlich die Verweisung auf eine neue HOAI für die Vertragsparteien sein wird, wenn in der neuen HOAI keine Mindest- und keine Höchstsätze mehr festgesetzt werden. Bedeutet dann der Verweis auf die Entgeltberechnungsregeln der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure die freie und gesetzlich ungebundene Verhandlung über das angepasste Honorar? Dies ist erkennbar im Referentenentwurf nicht gewollt und müsste klargestellt werden. b) Vergütungsanpassung bei Leistungen, welche von der HOAI 2013 nicht erfasst werden Werden die geänderten Leistungen von der HOAI 2013 nicht erfasst, dann ist das Honorar frei vereinbar. Können sich die Vertragsparteien nicht einigen, dann ist das neue Honorar nach den tatsächlich erforderlichen Kosten mit angemessenen Zuschlägen für allgemeine Geschäftskosten, Wagnis und Gewinn zu ermitteln, § 650 c Abs. 1 BGB. Die Vertragsparteien schauen also bei der Ermittlung eines angepassten Honorars auf die »tatsächlich erforderlichen Kosten« (Einzelkosten der Planungsleistung, wie zum Beispiel Personal, Subplanerleistungen und Nebenkosten der Planungsleistung) und die angemessenen Zuschläge, wenn es um die Ermittlung der angepassten Vergütung geht. Auch dies Konzept wird im Referentenentwurf nicht geändert. Im § 650 q Abs. 2 Satz 2 (neu) BGB wird bei der Neuformulierung jedoch einfacher und klarer auf die Kalkulationsregel des § 650 c BGB verwiesen. Es ist in diesem frühen Verfahrensstadium naturgemäß nicht zu erwarten, dass der Referentenentwurf mit dem Bearbeitungsstand 20.05.2020 unverändert von der Bundesregierung in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht wird. Dabei steht der Referentenentwurf nicht insgesamt zur Disposition. Die im Referentenentwurf verfolgte Leitlinie für eine neue HOAI ist vom Europäischen Gerichtshof vorgeprägt und wird vom nationalen Gesetzgeber nicht geändert werden können. Sicher ist, dass es in einer neuen HOAI keine Mindestsätze und keine Höchstsätze mehr geben wird. Aus den ansonsten sehr vorsichtigen Änderungsvorschlägen, welche sich im Referentenentwurf auf die Ermächtigungsgrundlage zum Erlass einer neuen HOAI beziehen, lässt sich entnehmen, dass bei der neuen HOAI die hergebrachten Berechnungsmethoden und die hergebrachten Honorargrundlagen voraussichtlich nicht oder nur sehr vorsichtig geändert werden. Das Preisrecht wird also nicht völlig neu erfunden, auch wenn die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 04.07.2019 die Rechtsprechung und Literatur zum Thema Mindest- und Höchstsätze in Altpapier verwandelte. [Baurecht Bemerkenswert ist die Formulierung, dass die Honorartafeln nunmehr nur noch zur »Honorarorientierung dienen«, aber keinen zwingenden gesetzlichen Preisrahmen mehr vorgeben sollen. Ziel sind die Transparenz der Honorarkalkulation und die Vergleichbarkeit verschiedener Angebote bei gleichen Leistungen. Den Auftraggebern (und insbesondere der öffentlichen Hand) soll in den privaten und öffentlichen Vergabeverfahren und in den Vertragsvereinbarungen ermöglicht werden, auf die Grundlagen der HOAI Bezug zu nehmen. Dies erleichtert bei nationalen und europaweiten Ausschreibungen die Bewertung eingehender Angebote im Kriterium »Preis«. Das nach der HOAI (neu) zu ermittelnde Honorar hätte die Funktion einer gesetzlich unverbindlichen (da von den Vertragsparteien nicht durchsetzbaren) Preisnorm, an welcher verschiedene Honorarangebote zu messen sind, auch wenn diese nach abweichenden Berechnungsmethoden (z. B.: Pauschalhonorare; auf den Zeitaufwand bezogene Honorare) ermittelt wurden. Mit den Honorartafeln in einer neuen HOAI werden Honorarspannen angegeben, welche wirksam unteroder überschritten werden können, soweit kein vergaberechts- oder wettbewerbswidriges Preisdumping bzw. eine sittenwidrige Preisüberhöhung festzustellen ist. Prof. Dr. Gerald Süchting [35 BIM muss das Spielfeld der Planung verlassen Digitale Datenmodelle für die Lebenszeit der Bauwerke Vorbemerkung Ansatzpunkte Ein Bauwerk ist ein Unikat, an dessen Errichtung viele Beteiligte mitwirken. In diesem Prozess entsteht eine breite Vielfalt an Informationen. Diese werden in Plänen, Erläuterungsberichten, Gutachten, statischen Berechnungen und vielem mehr von Experten in verschiedenen Datenformaten niedergeschrieben. Baugeschichtlich hat sich die Zeichnung als ein sehr starkes Dateiformat etabliert. Durch die Entwicklung des CAD wurde diese in ein numerisches Datenformat gewandelt, auch wenn der Betrachter sich dessen nicht immer bewusst ist. 36] Daten der Erstellungsphase unterteilen sich in Planungsdaten, die das »Bau-Soll« beschreiben, und Baudaten, die das »BauIst« dokumentieren. Der wirtschaftliche und technische Erfolg eines Projekts hängt stark von der Qualität der Informationsverarbeitung ab. In der Praxis der Planung gibt es zahlreiche Punkte, bei denen die Informationsverarbeitung bzw. -bereitstellung nicht optimal funktioniert, wie zwei Beispiele verdeutlichen. In modernen Gebäuden fungieren beispielsweise Decken als multifunktionale Bauteile. Sie erfüllen nicht nur statische Funktionen, sondern werden als Bestandteil der Haustechnik für die Bauteiltemperierung oder als Ebene für Elektroinstallationen genutzt. An ihrer Planung wirken unterschiedliche Fachplaner und Ausführende mit. Damit keine funktionale Anforderung durch eine andere gestört wird, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den Experten notwendig. Die Ergebnisse finden sich jedoch häufig in verschiedenen Dokumenten. Dies ist für die Umsetzung allein aus Gründen der Übersichtlichkeit auch richtig, die Planung könnte jedoch verbessert werden, wenn sie in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung stattfinden würde. Eine integrale Darstellung aller Daten würde Schnittstellenfehler minimieren. Trotzdem »hosten« viele Fachplaner ihre Daten immer noch in unterschiedlichen Datenräumen. Beim Bau werden aus Planungsdaten reale Werte, die durch zusätzliche Daten aus der Herstellung ergänzt oder modifiziert werden. Diese Daten sind für den weiteren Betrieb der Bauwerke relevanter als die Planungsdaten, da sie das Gebaute abbilden. Dies lässt sich am einfachen Beispiel eines Stahlbetonfundamentes verdeutlichen. Es gibt einen Schalplan, in dem die Geometrie dargestellt ist, einen Bewehrungsplan mit Angaben zu den Baustoffen und die statische Berechnung, mit Angaben zu den Randbedingungen. Zusätzlich geben Bodengutachten Hinweise auf die zu erwartenden Bodenverhältnisse. All dies sind Planungsdaten. Baudaten sind die tatsächlich angetroffenen Bodenverhältnisse, die tatsächliche Bauumsetzung und die Dokumentation der eingebauten Baustoffe. Diese Daten finden sich in den Abnahmeprotokollen und den Lieferscheinen der Bauakten. Werden in der Lebensdauer des Objekts für Umbauten Informationen über das Fundament benötigt, ist oft eine aufwendige Recherche notwendig, um die Daten zusammenzuführen. Daten werden aber nicht nur in der Planungs- und Bauzeit generiert. An Bauwerken finden fortdauernd Veränderungen statt. Diese können sowohl vom Nutzer veranlasste Umbauten als auch auftretende Schäden sein, die instand gesetzt werden müssen. Auch für diese Maßnahmen erfolgen eine Planung sowie deren bauliche Umsetzung, die beide mit dem gleichem Aufwand wie ein Neubau dokumentiert werden. Hierfür werden aber neue Dokumente erstellt, die neben den Bestandsunterlagen existieren, anstatt die vorhandene Datengrundlage »fortzuschreiben«. Viele Planerinnen und Planer haben sich schon mit der Aufgabe konfrontiert gesehen, aus unterschiedlichen Aktenbergen die aktuellen Planungsgrundlagen zu Autor Ein beliebtes Verkaufsargument für CADSoftware lautet »BIM-ready«. Es ist ohne Einschränkung richtig, dass moderne Software, seien es CAD-, Ausschreibungsoder Berechnungsprogramme, so entwickelt werden müssen, dass eine BIM-Planung mit ihnen möglich ist. Von besonderer Bedeutung dabei ist der Austausch von Planungsmodellen über Softwaregrenzen hinaus, damit Planerinnen und Planer verschiedene fachspezifische Inhalte koordinieren können. Bei entsprechend ausgereifter Technik können Planungsprozesse automatisiert werden, wodurch die Anzahl der Fehler, die aus undefinierten Schnittstellen zwischen den am Bau Beteiligten resultieren können, erheblich minimiert wird. Im Idealfall erhält die Bauherrschaft dann genau das, was sie sich wünschte, und die Planergemeinschaft hat weniger Probleme. In Summe ist der Ansatz technisch anspruchsvoll, für die Digitalisierung des Bau- und Immobiliensektors stellt er jedoch nur einen ersten Schritt dar. Weitere müssen dringend folgen. Denn häufig ist es heute noch so, dass eine BIM-Planung digital erfolgt, die Bauherrschaft zur Übergabe dann aber die ausgedruckten Pläne erhält, welche ins Archiv wandern. Der »digitale Umbruch« ist erst eingetreten, wenn es eine über den Planungsprozess hinausgehende Nutzung der digitalen Bauwerksdaten gibt, wie die nachfolgenden Ausführungen aufzeigen. Dr.-Ing. Markus Hennecke Prüfingenieur für Baustatik, Fachbereich Massivbau, Geschäftsführender Gesellschafter Zilch + Müller Ingenieure GmbH, München [Umrisse] extrahieren. Dies ist immer mit hohen Kosten verbunden, die noch größer werden, wenn die »Aktenlage« vor der baulichen Umsetzung nicht eindeutig geklärt werden kann und während des Bauens Mehraufwand entsteht. Auch wenn bei Planenden und Ausführenden der Bauprozess selbst im Fokus steht, sollte nicht vergessen werden, dass das eigentliche Ziel des Aufwands die Nutzung des Bauwerks ist. In diesem Nutzungsprozess entstehen wiederum große, wenngleich sehr andere Datenmengen, die aus technischen, kaufmännischen und juristischen Prozessen resultieren. Die Daten werden aber nur selten mit den baulichen Daten zusammengeführt. Wie sieht die Planungswelt heute aus? – Daten werden von unterschiedlichen Stakeholdern generiert – Daten sind an verschiedenen Stellen hinterlegt – Daten werden digital oder analog abgelegt – Daten werden in statischen Formaten abgelegt – Daten werden nur selten systematisch ausgewertet Die tägliche Erfahrung zeigt, dass hier noch ein positives Bild gezeichnet ist. Praktiker wissen, dass in vielen Fällen für Objekte wenige bis keine Daten existieren. Der Grund liegt einerseits darin, dass die am Bau Beteiligten die Daten nicht genügend aufbereiten oder zur Verfügung stellen, und andererseits an der vielfach noch geringen Wertschätzung der Eigentümer für Daten ihrer Objekte. Und dies betrifft bei weitem nicht nur Altbauten. Perspektiven Werden Daten zusammengeführt und intelligent ausgewertet, entstehen mehr Informationen, und das Wissen nimmt zu. Daher ist es für ein wirtschaftliches und ressourcenschonendes Handeln beim Bau und im Betrieb von Bauwerken sowie für die Kommunikation über die Bauwerke förderlich, wenn Daten systematischer verarbeitet werden. Die Digitalisierung der Datenhaltung gibt neue Möglichkeiten. Diese ist die Grundlage für das Building Information Management (BIM). Da Daten abstrakt sind, ist es für die menschliche Auffassung sehr förderlich, diese zu visualisieren. [Umrisse] Eine Datenquelle – Nutzergerechte Ansichten © Zilch + Müller Ingenieure GmbH Die dreidimensionale Darstellung überführt, um Bauteildaten ergänzt, die meist abstrakte zweidimensionale Darstellung, die in vielen Fällen nur von Experten lesbar ist, in eine allgemein verständliche Form. Oft dargestelltes Ziel der BIM-Methode ist es, durch ein integratives Planungsmodell Schnittstellen zu vereinfachen und Prozesse zu automatisieren. Die Fokussierung auf die Planung, wie sie vielfach anzutreffen ist, engt das Ziel jedoch zu sehr ein. Um die Digitalisierung voranzutreiben, müssen Eigentümer und Nutzer stärker in das Zentrum der Betrachtung rücken, denn letztendlich sind sie diejenigen, für die die Daten langfristig relevant sind. Im Prinzip bilden sorgfältig aufbereitete Daten ebenso wie der Grundstückswert und die verwendeten Baustoffe und -techniken Teil des Werts eines Objekts. Sie stellen die Grundlagen für wirtschaftliche und technische Entscheidungen dar. Die Baubranche sollte diesen Mehrwert für den Kunden künftig in den Vordergrund stellen. Als langfristige Vision sollten alle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Bau und dem Betrieb eines Objekts auf der Grundlage eines Datenmodells stattfinden, das mit Beginn der Planung erstellt wird, über den Zeitraum der Nutzung fortgeschrieben und nach einem möglichen Rückbau sogar in die Staats- oder Stadtarchive, zumindest in Teilen, die für die Nachwelt von Interesse sind, aufgenommen werden kann. Dieses Datenmodell ist der »digitale Zwilling«. Eine digitale zentrale Datenhaltung sollte, wie häufig gefordert, Common Data Environment ermöglichen. Dieser Ansatz ist grundsätzlich richtig, darf jedoch nicht als Filesystem verstanden werden, in das verschiedene Datenformate (Dokumente, Pläne etc.) abgelegt werden. Eine solche Datenbank muss mehr können. In ihr würde dann nicht nur eine Datei mit einem geometrischen Modell abgelegt, sondern es lägen die Daten vor, anhand deren sich verschiedene Programme die Modelle mitsamt den zugehörigen Attributen generieren können. Aus Daten generierte graphische Objekte © Zilch + Müller Ingenieure GmbH [37 Lese- und Schreibzugriff über Jahrzehnte © Zilch + Müller Ingenieure GmbH Der Weg dahin In diesem Modell sind dann nicht nur alle baulichen Daten integriert, sondern auch jene aus technischen, kaufmännischen und juristischen Vorgängen jeder Art. Daten sind dabei – wenn möglich – sowohl bauteilbezogen als auch objekt- oder prozessbezogen abzuspeichern. Es ist offensichtlich, dass dabei aus Gründen der Sicherheit und der Praktikabilität ein selektiver Zugang für verschiedene Stakeholder gewährleistet sein muss. Der Tragwerksplaner benötigt andere Daten als der Schlüsseldienst für die Ergänzung der Schließanlage. Auf Daten greifen verschiedene, der Nutzung angepasste Softwareprogramme zu. Sie sind quasi die Editoren für die Daten. Softwareprogramme für BIM, in vielen Fällen aus CAD-Software entwickelt, sind eine Gruppe für die Bearbeitung des digitalen Zwillings. Es werden zukünftig aber auch Programme benötigt, mit denen ohne großes Expertenwissen virtuelle Modelle der Objekte betrachtet werden können. Weiterhin gibt es Anwendungsfälle, in denen nur die Auswertung numerischer Daten ohne einen graphischen Zugang von Interesse ist. Es wird heute und in Zukunft nicht möglich sein, abschließend zu beschreiben, welcher Stakeholder in welcher Form auf die Daten im Laufe der Lebenszeit eines Objekts zugreifen wird. Die angelegte Struktur der Daten muss deshalb für jede Zugriffsmöglichkeit offen sein. 38] Viele Elemente des beschriebenen Datenmanagements werden in anderen Industriezweigen schon länger angewendet. Warum also hängen die Immobilien- und die Bauwirtschaft hinterher? Die Gründe sind vielfältig. Sie liegen einerseits in der wirtschaftlichen und organisatorischen Struktur des Sektors und anderseits in der hohen Komplexität der Projekte. Die Anzahl von Bauteilen und die Bandbreite der Anforderungen sind um ein Vielfaches größer und komplexer als beispielsweise in der Autoindustrie. Hinzu kommt die im Gegensatz zur Automobilindustrie unvergleichlich längere »Lebensdauer«. Daraus folgen weitgehende Anforderungen: 1. Robustheit Der digitale Zwilling muss über die gesamte Lebensdauer des Bauwerks (50–100 Jahre) verfügbar sein. Die traditionelle Methode der Bestandspläne erfüllt diese Forderung bei richtiger Pflege und Aufbewahrung. In der digitalen Welt bedeutet die Forderung, dass der Zugriff auch von digitalen Endgeräten aus möglich sein muss, die heute noch unbekannt sind. 2. Dynamik Der digitale Zwilling muss ständig fortgeschrieben werden können. Dazu gehören sowohl manuelle Dateneingaben als auch automatische Datenerfassung aus Sensorik. 3. Erweiterbarkeit Es ist nicht absehbar, welche Anforderungen in Zukunft gestellt werden. Infolge technologischer Entwicklungen werden auf den digitalen Zwilling Aufgaben zukommen, die zum Zeitpunkt der Erstellung noch nicht bekannt sind. 4. Barrierefreiheit Auf die Daten, die im digitalen Zwilling vorgehalten werden, muss der Zugriff von verschiedenen Softwaresystemen aus möglich sein. Für die Lebensdauer des Objekts ist die Forderung selbstredend. Aber auch in der beschränkten Zeit der Planung ist der Ansatz, dass alle Planer mit derselben BIM-Software arbeiten müssen, nicht zielführend. Er erleichtert unter Umständen die Kollaboration, aber für die verschiedenen Gewerke ist es wichtiger, die jeweils technisch optimale Software einzusetzen. 