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Full text: Masterplan Pforzheim

MASTERPLAN PFORZHEIM

www.pforzheim.de/masterplan

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Masterplan Pforzheim Impressum Herausgeber: Stadt Pforzheim Marktplatz 1 75172 Pforzheim masterplan@stadt-pforzheim.de Projektgruppe Masterplan: Anna-Lena Beilschmidt Melanie Gegenheimer Stefan Hauswirth Michael Strohmayer Gestaltung: Boxfisch Design | Antje Thürigen www.boxfisch-design.de Text: Wortkultur | Dr. Ana Kugli www.wortkultur-online.de Bildquellen: Asiye Heinzelmann www.istockphoto.com www.fotolia.com Stand: Februar 2014

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INHALTSVERZEICHNIS
	 Ein Masterplan für Pforzheim .............................................................. 04

	

Im Jahr 2025 ............................................................................................... 05

	

Ein Blick in die Zukunft − Acht Stimmen ........................................ 06

	Querschnitte ............................................................................................... 08

	

Handlungsfeld 1 – Wirtschaft, Arbeit und Finanzen ..................... 10

	

Handlungsfeld 2 – Bildung und Entwicklungschancen ............... 16

	

Handlungsfeld 3 – Miteinander und Teilhabe ................................. 22

	

Handlungsfeld 4 – Mobilität .................................................................. 28

	

Handlungsfeld 5 – Stadtbild und Wohnen ...................................... 34

	

Handlungsfeld 6 – Natur und Kultur ................................................. 40

	Ausblick ......................................................................................................... 46

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EIN MASTERPLAN FÜR PFORZHEIM
W  aren Sie dabei? Erinnern Sie sich an die gespannte Neugier, die in der Luft lag: bei der großen Bürgerversammlung, bei den Zukunftswerkstätten? Haben auch Sie Ihre Ideen, Ihre Wünsche in den Pforzheimer Masterplan eingebracht? Der Masterplan, 2010 in Gang gesetzt, war ein aufwendiger und außergewöhnlicher Prozess zur Stadtentwicklung, der alle Bereiche des Lebens in Pforzheim berücksichtigt. Ausgangspunkt war die schwere Krise des städtischen Haushalts. Um die knappen finanziellen Ressourcen so einzusetzen, wie es die Pforzheimerinnen und Pforzheimer für richtig halten, wurden gemeinsam Schwerpunkte definiert, an denen sich Politik und Verwaltung ausrichten. Herzstück des Prozesses war − neben einer Einbindung zahlreicher Expertinnen und Experten − die umfassende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Nachdem der Gemeinderat den Prozess auf den Weg gebracht und sechs strategische Handlungsfelder (siehe S. 10 – 45) definiert hatte, fand am 2. Februar 2011 eine Bürgerversammlung im CongressCentrum Pforzheim statt. Daran knüpften − von April bis Dezember 2011 − Themenmonate zu den Handlungsfeldern an. In diesen gab es Zukunftswerkstätten und Foren, in denen Bürgerinnen und Bürger sowie interne und externe Expertinnen und Experten zunächst getrennt voneinander, später gemeinsam zu den Handlungsfeldern arbeiteten. „Pforzheim im Jahr 2025“ war die übergeordnete Vision, zu der Ziele und Projektvorschläge entwickelt wurden. Ergänzt wurde der Prozess durch eine schriftliche Bürgerumfrage, eine Zukunftswerkstatt bei Q-Prints im Sommer 2011 − um auch sozial benachteiligte Menschen einzubeziehen − sowie Kindergruppen, die sich spielerisch und mit einem Malwettbewerb mit der Zukunft in Pforzheim beschäftigten. D  ie Ergebnisse all dieser Veranstaltungen wurden gesammelt. Beratende Funktion hatte der Projektbeirat, bestehend aus 15 Pforzheimer Persönlichkeiten, der zu den Zielen und Projektvorschlägen Stellung nahm. Eine Steuerungsgruppe bereitete dann die Ergebnisse für den Gemeinderat auf. Dieser beschloss in seiner Sitzung vom 18. Dezember 2012 den Masterplan Pforzheim ohne Gegenstimme als integriertes strategisches Stadtentwicklungskonzept für die kommenden 15 Jahre. Weitere Details zum genauen Ablauf des Masterplanprozesses können Sie im Internet unter www.pforzheim.de/masterplan nachlesen. Diese Broschüre fasst nun die Ergebnisse des Masterplans kompakt zusammen. Zu Beginn stehen die „Elf Leitsätze für Pforzheim“ (S. 5), die als themenübergreifende Vision zu verstehen sind − die Essenz des Masterplans. Da einige Themen in verschiedenen Handlungsfeldern von Bedeutung waren und als besondere Schwerpunkte zu würdigen sind, werden diese als „Querschnitte“ vorab beleuchtet (S. 8 – 9). Darauf folgen die Ziele und ausgewählte Projektvorschläge der sechs Handlungsfelder. Die Ziele in jedem Handlungsfeld sind nach Prioritäten in die Kategorien A, B und C geordnet. Innerhalb einer Kategorie stehen die Ziele gleichberechtigt nebeneinander. Um die Umsetzung des Masterplans zu gewährleisten, wurde inzwischen ein Masterplanbüro eingerichtet, das als zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die Politik, die Verwaltung und die Medien in allen Fragen rund um den Masterplan fungiert. Eines aber bleibt zu betonen: Der Masterplan versteht sich nicht als abgeschlossen. Er kann und soll flexibel angepasst und stetig fortgeschrieben werden. Sie sind herzlich eingeladen, sich an diesem Prozess weiterhin zu beteiligen!