5. Zugriffskontrollen Der Zugriff auf den digitalen Zwilling muss in Abhängigkeit von Verantwortlichkeiten über Rechte gesteuert werden. Einige dieser Forderungen mögen zur Resignation führen, da die Umsetzung heute noch nicht absehbar ist. Es wird Übergangszeiten geben, in denen nur Teile erbracht werden können und verschiedene Systeme parallel laufen. Je schneller die Entwicklung aber voranschreitet, desto eher werden sich die gewünschten Erfolge einstellen. Die Entwicklung wird wirtschaftliche Impulse auslösen. Je offener sie angelegt ist, umso mehr Unternehmen werden sich an der Entwicklung beteiligen. Über diesen Ansatz kann eine Start-up-Szene entstehen. Das gibt Impulse für die Digitalisierung der Bauwirtschaft. Die Initiativen der Bundesregierung zum BIM (Stufenplan Digitales Planen, Bauen und Betreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale BIM) oder das nationale Kompetenzzentrum des Bundes mit planen-bauen 4.0 (www. planen-bauen4.0.de) sind vorbehaltlos zu begrüßen. Das Ziel müssen die schnelle Entwicklung und Etablierung eines Datenmodells für einen umfassenden digitalen Zwilling sein. Die Entwicklung darf nicht beim »Editor« Planungsmethoden BIM hängenbleiben. Dr.-Ing. Markus Hennecke [Umrisse] Lesen Sie – wann und wo immer Sie wollen! Die [Umrisse] standen und stehen auch online zur Verfügung. Die jeweils aktuelle Ausgabe finden Sie auf unserer Website: www.verlagsgruppewiederspahn.de Ältere Hefte, alle weiteren Zeitschriften und sämtliche Tagungsbände sind unter folgendem Link abrufbar: www.issuu.com Die Lektüre via Smartphone, Tablet oder Laptop ist also jederzeit möglich. Dieses »digitale« Angebot war und bleibt kostenlos. (Sämtliche Texte und Abbildungen sind natürlich urheberrechtlich geschützt.) VERLAGSGRUPPE W I E D E R Smit MixedMedia P A Konzepts HN Biebricher Allee 11 b | 65187 Wiesbaden | Tel.: +49/611/98 12 920 | Fax: +49/611/80 12 52 kontakt@verlagsgruppewiederspahn.de www.verlagsgruppewiederspahn.de | www.mixedmedia-konzepts.de | www.symposium-brueckenbau.de [Umrisse] [39 »Gut unterwegs ...« Zum CityBahn-Bürgerentscheid in Wiesbaden Aktuell ] Kahlschlag statt Vorteile »Gut unterwegs ...«, so würde Andreas Kowol, Stadtrat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Dezernat für Umwelt, Grünflächen und Verkehr, die geplante CityBahn mit ihrer Neubaustrecke quer durch Wiesbadener Alleen wohl gerne sehen – wenn nicht die erfolgversprechende Chance bestünde, durch massiven Gegenwind das Aus dieser Pläne zu erreichen. Wiesbaden, eine Stadt der heißen Quellen, die ihren Ruf als Kurort zu begründen halfen, hat wunderschöne, überwiegend aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert stammende Alleen in der Innenstadt, die nicht zuletzt dafür sorgen, dass die Hitze im Sommer erträglich bleibt und sich der Verkehr besonders auf der vielbefahrenen Biebricher Allee, einer Rennstrecke für Motorradfahrer, noch hinnehmen lässt. Und genau diese Allee soll ca. 80 gesunde alte Bäume verlieren, um Platz für eine Hauptfahrstrecke der CityBahn zu schaffen: Es findet sich fast kein Haus- oder Grundstücksbesitzer in der Biebricher Allee, der sich nicht einer Bürgerinitiative gegen die Realisierung der CityBahn angeschlossen hat. Und das sollen die Bürgerinnen und Bürger akzeptieren, und zwar nicht allein in der Biebricher Allee: zehn Jahre Staub, Dreck und Baustellenlärm, von morgens bis abends, sowie Wegfall der Bäume, um danach ein Szenario wie in der Mainzer Straße, einer nachgerade mehr als unwirtlich erscheinenden, gleichfalls hochfrequentierten Ein- und Ausfallstraße, tagtäglich ertragen und erleben zu müssen? Die Bewohner und Grundstückseigentümer in der Biebricher Allee, ebenso wie große Teile der Bevölkerung im Stadtteil Biebrich, wollen keine CityBahn, da deren Bau und Betrieb nur Einschränkungen und Nachteile beinhaltet. In Biebrich resultiert jene breite Ablehnung im Übrigen auch aus der Tatsache, dass mit Verwirklichung des vorgesehenen Trassenverlaufs beinahe sämtliche straßenbegleitenden Parkplätze verschwinden, die dortigen Einzelhandelsgeschäfte also kaum noch erreichbar sein würden, was für die Inhaber der primär kleinen Läden und Handwerksbetriebe erhebliche bis existenzgefährdende Umsatzeinbußen zur Folge hätte. Die Biebricher Allee wiederum, 1857 angelegt und auf fast kompletter Länge von 2,70 km beiderseits über eine Bepflanzung mit meistenteils sehr, sehr alten Bäumen verfügend, ist laut CityBahn-Konzeption als eine Haupttrasse mit zwei Haltestellen ausgewiesen, die nur zur Verknüpfung mit den übrigen (Bus-)Streckenverbindungen gedacht sein kann – deren Errichtung aber unweigerlich den Verzicht auf Ruhe, Frischluft und, natürlich, historisch gewachsene Strukturen bedeutet. Dass zudem entlang der gesamten Allee Hunderte von Anwohnerparkplätzen ersatzlos eliminiert werden würden, sei hier als ein weiteres Minus lediglich am Rande vermerkt. Der Denkmalschutzaspekt verdient hingegen eine nochmalige Erwähnung: Zahlreiche Gebäude und Grundstücke in der Biebricher Allee stehen unter Ensembleschutz, was die Planung jeglicher Umbau- maßnahmen erschwert und im Vorfeld ihrer Durchführung eine Genehmigung durch die zuständigen Behörden erfordert. Die Frage, inwieweit sich dieser richtige und wichtige Ensembleschutz auf die Biebricher Allee als Ganzes erstrecken kann oder sogar muss, werden die betroffenen Anrainer deshalb prüfen lassen. Fragen zur Entscheidung Haus & Grund Hessen e.V., die Interessengemeinschaft der Haus- und Grundeigentümer, hat dazu im August-2020-Heft ihrer Mitgliederzeitschrift einen interessanten Beitrag von Wilfried Woidich, Vorsitzender von Haus & Grund Wiesbaden, veröffentlicht, der hier mit seiner Zustimmung in voller Länge wiedergegeben wird. »Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Als Zeitpunkt für den Bürgerentscheid über den Bau der geplanten CityBahn wurde der 1. November 2020 festgelegt. Außerdem wurde in einer hart umkämpften Abstimmung im Stadtparlament am 3. Juli 2020 die Fragestellung festgelegt. Das Stadtparlament musste zwischen vier Formulierungen, die vom Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden, der CDU-Fraktion, der Fraktion der Freien Wähler und Bürgerliste sowie der FDP vorgestellt worden waren, entscheiden. Mit 66 der 81 anwesenden Stadtverordneten kam dann die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit für die vom Magistrat vorgeschlagene Fragestellung zustande. Diese lautet wie folgt: Biebricher Allee mit sehr altem Baumbestand © Paul Müller/Verlagsgruppe Wiederspahn 40] [Umrisse] [Aktuell Breite Ablehnung seitens der Anwohner und Grundstückseigentümer © Paul Müller/Verlagsgruppe Wiederspahn Stadt versus Bürger ›Soll der Verkehr in Wiesbaden, zur Vermeidung von Staus und weiteren Verkehrsbeschränkungen für den Autoverkehr, durch eine leistungsfähige Straßenbahn (CityBahn) von Mainz kommend über die Wiesbadener Innenstadt bis Bad Schwalbach weiterentwickelt werden, um Verkehrszuwächse aufzufangen und Umweltbelastungen (Luftverschmutzungen, Lärmbelastungen) zu verringern?‹ Wie schon befürchtet, ist diese Formulierung derart intransparent, dass die Wiesbadener Bürger entweder die Abstimmung verweigern oder erst gar nicht zur Wahl gehen oder aber völlig verunsichert falsch abstimmen werden. Insoweit hatten wir von Haus & Grund gefordert, dass eine allgemein verständliche Fragestellung, die sich auf die zu entscheidende Frage – CityBahn ja oder nein – beschränkt, zur Wahl gestellt wird. Bezüglich der nunmehr vom Stadtparlament verabschiedeten Fragestellung fällt das Urteil der Bürger über die Formulierung für den Bürgerentscheid über die Citybahn vernichtend aus. Die überwiegende Zahl der Leserbriefe im Wiesbadener Kurier lehnt die Fragestellung ab, da sie ihrer Auffassung nach ideologisch überfrachtet und suggestiv ist. Ein Leserbrief bringt es wie folgt auf den Punkt: ›Die Fragestellung ist raffiniert suggestiv. Sie soll mir ein schlechtes Gewissen machen, wenn ich mit ›nein‹ stimme. Dann wäre ich ein Luftverschmutzer, also eine ›Umweltsau‹. Warum fragt man uns nicht einfach: ›Sind Sie für oder gegen die Citybahn?‹ Dieser Leserbrief bringt es auf den Punkt. Die Bürger werden verunsichert und können keine klare Aussage darüber treffen, ob sie für die CityBahn sind oder nicht. Die Fragestellung ist einfach zu lang und zu kompliziert und unseres Erachtens auch unkorrekt. Durch die geplante CityBahn werden keine Staus vermieden, sondern auf dem vorhandenen Raum für Autofahrer werden geradezu vermehrt Staus erzeugt. Unterschwellig wird bei einer derartigen Fragestellung unterstellt, dass der Wähler eine Zusatzerläuterung benötigt, um den Sinn der ganzen Angelegenheit zu verstehen. Anders ausgedrückt, man hält die Bürger in dieser Sache offenbar für uninformiert oder allgemein gar für blöd. Ob der Sache ›CityBahn‹ mit dieser Fragestellung bei dem anstehenden Bürgerentscheid am 1. November 2020 gedient ist, halten wir zumindest für fraglich. Ungeachtet dessen können wir unsere Mitglieder nur auffordern, am 1. November 2020 zur Wahl zu gehen und über den Bürgerentscheid abzustimmen.« Die Befürworter der CityBahn, angeführt vom Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, SPD, und vorangetrieben von Stadtrat Andreas Kowol, Bündnis 90/Die Grünen, versuchen mit diesen Wahlzetteln, die Bürgerinnen und Bürger massiv zu beeinflussen. Dass mit den gleichen Fragen an immer neuen Standorten in Wiesbaden für den Bau geworben wird, kommt hinzu und zeigt im Grunde überdeutlich: Hier wird offenkundig nicht über ein strittiges Vorhaben fach- und sachkundig aufgeklärt, sondern manipulativ in die gewünschte Richtung gesteuert. Ich hätte mir von einer Stadt wie Wiesbaden mehr Verständnis und Respekt für die berechtigten Bedürfnisse und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger erwartet – gerade auch weil sie in den letzten Monaten Schauplatz diverser hausgemachter Schmutzschlachten war, die selbst in der überregionalen Tagespresse wenig schmeichelhaft kommentiert wurden und werden. Aber anscheinend fühlt man sich in dieser Stadt, zumindest in entsprechender Position, gut und sicher aufgehoben wie in einem Boot, in dem man gemeinsam residiert und sich gegenseitig vor den Widrigkeiten der Realität beschützt. Denn die CityBahn ist ja nicht das einzige Projekt, das dergestalt durchgepeitscht werden soll. Aber die Zeiten sind vorbei, in denen Menschen alles über sich ergehen lassen mussten. Heute gibt es engagierte Anwälte, die sich gerne solcher Probleme annehmen. Und darauf setzen wir. Elisabeth Wiederspahn [Umrisse] [41 »Mich treiben nur noch Ideen …« Zum 90. Geburtstag von Stefan Polónyi Aktuell ] Partner der Architekten Mein verehrter Freund, Lehrmeister und ehemals Partner im Büro IPP – Ingenieurbüro Prof. Dr. Polónyi und Partner GmbH, Prof. Dr. mult. Stefan Polónyi, befasst sich sein ganzes bis heute währendes Berufsleben mit der aus seiner Sicht richtigen und damit sparsamen Bewehrungsführung. Ein weiteres Anliegen war ihm immer die kritische Auseinandersetzung mit einengenden Vorschriften, die das »Gestrige« festigen und so das »Neue« erschweren und zuweilen verhindern. Im Jahr 1990, spätabends in seinem Kölner Büro, meinte er einmal: »Andere spielen Golf oder Fußball, wir spielen Ingenieurbüro.« Und das taten wir sehr erfolgreich. Architekten kamen mit ihren Ideen, die Polónyi mit ein paar Strichen »veredelte«, wie er es gerne nannte. Unser Freund und Bürokollege, Dr. Wolfgang Walochnik (1941–2014), fasste die Ergebnisse und Erkenntnisse aus diesen Prozessen im Anschluss dann häufig für Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und in Büchern zusammen. Das sorgte für größere Aufmerksamkeit bei Architekten, aber auch bei bildenden Künstlern, die ihn beide bei Wettbewerben gerne beratend hinzuzogen, und führte zu neuen Aufträgen. Polónyi hat Architekten nie belehrt »wie man es macht«, sondern war stets bemüht, für die jeweilige Entwurfsabsicht eine konstruktive Lösung zu entwickeln. So auch beim großen Vordach für das Bonner Kunstmuseum. Hier plante der federführende Architekt Axel Schultes, ein ehemaliger Student und Hilfsassistent Polónyis an der Technischen Universität Berlin, aus formalen Gründen Stützen in Gruppen zusammenzustellen, die zusätzlich jeweils über ein »Belichtungs-Loch« die Stahlbetonplatte des Daches tragen. Mit viel statischem Gefühl magerte Polónyi die 60 cm dicke Platte in einer Freihandskizze so aus, »dass sie gleichzeitig trägt und schwebt«. Den »Rest« meisterte unser EDV-Experte, Dr. Stein, mit seinem selbst entwickelten FEM-Programm. Sein Streben nach effizienten, sparsamen Bewehrungsführungen zeigt sich beispielsweise am Einsatz von kreisrunden statt quadratischen Einzelfundamenten für Stahlbetonsäulen aus sogenanntem Schleuderbeton. Auf ebensolchen stehen die fugenlos gebaute Bonner Bundeskunsthalle ebenso wie Teile des gegenüberliegenden städtischen Kunstmuseums; beide fertiggestellt im Jahr 1992. Prof. Dr.-Ing. Stefan Polónyi © A. Schmied Diese stahlsparende Bauweise senkt nicht nur die anrechenbaren Baukosten, sondern damit das eigene Honorar, aber das war ihm bewusst. Sein Plädoyer für diese kostensparende und ressourcenschonende Bauweise hat er über viele Jahre und in zahlreichen Veröffentlichungen geführt. Erst vor wenigen Monaten erschien sein jüngster Beitrag, in dem er nicht nur darlegt, dass mit seiner alternativen Bewehrungsführung eine Stahlersparnis von bis zu 40 % gegenüber althergebrachten »Betonstahlverschwendungen« möglich ist, sondern hervorhebt, welches jährliche CO2-Einsparungspotential damit verbunden ist (»Der Beton und seine zweckmäßige Armierung«, DBZ 2/2020, S. 54–58). Kunstmuseum Bonn, Restaurantbereich zum Platz hin Architekten: Bangert Jansen Scholz Schultes (BJSS), Berlin © Kunstmuseum Bonn/David Ertl Eingangsbereich der Bundeskunsthalle Architekt: Gustav Peichl, Wien © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland/Peter Oszvald 42] [Umrisse] Lehrer und Entwickler [Umrisse] [Aktuell Insbesondere in der Lehre hat er seine Spuren hinterlassen. Das von ihm mit dem 2008 verstorbenen Architekten Harald Deilmann für die TU Dortmund entwickelte, als »Dortmunder Modell Bauwesen« bekannte Reformkonzept einer gemeinsamen Ausbildung von Architekten und Ingenieuren hat seit Mitte der 1970er Jahre Generationen von Studenten beider Fachrichtungen und ihr Verständnis füreinander geprägt. Und es wäre wünschenswert, wenn dieser Ansatz in die Entwurfsausbildung anderer Hochschulen Eingang finden würde. Neuen Herausforderungen stand Polónyi immer aufgeschlossen gegenüber. Als in der fortgeschrittenen Planungsphase für die Neue Messe Leipzig die Architekten Volkwin Marg (gmp, Hamburg) und Ian Ritchie (London) den Entwurf für die signethafte Eingangshalle West, die große tonnengewölbte Glashalle, kurzfristig konstruktiv »auf den Kopf« stellten, entwickelte er auch dazu entsprechende Lösungen. Die tragende 244 m lange und fugenlose Gitterschale sollte nach außen verlegt und die profillosen Glasscheiben (3,12 m x 1,56 m) aus VSG sollten daran angehängt werden. »Eine taubengerechte Bauweise«, merkte Polónyi dazu einmal an. Rückblickend gab es kein Projekt, für das in seinem Büro nicht irgendetwas Neues ausgetüftelt wurde, wenngleich nicht alle Vorschläge zur Ausführung kamen, wie beispielsweise die gemeinsam mit der Firma Tweer aus Bielefeld entwickelten Gussstahlklemmverbinder, ebenfalls für die Neue Messe Leipzig, die jedoch von der ausführenden Firma später nicht angenommen wurden. Gleiches gilt neben weiteren für die tellerförmigen Klemmverbinder für die fünf Messehallen im Kreuzungspunkt der Fachwerkträger mit tragenden Lüftungskanälen. Dabei war der Gedanke so naheliegend, dass es im Nachhinein verwundert, warum bis heute im Stahlbau nicht viel mehr geklemmt statt geschraubt oder geschweißt wird. Ewald Rüter, Inhaber des gleichnamigen Dortmunder Stahlbauunternehmens war auf diesem Gebiet ein Vordenker und uns ein kongenialer Partner. Mit seiner Unterstützung konnte ich auf dem ehemaligen Thyssen-Gelände in Oberhausen für einen Entwurf des Architekten Christoph Parade das Tragwerk für eine durchaus ungewöhnliche Haltestation planen. Es war mein erster Auftrag im eigenen Büro. Die große Glashalle der Leipziger Messe, Aufnahme von 2018 Architekten: gmp Architekten, Aachen, mit Ian Ritchie Architects (Fachberatung Stahl-Glas-Struktur) © Leipziger Messe/Jörg Singer Polónyi als Prüfingenieur des Projekts vermittelte mir damals die notwendige innere Sicherheit, so dass ich ab 1994 als Selbständiger beste Startvoraussetzungen hatte. Persönlichkeiten, die uns formen und uns voranbringen, sind wir in tiefem Dank verbunden. Zu diesen gehört für mich Stefan Polónyi. Und es ist gewiss in seinem Sinne, an dieser Stelle auch den vielen Mitarbei- terinnen und Mitarbeitern zu danken, die ihn über die Jahre im Büro und in der Lehre so engagiert in seinem Streben unterstützt haben. Mit seinen nun 90 Lebensjahren kann der am 6. Juli 1930 im ungarischen Gyula geborene Stefan Polónyi auf vieles zurückblicken und sagt von sich: »Mich treiben keine Projekte mehr, nur noch Ideen.« Prof. em. Dr.