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Ein Masterplan für Pforzheim

IM JAHR 2025
1  . 	 Pforzheim ist kulturelles und wirtschaftliches Oberzentrum in attraktiver Lage und bietet hervorragende Bedingungen für Unternehmen, Arbeitnehmer und Besucher. 2. 	 Pforzheim steht für Design und Präzision und zeichnet sich durch seine Kreativität aus. 3  . 	 Pforzheim ist ein hoch entwickelter und internationaler Schul- und Hochschulstandort. 4. 	 In Pforzheim ist die Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben gewährleistet. 5. 	 Pforzheims vielfältige Kulturlandschaft ist ein bedeutender Standortfaktor. 6. 	 forzheim ist weltoffen und tolerant: Vielfalt wird gelebt. P Hier leben Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunft respektvoll zusammen. 7. 	 Die Menschen in Pforzheim sind engagiert und beteiligt an Grundsatzfragen. Die Stadt nutzt das Ideenpotenzial ihrer Bürgerinnen und Bürger. 8. 	 Pforzheim ist Vorreiter beim Klimaschutz und im Umgang mit den natürlichen Ressourcen. 9. 	 Pforzheim ist eine Sport- und Freizeitstadt für alle Generationen. 10. 	 Pforzheim ist mit seiner Innenstadt und seinen Stadtteilen lebendig und attraktiv für alle. 11. 	 forzheim bewahrt sein architektonisches Erbe und legt Wert auf hohe Qualität bei P Planung und Gestaltung der Stadt.