-Ing. Ralf Wörzberger, Rösrath Gussstahlklemmverbinder (Zeichnung) © Ralf Wörzberger Gussstahlklemmverbinder © Reinhard Tweer GmbH Sebsttragende Klimakanäle und Klemmverbinder (Handskizze 1993) © Ralf Wörzberger [43 Revitalisiertes Industriedenkmal in Wuppertal Special Brandschutz ] Nachhaltige Brandschutzbeschichtungen von Rudolf Hensel Historisches Bauwerk nach Umnutzung © Tom Bauer/Rudolf Hensel GmbH Die Industriearchitektur des vergangenen Jahrhunderts hat Bauwerke mit unvergleichlichem Charakter geschaffen. Viele von ihnen wurden unter Denkmalschutz gestellt und bieten nach Restaurierung und Umnutzung nun individuelle Flächen mit einer ganz besonderen Atmosphäre, wobei sich der Charme von Backsteinwänden und Stahlkonstruktionen gerne mit zeitgerechten Installationen zu modernen Arbeitsplätzen verbindet. Ein solches Beispiel ist das ehemalige Elba-Fabrikgebäude in Wuppertal. Die Firmengruppe Küpper hat dieses Industriedenkmal, direkt an der Wupper gelegen, nach zehn Jahren des Leerstands zu neuem Leben erweckt und mit dem Düsseldorfer Büro Lindner Architekten auf 7.800 m² moderne Räume für flexibles, kreatives und zukunftsorientiertes Arbeiten geschaffen, eingebettet in ein insgesamt 60.000 m² umfassendes Areal, das Elba-Zukunftswerk. Der Industriecharakter des historischen Gebäudes und dessen Stilmix aus Stahlkonstruktionen, Backstein und Glas sollte auf jeden Fall erhalten bleiben. Um aber die historischen Räume langfristig und nachhaltig nutzen zu können, musste die Tragstruktur aus Stahl nach Vorgaben der Baubehörde mit einem Brandschutzsystem in eine Schutzdauer von 60 min (F/R 60) überführt werden. Hier kamen die Brandschutzbeschichtungen der Rudolf Hensel GmbH ins Spiel. Für die Ertüchtigung des Stahls wurden die wasserbasierenden Stahlbrandschutzsysteme Hensotherm® 420 und Hensotherm® 421 KS gewählt. Sie gehören zur GreenProduct-Linie von Hensel, sind frei von 44] Ehemaliges Fabrikgebäude als »Zukunftswerk« © Tom Bauer/Rudolf Hensel GmbH Gussstützen und Stahlträger in bestmöglicher Oberflächenqualität © Tom Bauer/Rudolf Hensel GmbH VOC, erfüllen die Anforderungen nach LEED v4, sind AgBB-geprüft, eingestuft in die VOC-Emissionsklasse A+, besitzen eine Umweltproduktdeklaration (EPD) Typ III und sind im DGNB-Navigator registriert. Im ersten Schritt wurden die Guss- und Stahlstützen sowie die Stahlträger mit dem Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2,5 gestrahlt und so von den Altanstrichen befreit. Anschließend erhielten sie mit Hensogrund 1966 E eine korrosionsschützende Grundierung. Um die bestmögliche Oberflächenqualität an den Kapitellen, Gussstützen, Trägern und Vernietungen zu gewährleisten, folgte dann die Beschichtung mit Hensotherm® 420 und Hensotherm® 421 KS im Airless-Spritzverfahren. Abschließend wurde zum Schutz der Beschichtungssysteme vor Feuchtigkeit und Umwelteinflüssen der Überzugslack Hensotop SB in den gewünschten Farbtönen aufgebracht. Kreatives, flexibles Arbeiten in einem Industriedenkmal: Wo früher die bekannten Elba-Aktenordner vom Band liefen, ist Räume für kreatives Arbeiten © Tom Bauer/Rudolf Hensel GmbH inzwischen das Elba-Zukunftswerk, ein Ort moderner Kommunikation und Arbeit, entstanden. Das realisierte Vorhaben ist beim polis award 2019 mit dem dritten Platz für »urbanes Flächenrecycling« ausgezeichnet worden. Prämiert wurde damit ein Städtebauprojekt, das engagierte und nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen der modernen Stadtentwicklung aufzeigt. www.rudolf-hensel.de [Umrisse] Brandschutz durch Feuerverzinken Kostenlose Tools vom Industrieverband Feuerverzinken Durch Feuerverzinken wird die Feuerwiderstandsdauer von Stahl verbessert, wobei R 30 realisierbar ist: Ein Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Metallbau der Technischen Universität München hat den positiven Einfluss der Feuerverzinkung auf das Erwärmungsverhalten von Stahlbauteilen untersucht, zum einfachen Praxistransfer wurden nun kostenlos verfügbare Bemessungshilfen erarbeitet. Feuerverzinkte Stahlbauteile erwärmen sich langsamer als unverzinkte, resultierend aus dem im Brandfall kleineren, variablen Emissionsgrad der verzinkten Oberflächen. Die Erwärmung eines ungeschützten Stahlprofils im Brandfall kann mit Hilfe der Regelwerke EN 1993-1-2 und EN 1994-1-2 berechnet werden, im Fall unverzinkter Stähle wird hier von einem konstanten Wert der Emissivität von 0,70 ausgegangen. Im Gegensatz dazu zeichnen sich stückverzinkte Stähle der Kategorien A und B nach DIN EN ISO 14713-2 bis zu einer Bauteiltemperatur von 500 °C durch eine niedrigere Emissivität von 0,35 aus – und dadurch ergibt sich insbesondere bei kompakten oder nur dreiseitig beflammten feuerverzinkten Stahlquerschnitten im Vergleich zu nicht verzinkten eine langsamere Erwärmung, die in Abhängigkeit von Ausnutzungsgrad, Stahlgüte und Am/V-Verhältnis oft einen Feuerwiderstand von R 30 wirtschaftlich erreichbar macht. Auf der Basis der Forschungsergebnisse wurde eine Toolbox erarbeitet, welche die baupraktische Anwendung und Einarbeitung der brandschutztechnischen Vorteile von feuerverzinktem Stahl für statische Berechnungen in Ingenieurbüros erleichtert. Sie umfasst Bemessungstools in Form von Nomogrammen, Tabellenwerken und Software zur Bestimmung der Bauteilwiderstände, zur Nachweisführung einer auf Druck beanspruchten Stütze sowie zur Nachweisführung eines Trägers auf Biegung und axialen Druck im Brandfall. Die Tools erlauben den Nachweis gängiger Querschnitte sowohl für verzinkte als auch für nicht verzinkte Bauteile nach 15 min bzw. 30 min unter Einheitstemperaturkurven-Einwirkung. www.feuerverzinken.com Wir geben bis zu 30 Jahre Garantie auf die brandschützende Funktion unserer HENSOTHERM® Stahlbrandschutz-Beschichtungssysteme im trockenen Innenbereich. Informieren Sie sich unter www.rudolf-hensel.de/lebensdauer d actured in Börns nuf en ma n burg am rH ea Brandschutz-Beschichtungen Fire Protection Coatings y Ha b in G er m n se e örn erg mb an Lack- und Farbenfabrik dh ei M iackelt E ntw Rudolf Hensel GmbH de un urg • • Devel ope da n Sie haben Fragen zu unseren Produkten oder benötigen fachkundige Beratung für Ihr Projekt? Wir beraten Sie gern unter der Telefonnummer 040 72 10 62-44 oder schreiben Sie uns eine E-Mail an kontakt@rudolf-hensel.de ste llt i n B BRANDSCHUTZ pocket Bemessungshilfen zur Anwendung © Industrieverband Feuerverzinken e.V. [Umrisse] FEUER LÄSST UNS KALT | www.rudolf-hensel.de RUDOLF HENSEL GMBH | Lack- und Farbenfabrik [45 Brandschutzklappen mit neuen Antrieben Special Brandschutz ] Hitzebeständige und hochstabile Stellmotoren von Gruner Brandschutzklappen, die im Ernstfall die Lüftungskanäle verschließen, um Flammen und belastete Luft zurückzuhalten, müssen ihre Aufgabe unter extremen Belastungen verlässlich erfüllen. Dieser Einsatz stellt besonders hohe Ansprüche an die Widerstandsfähigkeit und Leistung der elektrischen Stellantriebe, die beispielsweise eine manuelle Schaltung ermöglichen müssen, um die Lüftung präventiv zu blockieren, bevor das Feuer sie erreicht. Gruner fertigt daher alle wichtigen Bauteile der Antriebe aus Stahl, damit trotz Hitzeeinwirkung das Drehmoment des Motors erhalten bleibt. Temperaturen bis 90 °C sind so auch über längere Zeit kein Problem. Die Feder selbst ist ebenfalls hitzebeständig und übersteht mehr als 60.000 Revisionszyklen ohne Spannungsnachlass. Gleichzeitig wurde bei der Entwicklung der jüngsten Stellantriebgeneration auf eine minimalistische Bauweise geachtet, durch die sich der Verschleiß verringern und Standzeit sowie Zuverlässigkeit des Geräts erhöhen ließen. Außerdem verfügen die Stellantriebe über einen Thermoschalter, der mit seinen LEDs deutlich den Zustand der Klappe anzeigt, was die Sicherheit erhöht und die Fehlerdiagnose erheblich erleichtert. Das System ist zusätzlich mit einem Temperaturmesspunkt ausgestattet, der die Farbe wechselt, sobald er einmal auf über 72 °C erhitzt wird. Ohne eine derartige Anzeige ist von außen nicht ersichtlich, ob die Temperatursicherung möglicherweise unbemerkt durchgeschmolzen ist. Darüber hinaus wurde die Drehmomentdichte der GrunerStellantriebe in der neuesten Serie erhöht: Je nach Klappengröße reichen die verfügbaren Motordrehmomente von 3–20 Nm bei einem Drehwinkel von 95°. Zudem konnte der Abstand der Klappenachse zur Brandwand verkleinert werden, wodurch das gesamte System kompakter wird: Der Stellantrieb sitzt direkt auf dem Verschlusssystem, und zwar ohne teure und fehleranfällige Übertragungsmechaniken. Neben ihrer Funktion im Brandfall erleichtern die kompakten Antriebe auch die regelmäßige Wartung und Prüfung der Anlagen, bei der die Klappen geschlossen und wieder geöffnet werden – eine Arbeit, die früher an jedem einzelnen Brandschutzabschnitt von Hand erledigt werden musste: Sind die Klappen mit Stellantrieben versehen, lässt sich eine solche Revision per Knopfdruck erledigen, was Zeit spart und die bislang benötigten Revisionsöffnungen überflüssig macht. Seit 2016 verwendet der tschechische Brandschutztechnikanbieter Mandík für seine Brandschutzklappen die Stellantriebe von Gruner. Sicherheit durch funktionierende Anlagentechnik © Paul-Georg Meister/pixelio.de Das Komplettsystem aus beiden Komponenten wurde in der neuen Festhalle in Wehingen erstmals realisiert: Die sogenannte Schlossberghalle beherbergt einen Saal mit Bühne, der ca. 800 Menschen fasst, einen Mehrzweckraum mit Bar für kleinere Veranstaltungen, ein Foyer mit angeschlossener Garderobe, eine Küche sowie im Untergeschoß einen Sanitärbereich, der über eine Verbindungstreppe und eine Aufzugsanlage angebunden ist. www.gruner.de Wichtige Systembauteile aus Stahl © Gruner AG Konstruktion aus verschleißfreien Elementen © Gruner AG Zustandsanzeige mittels LEDs © Gruner AG 46] [Umrisse] Glasfilamentgewebe als Alternative Platzsparender Feuerschutzvorhang von Hörmann Das Brandschutzportfolio von Hörmann ist groß: Es besteht aus Stahl- und Edelstahltüren, Rohrrahmenelementen aus Stahl oder Aluminium, vollflächig verglasten Systemwänden und Schiebetoren. Inzwischen hat sich dieses Angebot aber um textile Feuerschutzvorhänge für weitgespannte Öffnungen und speziell für Einbausituationen erweitert, die weder oberhalb noch seitlich einer solchen Öffnung über ausreichend Abstellfläche verfügen, wie sie beispielsweise für ein Schiebetor benötigt würde. FlexFire heißt der nur 0,50 mm dünne textile Feuerschutzvorhang, der sich besonders für Hotels, Verwaltungs- und Bürogebäude, Lager- und Produktionshallen sowie Kaufhäuser eignet. Erhältlich ist er bis zur Feuerbeständigkeitsklasse E120, für die unauffällige seitliche Führung sorgen besonders filigrane Schienen. Er ist in Abmessungen bis 5 m x 5 m lieferbar und besteht aus V4A-drahtverstärktem Glasfilamentgewebe. Mit Zustimmung im Einzelfall sind im Übrigen auch größere Maße realisierbar. Im Brandfall schließt er innerhalb von nur 4 s/m. Vom ift Rosenheim wurde dem FlexFire eine Umweltproduktdeklaration (EPD) nach ISO 14025 ausgestellt. Somit bietet er sich für die Verwendung in nachhaltigen Bauwerken mit entsprechender Zertifizierung an. FlexFire wird mit einer Feststellanlage nach EN 14637 betrieben, wobei optische Rauchschalter den Torbereich überwachen und für eine zuverlässige Schließung des Vorhangs bei Rauchdetektion bürgen. Der Anschluss an eine bauseitige Brandmeldezentrale ist in der Steuerung ebenfalls möglich. www.hoermann.de COOLE TYPEN FÜR BRANDSCHUTZ UND ENTRAUCHUNG Gruner Entrauchungsantriebe 342 und 362 sowie Federrückzugsantriebe 340 und 360 – zuverlässig, wenn‘s heiß hergeht Zwei Typen einer Baureihe für alle Drehmomentbedarfe in Europa Stahlgetriebe für sicheres Geschlossenhalten im Brandfall Hitzebeständig, schnell und zuverlässig unter extremen Bedingungen Status LED für eindeutige Zustandsanzeige sowie erleichterte Fehlerdiagnose und Wartung Steuerung über Gebäudeleittechnik möglich GRUNER AG Bürglestraße 15-17 78564 Wehingen | Germany info@gruner.de Verwendung (besonders) bei großen Öffnungen © Hörmann KG [Umrisse] Mehr Infos unter: gruner.de [47 Brandschutz »mit« Aluminium Special Brandschutz ] Zertifizierte Systemlösung von heroal Einsatz in Verwaltungsgebäuden © heroal Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG Um sein Sortiment auszubauen, hat heroal das Brandschutzsystem heroal FireXtech D 93 FP entwickelt, das eine Systemlösung für jedes Bauvorhaben darstellt. Und: Es steht für zertifizierten Brandschutz, der europaweit gleichermaßen anerkannt wird. Das Brandschutzsystem ist auf Basis der CE-Kennzeichnung geprüft und zertifiziert, genügt also allen gültigen EG-Richtlinien. Gemäß der DIN-EN-13501-2-Einteilung hielt es bei einer Brandschutzprüfung einer Leistungszeit ≥ 30 min stand und erfüllt damit die Feuerwiderstandsklassifizierung EI 30. Die Klassifizierung erreicht das System über klemmbare Profil- und Glassicherungen und entsprechende Laminate, eingeschobene Kühlplatten in den Haupt-, Sprossen- und Sockelprofilen entfallen. Innenanwendung im Schnitt © heroal Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG Wird eine EI-60- oder EI-90-Klassifizierung benötigt, so lassen sich diese über wenige Zusatzmaßnahmen realisieren. Außerdem ist das System sowohl für die Innen- als auch für die Außenanwendung zulassungskonform. Es wird in einem zertifizierten, gewohnten heroal-Werksverbund geliefert und erlaubt so eine direkte Weiterverarbeitung, der Einsatz von Sonderwerkzeugen ist deshalb nicht erforderlich. Zudem wird die Verarbeitung durch das geringe Profilgewicht erleichtert, da für die Klassifizierung EI 30 keine zusätzliche Füllung benötigt wird. Und mit einer Bautiefe von 93 mm und maximalen Elementabmessungen wird eine optische Gleichheit in den Ansichtsbreiten erzeugt, die Harmonie schafft. Abgerundet wird das Design des Systems durch die gewohnte breite Glasvielfalt sowie Bandvarianten in Edelstahl und Aluminium. Nicht weniger bemerkenswert ist, dass das System aus einem Profilverbund mit mineralischem Schaum besteht, bei dem auf den Einsatz gefährlicher und gesundheitsgefährdender Stoffe verzichtet wird. Es erfüllt darüber hinaus die aktuellen Anforderungen der EnEV hinsichtlich Wärmedämmung und kann aufgrund der langlebigen heroal-hwr-Pulverbeschichtung über Jahrzehnte seinen Dienst verrichten. www.heroal.de Gestaltung von Brandschutzfassaden Weiterentwickelte Variantenvielfalt bei Jansen Prinzip der Konstruktion © Jansen AG 48] Die Schweizer Jansen AG, führender Anbieter von Stahlprofilsystemen für Fenster, Türen, Fassaden sowie Falt- und Schiebetüren, hat die Brandschutzfassade Viss Fire einem erweiterten Prüfprogramm unterzogen, so dass ab sofort mehr Glasvarianten und -größen sowie Eckverbindungen lieferbar sind. So ist die thermisch getrennte PfostenRiegel-Konstruktion Viss EI30 zusätzlich zu 50 mm nun auch mit 60 mm Ansichtsbreite erhältlich: Mit eingeschweißtem Flachstahl sind mit diesem System Glaslasten bis 1.800 kg realisierbar, die maximal zulässige Glasgröße beträgt 2.700 mm Breite x 4.600 mm Höhe – immerhin eine Fläche ≥ 12 m². Mit Füllelementdicken bis 70 mm wird zudem ein Uf-Wert bis 0,96 W/m²K erreicht. Das heißt, Konstruktionen mit Viss EI30 lassen bezüglich der Glaswahl und Glasdimensionierung kaum noch Wünsche offen. Dass der Prüfbericht den Einbau von Janisol-2-Türen in Viss-Fassaden erlaubt, belegt einmal mehr die Kompetenz von Jansen im Bereich Brandschutz: Der Schweizer Hersteller bietet geprüfte Komplettlösungen für die ganzheitliche Gestaltung von Fassaden, einschließlich der Türen und Eingangsbereiche an. Basis der wärmegedämmten Brandschutzkonstruktionen ist immer das bewährte System Jansen Viss. www.jansen.com [Umrisse] ADVERTORIAL Brandschutz nach DIN EN 16034 Hilfreiche Hinweise und Lösungen von Jansen Tore »Wer soll da noch den Durchblick behalten?« Genau diese Frage stellen sich derzeit viele Architekten, Planer und Hersteller – und das zu Recht, denn der Dschungel aus Abkürzungen im Brandschutzbereich wird durch die EN 16034 wirklich nicht einfacher, im Gegenteil. Nachfolgend wird deshalb ein Überblick gegeben. Thekenabschluss in der Emslandarena in Lingen © Jansen Tore GmbH & Co. KG Brandschutzrolltor bei IKEA in Kaiserslautern © Jansen Tore GmbH & Co. KG EI 30 C2 Sa: Das »E« in der Klassifizierung leitet sich von »Étanchéité« ab und bedeutet Raumabschluss, also die Fähigkeit eines Bauteils, einem Feuer von der angreifenden Seite zu widerstehen. Beim »I« handelt es sich um die Eigenschaften der Isolierung und damit um die Fähigkeit des Bauteils, die Übertragung von Feuer und Wärme so weit einzugrenzen, dass es auf der abgewandten Seite zu keinen Gefährdungen kommt. Wie lange das Bauteil eine Temperaturerhöhung verhindern muss, regelt wiederum die Klassifizierungszeit, die in Europa verbreitesten sind 30, 60, 90 und 120. Die selbstschließende Eigenschaft des Bauteils drückt sich in »C« (Closing) aus, wobei C0–C5 die selbstschließenden Zyklen bezeichnen. Die selbstabschließende Eigenschaft gilt es im Übrigen auch bei etwaiger Stromunterbrechung zu gewährleisten. Das »S« steht für »Smoke« und informiert über die Rauchdichtheit eines Bauteils, unterschieden wird hier zwischen »Sa« (dichtschließend) und »S200« (rauchdicht). [Umrisse] Hervorragende Lösungen: Die Jansen Tore GmbH & Co. KG aus dem emsländischen Surwold unternahm größte planerische und finanzielle Anstrengungen, um die Entwicklung und Klassifizierung ihrer Produkte für die neue europäische Norm EN 16034 voranzutreiben – mit dem Ziel, ihre Kunden auch nach dem Ende der Koexistenzphase am 31. Oktober 2019 weiterhin mit offiziell klassifizierten Rauchund Brandschutzlösungen beliefern zu können. Dabei war es lange Zeit nicht klar, ob die neue Norm überhaupt in Kraft treten würde. Viele Hersteller waren verunsichert und agierten bei der Weiterentwicklung ihrer Tore zögerlich oder gar abschätzend. Im Hause Jansen hat man sich bereits frühzeitig mit diesem Thema beschäftigt, und es wurden einige herausragende Lösungen entwickelt: besonders große Rauchschutz-(S200-)Tore, Schlupftüren bis 1,25 m x 2,00 m auch in Rauchschutztoren sowie bereits bekannte und bewährte Tortypen in noch größeren Abmessungen. Beispielsweise lassen sich nun EI2 30 C2 S200 Rolltore mit über 46 m2 Fläche und in kleineren Dimensionen sogar als Thekenabschluss klassifizieren. Dies ist vor allem deshalb beeindruckend, weil durch die EN 16034 die Klassifizierung des Rauchschutzes eine große Herausforderung geworden ist. Anstelle von bisher gestatteten 50 m3/h sind jetzt bei einflügeligen Toren nur noch 20 m3/h Leckage erlaubt. Und so wurde das komplette Brandund Rauchschutzportfolio von Jansen auf die europäische Norm EN 16034 umgestellt. www.jansentore.com QR-Code © Jansen Tore GmbH & Co. KG [49 Eggarten-Siedlung in München Immobilienmarkt ] Ergebnis des Planungswettbewerbs von CA Immo Die Preisträger des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs zur Eggarten-Siedlung in München-Feldmoching stehen fest. Das Preisgericht unter Leitung von Prof. Markus Allmann vergab unter 14 eingereichten Arbeiten einen ersten Preis an das Büro Studio Wessendorf aus Berlin zusammen mit dem Atelier Loidl Landschaftsarchitekten GmbH, ebenfalls aus Berlin. Der zweite Preis ging an Ernst Niklaus Fausch Partner AG aus Zürich zusammen mit Hager Partner AG und Amstein + Walthert, beide Zürich. Einen dritten Preis erhielt das Büro Palais Mai GmbH aus München zusammen mit Grabner Huber Lipp Landschaftsarchitekten und Stadtplaner aus Freising. Anerkennungen wurden Behnisch Architekten aus München mit Treibhaus Landschaftsarchitektur aus Hamburg, Tovatt Architects aus Stockholm mit Sweco Architects aus Göteborg und West 8 urban design & landscape architecture aus Rotterdam zuerkannt. Ausgelobt hatten den Wettbewerb die beiden Grundstückseigentümer CA Immo und Büschl, und zwar mit dem Ziel, den Eggarten zu einem zukunftsweisenden und nachhaltigen Modellquartier für genossenschaftlichen Wohnungsbau, Mobilität, Energie und Klimaschutz zu entwickeln. Erscheinungsbild des Areals © CA Immo Deutschland GmbH Maßgebliche konzeptionelle Aufgabe war es, eine Leitidee zu konzipieren und zu zeigen, wie Vielfalt, Dichte und hohe Freiraumqualität in Einklang gebracht werden können. Das Preisgericht begründete die Entscheidung für den ersten Rang wie folgt: »Die Arbeit besticht mit einer einfachen städtebaulichen Struktur sich verzahnender Blöcke. Geschickt greifen die Verfasser die orthogonale Grundstruktur der bestehenden Gärten auf. Dadurch kann eine Vielzahl der bestehenden Bäume erhalten bleiben ... ein robustes Konzept für eine vielfältige Stadtstruktur, die sehr fein aus dem bestehenden Ort herausgearbeitet wurde«. Die Ergebnisse des Wettbewerbs sind nun Grundlage für die Befassung des Münchner Stadtrates und das weitere Bebauungsplanverfahren. Die Fertigstellung der Eggarten-Siedlung wird in Bauabschnitten erfolgen, frühestens ab 2025 ist mit dem Einzug der ersten Bewohner zu rechnen. Basis ist hier ein Strukturkonzept, das eine Bandbreite von 1.750–2.000 Wohnungen vorsieht. Das Quartier soll einen Modellcharakter für München haben: So werden bis zu 50 % der Wohnungen von Genossenschaften errichtet werden – und damit wird das größte genossenschaftliche Wohnquartier in München seit dem Zweiten Weltkrieg entstehen. Geplant sind zudem auch eine Schule, Kitas, Angebote der Nahversorgung, Spielplätze, Fahrradwege, Sportplätze und soziale, nachbarschaftliche Angebote. www.eggarten-siedlung.de www.caimmo.com 1. Preis © CA Immo Deutschland GmbH 2. Preis © CA Immo Deutschland GmbH 50] 3. Preis © CA Immo Deutschland GmbH [Umrisse] Modernisierung in Rüdesheim »Industrielles« Pilotprojekt der Nassauischen Heimstätte Ziel ist es, mit Hilfe von industriell vorgefertigten Elementen die Bauzeit zu verringern. Dazu wurde mit 3-D-Scannern ein digitales Aufmaß genommen, auf dessen Basis nun maßgeschneiderte Fassadenund Dachmodule entwickelt und in einer Fabrik vorgefertigt werden. In diese Module sind Fenster, Mineralfaserdämmung und die notwendigen Einbauten für die Haustechnik bereits integriert, sie werden vor Ort dann quasi wie eine zweite Haut vorgehängt. Gleichzeitig erhalten die Kellerdecken der Häuser eine neue Dämmung, außerdem werden in den Wohnungen Flure, Küchen, Bäder inklusive Wand- und Bodenfliesen erneuert sowie die Elektroleitungen ausgetauscht. Und: Jedes Gebäude wird über eine Photovoltaikanlage sowie einen Stromspeicher verfügen, um sie vollständig mit erneuerbaren Energien versorgen zu können. Das Berliner Startup ecoworks errichtet die Energie- und Photovoltaikanlagen und betreibt sie danach für 15 Jahre, und zwar inklusive ihrer Wartung und Instandhaltung. www.naheimst.de Kreatives Bauen mit Metall © Manuel Hollenbach, Bildrechte: brüderl. Für das Pilotprojekt wurden drei Bestandsgebäude der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte in Rüdesheim ausgewählt, die durch eine Vollmodernisierung auf Net-Zero-Standard gebracht werden, also mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern durchschnittlich so viel Energie produzieren sollen, wie die Bewohner im Jahr für Heizung, Warmwasser und Strom benötigen. Die drei Häuser mit insgesamt 28 Wohneinheiten stammen aus den 1930er und 1970er Jahren, der CO2-Ausstoß für ihren Betrieb der Gebäude liegt zurzeit bei ca. 110 t/a und soll sich auf null reduzieren. Hinterlüftete Planum®-Fassade Individuelle Gestaltungsvielfalt mit Deckbreiten von 300 - 800 mm Heutiges und künftiges Erscheinungsbild der Gebäude © ecoworks GmbH/Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH [Umrisse] DOMICO Dach-, Wand- und Fassadensysteme KG A-4870 Vöcklamarkt · Mösenthal 1 Tel. +43 7682 2671-0 office@domico.at · www.domico.at [51 Neues Aussehen für Gebäudehüllen Produkte und Projekte ] Vielseitiges Fassadenprogramm von Holzwerke Ladenburger Energieeffizient bauen und dabei eine natürliche, zeitgemäße Ausstrahlung erreichen – diese Ansprüche zu kombinieren gelingt mit modernen Holzfassaden, die sich in vielen Farbtönen und Gestaltungsmöglichkeiten an die Architektur anpassen lassen. Das Programm von Holzwerke Ladenburger zeigt das beispielhaft: So sind etwa »Skyline Kontrast« und »Trendliner Kontrast« sowie »Trendfuge Kontrast« aus robuster Sibirischer Lärche in sieben verschiedenen Ölfarbtönen oder farblos mit UV-Schutz erhältlich. Die Variante »Skyline Kontrast« setzt auf eine schwarze Kontrastfeder auf, so dass die Optik einer leichten, fliegenden Leistenfassade entsteht. Dabei erfolgt die Befestigung durch eine nicht sichtbare Verschraubung durch die Feder auf die Unterkonstruktion, was auch wertvolle Zeit im Verlegungsprozess zu sparen hilft. Weitere Material- und Zeitersparnis resultiert aus der geschlossenen Nut-undFederkonstruktion, die ohne UV-beständige Unterspannbahn auskommt. Dank der verdeckten Befestigung bleibt zudem die Oberfläche intakt und bietet so weniger Angriffsfläche für witterungsbedingte Schäden. Einen zusätzlichen Witterungsschutz bilden die Öl-Oberflächenbehandlung bei farbiger Ausführung sowie ein aufgebrachter UV-Schutz bei der ungetönten Variante. Die Fassade umfasst vier Profilbretter in verschiedenen Breiten und Spiel mit Licht und Schatten als weitere Option © Ladenburger GmbH 52] Breites Spektrum an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten © Ladenburger GmbH Tiefen, die sich in vertikaler Verlegung individuell kombinieren lassen. Sie ist damit an jede Gebäudeform anpassbar und trägt gleichzeitig zur Wärmedämmung bei. Ebenso variationsreich präsentieren sich Naturfassaden mit verschiedenen Ausführungen, bei Holzwerke Ladenburger sind dies unter anderem »Trendliner Kontrast«, »Trendliner Kompakt« und »Trendfuge Kontrast«. Sie alle sind in zwei verschiedenen Breiten und wahlweise in gehobelten oder strukturrauen Oberflächen lieferbar. Darüber hinaus sind hier sowohl elegant abgerundete oder markant eckig gefertigte Profile verfügbar. Das Nut-und-Feder-Fassadenprofil lässt sich gleichfalls zügig und kostengünstig verarbeiten, wobei die Kontrastfedern wiederum in Schwarz gehalten sind. Das Ergebnis sind Gebäudefassaden, die sich durch eine klare Struktur mit linearem Charakter auszeichnen. Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, hat die Möglichkeit, mit dem interaktiven Onlinekonfigurator eine Vorschau zu erzeugen. www.ladenburger.de Profilbretter mit schwarzer Kontrastfeder © Ladenburger GmbH Alternative: Elemente in eleganter Ausführung © Ladenburger GmbH [Umrisse] Destillerie in Finnland Schwarze Betonfassade dank Lanxess Erscheinungsbild des Lagergebäudes © Lanxess Deutschland GmbH Das neue Lagergebäude der nördlichsten Gin- und Whisky-Brennerei der Welt erscheint auf den ersten Blick wie mit alten, verkohlten Holzbohlen verschalt. In Wirklichkeit besitzt das Fasslager der Kyrö Distillery in Finnland, entworfen von Avanto Arkkitehdit Oy, Helsinki, eine rabenschwarz pigmentierte und strukturierte Betonfassade. Inspiriert ist sie von den typischen regionalen Holzscheunen: Die Außenwandstruktur besteht aus herkömmlichen 4,50–6,00 m x 3,00 m großen Sandwichelementen, die aus Stahlbeton mit Polyurethanisolierung hergestellt wurden, wobei statt frisch gesägter Hölzer Bretter einer demontierten Scheune als Vorlage für die Fassadenmatrizen dienten. Ihre schwarze Farbe resultiert wiederum aus dem Einsatz anorganischer Eisenoxidpigmente von Lanxess. Das heißt, der Betonzuschlag war ganz herkömmlich (K-40), dazu ein Weißzement als Bindemittel, der den Farbton noch mehr betont. Gestaltung (auch) im Innern © Lanxess Deutschland GmbH Das Ergebnis spricht für sich: Der eingefärbte und profilierte Beton bildet den verwitterten Werkstoff Holz täuschend echt nach. Die Architekten wurden wohl des- halb auch Ende 2019 mit dem finnischen Betonfassaden-Architekturpreis für das neue Fasslager der Kyrö Distillery ausgezeichnet. www.lanxess.de Ladenburger Kontrast Editionen Wartungsfreie Holzfassaden für individuelle Architektur Die Vorteile liegen auf der Hand!  Spiel mit Breiten und Tiefen  natürlich moderne Ausstrahlung  schwarz behandelte Feder  geschlossene Nut und Federschalung für optimalen Schutz  keine Sichtbare Verschraubung  lieferbar in verschiedenen Farben (Behandlung durch Holzöle) Tel. + 49 07362 9605-0 / Fax -200 Mail: info@ladenburger.de D-73441 Bopfingen-Aufhausen (BW) Tel. + 49 034341 306-0 / Fax -80 Mail: geithain@ladenburger.de D-04643 Geithain (SN) [Umrisse] [53 Stéphane-Hessel-Platz in Weimar Produkte und Projekte ] Attraktive und robuste Natursteinplatten von Traco Gesamtareal nach Fertigstellung © Traco Deutsche Travertin Werke GmbH Vorplatz des neuen Bauhaus-Museums © Traco Deutsche Travertin Werke GmbH Die Weimarer schätzen ihn schon seit Jahrhunderten, Goethe untersuchte ihn ausgiebig und auch Ludwig Mies van der Rohe wusste ihn zu nutzen: Naturstein. In der thüringischen Stadt hat das ebenso robuste und optisch wie haptisch ansprechende Material nun in einem weiteren Projekt Verwendung gefunden, nämlich beim Stéphane-Hessel-Platz, benannt nach dem französischen Diplomaten, Résistancemitglied und Buchenwald-Überlebenden. Dieser Platz bildet jetzt das öffentliche Zentrum des neugestalteten Quartiers der Moderne, eingerahmt von BauhausMuseum, Neuem Museum Weimar und Stadtmuseum. Realisiert ist er als barrierefreie Lösung mit einem rechteckigen Areal, das neben dem schräg abfallenden, rollstuhlgerechten Zugang an drei Seiten über großzügig bemessene Stufen verfügt, die als Sitzflächen zum Verweilen einladen. Als robuster Baustoff wurde hier für Bodenplatten und Stufen graubeigefarbener Limes Dolomit verwendet, ein vom in Bad Langensalza ansässigen Traditionsunternehmen Traco Deutsche Travertin Werke GmbH gelieferter Kalkstein. Limes Dolomit weist sehr hohe Magnesium- und Kalziumanteile auf, was ihn besonders witterungsbeständig und abriebfest macht. Wo werben? Aufgrund seiner mineralogischen Beschaffenheit bietet sich der Dolomit unter anderem für die Gestaltung von Fußgängerzonen oder hochfrequentierten öffentlichen Plätzen an – wie eben jenem in Weimar, der als Knotenpunkt und Ort des Austauschs fungiert und entsprechend häufig genutzt wird. Sein Höhensprung erinnert dabei als räumliches Symbol an das historische Gewicht des Umfeldes und spiegelt zugleich die Verbindung von Handwerk und Kunst als einen der Grundgedanken der Initiatoren des Staatlichen Bauhauses wider. www.traco.de [Umrisse] Zeitschrift für Baukultur Wo werben? [Umrisse] Zeitschrift für Baukultur Ganz einfach! Unsere Mediadaten können Sie als PDF unter www.umrisse.de downloaden. 54] Ganz einfach! Unsere Mediadaten können Sie als PDF[Umrisse] unter www.umrisse.de Villa in Belgien Textiler Außensonnenschutz von Renson [Produkte und Projekte Eine hochmoderne Neubauvilla in der grünen Umgebung zwischen Mechelen und Leuven, schicker weißer Putz und große Fensterflächen: alles, was man braucht, wenn nicht auf der Südseite die volle Sonne und die damit verbundene Wärme »einfallen« würde. Und so wurde nach einer geeigneten Lösung gesucht, um die Innentemperaturen zu senken. Das Hauptproblem waren hier die schmalen Profile der »minimal windows«, die mitbestimmend bei der sachlichen Optik des Hauses sind. Die Seitenführungen des Textilsonnenschutzes durften also keinesfalls aus dem Glas herausragen, weshalb im Endeffekt nur eine Lösung in Frage kam – nämlich die neue, von Renson entwickelte Generation von windbeständigem Textilsonnenschutz: Fixscreen Minimal, mit schlankeren Seitenführungen und subtileren Tuchkästen für große Fenster. Der Fixscreen Minimal kam also quasi wie gerufen, da nach dem Einbau der Seitenführungen kein Aluminium vor dem Glas sichtbar ist. Und weil zudem der Tuchkasten und die Seitenführungen dank schraubenloser Führungen und einer kleineren Endschiene im gleichfarbigen Strukturlack ausgeführt wurden, fällt der vormontierte Textilsonnenschutz kaum noch auf. Die Tiefe der Seitenführungen und des Tuchkastens sind darüber hinaus so ausgelegt, dass sich auch ein Insektenschutzgitter dazwischen montieren lässt, das sogar bei hochgezogenen Screens Schutz bietet. www.renson.eu Erscheinungsbild des Gebäudes © Renson Details: »Fixscreen Minimal« von außen und innen © Renson Jetzt unseren aktuellen Prospekt anfordern! Sensible Bereiche schützen Galaxy Gate® 1.1 TS Körpertemperaturmessung und Desinfektionsspender jetzt integriert in der bewährten Eingangsanlage Galaxy Gate, hilft beim Kampf gegen Infektionen. Je nach Platzangebot und Sicherheitsauflagen haben wir die passende Lösung. [Umrisse] Access Solutions [55 www.wanzl.com I access-solutions@wanzl.com ADVERTORIAL KineticBoost-Technology® Neuer Standard für Bodenbeschichtungen der MC-Bauchemie Ob in der Industrie, in Parkhäusern, im Handel oder auch im Hochbau – die Anforderungen an Böden sind so vielfältig wie deren Nutzung. Doch viele etablierte Epoxy-, PU- und PMMA-Systeme stoßen bei widrigen Umgebungsbedingungen wie Feuchtigkeit oder bei zu hohen bzw. zu niedrigen Temperaturen an ihre Grenzen. MC-Bauchemie hat eine neue Technologie entwickelt, die auch bei derlei schwierigen Bedingungen angewandt werden kann und einen schnellen Aufbau ästhetisch ansprechender und dauerhaft hochbelastbarer Böden ermöglicht. Die KineticBoost-Technology® setzt eine neue Benchmark für Industrieböden und erweitert das Anwendungsspektrum zeitlich und geografisch, sowohl weit in den Winter als auch in tropische Regionen wie in Südostasien hinein. Reaktionsharzbasierte Flüssigkunststoffe auf Basis von PMMA, Epoxidharzen oder Polyurethanen (PU) bieten gegenüber mineralischen Böden viele Vorteile. Allgemein lässt sich sagen, dass ein solcher Flüssigkunststoff besonders schnell reagiert, Epoxidharze sich durch ihre hohe mechanische und chemische Beständigkeit auszeichnen, während Polyurethane (PU) elastische Eigenschaften zeigen. Sie sind daher sehr vielseitig einsetzbar, haben jedoch allesamt einen Nachteil: Sie härten während der Verarbeitung in Anwesenheit von Feuchtigkeit nur mit störenden Nebenreaktionen aus. So bilden Epoxidharze Carbamat als weißen Feststoff aus, während der Katalysator der PMMAs ungewünscht zerfällt und somit seine Wirkung verlieren kann. Innerhalb der Polyurethane reagiert die Isocyanat-Komponente mit Wasser zu CO2 und kann so zu einer unerwünschten Bläschenbildung innerhalb der Beschichtung führen. Die Anwendung von