Im Jahr 2025

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EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT − ACHT STIMMEN
AUS EINER FIKTIVEN BEFRAGUNG IM SOMMER 2025 AUF DEM PFORZHEIMER MARKTPLATZ
„ch habe mich mit meinem Start-up hier in Pforzheim niedergelassen, weil die Stadt als Oberzentrum I zwischen Karlsruhe und Stuttgart attraktive Bedingungen und Wachstumsmöglichkeiten für junge Unternehmen bietet. Besonders profitiere ich hier von der Vernetzung der Firmen meiner Branche untereinander, aber auch den guten Kontakten zur Hochschule, sodass ich an Innovationen immer dran bleibe. Die Stadt hat sich als Zentrum für Design und Präzision etabliert. Es hat sich herumgesprochen, dass findige Lösungen aus Pforzheim kommen: technisch exzellent, gut gestaltet, kreativ vermarktet.“ Unternehmerin „ ls Arbeitnehmer hat man hier in Pforzheim die Chance, sich gut weiterzuqualifizieren. Die Aus- und A Weiterbildung ist passgenau am Bedarf der Unternehmen orientiert, sodass sich die Mühe immer lohnt und man das Gelernte im Job einsetzen kann. Für meine Frau und mich ist außerdem wichtig, dass wir unsere Tochter während der Arbeitszeit gut versorgt wissen. Das Angebot an Kinderbetreuung in Pforzheim ist toll − wir haben problemlos in der Nähe unserer Wohnung einen Platz in der Kita gekriegt.“ Arbeitnehmer „ch bin das erste Mal seit einigen Jahren wieder in Pforzheim zu Gast und bin überrascht, was für ein tolles I Ausflugsziel die Stadt geworden ist. Es macht Spaß, durch die Fußgängerzone zu bummeln. Die Innenstadt ist bemerkenswert grün, ganz zu schweigen von der schönen Landschaft entlang der Flüsse. Es sind im Vergleich zu früher auffällig viele Radfahrer unterwegs. Auch kulturell hat Pforzheim viel zu bieten. Dabei nehmen alle hier lebenden Menschen, auch die mit sozial schwächerem Hintergrund, am gesellschaftlichen Leben teil. Beeindruckend, wie hier in den letzten Jahren Armut konsequent abgebaut wurde.“ Tourist

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Ein Blick in die Zukunft − Acht Stimmen

„ eine Heimatstadt Pforzheim ist eine bunte Stadt, in der alle ihre verschiedenen Fähigkeiten einbringen M können. Auch Menschen, die wie ich einen Migrationshintergrund haben, fühlen sich hier zu Hause. In der Schule komme ich heute gut voran. In den ersten Jahren hatte ich da Probleme, aber die Angebote an meiner Schule und im Familienzentrum haben mir geholfen. In meiner Freizeit fahre ich gerne Rad − wir haben hier tolle Radwege − oder ich mache Sport. Dazu ist in Pforzheim viel geboten, auch an den schönen Flüssen. Und im Sommer chille ich einfach gerne im Strandcafé an der Enz.“ Jugendliche

„ch bin vor einigen Jahren nach Pforzheim gekommen, weil ich hier gute Möglichkeiten zum Leben und I Arbeiten habe. Mein Atelier und meine Wohnung sind bezahlbar. Kunst und Kultur werden in dieser Stadt von der Verwaltung liebevoll gefördert, auch innovative kreative Projekte finden eine große Akzeptanz. Interessant finde ich, wie es hier gelungen ist, neue Zielgruppen als Kulturnutzer anzusprechen. Auf Pforzheim aufmerksam geworden bin ich übrigens durch das regelmäßig stattfindende Festival zu Schmuck und Design, das überregional große Beachtung findet.“ Künstler

„ as Thema Bildung wird in meiner Stadt groß geschrieben. Von der Kita bis zum Studium gibt es hier D ein breit gefächertes Bildungsangebot. Alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrer Herkunft oder den Möglichkeiten des Elternhauses, haben hier echte Chancen auf eine gute Ausbildung. Meine Hochschule ist in den letzten Jahren zu einer internationalen Bildungsstätte geworden, die Lehrende und Lernende aus den verschiedensten Ländern nach Pforzheim zieht. Auch auf die Unternehmen hat das Sogwirkung, denn sie können die Absolventen direkt vor Ort rekrutieren.“ Studierende