klassischen Reaktionsharzbeschichtungen ist bei hohen Luftfeuchten (> 80 % RF) daher kritisch. Störende Nebenreaktionen bei PU-Beschichtungen © MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG Um das Problem der eingeschränkten Verarbeitungsmöglichkeiten zu lösen, hat MC-Bauchemie in langjähriger Entwicklungsarbeit mit MC-Floor TopSpeed ein Spezialharzsystem für Fußböden in Industrie und Hochbau entwickelt, das sich auch bei widrigen Umgebungsbedingungen verarbeiten lässt. Es basiert auf einer neuen Spezialbindemittelchemie, der KineticBoost-Technology®, und ermöglicht Beschichtungsarbeiten sogar bei hoher Luftfeuchtigkeit und bei Feuchtigkeit im Untergrund sowie bei einem erweiterten Temperaturbereich von 2–35 °C. Mit MCFloor TopSpeed können Industrieböden in Innen- und Außenbereichen innerhalb weniger Stunden aufgebaut und schon nach kurzer Zeit voll belastet werden. Die beschleunigte Erhärtung ist das Ergebnis der KineticBoost-Technology®: Die kinetische Reaktivität wird dahingehend verändert, dass das Wasser vom Spezialbindemittel abgefangen und eine katalytisch aktive Spezies gebildet wird. Durch die Abfangreaktion und die extreme Beschleunigung ist eine Reaktion des Wassers mit den Isocyanat-Gruppen nicht mehr möglich. Da die Reaktivität jener Beschichtungsstoffe bei niedrigen Umgebungstemperaturen nahezu unverändert ist, können sie selbst bei hoher Luftfeuchtigkeit und niedrigen Temperaturen knapp oberhalb des Gefrierpunktes sicher appliziert werden. Das bedeutet zugleich: keine Tauempfindlichkeit und kein Schielen auf das Hygrometer, außerdem spielt aufgrund der raschen Grifftrockenheit der Beschichtung, die innerhalb von 30 min regenfest ist, das sonst relevante Regenrisiko kaum eine Rolle. KineticBoost-Technology®: hohe kinetische Reaktivität © MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG Versuchsapparatur des Driving-Abrasion-Tests © MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG 56] Standard-Epoxy-Beschichtung und ... © MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG MC-Floor-TopSpeed-Beschichtung nach Testende © MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG [Umrisse] ADVERTORIAL Neues Puskás-Stadion in Budapest © MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG Alle Systemkomponenten der KineticBoost-Technology® nutzen den Einfluss der Umgebung und wandeln ihn in eine zusätzlich beschleunigte Erhärtungsreaktion um, wobei Haftung, Abriebwiderstand und Kratzfestigkeit gesteigert werden. Ein vollständiger Boden ist an einem Tag möglich, Schutzmaßnahmen vor Kälte und Feuchtigkeit, wie zum Beispiel eine Einhausung, sind nicht nötig. Und: Die KineticBoost-Technology® wartet mit geringeren Verbrauchsmengen im Vergleich zu gängigen Beschichtungen auf. Die Instandhaltung lässt sich ebenfalls leichter bewerkstelligen, so können mit MC-Floor TopSpeed beschichtete Flächen einfach durch eine neue Schicht aufgefrischt bzw. viele Altbeschichtungen überarbeitet werden. Wie belastbar dieses System ist, hat die Technische Universität Kaiserslautern in einem Befahrbarkeitstest (Driving-AbrasionTest) ermittelt, bei dem ein 2 mm dicker Aufbau mit der neuen Spezialharzbeschichtung mit einem 4-mm-Epoxy-Aufbau bei exakt gleichen Bedingungen verglichen wurde, und zwar in Form einer Befahrung mit einem Luftreifen und einer Auflast von 450 kg in 25.000 Zyklen. Dabei schnitt das MC-Bauchemie-Produkt besser ab und ließ sich zudem wesentlich besser vom Gummiabrieb reinigen. Fazit: Nutzer profitieren von dauerhaft hochbelastbaren, UV-stabilen und farbtonbeständigen Oberflächen sowie durch die hochgradig vernetzte Oberflächenstruktur von einer sehr guten Reinigungsfähigkeit. Die Verarbeitung des MC-Floor-TopSpeedSystems erfolgt von der Untergrundvorbereitung bis zur Endbeschichtung mit herkömmlichen Werkzeugen wie Gummischiebern, Rakeln und Fellwalzen. Um eine optimale Haftung auf dem Untergrund zu [Umrisse] Produktionshalle von Resch & Frisch © MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG erzielen, wird die Bodenfläche mit einem Betonschleifer oder einem Kugelstrahlgerät vorbereitet. Die folgende Grundierung, Beschichtung und die Versiegelung werden dann einfach mit der Rolle aufgetragen, Flächenbegrenzungen und Sockelbereiche können abgeklebt oder mit dem Pinsel geschnitten werden. In puncto Gestaltung bieten sich gleichfalls Freiräume: MC-Floor TopSpeed ist sowohl in unterschiedlichen Farbtönen erhältlich als auch in transparent, matt oder flexibilisiert. So sind komplette Systemaufbauten mit und ohne Dekorchips einfach, sicher und schnell realisierbar. Wie bei kaum einer anderen Bindemittelgruppe lassen sich zudem die Materialeigenschaften Härte und Elastizität von gering bis sehr hoch in einem weiten Bereich einstellen. Dies machte man sich beim Bau des neuen Puskás-Stadions in Budapest, des größten öffentlichen Bauwerks Ungarns, zunutze. Dort wurden 15.000 m² Bodenflächen auf den Tribünen mit MC-Floor TopSpeed flex, der flexibilisierten Rollbeschichtung mit rissüberbrückenden Eigenschaften, versehen. Da die Arbeiten im November und Dezember 2018 ausgeführt werden sollten, kam kein klassisches System in Frage. Schließlich galt es, kühlen Temperaturen bis 2 °C sowie Regen- und Schneefällen zu trotzen, überdies lag die Luftfeuchtigkeit stets zwischen 70 % und 100 %. Bauherren und Planer hatten sich auch deshalb für das System der MC-Bauchemie entschieden, weil neue bzw. junge Betonoberflächen noch reißen können – und mit ihnen nichtflexible Bodenbeschichtungen. MC-Floor TopSpeed flex vermag dagegen statische Risse bis 0,80 mm bei 23 °C bzw. 0,40 mm bei -10 °C sowie dynamische Risse bis 0,15 mm bei -10 °C zu überbrücken, ohne zu reißen. Eine ähnliche Herausforderung wurde in Oberösterreich gemeistert, wo auf einer Fläche von 56.000 m² der modernste Backwarenbetrieb Europas für das Unternehmen Resch & Frisch entsteht. Ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl der Bodenbeschichtungsprodukte war hier unter anderem die Feuchteverträglichkeit, da die Restfeuchte der Estriche zu hoch war, um sie mit Standard-EP- oder -PU-Beschichtungen zu versehen. Daher fiel die Wahl auf MC-Floor TopSpeed. Die Umsetzung, in mehreren Etappen geplant, startete im September 2017 und umfasst bis 2022 ca. 12.000 m² Bodenbeschichtungen mit MC-Floor TopSpeed. Bodenbeschichtungen auf Epoxy-, Polyurethan- und PMMA-Basis stoßen bei Feuchtigkeit oder bei zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen an ihre Grenzen. Die auf der KineticBoost-Technology® basierenden neuen Reaktionsharze der MC-Bauchemie erweitern hingegen das Anwendungsspektrum für Bodenbeschichtungen. Sie ermöglichen eine sichere und schnelle Beschichtung selbst bei kritischen Umgebungsbedingungen wie niedrigen Temperaturen bis 2 °C, hohen Temperaturen bis 35 °C, hoher Luftfeuchtigkeit sowie Feuchtigkeit im Untergrund. Alle Systemkomponenten nutzen den Einfluss von Feuchtigkeit aus der Umgebung und wandeln ihn in eine zusätzliche, beschleunigte Erhärtungsreaktion um. Das sorgt für eine sehr gute Haftung auf allen Beton- und Estrichuntergründen und eine außerordentlich hohe mechanische Verschleißfestigkeit. Das Resultat ist ein größerer Spielraum für die Ausführung von Böden in Industrie und Hochbau, verbunden mit dem Vorzug dauerhaft hochbelastbarer, UV-stabiler und farbtonbeständiger Oberflächen, die sich zudem leichter reinigen lassen. www.mc-bauchemie.de [57 Dachaufstockung in London Produkte und Projekte ] Harmonische Zinkeindeckung dank VM Wie sich ein unspektakuläres Flachdach in ein außergewöhnliches Dachgeschoss verwandeln lässt, zeigt das Haus der englischen Verbraucherschutz-Zentrale. Das heutige Gebäude der »Which? Headquarters« im Londoner Stadtbezirk Camden hat seine Wurzeln in einem denkmalgeschützten georgianischen Bauwerk, das in den 1980er Jahren um einen deutlich größeren Anbau erweitert wurde. Und jetzt sollten noch weitere Nutzflächen und zudem nahtlose Übergänge realisiert werden. Von außen betrachtet, ist das neue Dachgeschoss der auffälligste Teil, weist es doch eine komplexe Dachform mit einer Anthra-Zinc-Oberfläche von VM auf, entworfen von KPF Architects. Deren Ziel war es, solcherart möglichst viel nutzbaren Raum zu schaffen und den Eindruck luftiger Höhe zu erzeugen, wobei die Auswirkung auf die historischen Sichtlinien der Umgebung möglichst gering zu halten waren. »Geometrie« im Blick © Paul Kozlowski/VM Building Solutions Deutschland GmbH Kombination aus Bestand und Ergänzung © Paul Kozlowski/VM Building Solutions Deutschland GmbH Und so gliedert sich die neue Struktur in eine Vielzahl versetzt angeordneter Segmente, die zur Mitte hin leicht ansteigen und so eine organische Gesamtform darstellen. Die Silhouette fügt sich mit einer anthrazitfarbenen Zinkeindeckung und scharfkantigen Details in das Erscheinungsbild der bestehenden Dächer ein. Eine Doppelstehfalzdeckung wirft zudem subtile Schattenmuster auf die abgewinkelten Zinkflächen, die sich harmonisch, aber durchaus eigenständig mit dem restlichen Gebäude verbinden. Für die Profile der hinterlüfteten Konstruktion kam Anthra-Zinc Plus zur Anwendung, die Oberflächen sind im Übrigen durch eine patentierte rückseitige Beschichtung mit hochwertigen Korrosionshemmstoffen vor Weißrost geschützt. In Deutschland wird Zinc Plus bevorzugt für unbelüftete Dächer gewählt, KPF Architects entschieden sich bei »Which? Headquarters« jedoch ebenfalls für diesen zusätzlichen Schutz. www.vmbuildingsolutions.de Dächer in Graphitschwarz Veredelte Naturengoben von Gebr. Laumans Die graphitschwarzen Dachziegel sind nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern vor allem aufgrund der Vorteile beliebt. Durch die Zugabe von Glaskörpern veredelt der niederrheinische Dachziegelhersteller Laumans die Naturengoben, so dass sie jetzt deutlich härter und deshalb unempfindlicher gegen mechanische Stöße und Schrammen sind. Zudem hat die dichtere Oberfläche, ähnlich einer Glasur, eine schmutzabweisende Wirkung. 58] Diese Naturengoben sind Laumans meistgefragte Flachdachziegel, schließlich lassen sie sich dank ihres variablen Deckspiels schnell verlegen und bieten großen Schutz. Durch ihre breiten Auflageflächen liegen sie ruhig und sicher auf den Dachlatten, wobei die Vierfachüberdeckung und intensive Verriegelung im Vierziegeleck hier für zusätzliche Stabilität und Sicherheit gegen Windsog sorgen. Die doppelte Verfalzung trotzt außerdem Schlagregen und Flugschnee, und zwar schon bei Dächern mit Neigungen ≥ 12°. www.laumans.de Dachziegel mit Vorteilen © Gebr. Laumans GmbH & Co. KG [Umrisse] ADVERTORIAL Absturzsicherheit in jedem Fall Kundenspezifische Leistungspakete von Sifatec Bei Sanierungsarbeiten auf Dachflächen verlangen unterschiedliche Gebäudeformen und Sicherheitsaspekte speziell darauf zugeschnittene Konzepte. Flexibilität und individuelle Lösungen statt Produkte und Dienstleistungen von der Stange: Dadurch zeichnet sich die Unternehmensphilosophie von Sifatec aus. Ob Sicherungskonzepte, Gefährdungsanalyse, statische Berechnungen, die Montage von Seitenschutz- und Gerüstsystemen, der Materialtransport oder die Logistik – das Team des Experten für Absturzsicherheit bietet ein umfangreiches Leistungspaket aus einer Hand, das sich stets an den spezifischen Kundenanforderungen orientiert. Drei Beispiele: Dass es zur Absicherung großflächiger Kuppeldächer für Sanierungsarbeiten keiner umfänglichen und damit teuren Einrüstung bedarf, beweist das Silodach der Südzucker AG im baden-württembergischen Offenau. Das bedeutende Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie mit Zuckerfabriken in ganz Europa beauftragte Sifatec mit der dauerhaften Absicherung der Dachränder. Sifatec fertigte nun Gerüste aus gewalzten Rohren auf Maß, die sich der runden Dachkonstruktion des Silos optimal anpassen. Die einzelnen Anschlusspunkte befinden sich nicht auf der Dachfläche selbst, sondern sind an der Außenseite positioniert. Der gesamte Bereich bleibt also frei, was barrierefreies Arbeiten ermöglicht. Die neuen Abdichtungsbahnen werden an keiner Stelle durchdrungen und eventuelle Schwachstellen damit von vornherein vermieden. Am Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Gelsenkirchen stand eine Dach- Festinstallierte Gerüste auf einem Siloturm in Offenau © Sifatec GmbH & Co. KG sanierung an. Aufgrund ihrer stark frequentierten Lage und des regelmäßigen Publikumsverkehrs war hier ein ganzheitliches Sicherungskonzept zum Schutz der Arbeiter und Passanten notwendig. Sifatec begleitete das Projekt von Anfang an sicherheitstechnisch inklusive einer Gefährdungsanalyse, eines Arbeitsablaufplans und eines Rettungskonzepts. Die Anforderungen umfassten zudem die Absicherung der Baustelle, die Beschaffung geeigneter Baustelleneinrichtungen, die Höhenzugangssicherung, das Abtragen alter Baumaterialien, eine umlaufende Dachrandsicherung, Transportdienstleistungen und die Übertunnelung des Fußgängerbereichs – ein anspruchsvoller Leistungsumfang, den Sifatec durch den Einsatz eigener Fachmonteure vollumfänglich erfüllte. Auch beim Aufbau von Photovoltaikanlagen können sich Bauherren und Planer auf Sifatec verlassen. Auf dem Flughafengelände in Hahn galt es zum Beispiel die 11.500 m² große Dachfläche eines Wartungshangars so abzusichern, dass die Treppenturm und Dachrandsicherung in Gelsenkirchen © Sifatec GmbH & Co. KG [Umrisse] Installationsarbeiten rundum geschützt durchgeführt werden konnten. Sifatec wurde mit der Dachrandabsicherung sowie dem Aufbau von Treppentürmen und einem Materialaufzug beauftragt. Weil eine Vorgabe war, keine Eingriffe am Dachrand vorzunehmen, montierte Sifatec auf einer Länge von 470 m eine Variante des Seitenschutzsystems, die nicht am Dachrand mit Hilfe des patentierten Einhängemechanismus angebracht wurde, sondern sich auf der Dachfläche selbst befand. Zusätzlich wurden zwei Treppentürme errichtet: Der erste erstreckte sich über die gesamte Gebäudehöhe von 37 m, gewährleistete zusammen mit einem Aufzug den Materialtransport und diente zeitgleich als zusätzlicher Fluchtweg. Ein zweiter Turm führte zu einer niedrigeren Dachfläche und wurde als Arbeitsgerüst zur Installation eines Kabelkanals genutzt. Nach Abschluss der Montagearbeiten durch Sifatec waren alle Voraussetzungen gegeben, um die Photovoltaikanlage sicher und effektiv installieren zu können. www.sifatec.de Hangar mit Treppentürmen und Seitenschutz in Hahn © Sifatec GmbH & Co. KG [59 Offshorewindpark Butendiek Produkte und Projekte ] Effektive Reparaturbeschichtung von Sika Ungefähr 32 km vor der Westküste des nördlichen Schleswig-Holstein liegt der Offshorewindpark Butendiek und versorgt mit seinen 80 Windenergieanlagen ca. 370.000 Haushalte in einer Gesamtleistung von 288 MW. Offshorewindanlagen sind einem hohen korrosiven Angriff ausgesetzt: Wind, Wetter sowie Unterwasser-, Wasserwechsel- und Spritzwasserbelastung, Meeresatmosphäre, Temperaturschwankungen, UV- und mechanische Einwirkungen und Abriebe sowie Salze und andere aggressive Stoffe. Bei der Reparatur der mechanisch beschädigten Flächen an den Monopiles, Transition Pieces und an der Plattform setzen die Betreiber auf Sika: Mit der UV-beständigen, einschichtigen und lösemittelfreien Reparaturlösung hat Sika ein speziell für den On- und Offshorebereich konzipiertes Produkt entwickelt, das sämtliche korrosionsschutztechnischen Anforderungen an eine einfache, hochwertige und zugleich langlebige Beschichtung einschließlich sehr guter Haftung auf allen erdenklichen Untergründen erfüllt. Der abriebfeste 2K-Stoff aus der Koaxialkartusche härtet in Rekordzeit aus, so dass sich die Wartung in nur einem Arbeitsgang abschließen lässt. Erstbeschichtung im Werk © Sika Deutschland GmbH 60] Energiegewinnung auf hoher See © Sika Deutschland GmbH Bereits in der Bauphase des Windparks hatten die Betreiber ein bewährtes Offshorebeschichtungssystem von Sika gewählt. So wurden unter anderem die Monopiles und die Innenflächen der Transition Pieces mit SikaCor, einer lösemittelfreien und mechanisch robusten 2K-Beschich- tung auf Epoxidharzbasis, appliziert, während für die äußeren Flächen der Transition Pieces Sika Permacor, eine mechanisch widerstandsfähige, witterungsbeständige 2K-Deckbeschichtung, im Farbton RAL 1023 (Verkehrsgelb) zur Anwendung kam. www.sika.de Äußere Flächen nach Erneuerung © Sika Deutschland GmbH [Umrisse] Distributionszentrum in Burgdorf Hochwertige Paneelverklebung von SFS [Produkte und Projekte Seit mehr als 40 Jahren steht der Name CP-Pharma für hochwertige Veterinärpharmazeutika, mit einem neuen Distributionszentrum hat das Unternehmen jetzt für die Zukunft gerüstet. Das System des Befestigungsspezialisten SFS machte hier die Verklebung von vorgehängten hinterlüfteten Fassadenpaneelen einfach, witterungsunabhängig und qualitativ hochwertig. Grund hierfür ist die Verlegung des Klebeprozesses von der Baustelle in die Werkstatt, was sicherstellt, dass sie ganzjährig und wetterunabhängig unter kontrollierten Bedingungen