„ s hat sich dank einer umfassenden Stadtplanung viel getan in den letzten 15 Jahren, besonders in der E Innenstadt. Unsere großen Straßen sind als Alleen gestaltet, eine Flaniermeile mit Cafés und Restaurants erstreckt sich vom östlichen Ende der Fußgängerzone bis zur Goethestraße. Die Quartiere wurden gestärkt, ebenso die Flüsse mit ihren attraktiven Flussufern. Die erkunde ich gerne mit meinem E-Bike, das ich an vielen Ladestationen im ganzen Stadtgebiet aufladen kann. Unser architektonisches Erbe aus den 50ern und 60ern pflegen wir mit Respekt. Als klimaneutrale Stadt gehen wir außerdem sparsam mit unseren Ressourcen um. Schon seit Jahren beziehen wir unsere Energie vornehmlich aus regenerativen Quellen. Energetische Gebäudesanierungen wurden in der jüngsten Vergangenheit konsequent umgesetzt.“ Rentner

„ch mag an meiner Stadt besonders, dass meine Meinung hier Gewicht hat und meine Stimme gehört wird. I Als Bürgerin hat man hier das Gefühl, die Zukunft mitgestalten zu können. Ob große Projekte anstehen, die ganz Pforzheim betreffen, oder konkrete Entscheidungen in einem Stadtteil: Die Menschen, auch die jungen, sind intensiv beteiligt. Dank der Facebook-Seite des Rathauses weiß man immer, welche Themen gerade anstehen. Ich kann mir gut vorstellen, für den nächsten Jugendgemeinderat zu kandidieren.“ Auszubildende

Ein Blick in die Zukunft − Acht Stimmen

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QUERSCHNITTE
Der Gemeinderat gab dem Prozess mit auf den Weg, die Querschnittsthemen Demografie, Integration und Chancengleichheit in jedem der Handlungsfelder zu bedenken. Doch auch im Masterplanprozess selbst kamen über die Handlungsfelder hinweg thematische Übereinstimmungen auf. Dass diese Themen häufiger und in unterschiedlichen Zusammenhängen genannt wurden, zeigt ihre besondere Bedeutung. Genau betrachtet, stehen zwei grundlegende Bedürfnisse hinter diesen Schwerpunkten: Zum einen möchten sich die Bürgerinnen und Bürger gerne mit ihrer Stadt identifizieren können. Und zum anderen wünschen sie sich in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens eine handlungsfähige Stadt.

IDENTIFIKATION STÄRKEN
Die Pforzheimerinnen und Pforzheimer scheinen es schwerer zu haben als Menschen in anderen Städten, sich mit ihrer Heimat zu identifizieren. Die Gründe sind vielfältig. Einen großen Anteil trägt der Verlust der alten Stadtsubstanz am 23. Februar 1945 und die Entscheidung, diese nicht zu rekonstruieren (siehe S. 35). Die schrumpfende Bedeutung Pforzheims als „Goldstadt“ hat zudem zum Identitätsverlust beigetragen. Was genau müsste geschehen, damit sich die Pforzheimerinnen und Pforzheimer gerne als solche bezeichnen und als solche empfinden? Eine attraktivere Innenstadt wäre ein wesentlicher Schritt, der viele positive Effekte hätte. Eine Verschönerung würde die Innenstadt beleben, weil sich Menschen dann gerne in ihr aufhalten und verweilen. Die Kaufkraft bliebe in der Stadt. Fachkräften von außerhalb könnte man Pforzheim als neue Heimat eher schmackhaft machen. Weiter gedacht, lassen sich diese Aspekte auf ganz Pforzheim als Wohnstadt übertragen − mit Quartieren, in denen man angenehm und gemeinsam lebt.