stattfinden kann. Ebenfalls bewährt haben sich die effizienten Montageabläufe, die GluRay® ermöglicht: Auf der Baustelle mussten die Paneele lediglich mit Hilfe der aufgeklebten Profile in das Gegenprofil eingehängt, justiert und fixiert werden. Um ein seitliches Verschieben zu verhindern, wurden sie dabei einzeln mit einer Fixpunktschraube gesichert – zusätzlich unterstützt durch Neubau mit vorgehängter Fassade © SFS intec GmbH die durchdachte Konstruktion der Profile, bei der sämtliche Komponenten exakt aufeinander abgestimmt sind. Das Fazit fällt folglich positiv aus: Alle Beteiligten sind vom Erscheinungsbild des neuen Distributionszentrum angetan. www.sfsintec.de Befestigung im Detail © SFS intec GmbH Dachfenster mit Vorteilen Weiterentwickelte Lösung von Lamilux Runde Form ohne sichtbare Lüftungsantriebe © Lamilux Heinrich Strunz GmbH Das runde Flachdachfenster vereint Ästhetik und ausgezeichnete Energiewerte, zeigt sich aber auch in der Größe sehr flexibel: Bei einer Aufsatzkranzhöhe von 30 cm, 50 cm oder 70 cm und einem Durchmesser von 60–180 cm passt es sich in alle Gebäudesituationen ein und sorgt für einen konzentrierten und stimmungsvollen Lichteinfall. [Umrisse] Es ist mit Zwei- oder Dreifachverglasung erhältlich und auf einem runden, komplett wärmegedämmten Aufsatzkranz aus glasfaserverstärktem Kunststoff montiert. Dank Structural-Glazing-Technologie bietet es einen stufenlosen Übergang vom Einfassrahmen zur Verglasung und damit einen ungehinderten, planebenen Ablauf des Regenwassers. Und: Verfügbar sind nun die neuartigen verdeckten Antriebe für runde Elemente mit einem OKD-Maß von 120 cm und 150 cm, die Fenster wirken ohne sichtbare Lüftungsantriebe noch stilvoller und hochwertiger. Damit ist es erstmals möglich, mittels runder Flachdachfenster Räumlichkeiten zu lüften, ohne optische Beeinträchtigungen in Kauf nehmen zu müssen. www.lamilux.de [61 Brandschutz im Fokus Software und IT ] Zielführende Programme von Weise Software (Exemplarische) Anwendung von »Fluchtplan« © Brandschutz 2000 Consulting/Weise Software GmbH Fehlerhafte Brandschutzkonzepte lassen sich nach Baufertigstellung meist nur mit viel Zeit- und Kostenaufwand korrigieren, wie Jürgen E. Klaft, Inhaber von Brandschutz 2000 Consulting, als ausgewiesener und erfahrener Experte weiß. Deshalb berät und unterstützt er Planer möglichst frühzeitig bei der Erstellung von Brandschutzkonzepten und -nachweisen, wobei auch Brandschutzgutachten, Flucht- und Rettungswege- oder Feuerwehrpläne zu seinem Leistungsspektrum gehören. Unterstützt wird er dabei von Programmen der Weise Software GmbH, wie eben »Fluchtplan« und »Brandschutznachweis«. Rationalisierung durch Symbolkataloge © Brandschutz 2000 Consulting/Weise Software GmbH In der Praxis werden nun entweder vorhandene CAD-Zeichnungen im dxf- bzw. dwg-Format oder gescannte Bestandspläne importiert. Ist allerdings weder das eine noch das andere vorhanden, erfolgt eine manuelle Eingabe. Klaft: »Grundrisse müssen wir nicht Strich für Strich zeichnen. Stattdessen geben wir Wände, Fenster, Türen oder Treppen einfach mit ihren Abmessungen und Eigenschaften in einem Dialogfenster ein. Das Programm erzeugt sie dann selbständig.« Praktisch findet er zudem, dass zusammenhängende Flächen automatisch erkannt und gleich mit der richtigen Farbfläche versehen sowie Linienfarben und -breiten, Sicherheitszeichen oder Schriftgrößen normgerecht dargestellt werden. Zeit sparen ebenso die mitgelieferten Vorlagen für Rahmen, Titel, Verhaltenstafeln oder Stempelfelder und die automatisch generierte Planlegende mit allen verwendeten Symbolen. Brandschutzkonzepte und -nachweise zu erstellen, ist freilich sehr aufwendig, da unter anderem viele länderspezifische Verordnungen und Sonderbauverordnungen zugrunde gelegt werden müssen. Darüber hinaus sind unterschiedliche Gebäudeklassen zu beachten, Bauteile, Rettungswege oder Feuerlöscheinrichtungen nachzuweisen, Dokumente, Berechnungen und Pläne beizufügen etc. – weshalb Klaft schon seit sechs Jahren »Brandschutznachweis« von Weise Software nutzt. Regelkonforme Erstellung von Konzepten und Nachweisen © Brandschutz 2000 Consulting/Weise Software GmbH 62] [Umrisse] »Bautagebuch« für Dokumentationen © Brandschutz 2000 Consulting/Weise Software GmbH [Software und IT Das Programm berücksichtigt sowohl alle Gebäude- und Höhenklassen als auch Sonderbauten oder komplexe Nachweise nach der Muster-Industriebaurichtlinie, durchweg eingebettet in strukturierte Abfragen, so dass nichts vergessen wird. Dabei werden noch offene Punkte oder Abweichungen zur besseren Übersicht graphisch hervorgehoben, komplettiert durch die Möglichkeit, zusätzlich erläuternde Texte, Abbildungen oder Tabellen einzufügen – beispielsweise aus der integrierten Datenbank, die über 550 Verordnungen, Richtlinien und Gesetze der Bundesländer umfasst. Gutachten und Stellungnahmen mit integrierten Fotos © Brandschutz 2000 Consulting/Weise Software GmbH Für Brandschutzdokumentationen kommt wiederum das digitale Bautagebuch von Weise Software zur Anwendung. Eigentlich wurde das Bautagebuch, zusammen mit der ergänzenden App, für die Erstellung von Bautagesberichten und Besprechungsprotokollen entwickelt. Anhand von Texten und Fotos lassen sich damit Baustellenaktivitäten festhalten: Tätigkeiten und Mängel, Behinderungen, Änderungen und Besprechungen, besondere Vorkommnisse und anderes mehr. Klaft nutzt es speziell für Brandschutzdokumentationen und Gutachten, denn Zustände und Mängel lassen sich damit anhand kurzer Erläuterungstexte und Fotos protokollieren, Gleiches gilt für die Setzung von Fristen und die Kontrolle von Bearbeitungsständen. Dass bei Brandschutz 2000 Consulting mit mehreren Programmen aus der Hand eines Herstellers gearbeitet wird, hat Vorteile – nicht nur weil man Stammdaten problemlos austauschen kann. Die Programmbedienung ist ebenfalls einfacher, da sie einem einheitlichen Konzept folgt. Und dass man bei Fragen immer gleich mit einem vertrauten Ansprechpartner verbunden wird, findet Klaft auch gut. Für Berufskollegen, die [Umrisse] auf der Suche nach der passenden Lösung sind, hat er im Übrigen einen einfachen Rat: »Zuerst sollte man klären, welche Software man für seinen speziellen Bereich braucht und ob sie für die individuellen Anforderungen ›passt‹. Allzu groß ist das Angebot im Brandschutzbereich ja nicht. Kennt man dann noch andere Programme des Herstellers und ist zufrieden damit, macht das die Entscheidung natürlich einfacher.« www.weise-software.de Software für Architekten und Ingenieure z z z z z z z z z z z z z Unternehmenscontrolling Bautagebuch Projektmanagement Flucht- & Rettungspläne Honorarabrechnung SiGe-Koordination Bildverortung Brandschutznachweise Formularsoftware Formulargenerator Brandschutzordnung Gesetzessammlung Terminmanagement Weise Software GmbH | Bamberger Straße 4 – 6 | 01187 Dresden Telefon: 03 51 / 87 32 15 - 00 | Telefax: 03 51 / 87 32 15 - 20 | info@weise-software.de www.weise-software.de [63 Schalungsplanung in und mit BIM Software und IT ] Leistungsstarke Kooperation von Autodesk und Doka Zur Erstellung von BIM-fähigen Bauwerksmodellen kooperiert Doka eng mit Autodesk, als einem Unternehmen, das Partner des Architektur-, Ingenieur- und Bauwesens (AEC) ist und die Branche durch mehr und mehr automatisierte und vernetzte Arbeitsweisen in die Zukunft des Bauens führt. DokaCAD for Revit steht nun für den entsprechenden Gesamtprozess: Es ist ein Plug-in für Autodesk Revit, welches native, automatisierte Schalungsplanung in einer BIM-Umgebung erlaubt. Die leistungsstarke Software ermöglicht unter anderem eine schnelle 3-D-Schalungsplanung für alle Projekttypen, steigert die Produktivität durch Nutzung vorhandener Platzierungshilfen und unterstützt BIM Collaboration. Und in DokaCAD for Revit kann zudem auf über 40.000 erprobte Musterlösungen der Doka-eigenen CAD-unabhängigen Tipos Logik für eine schnelle und wirtschaftliche Planung zugegriffen werden. Die Verwendung von Automatismen spart Zeit im Vergleich zum händischen Platzieren von Komponenten und liefert stets technisch korrekte Lösungen, so dass sich die optimale Taktung unter den Aspekten Sicherheit, Zeit und Kosten sowie auch Montage- und Einsatzpläne der Scha- lungselemente inklusive Materialauszug ermitteln lassen. Bauunternehmen können dadurch die von Doka gelieferte Schalungsplanung ohne Datenverluste in das eigene Revit-Modell übernehmen. Ihnen steht es aber auch frei, die Schalungsplanung selbst zu erarbeiten, denn Doka stellt neben der Software eine umfassende Revit-Bibliothek von ca. 4.500 Schalungskomponenten kostenfrei zur Verfügung. Die Revit-Familien von Doka besitzen im Übrigen einen hohen Detaillierungsgrad von LOD (Level of Detail) 400. www.autodesk.com www.doka.de Verwendung von Automatismen © Deutsche Doka Schalungstechnik GmbH Informationsfluss als Basis Neue BIM-Grundlagen-Richtlinie des VDI Bei der Anwendung von Building Information Modeling (BIM) sind funktionierende Prozesse eine entscheidende Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung eines Projekts, denn sie sorgen für einen definierten und koordinierten Daten- und Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten. Unter Prozessen versteht man hier Abfolgen von Aktionen und Interaktionen zum Erreichen festgesetzter Ziele: Die in VDI 2552 Blatt 7 beschriebenen Prozesse dienen dem Austausch von Daten und Informationen, die in dem Zusammenhang 64] notwendig werden, und beinhalten die jeweiligen Aufgaben- und Rollenverteilungen. Dabei kann es sich beispielsweise um Abstimmungen handeln oder um gemeinsam zu bearbeitende Projekte und Teilabschnitte während der Errichtung und der späteren Lebenszyklusphasen eines Bauwerks sowie um dessen Betrieb. Darüber hinaus werden die Startvoraussetzungen für den Beginn eines Prozesses, die anschließenden Schritte und die Bedingungen für ein erfolgreiches Prozessende definiert. Ziel der Richtlinie sind die Vermittlung von Grundlagen der Strukturierung des Informationsflusses und die Darstellung von Methoden zur Prozessbeschreibung eines BIM-Prozesses über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerkes. Dabei zeigt VDI 2552 Blatt 7 schematisch den Zusammenhang zwischen den Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA) und dem BIM-Abwicklungsplan (BAP) sowie den derart vereinbarten Informationslieferungen im Zuge der Wertschöpfung eines Bauwerks. www.vdi.de [Umrisse] ADVERTORIAL AVA mit BIM 5-D als Onlineservice Rein webbasierte Anwendung von Nova Building IT Als erste rein webbasierte Anwendung des Open-BIM-Standards für Baukostenmanagement und Projektsteuerung holt Nova AVA die Vorteile des Cloudcomputings ins Bauwesen. Damit steht modellbasiertes Kostenmanagement erstmals als Onlineservice zur Verfügung, und zwar durchgängig für alle AVA-Prozesse. Und die stetig anwachsende Anwendercommunity zeigt, dass Architekten, Planer, Ingenieure oder Projektmanager die Vorzüge des cloudbasierten Arbeitens zunehmend für sich nutzen. Inhaltlich bietet die Anwendung alles, was man von einem leistungsfähigen und modernen AVA-Programm erwarten darf – von der Kostenplanung über AVA bis zum Controlling und zur Bauablaufplanung, wobei sämtliche Module auch mit BIMModellen verknüpft werden können. Doch als Onlineservice geht die Anwendung darüber weit hinaus, denn alle Arbeitsschritte erfolgen hier über einen Browser direkt im Netz – egal mit welchem Endgerät oder Betriebssystem, an jedem Arbeitsort und zu jeder Zeit. Dies ermöglicht flexibles Co-Working und vereinfacht die Kommunikation der Projektpartner. Multi-Model-Viewer: Baukonstruktion mit Gebäudeausrüstung © Nova Building IT GmbH Die Vorteile des Cloudcomputings macht Nova AVA erstmals auch für BIM nutzbar, setzt deren Einbeziehung doch für AVA und Controlling neue Standards. Alle Module lassen sich mit BIM-3-D-Modellen für interaktives Arbeiten verknüpfen. Nova AVA erweitert das 3-D-Modell zudem um die Dimensionen Zeitplanung und Kosten zur 5-D-Modellierung, was die Informationsdichte erhöht, zugleich aber mehr Transparenz schafft und die Prozesse vereinfacht. Kostengruppen der technischen Gebäudeausrüstung im Modell © Nova Building IT GmbH Von der Webanwendung profitiert der gesamte Workflow, weil immer in der Cloud gearbeitet wird – und daher ohne den herkömmlichen, aufwendigen Datenaustausch. Intelligent gesteuerte Berechtigungen stellen sicher, dass der Zugriff nur für Beteiligte stets gewährleistet bleibt. Eine solche zentrale, gemeinsame Datenverwaltung ist der Schlüssel für ein effizientes, modernes Baukostenmanagement, weil sämtliche Prozesse dadurch an Qualität, Transparenz und Effizienz gewinnen. [Umrisse] Anwendern in Form von Suchergebnissen für LV-Positionen wieder verfügbar zu machen. Weil die Suche außerdem den Ort und Ausführungszeitraum einer Baustelle integriert, lassen sich regionale, zeit- und mengenbezogene Preisschätzungen abrufen. Und gezielte Vorschläge für jeweils sinnvoll ergänzende Leistungen erleichtern die LV-Erstellung weiter. Kostenplanung in BIM © Nova Building IT GmbH Die neueste Funktion von Nova AVA zeigt, wohin die Entwicklung im modernen Baukostenmanagement gehen kann. Denn was bei Suchmaschinen und Onlineshops längst zum Standard gehört, lässt sich im Bauwesen ebenfalls gewinnbringend nutzen. So unterstützt und vereinfacht der Nova SmartPool die Erstellung von Leistungsverzeichnissen auf »smarte« Weise. Dafür werden die Ausschreibungstexte aller User gesammelt: anonymisiert und DSGVO-konform, um sie anderen Nova AVA BIM 5-D ist ein Onlineservice, die Idee dahinter: Software nur so zu nutzen und zu zahlen, wie sie wirklich benötigt wird. Die Anwender buchen die Module nach individuellem Bedarf. So entfällt der Ballast neben der eigentlichen Arbeit aus Download, Installation, Kümmern um Updates und Wartung etc., und natürlich gibt es auch keine hohen Anfangsinvestitionen oder Mindestvertragslaufzeiten. www.avanova.de [65 Preis zum Thema »Metall in der Architektur« Nachrichten ] Elfte Auslobung durch Domico Dach-, Wand- und Fassadensysteme »Skulptur« © Domico Dach-, Wand- und Fassadensysteme KG Jury und Sieger des Jahres 2018 © Oberösterreicherin/Mathias Lauringer Domico Dach-, Wand- und Fassadensysteme KG lobt nun zum elften Mal den internationalen Architekturpreis »Domigius« unter dem Motto »Metall in der Architektur« aus: Seit 1994 dient er der Würdigung herausragender Architektur vor allem im Bereich des Industrie- und Gewerbebaus. Dieser Wettbewerb richtet sich an Architekten und Planer, die mit ihren Bauwerken die breitgefächerten Anwendungsmöglichkeiten von Domico-Produkten aufzeigen. Die Bewertung der eingesandten Arbeiten erfolgt anhand der Kriterien »Form und Design«, »technische Details«, »materialgerechte Gestaltung« und »Nachhaltigkeit«. Prämiert werden Projekte, bei denen vorwiegend die Produkte Domitec, GBS, Planum, Struktur, Design-Planum, Swing sowie Element-Dächer und Element-Hallen zum Einsatz kommen bzw. gekommen sind. 1. Preis beim zehnten »Domigius«: Feuerwache Nord in Linz © Kurt Hörbst/Domico Dach-, Wand- und Fassadensysteme KG 2. Preis beim zehnten »Domigius«: Firmen-Gebäude in Leutkirch © rudau.com/Domico Dach-, Wand- und Fassadensysteme KG 66] Die Einreichungen werden auf der DomicoWebsite veröffentlicht und im Rahmen einer Ausstellung prämiert. Der für Architektur- und Planungsbüros ausgelobte Domico-Architekturpreis ist mit insgesamt 20.000 € dotiert. Jeder Bewerber kann sich mit einer oder mehreren Arbeiten beteiligen, teilnahmeberechtigte Einreichungen sind Neubauten und Sanierungen von Gewerbe- und Industriebauten, von mehrgeschossigen Wohnbauten und von Sportstätten, bei denen überwiegend Domico-Produkte an Dach, Wand und bzw. oder Fassade eingesetzt wurden. Zusätzlich muss der Zeitraum der Ausführung bzw. der Realisierung zwischen 7. Juli 2018 und 9. Juli 2021 liegen. Die Einreichungsfrist für die entsprechenden Unterlagen endet am 9. Juli 2021. Die gesamte Auslobung und die Formulare zur Onlineeinreichung finden sich auf der Domico-Website unter »Domigius«. www.domico.at 3.Preis beim zehnten »Domigius«: Studentenheim/Tankstelle in Innsbruck © Christian Flatscher/Domico Dach-, Wand- und Fassadensysteme KG [Umrisse] Bayerischer InGENIEurpreis 2021 Elfte Auslobung der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau Eingereicht werden können Ideen und Projekte, die aus der Ingenieurwissenschaft und Ingenieurpraxis im Bauwesen hervorgegangen sind: Sie müssen nach dem 1. Januar 2015 begonnen und bis zum Zeitpunkt der Abgabe abgeschlossen worden sein. Ihre Bewertung erfolgt durch eine unabhängige Jury, der – Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Markus Aufleger, Universität Innsbruck, – Prof. Dr.-Ing. Hans Bulicek, Technische Hochschule Deggendorf, – Prof. Dr.-Ing. Norbert Gebbeken, Bayerische Ingenieurekammer-Bau, München, – Dr.-Ing. Tobias Linse (angefragt), Dr. Gollwitzer – Dr. Linse Ingenieure, München, – Dipl.-Ing. Univ. Helmut Schütz, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, München, – Dipl.