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Querschnitte

„Gemeinsam“ ist auch das Stichwort beim Thema Integration. Pforzheim zu einer interkulturellen Stadtgesellschaft weiterzuentwickeln, gehört zu den Herausforderungen der kommenden Jahre. Dies kann nur gelingen, wenn die Rahmenbedingungen hier eine erfolgreiche Integration ermöglichen. Im Hinblick auf die Identität der Stadt sind zwei Aspekte zu berücksichtigen: Zum einen gilt es, alle Menschen, die in unserer Stadt leben, davon zu überzeugen, dass Pforzheim ihre Heimat sein möchte. Zum anderen ist den Pforzheimerinnen und Pforzheimern nahezubringen, dass Pforzheim eine interkulturelle Stadt ist, die die unterschiedlichen Hintergründe der hier lebenden Menschen als Schatz begreift. Spürbar ist in vielen Handlungsfeldern die Sehnsucht der Bürgerinnen und Bürger nach einer neuen Identität der Stadt, die auch ein stärkeres „Wir-Gefühl“ begründen könnte. Das grüne Potenzial Pforzheims mit seinen Wäldern und Flussauen zu betonen, Pforzheim als grüne Stadt zu positionieren, die den Themen Klimaschutz und Energieeffizienz besondere Bedeutung beimisst, wäre ein möglicher Weg. Anknüpfend an das Image als „Goldstadt“ ist Pforzheim auch als Kreativ- und Designstadt zu verstehen. Eine Marketingstrategie soll erarbeitet werden, die das neue Selbstverständnis der Stadt nach innen und außen kommuniziert. Ein weiterer Aspekt ist das Thema Beteiligung: Bürgerinnen und Bürger, die sich zu relevanten Themen zu Wort melden dürfen und deren Meinung geschätzt und berücksichtigt wird, fühlen sich ernst genommen und identifizieren sich stärker mit ihrer Stadt. Passende nachhaltige Formen der Beteiligung zu finden, ist ganz im Sinne des Masterplans, um den angestoßenen Prozess fortzuführen.

STADT MIT HANDLUNGSSPIELRAUM
In vielen Zukunftswerkstätten wurde zudem deutlich, dass sich die Bürgerinnen und Bürger eine Stadt wünschen, die mehr Handlungsspielräume für Kommune und Bürgerschaft bietet. Ausgangspunkt ist hierbei eine finanzielle Besserstellung, die wiederum aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden kann. Stärkt man Pforzheim als Wirtschaftsstandort, profitieren zum einen die Unternehmen selbst, zum anderen die Menschen, die in diesen Firmen Arbeit finden. Darüber hinaus profitiert auch die Stadt Pforzheim über Einnahmen in Form von Steuern und weniger Ausgaben im Sozialbereich. Voraussetzung wäre aber, qualifizierte Kräfte in Pforzheim zu haben, die sich gut in Jobs vermitteln lassen. In einem weiteren, ganzheitlichen Sinne ist das Thema Bildung und Qualifizierung insbesondere auf die junge Generation anzuwenden, denn gerade über eine gute Bildung kann Armut konsequent abgebaut und eine Steigerung der Erwerbsquote erreicht werden. Aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist zudem eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig. Zu einer handlungsfähigen Stadt gehört auch, dass die verschiedenen Akteure aus allen Bereichen über eine gute Struktur im Bereich Kommunikation und Vernetzung verfügen.

Querschnitte

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WIRTSCHAFT, ARBEIT UND FINANZEN
A
	 	 �  inanzielle Handlungsfähigkeit herstellen F �  tärkung der Stadt als Wirtschaftsstandort S

B
	 	 	 �  rbeit für alle Qualifikationen durch bedarfs- und A potenzialorientierte Aus- und Weiterbildung �  ie Innenstadt muss attraktiver werden und braucht D eigenes Flair, um Kaufkraft anzuziehen � Entwicklungsschwerpunkte/Zukunftsbranchen (Cluster):  Kreativwirtschaft, Informationstechnik, Hochtechnologie/ Präzisionstechnik, Regenerative Energie, Gesundheit, Medizintechnik, Tourismus (Stadt/Land) �  ommunikation und Vernetzung von Wirtschaft, Lehre K und Verwaltung kultivieren �  reativwirtschaft ausbauen K �  ereinbarkeit von Familie und Beruf V

	 	 	

C
	 	 	 	 �  arketingstrategie für die Stadt entwickeln M �  essourcen- und Energieeffizienz nach vorne bringen R �  teigerung Lebensqualität und Förderung „Wir-Gefühl“ S �  ernetzung und Internationalisierung der Unternehmen V über Migranten und durch internationale Studiengänge an der Hochschule

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Wirtschaft, Arbeit und Finanzen

AUFGABEN VON HOHER PRIORITÄT
	 Noch vor nicht allzu langer Zeit war Pforzheim eine reiche Stadt, ein wirtschaftlich florierendes Industriezentrum, dessen Herz, die Schmuck- und Uhrenindustrie, kräftig schlug. In dem Maße, in dem dieser Wirtschaftszweig immer mehr an Bedeutung einbüßte, verschlechterte sich die finanzielle Lage der Stadt. Viele Pforzheimer Traditionsunternehmen gibt es heute nicht mehr, die Zahl der Menschen ohne Arbeit ist kontinuierlich hoch. Folglich verwundert nicht, dass der Masterplan dem Handlungsfeld Wirtschaft, Arbeit und Finanzen sehr hohe Priorität einräumt.

AUSGABEN SENKEN, EINNAHMEN ERHÖHEN
	 Der Masterplan hat verschiedene Ziele definiert, die aus Sicht der Kommune, der Unternehmen und der Bürgerinnen und Bürger zu erreichen sind, um Pforzheim den Weg in eine gute Zukunft zu ebnen. Finanziell wieder handlungsfähig zu werden, ist für Pforzheim von größter Bedeutung. Die Stadt soll und will ihren Einwohnerinnen und Einwohnern all das bieten, was sie von ihrer Kommune erwarten: Sicherheit, eine funktionierende und ansprechende Infrastruktur, soziale und kulturelle Einrichtungen und vieles mehr. 	 zwei Stellschrauben kann dafür reguliert werden: an den An Ausgaben, die es zu senken gilt, sowie an den Einnahmen, die erhöht werden müssen. Beide Ziele werden erreicht, wenn die Wirtschaft in der Stadt wächst. Dann erhöhen sich zum einen die Einnahmen der Stadt, etwa über die Gewerbesteuer, zum anderen werden die städtischen Kassen weniger belastet, wenn möglichst viele Menschen Arbeit haben und nicht auf Sozialleistungen angewiesen sind. Pforzheim als Wirtschaftsstandort zu stärken, identifiziert der Masterplan deshalb als zentrale Aufgabe.

Wirtschaft, Arbeit und Finanzen

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GUTE BEDINGUNGEN FÜR UNTERNEHMEN
	 Wichtig ist zunächst, Bedingungen zu schaffen, unter denen sich Unternehmen gerne in Pforzheim ansiedeln − denn Geschäftsideen brauchen Raum, um sich entfalten zu können. Als interessante Schwerpunkte benennt der Masterplan die Branchen Kreativwirtschaft, Informationstechnik, Hochtechnologie/Präzisionstechnik, Regenerative Energie, Gesundheit, Medizintechnik und Tourismus. Denkbar wäre eine Stelle, die gezielt Firmen akquiriert und die Unternehmen weitgehend dabei unterstützt, sich bei uns niederzulassen. In Gewerbegebieten soll zudem ein Service-Center eingerichtet werden, das Dienstleistungen für die Unternehmen organisiert. Als kurzfristige Maßnahme schlägt der Masterplan außerdem vor, die zahlreichen Leerstände Existenzgründern aus der Kreativwirtschaft zur Nutzung zu überlassen. 	 Neben dem Ort kommt es Unternehmen aber auch auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, die für sie arbeiten. Die Menschen in Pforzheim sollen deshalb gut aus- und weitergebildet werden − am Bedarf der Unternehmen orientiert, die hier Arbeit bieten. Wünschenswert wäre dem Masterplan zufolge auch, Menschen in allen Altersstufen und Lebenslagen zu Arbeits- und Ausbildungsperspektiven kompetent zu beraten („Bildungsbüro“, siehe S. 21). Betrachtet man den demografischen Wandel, ist umso offensichtlicher, dass in Zukunft auf niemanden verzichtet werden kann. Flexible Modelle wie etwa eine Teilzeitausbildung für Alleinerziehende oder Jugendliche sollen allen im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine Teilhabe am Arbeitsmarkt eröffnen. 	 Know-how ist für Firmen ein weiteres wichtiges Stichwort. Eine starke Vernetzung von Wirtschaft, Lehre und Verwaltung oder Branchen-Stammtische sollen dazu beitragen, die Kommunikation zwischen den Akteuren zu verbessern.