-Ing. Michael Wiederspahn, Verlagsgruppe Wiederspahn, Wiesbaden, – Dipl.-Ing.(FH) Ralf Wulf, Bayerische Ingenieurekammer-Bau, München angehören. [Nachrichten Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau hat zum elften Mal »ihren« Ingenieurpreis und damit den Bayerischen InGENIEurpreis 2021 ausgelobt. Dotiert mit insgesamt 10.000 €, dient er zur Prämierung großer und kleiner Ingenieurleistungen, also von Projekten und Bauwerken aller Fachrichtungen, die auf ihre jeweils ganz besondere Weise herausstechen. »Viele Ingenieurleistungen sind in ihrem Bereich genial – auch wenn dies Außenstehenden nicht immer ins Auge sticht. Umso mehr sieht es die Bayerische Ingenieurekammer-Bau als ihre Aufgabe an, das Genie im Ingenieur sichtbar zu machen. Wir freuen uns wieder über zahlreiche Bewerbungen aus allen Disziplinen des Ingenieurwesens im Bereich Bauen«, so Prof. Dr. Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Unabhängig von der Fachdisziplin oder Größe des Projektes werden mit diesem Preis Ingenieurleistungen gewürdigt, die besonders innovativ, nachhaltig, technisch kreativ, zukunftsweisend oder wirtschaftlich sind oder sich durch einen hohen Anteil an interdisziplinärem, partnerschaftlichem Arbeiten auszeichnen. Aufruf zur Teilnahme © Bayerische Ingenieurekammer-Bau Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau sowie Doktoranden, Masteranden und Studierende an den Bayerischen Hochschulen. Die in der Auslobung geforderten Unterlagen müssen bis 30. Oktober 2020, 12.00 Uhr eingegangen sein. www.bayerischer-ingenieurpreis.de www.bayika.de Graffiti in Deutschland Wachsendes Informationssystem der Universität Paderborn Entwicklung einer Bilddatenbank © Universität Paderborn Sie finden sich an Wänden, Zügen oder Brücken: Graffiti und damit mal mehr, mal weniger künstlerisch gestaltete Schriftzüge aus der Sprühdose, die zunehmend [Umrisse] auch das Interesse der Wissenschaft wecken: Seit 2016 bauen Forscher der Universität Paderborn und des Karlsruher Instituts für Technologie eine Datenbank auf, die es erlaubt, das urbane Phänomen systematisch zu untersuchen. Das entsprechende Projekt namens »Ingrid« oder in Langform »Informationssystem Graffiti in Deutschland« ist nun um weitere drei Jahre verlängert worden und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit ca. 1 Mio. € unterstützt. »Seit Mitte 2019 sind ca. 40.600 Graffiti-Fotos für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugänglich. Im Zuge des Ausbaus werden weitere Sammlungen des derzeit mehr als 150.000 Fotografien umfassenden Bestandes erschlossen«, so Prof. Dr. Doris Tophinke, Universität Paderborn. Das heißt, es wurde eine digitale Graffiti-Bilddatenbank entwickelt, mit der erstmals systematische Untersuchungen auf Basis hochwertiger Forschungsdaten möglich sind. Graffiti kamen in den späten 1970er Jahren in den USA auf, eng verbunden mit der Hip-Hop-Szene, während sie erst seit den 1980er Jahren in Deutschland Verbreitung fanden. Als anhaltendes jugendkulturelles Phänomen und in ihrer Kombination aus Schrift und Bild sind sie heute Gegenstand der Forschung, wobei vor allem die Aspekte Bildästhetik, Grammatikalität, die stadträumliche Verortung sowie die soziale Funktion und Bedeutung von Graffiti ins Blickfeld rücken. Die Bilddatenbank ist aus vielerlei Gründen aber auch für Disziplinen wie Medienwissenschaften, Soziologie oder die Stadtplanung spannend. www.uni-paderborn.de [67 Klinker für gekrümmte Konstruktionen Nachrichten ] Verfahrensentwicklung an Technischer Universität Darmstadt Realisierter Prototyp aus verschiedenen Perspektiven © Virtua ethic Gewölbekonstruktionen aus Ziegel waren über Jahrhunderte eine etablierte Methode, um große Räume und Spannweiten ohne Stützen zu überbrücken. Aufgrund des erheblichen Aufwands zu ihrer Herstellung werden solche Tragwerke aber kaum noch eingesetzt. Ein Forscherteam um Dipl.-Ing. Architekt BDA Alexander Pick, Institut für konstruktives Gestalten und Baukonstruktion der Technischen Universität Darmstadt, hat nun gemeinsam mit den Projektbeteiligten Deppe Backstein-Keramik GmbH, dem Steenfelder Betonwerk, der Johann Meinders GmbH sowie der Ripkens Wiesenkämper Beratende Ingenieure PartGmbH ein Verfahren entwickelt, das eine kostengünstige Realisierung von mehrfach gekrümmten Ziegelschalen aus ebenen Fertigteilen ermöglicht. Die Arbeiten dazu erfolgten zweistufig: zunächst digital am Computer, danach mit Ziegeln im Feldversuch. »Die Grundidee unseres Projekts besteht darin, aus ausschließlich ebenen viereckigen Modulen eine gewölbte und gekrümmte Form herzustellen«, so Pick. Dafür wurde das Tragwerk mit Hilfe des Computermodells virtuell in Module unterteilt, die aus einer gleichbleibenden Anzahl an Ziegeln bestehen. Diese Module sind zwar alle viereckig und ca. 1 m² groß, weisen aber unterschiedliche Winkel auf, um die Gestaltungsfreiheit bei der Formgebung nicht zu beeinträchtigen. Die Ziegel wiederum wurden so konzipiert, dass sie später im Fertigteil eine Längs- und Querbewehrung aufnehmen können und sich auf der Baustelle kraftschlüssig mit Hilfe eines »Übergreifungsstoßes« verbinden lassen: Weil keine einzelnen Ziegel, sondern stabile vorgefertigte Module verbaut werden, ist zudem kein vollflächiges Lehrgerüst zur Unterstützung mehr nötig. www.tu-darmstadt.de Architektur statt Antibiotika Planungsstudie der Technischen Universität Braunschweig Für eine Studie haben Wissenschaftler der Charité Berlin zunächst ein Jahr lang Abstriche in Patientenzimmern sowie Proben direkt von Patienten genommen. »So können wir zum ersten Mal zeigen, wie sich das Mikrobiom, also die Gesamtheit der Mikroorganismen, auf den Oberflächen im Krankenhaus aufbaut«, so Dr. Rasmus Leistner vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité Berlin. Reinigungsmittel und anwesende Personen könnten demnach durch ihr eigenes Mikrobiom die Mikrobenkonstellation des Zimmers verändern. Einerseits vernichten Reinigungsmittel Bakterien, schaffen andererseits aber auch Nischen für gefährliche Erreger. Architekten und Designer der Technischen Universität Braunschweig vermochten nun zu zeigen, wie eine kluge Raumplanung und die Neugestaltung hygienerelevanter Gegenstände die Übertragung gefährlicher Keime in Krankenhäusern zu verhindern hilft. Dabei war es den Planern wichtig, Materialien auszuwählen, die leicht zu reinigen sind. Details wie die Beleuchtung 68] und die Position der Desinfektionsmittelspender fanden hier freilich ebenfalls Berücksichtigung. Konkret heißt das: Momentan haben Zweibettzimmer in Krankenhäusern nur ein Bad, das sich die Patienten teilen. Getrennte Bäder gewährleisten jedoch mehr Hygiene: »Wir gehen davon aus, dass die Mehrkosten für die zweite Nasszelle dadurch ausgeglichen werden, dass Kosten für eventuelle Infektionsbehandlungen wegfallen«, so Dr. Wolfgang Sunder vom Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen in Braunschweig. Das Architektenteam hat deshalb gemeinsam mit dem bayerischen Unternehmen Röhl und weiteren 17 Industriepartnern einen Prototyp für ein neuartiges Patientenzimmer gebaut, wobei sich jetzt eine Evaluierungsphase anschließt. Im Oktober 2020 soll dieser Demonstrator einem internationalen Fachpublikum auf dem Berliner »World Health Summit« vorgestellt werden. Sodann können die Entwicklungen in ihrer Gesamtheit oder als einzelne Elemente in Krankenhäusern realisiert werden. www.tu-braunschweig.de (Mögliches) Erscheinungsbild eines Patientenzimmers © Tom Bauer/Technische Universität Braunschweig [Umrisse] Basalt für Betonfassaden Bewehrungsalternative »aus« der Hochschule München In einem Großversuch in der Hochschule München wurde nachgewiesen, dass vorgehängte Beton-Fassadenelemente mit Basaltstab-Bewehrung alle Ansprüche an Tragfähigkeit, Haltbarkeit und Ästhetik erfüllen können, die für eine Instandsetzung notwendig sind. Zur Erprobung testeten die Forscher das Konzept an einem bestehenden Element: Nach Einbau der neuen Bewehrung wurde durch Aufbringen eines hochalkalischen Spritzmörtels der Altbeton »realkalisiert«, um den Stahl wieder vor Korrosion zu schützen. Zur Bearbeitung der Sichtbetonoberflächen kamen zudem neue, mit Basaltfasern verstärkte Mörtelrezepturen zur Ausführung. Außerdem wurde die Konstruktion mit Hilfe numerischer Simulationen nachgerechnet und ihre Tragfähigkeit solcherart nachgewiesen. Auch in der Praxis gibt es bereits erfolgreiche Anwendungsbeispiele, wie unter anderem auf Brücken an vielbefahrenen Straßen oder dem Tunnel an der A 96 bei Gräfelfing bei München. Und: Die neue Materialkombination mit Basaltbewehrung und einer dünnen Spritzbetonschicht wird derzeit bei der Ertüchtigung einer Brücke in Dresden erprobt. Ein weiteres Einsatzgebiet könnten Schwellen an Bahntrassen sein, da hier hohe Tragund Zugfestigkeiten sowie Langlebigkeit gefordert sind – allesamt Vorteile der basaltbewehrten Neuentwicklung. www.hm.edu [Nachrichten Stahlbetonfassaden haben häufig eine leider nur begrenzte Lebenszeit, denn Kohlendioxid und Wasser sowie Streusalzrückstände dringen in den Beton ein. Dessen chemische Zusammensetzung verändert sich, der Stahl beginnt zu rosten, und es kommt zu Abplatzungen. Im Projekt »Fasalt« oder »Instandsetzung vorgehängter Sichtbetonfassaden durch dünnwandige Fassadenergänzungen aus basaltbewehrtem Beton« hat nun ein Team um die Professoren Andrea Kustermann, Christoph Dauberschmidt und Christian Schuler von der Fakultät für Bauingenieurwesen der Hochschule München die Materialeigenschaften des neuen Baustoffs erforscht, optimiert und auf seine Einsatzfähigkeit geprüft. Herausgekommen ist ein Instandsetzungskonzept für geschädigte vorgehängte Stahlbetonfassaden und tragende Betonelemente, wie zum Beispiel Brüstungen. Die neuen, aus Basalt bestehenden Verstärkungselemente im Beton haben mehrere Vorteile: Sie sind leicht, verfügen über eine hohe Zugfestigkeit, rosten nicht und kosten nicht viel, weil Basalt als vulkanisches Gestein reichlich vorhanden ist. Bohrung und Bohrkern: Element mit Basaltbewehrung und Mörtelschicht © Johannes Lesser/Hochschule München Basaltstäbe im Beton © Johannes Lesser/Hochschule München Biozide in Baustoffen Neues Forschungsprojekt der Hochschule Coburg Pestizide, Herbizide, Fungizide: Die meisten Menschen wissen, dass Landwirte solche Substanzen nutzen, um Ernteschäden zu vermeiden. Weniger geläufig ist, dass oft genau die gleichen Chemikalien im Bauwesen eingesetzt werden, und zwar in großem Stil. »Etwa ein Viertel der hergestellten Biozide geht in Produkte aus dem Bausektor«, so Prof. Dr. Stefan Kalkhof und Prof. Dr. Matthias Noll, wobei bisher weitgehend unbekannt ist, welche Folgen die Freisetzung jener Wirkstoffe hat. Das ändert sich nun, denn die beiden Professoren vom Institut für Bioanalytik der [Umrisse] Hochschule Coburg erforschen im Projekt »Bewertung biozidhaltiger Baustoffe« den Einfluss auf das Boden-Ökosystem: Anders als bei Gewässern gibt es bei Böden keine belastbaren Daten über die Auswirkungen von Bioziden. Die Coburger Forscher erarbeiten dementsprechend wertvolles Hintergrundwissen, das der Politik in ein paar Jahren als Entscheidungsgrundlage zu dienen vermag. Das Coburger Vorhaben ist Teil des Projektverbundes »BayÖkotox. Ökotoxikologische Bewertung von Stoffen in der Umwelt«, eine Initiative des Freistaats Bayern, um bis dato fehlende Datengrundlagen zu schaffen. Finanziert wird BayÖkotox vom Bayerischen Umweltministerium, koordiniert vom Landesamt für Umwelt und verknüpft mit dem Ziel, bei der terrestrischen Ökotoxikologie eine Vorreiterrolle einzunehmen. Unter Ökotoxikologie versteht man im Übrigen eine Disziplin, die untersucht, wie sich chemische Stoffe auf die Umwelt auswirken – von der Ebene winziger Moleküle bis hin zu ganzen Ökosystemen. www.hochschule-coburg.de [69 Gefahr(en) durch Asbest Nachrichten ] Zahlen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Asbest ist ein Naturstoff, der als »Mineral der tausend Möglichkeiten« vor über 100 Jahren in industriellen und verbrauchernahen Bereichen zum Einsatz kam, wobei Asbestprodukte in Deutschland zumindest bis Anfang der 1990er Jahre vor allem im Bauwesen Verwendung fanden. Und das hatte und hat Konsequenzen: Trotz eines seit 1993 gültigen Verbots sterben jährlich ca. 1.500 Menschen an den Folgen einer entsprechenden Berufskrankheit. Zwischen 2001 und 2016 fielen zudem ca. 6,30 Mio. t asbesthaltiger Abfall an. Und allein im Jahr 2017 verstarben ca. 1.600 Berufserkrankte, weil sie asbesthaltigen Stäuben ausgesetzt waren. Insgesamt starben zwischen 1990 und 2017 über 34.000 Menschen an den Folgen des Minerals, die Kosten für die medizinische Versorgung und Rentenzahlung für Erkrankte und deren Angehörige lagen 1990–2016 im Übrigen bei ca. 8,30 Mrd. €. Und noch immer sind schätzungsweise über 37 Mio. t asbesthaltiges Material verbaut, meist in Form von Asbestzement. Insbesondere beim Abriss oder Umbau von Gebäuden kann es freigesetzt werden, Arbeiten an verdeckten asbesthaltigen Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern stellen in dem Zusammenhang ein großes Problem dar. Dies sind nur einige aktuelle Zahlen aus dem Nationalen Asbest Profil Deutschland, das die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt in zweiter aktualisierter Auflage veröffentlicht hat. Darüber hinaus informiert es über Arbeitsplatzgrenzwerte für Asbest und die aktuellen Regelungen zum Schutz der Beschäftigten. Die 78 Seiten umfassende Veröffentlichung steht auf der BAuA-Homepage zum kostenfreien Download zur Verfügung. www.baua.de Auswirkungen einer »Altlast« © Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Wachstum als Ziel Verschmelzung bei Lahmeyer Ende Juni wurde die Lahmeyer München Ingenieurgesellschaft mbH auf die Lahmeyer Deutschland GmbH verschmolzen. Lahmeyer Deutschland gehört zur Tractebel Gruppe, die somit ihre Kompetenzen im Bereich Bau und Verkehr bündelt und derart ihre Wachstumsstrategie für Deutschland untermauert. Lahmeyer Deutschland erbringt Leistungen in den Bereichen Planung und Projektmanagement sowie technisch-wirtschaftliche Beratung für Vorhaben aus Hochbau, Industriebau, Verkehrsinfrastruktur sowie Energieinfrastruktur in ganz Deutschland. 70] 2019 erwirtschafteten die Unternehmen Lahmeyer Deutschland und Lahmeyer München einen Jahresumsatz von insgesamt 7,30 Mio €, das Unternehmen mit nunmehr 65 Mitarbeitern hat seinen Sitz in Bad Vilbel, wird das Geschäft aber weiterhin von den bisherigen Standorten Berlin, München und Bad Vilbel ausführen. Lahmeyer München wurde bereits 1977 als Niederlassung für den Bereich Wasserbau und Verkehrsinfrastruktur gegründet und 2001 als eigenständige GmbH ausgegründet. Lahmeyer Deutschland realisiert bundesweit zahlreiche Projekte, dazu gehören unter anderem die Projektsteuerung für die Sanierung der Brandschutzsysteme am Terminal 1 des Frankfurter Flughafens, das Projektmanagement für Lagergebäude und Logistikhalle zur Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle im Rahmen des Rückbaus der KTE in Karlsruhe, die Errichtung des Güterverkehrszentrums Nordwest in Ingolstadt, der viergleisige Ausbau der Strecke München–Ingolstadt, der Neubau der Autobahn A 94 im Bereich Ampfing-Heldenstein und die Erneuerung diverser Eisenbahnbrücken. www.lahmayer-deutschland.de [Umrisse] Online-Datenbank für Gestalter Umfassender Relaunch des »Material-Archiv« Nach mehr als zehn Jahren wurde das Onlinenachschlagewerk nun reformiert und quantitativ wie qualitativ angereichert, wobei die ikonische Kachelansicht bestehen blieb. Dem Wissen liegt jetzt eine semantische Datenarchitektur zugrunde, so dass sich alle Inhalte miteinander verknüpfen lassen. Diese Verbindungen bestehen auch zu den neun physischen Sammlungen, was wiederum die Frage befördert(e), wie man Wissen und Welt ordnen kann. Das Material-Archiv lanciert haben 2008 die Gründungsmitglieder Gewerbemuseum Winterthur, Hochschule Luzern, Sitterwerk St. Gallen und Zürcher Hochschule der Künste, inzwischen ist es aber um weitere institutionelle Mitglieder gewachsen: Material-Hub der ETH Zürich, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Winterthur, Hochschule der Künste Bern und Schweizer Baumuster-Centrale. Jedes Mitglied unterhält eine öffentlich zugängliche Materialmustersammlung, dazu eine Schausammlung mit Anwendungsbeispielen und Halbfabrikaten. Der Dialog mit den materiellen Archiven ist entscheidend für eine sinnvolle Onlinenutzung, ist doch ein »Begreifen« von Werkstoffen nur im Wechselspiel von Physischem und Digitalem möglich. Seit seiner Gründung bietet dieser Verbund seine Inhalte im Übrigen frei an. Eine solche Initiative ist weltweit einzigartig und zudem höchst relevant, denn unsere Umgebung besteht aus Materialien – und sie zu kennen und zu verstehen, ist essentiell für einen verantwortungsvollen Umgang. www.materialarchiv.ch [Nachrichten Das von neun namhaften Schweizer Bildungseinrichtungen getragene Netzwerk »Material-Archiv« hat