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Wirtschaft, Arbeit und Finanzen

ARBEIT ALS TEILHABE
	 Auch aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger ist eine starke Wirtschaft in Pforzheim wünschenswert: Unternehmen bedeuten Arbeitsplätze. Wer Arbeit hat, kann sich mehr leisten und hat mehr Möglichkeiten, am sozialen und kulturellen Leben teilzuhaben. Wer arbeiten möchte, muss seine Kinder aber auch während der Arbeitszeit gut versorgt wissen, weshalb der Masterplan dem Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen einen hohen Stellenwert beimisst. 	 Um Arbeits- und Fachkräfte langfristig in Pforzheim zu halten, sieht der Masterplan einen weiteren Punkt als zentral an: die Schaffung einer attraktiven Innenstadt. Die Ideen in diesem Bereich sind vielfältig und überschneiden sich zum Teil mit Vorschlägen aus anderen Handlungsfeldern (siehe S. 35): Zentrale Straßen könnte man als Alleen anlegen, der Marktplatz sollte lebendiger sein, die Flüsse Pforzheims könnten deutlich aufgewertet werden, eine Flaniermeile von der Goethestraße bis zum Schlossberg könnte entstehen. Eine Marketingstrategie für Pforzheim soll den Bürgerinnen und Bürgern zudem die Identifikation mit ihrer Stadt erleichtern.

„S   TÄRKUNG DER STADT ALS WIRTSCHAFTSSTANDORT“
Wirtschaft, Arbeit und Finanzen

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WIRTSCHAFT, ARBEIT UND FINANZEN PROJEKTE

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Wirtschaft, Arbeit und Finanzen

PROJEKT: SERVICE-CENTER IN GEWERBEGEBIETEN
	 den Pforzheimer Gewerbegebieten sollen Service-Center In entstehen, die für die dort angesiedelten Unternehmen Dienstleistungen anbieten wie Kinderbetreuung, Catering oder Kantine, IN Hausmeisterarbeiten, Wachdienst oder Schulungsräume. G

PLANU

N

PROJEKT: VERNETZUNG VON UNTERNEHMEN UND SCHULEN
	 den Schulen sollen Unternehmen bei den Schülerinnen In und Schülern Interesse wecken für die Berufe, die in der Stadt gebraucht werden. Umgekehrt lernen die jungen Menschen IN unterschiedliche Ausbildungsberufe und Firmen aus ihrer ANUNG PL Region kennen. Auch Projektaufgaben, die Unternehmen nach dem Motto „Pforzheim forscht“ an die Schulen weitergeben, könnten zu einer intensiven Vernetzung von Wirtschaft und Schule beitragen.

Weitere Projekte des Masterplans finden Sie unter www.pforzheim.de/masterplan.