seine Datenbank inhaltlich und technisch neu konzipiert. Ob Holz, Stein, Kunststoff oder Glas, ob Gießen, 3-D-Druck oder Gerben, ob Hightech oder traditionell: Die ca. 1.300 Werkstoffe mit ihren Gruppierungen, Verfahren und Anwendungen werden wie bisher allen Fach- und Laiennutzern frei zur Verfügung stehen – künftig allerdings verständlicher präsentiert. Startseite und »danach« ... © Material-Archiv Einzelmaterialien, Anwendungen, Verfahren und vieles mehr © Material-Archiv [Umrisse] [71 Ausstellungen Termine ] Norm. It‘s not complicated Ausstellung im Museum für Gestaltung in Zürich bis 6. September; Di–So 10–17 Uhr, Mi 10–20 Uhr. Museum für Gestaltung Zürich Ausstellungsstraße, CH – 8031 Zürich Tel.: 00 41/43/4 46 67 67 Die City – das Land Ausstellung im Museum der Moderne in Salzburg bis 13. September; Di–So 10–18 Uhr, Mi 10–20 Uhr. Museum der Moderne Mönchsberg 32, A – 5020 Salzburg Tel.: 00 43/6 62/84 22 20 Richard Neutra. Wohnhäuser für Kalifornien Ausstellung im Wien Museum in Wien bis 20. September; Di–So 10–18 Uhr. Wien Museum Felderstraße 6–8, A – 1010 Wien Tel.: 00 43/1/5 05 87 47-8 51 73 Was, wenn ...? Zum Utopischen in Architektur, Kunst und Design Ausstellung im Neuen Museum in Nürnberg bis 20. September; Di–So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr. Neues Museum Luitpoldstraße 5, 90402 Nürnberg Tel.: 09 11/2 40 20-0 Terunobu Fujimori Ausstellung in der Raketenstation Hombroich bis 4. Oktober; Fr–So 12–17 Uhr. Stiftung Insel Hombroich Raketenstation Hombroich 4, 41472 Neuss Tel.: 0 21 82/8 87-0 Europas beste Bauten Ausstellung im Architekturzentrum Wien bis 10. Oktober; täglich 10–19 Uhr. Architekturzentrum Wien Museumsplatz 1, A – 1070 Wien Tel.: 00 43/1/5 22 31 15 Campus Deutsche Bundesbank Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main bis 16. Oktober; August; Di–So 10–18 Uhr. Deutsches Architekturmuseum Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt am Main Tel.: 0 69/2 12-3 63 18 72] Autokorrektur. Mobilität im Korrekturmodus Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen Ausstellung im afo architekturforum oberösterreich in Linz bis 16. Oktober; Mi–Sa 14–17 Uhr. (Zentral-)Ausstellung im Audi-Bau in Zwickau bis 1. November; Mo–So 10–18 Uhr. afo architekturforum oberösterreich Herbert-Bayer-Platz 1, A – 4020 Linz Tel.: 00 43/7 32/78 61 40 Raimund Abraham Ausstellung im Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien bis 18. Oktober; Di 10–21, Mi–So 10–18 Uhr. MAK Museum für angewandte Kunst Stubenring 5, A – 1010 Wien Tel.: 00 43/1/7 11 36-2 48 Stiftung Deutsches Hygiene-Museum Sächsische Landesausstellung Postfach 120162, 01002 Dresden Tel.: 03 51/48 46-2 78 urbainable, stadthaltig Ausstellung in der Akademie der Künste in Berlin bis 22. November; Di–So 10–18 Uhr. Akademie der Künste Pariser Platz 4, 10117 Berlin Tel.: 0 30/2 00 57-0 Ingo Maurer intim. Design or what? Raumkunst. Made in Darmstadt 1904–1914 Ausstellung in der Neuen Sammlung in der Pinakothek der Moderne in München bis 18. Oktober; Di–So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr. Ausstellung im Museum Künstlerkolonie in Darmstadt bis 28. November; Di–So 10–18 Uhr. Widerstand und Wandel. Über die 1970er Jahre in Tirol Le Corbusier und Zürich Neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne Arcisstraße 21, 80333 München Tel.: 0 89/2 38 05-0 Ausstellung im aut. architektur und tirol in Innsbruck bis 24. Oktober; Di–Fr 11–18, Sa 11–17 Uhr. aut. architektur und tirol Lois-Welzenbacher-Platz 1, A – 6020 Innsbruck Tel.: 00 43/5 12/57 15 67 Bakelit. Sammlung Georg Kargl Ausstellung in der Tchoban Foundation, Museum für Architektur in Berlin bis 15. November; Mo–Fr 14–19 Uhr, Sa–So 13–17 Uhr. Tchoban Foundation Museum für Architekturzeichnung Christinenstraße 18 a, 10119 Berlin Tel.: 0 30/43 73 90 90 Thom Mayne. Skulpturale Zeichnungen Ausstellung im Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien bis 26. Oktober; Di 10–21, Mi–So 10–18 Uhr. MAK Museum für angewandte Kunst Stubenring 5, A – 1010 Wien Tel.: 00 43/1/7 11 36-2 48 Museum Künstlerkolonie Olbrichweg 13 a, 64287 Darmstadt Tel.: 0 61 51/13-33 85 Ausstellung im Museum für Gestaltung in Zürich bis 29. November; Di–So 10–17 Uhr, Mi 10–20 Uhr. Museum für Gestaltung Zürich Ausstellungsstraße, CH – 8031 Zürich Tel.: 00 41/43/4 46 67 67 Anette Lenz. À propos Ausstellung im Museum Angewandte Kunst (MAK) in Frankfurt am Main bis 3. Januar 2021; Di 10–18 Uhr, Mi 10–20 Uhr, Do–So 10–18 Uhr. Museum Angewandte Kunst Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main Tel.: 0 69/2 12-3 12 86 Jörg Brüggemann. Deutsche Autobahn Ausstellung im Museum Weltkulturen in Mannheim bis 6. Januar 2021; Di–So 11–18 Uhr. Museum Weltkulturen Reiss-Engelhorn-Museen D 5, 68159 Mannheim Tel.: 06 21/2 93 31 50 Kontext. Staab Architekten Ausstellung im Neuen Museum in Nürnberg bis 10. Januar 2021; Di–So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr. Neues Museum Luitpoldstraße 5, 90402 Nürnberg Tel.: 09 11/2 40 20-0 [Umrisse] Tagungen Die Architekturmaschine. Die Rolle des Computers in der Architektur Architekturmuseum der Technischen Universität München in der Pinakothek der Moderne Arcisstraße 21, 80333 München Tel.: 0 89/2 38 05-0 Beton Ausstellung im Schweizerischen Architekturmuseum (SAM) in Basel vom 17. Oktober bis 11. April 2021; Di–So 10–17 Uhr, Do 11–20.30 Uhr. Schweizerisches Architekturmuseum Steinenberg 7, CH – 4051 Basel Tel.: 00 41/61/2 61 14 13 Gae Aulenti. Ein kreatives Universum Ausstellung im Vitra Design Museum in Weil am Rhein bis 18. April 2021; täglich 10–18 Uhr. Vitra Design Museum Charles Eames Straße 1, 79576 Weil am Rhein Tel.: 0 76 21/7 02 32 00 Patumbah liegt auf Sumatra Ausstellung im Heimatschutzzentrum in Zürich bis 30. Mai 2021; Mi–So 14–17 Uhr. Heimatschutzzentrum Zollikerstraße 128, CH – 8008 Zürich Tel.: 00 41/44/2 54 67 90 Wettbewerbe Kombination aus physischer und virtueller Konferenz für Immobilien und Investition in München vom 14. bis 15. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: Deutscher Verkehrsplanungspreis 2020 Messe München GmbH Messegelände, 81823 München Tel.: 0 89/9 49-0 EBH 2020 Europäischer Kongress zum Thema »Energieeffizientes Bauen mit Holz im urbanen Raum« (EBH) in Köln vom 21. bis 22. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: forum-holzbau Bahnhofplatz 1, CH – 2502 Biel Tel.: 00 41/32/3 27 20 00 Garten- und Landschaftskultur Siebtes Stralsunder Symposium zur Gartenund Landschaftskultur in Stralsund vom 23. bis 25. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: Stralsunder Akademie für Garten- und Landschaftskultur Dr. Angela Pfennig Sarnowstraße 6 d, 18435 Stralsund Tel.: 0 38 31/28 93 79 Würdigung von Projekten und Konzepten zur Verkehrswende im öffentlichen Raum unter dem Titel »Vom Parkraum zum Freiraum«, Einsendeschluss ist der 1. September; Auskünfte und Anmeldung: [Termine Ausstellung im Architekturmuseum der Technischen Universität München in der Pinakothek der Moderne in München vom 14. Oktober bis 10. Januar 2021; Di–So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr. Expo Real Hybrid Summit 2020 Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung SRL e.V. Schrammstraße 8, 10715 Berlin Tel.: 0 30/2 78 74 69-0 Bayerischer Ingenieurpreis 2021 Alle zwei Jahre verliehene und mit 10.000 € dotierte Auszeichnung für »große und kleine Ingenieurleistungen, Projekte und Bauwerke aller Fachrichtungen, die auf ihre jeweils ganz besondere Weise herausstechen«, Einreichungstermin ist der 30. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: Bayerische Ingenieurekammer-Bau Schloßschmidstraße 3, 80639 München Tel.: 0 89/41 94 34-21 Europäische Baukulturkonferenz 2020 Tagung in Gelsenkirchen vom 29. bis 31. Oktober; Auskünfte und Anmeldung: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung Deichmanns Aue 31–37, 53179 Bonn Tel.: 02 28/9 94 01-12 19 Nationale Stadtentwicklungspolitik 14. Bundeskongress in Leipzig vom 2. bis 3. Dezember; Auskünfte und Anmeldung: Messen Nationale Stadtentwicklungspolitik c/o ProjektPro Friedrichstraße 60, 10117 Berlin Tel.: 0 03/92 03 90-35 denkmal 2020 Europäische Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung in Leipzig vom 5. bis 7. November; Auskünfte und Anmeldung: Leipziger Messe GmbH Messe-Allee 1, 04356 Leipzig Tel.: 03 41/6 78-0 Graz Kulturjahr 2020 BAU 2021 Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme in München vom 11. bis 16. Januar 2021; Auskünfte und Anmeldung: Messe München GmbH Messegelände, 81823 München Tel.: 0 89/9 49-0 [Umrisse] Veranstaltungen Ganzjährige Veranstaltung mit Ausstellungen, Besichtigungsmöglichkeiten, Diskussionen etc. zum Thema der urbanen Zukunft in Graz bis 31. Dezember; Auskünfte und Anmeldung: Trafo Schillerstraße 29, A – 8010 Graz Tel.: 00 43/6 60/1 02 41 80 [73 Bücher ] Industriekultur im Mittelpunkt 74] Diese Neuerscheinung ist zweifelsohne außergewöhnlich, unterscheidet sie sich doch in vielerlei Hinsicht von thematisch ähnlich gelagerten Publikationen, also von Be- oder Abhandlungen, die ihr Sujet in puncto Text wie Bebilderung eher dokumentarisch und insofern oft sehr trocken oder sogar reizarm bis -los zu durchdringen pflegen. Im vorliegenden Fall wird hingegen ein anderer, ein wesentlich leserfreundlicherer Weg beschritten, der sich dennoch oder eben gerade deshalb als höchst qualitätsvoll bezeichnen lässt: Statt mit einer Abfolge mehr oder minder stringent verfasster Bauwerksbeschreibungen aufzuwarten, die dann nicht selten in und mit einem arg wohlfeil anmutenden Resümee ausklingen (müssen), wurde hier die Form des oder eines Gesprächs gewählt. Das heißt, der Inhalt aller zehn Kapitel vom »Vorwort« über »Industriestadt Frankfurt/ Offenbach«, »Knoten Frankfurt«, »Städtebau«, »Architektur und Konstruktion«, »Energie«, »Trinkwasser und Abwasser«, »Arbeitersiedlungen und Unternehmervillen« und »Umnutzungen« bis hin zum »Nachwort« erschließt sich in Gestalt von einzelnen Aussagen, von sich ergänzenden, den roten Faden quasi weiterspinnenden Redebeiträgen, aber auch von sich partiell korrigierenden Einwürfen und manche Querverweise eröffnenden Anmerkungen, die in Summe überaus lebendig wirken, immer wieder zum Nachdenken anregen und derart einen im Endeffekt genauso anschaulichen wie tiefschürfenden Eindruck von der »Industriekultur in Frankfurt und Offenbach« vermitteln. Dass die drei Diskutanten profunde Kenner von Materie und Region sind, sie im Rhein-Main-Gebiet als Architekt, Stadtplaner bzw. -soziologe und Fotograf leb(t) en und arbei(te)ten, ja sich zudem für die »Route der Industriekultur Rhein-Main« engagier(t)en, erstaunt demnach kaum, sondern untermauert im Grunde lediglich den per se nur schwerlich zu bestreitenden Erkenntniswert des gesamten Buches. Wer es nun aufschlägt und zu studieren beginnt, stößt daher fast zwangsläufig auf, im besten Sinne, charakterisierende Darstellungen und Einschätzungen von markanten, Stadt und Umland prägenden (Ingenieur-)Bauwerken, wie zum Beispiel Eisenbahnbrücken, Krankonstruktionen, Staustufen, Bahnstationen, Verwaltungs- und Wohngebäude, Fabrik- und Großmarkthallen sowie Wasser-, Heiz- und Gaskraftwerke, die en gros wie en détail in Erinnerung rufen, welche Bedeutung jenen Anlagen und Einrichtungen früher beinahe unweigerlich zukam, was ihre Entwicklung letztlich bestimmte und warum sie trotz wechselnder ästhetischer Vorlieben und der sich bisweilen rasant wandelnden funktionalen Anforderungen den technischen Fortschritt stets widerzuspiegeln vermochten. Den Schutzumschlag sollte Mann oder Frau im Übrigen vor oder spätestens während der Lektüre abnehmen, umdrehen und ein bisschen intensiver betrachten, da auf seiner Rückseite zusätzliche, den Innenteil gleichsam komplettierende Informationen einer oder der Entdeckung harren – nämlich eine Karte, auf der die erwähnten Bauten und Orte inklusive exakter Adressen angegeben und aufgelistet sind. Eine wissensgesättigtere, mit solch großem Vergnügen zu goutierende Alternative dürfte sich vorerst nicht finden (lassen). Michael Wiederspahn DW Dreysse, Peter Lieser, Matthias Matzak: Industriekultur in Frankfurt und Offenbach. Heinrich Editionen, Frankfurt am Main 2019. 204 S., 80 Abb., geb., 28 €. »Geschichte« eines Bausystems Obwohl das Planen und Bauen in Ostdeutschland durchaus erforscht wurde und wird, lassen sich noch Entdeckungen machen, erscheinen bisweilen Publikationen, die das Augenmerk auf bisher übersehene oder gar vergessene Kapitel der DDR-Baugeschichte lenken – wie eben das hier anzuzeigende Buch von Florian Krieg. Eher lapidar mit »Typ Leipzig« be- und mit »Ein Mehrzweckgebäude des VEB Metallleichtbaukombinat« untertitelt, vermittelt es einen genauso detaillierten wie zielorientierten Einblick in eine außerordentlich interessante Entwicklung, die in den 1960er Jahren begann und eine Dekade später in und mit jener Konzeption ihren Höhepunkt erreichte, wie bereits im Vorwort zu lesen ist: »Mit dem Mehrzweckgebäude ›Typ Leipzig‹ zog das Metalleichtbaukombinat der DDR im Jahre 1971 die Summe der rund zehnjährigen Beschäftigung mit Aluminium-Vorhangfassaden und entwickelte ein verblüffend einfaches Projekt mit einer kleinen Zahl konstruktiver Bauteile, wenigen Fassadenelementen und einfachem Ausbaustandard. Es war flexibel nutzbar, stellte nur wenige Bedingungen an den Standort und kam selbst am Nikolaikirchhof im historischen Stadtkern Leipzigs zur Ausführung.« Basierend auf einem Stahlskelett als Tragstruktur, ermöglichte dieses System die Ausbildung anpassungsfähiger Grundrisse, so dass es sich unter anderem für die Errichtung von Verwaltungsbauten, Wohnheimen und Produktionshallen eignete, seiner An- oder Verwendung waren insofern kaum Grenzen gesetzt. Und: Die Fassade wies im Bereich von Sturz und Brüstung emaillierte Ausfachungen auf, was wiederum erlaubte, in puncto Farbigkeit unterschiedliche Gestaltungsideen zu verwirklichen und die Außenhülle damit je nach Funktion oder Kontext entsprechend zu akzentuieren. Deren Gliederung war im Übrigen keineswegs festgelegt, erfolgte die Vorfertigung der Fassadenelemente doch in zwei Standardbreiten, die quasi nach Belieben miteinander kombiniert werden konnten. Auf und mit den in Summe 80 Seiten mit Text, erläuternden Zeichnungen und historischen wie aktuellen Fotos werden nun Genese, Konstruktion, Variabilität, Innenausbau und Montage des »Typ Leipzig« thematisiert, und zwar in der gebotenen Tiefe, wobei der Katalogteil am Ende gleichfalls große Beachtung verdient – als eine Art illustrierter Zusammenstellung, in der eine Auswahl aller ca. 150 realisierten Entwürfe in Deutschland und Polen mit Angaben zu ihren Ausstattungsmerkmalen, ihrer früheren wie heutigen Nutzung und dem jeweiligen Erhaltungszustand zu finden ist. Die Lektüre des schmalen und kartonierten, dafür aber sehr instruktiven und zudem nur 20 € kostenden Bandes lohnt also uneingeschränkt. Michael Wiederspahn Florian Krieg: Typ Leipzig. Ein Mehrzweckgebäude des VEB Metalleichtbaukombinat. Verlag Dreiviertelhaus, Berlin 2020. 80 S., zahlr. Abb., kt., 20 €. [Umrisse] Herausgeber Dipl.-Ing. Michael Wiederspahn Chefredaktion Dipl.-Ing. Michael Wiederspahn mwiederspahn@verlagsgruppewiederspahn.de Verlag VERLAGSGRUPPE W I E D E R Smit MixedMedia P A Konzepts HN Biebricher Allee 11 b 65187 Wiesbaden Tel.: 06 11/84 65 15 Fax: 06 11/80 12 52 www.verlagsgruppewiederspahn.de Satz und Layout Christina Neuner Fotos Titel und Inhalt Innovation Factory in Rheinau © HGesch Innovation Factory in Rheinau © Henn Erweiterungsbau im Kanton Schwyz © Karin Gauch und Fabien Schwartz Verwaltungsneubau in Iserlohn © Roland Halbe Verwaltungsgebäude in Aitrach © Adolf Bereuter Future Factory in San Pellegrino Terme © BIG Fotos »Rückseite« und Inhalt Industriedenkmal in Wuppertal © Tom Bauer/Rudolf Hensel GmbH Stellmotor für Brandschutzklappen © Gruner AG Feuerschutzvorhang aus Glasfilamentgewebe © Hörmann KG Brandschutzabschluss in Verwaltungsgebäude © heroal Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG Konstruktionsprinzip für Brandschutzfassaden © Jansen AG Brandschutztor in der Emslandarena © Jansen Tore GmbH & Co. KG Kontrastreiche Fassadengestaltung mit Holz © Ladenburger GmbH Stéphane-Hessel-Platz in Weimar © Traco Deutsche Travertin Werke GmbH Neues Puskás-Stadion in Budapest © MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG Hangar mit Treppentürmen und Seitenschutz in Hahn © Sifatec GmbH & Co. KG Druck Schmidt printmedien GmbH Haagweg 44, 65462 Ginsheim-Gustavsburg Erscheinungsweise und Bezugspreis [Umrisse] Zeitschrift für Baukultur erscheint 6 x pro Jahr. Einzelheft: 9,50 € Doppelheft: 19,00 € Jahresbezugspreis: 57,00 € Abonnement Ausland: 63,00 € [Impressum [Umrisse] Zeitschrift für Baukultur ISSN 1437 - 2533 20. Jahrgang Ausgabe 4∙2020 www.umrisse.de Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form reproduziert oder in eine von Maschinen verwendbare Sprache übertragen werden. 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