Wirtschaft, Arbeit und Finanzen

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BILDUNG UND ENTWICKLUNGSCHANCEN
A
	 	 	 �  llen Kindern und Jugendlichen Bildungs- und A Ausbildungschancen eröffnen �  rühkindliche Bildung ausbauen F � Integration 

B
	 	 	 	 	 	 � Begabungen fördern  �  ewegungs- und bildungsfreundliche Umgebung schaffen B �  ildungsberatung für alle zugänglich und bekannt machen B �  ommunikation und Vernetzung der Akteure K �  port, Kultur, Freizeit fördern S �  ereinbarkeit von Familie und Beruf V

C
	 	 	 	 �  lle Jugendlichen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen A lassen ➜ Motivation � Kompetenz der Ruheständler für die Stadtgesellschaft  nutzen � Kompetenz und Engagement der Studierenden nutzen � Lobby und Sprachrohr für Familien, Jugendliche und  Senioren schaffen und fördern

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Bildung und Entwicklungschancen

BILDUNG ALS CHANCE BEGREIFEN
	 Verschiedene Studien aus den vergangenen Jahren belegen, dass der Zugang zu Bildung in Deutschland zunehmend von der Finanzkraft der Eltern und der sozialen Herkunft abhängig ist. In einer Stadt wie Pforzheim mit einer hohen Arbeitslosenquote und einem großen Prozentsatz an Menschen mit Migrationshintergrund muss das bedenklich stimmen. Mit dem Handlungsfeld Bildung und Entwicklungschancen legt der Masterplan eine Leitlinie fest, wie zukünftig möglichst viele junge Menschen Bildung als Chance begreifen sollen, ihr Leben zu gestalten.

FUNDAMENT FÜR DIE ZUKUNFT
	 Allen Kindern und Jugendlichen in unserer Stadt − unabhängig von ihrer Herkunft − gleiche Chancen auf Bildung und Ausbildung zu eröffnen, hat für den Masterplan hohe Priorität. Eine Schlüsselrolle spielen hierbei die Eltern. Ihnen begreiflich zu machen, was eine gute Bildung und Ausbildung für den Lebensweg ihrer Kinder bedeutet, ist der erste wichtige Schritt. 	 Bei der Frage, wie man bildungsferne Familien erreichen und für dieses Ziel gewinnen kann, ist die Kompetenz der Familienzentren hilfreich. Diese sollten, dem Masterplan folgend, in Pforzheim flächendeckend vorhanden sein. Darüber hinaus könnten alle Menschen, die diese für ihre Kinder oder für sich benötigen, eine Bildungsberatung erhalten − realisierbar in Form eines Bildungsbüros (siehe S. 21).

Bildung und Entwicklungschancen

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SCHLÜSSEL ZUR INTEGRATION
	 Eine besondere Bedeutung kommt dem Thema Bildung im Hinblick auf die Integration zu. Nicht nur Kinder und Jugendliche, auch Erwachsene gilt es, mit unterschiedlichen Angeboten anzusprechen. Ob Sprachkurse, Theatergruppen, Projekte zu Medien oder Sport: Jede Form der Auseinandersetzung trägt zur Förderung der Sprache und damit zur Kompetenzerweiterung bei. 	 Gerade auch außerschulische, niedrigschwellige Angebote, vielleicht in Form von Patenschaften, sollen dem Masterplan zufolge ausgebaut werden. Kindern und Jugendlichen Raum zu geben, war dem Masterplan außerdem ein Anliegen, etwa in der Form, Sporthallen in den Ferien zu öffnen (siehe S. 21).

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Bildung und Entwicklungschancen

FÖRDERUNG VON ANFANG AN
	 Will Bildung zu einer erfolgreichen Teilhabe und Integration beitragen, ist es umso wichtiger, dass die Förderung so früh wie möglich ansetzt. Der Masterplan schlägt deshalb vor, Eltern von Anfang an zu unterstützen, zum Beispiel mit Familienhebammen und Eltern-Kind-Zentren, die an Kindertagesstätten angeschlossen sind. Gerade die Sprachförderung ist Erfolg versprechend, wenn sie früh beginnt. Hier betont der Masterplan, wie wichtig eine ausreichende Anzahl an bedarfsgerechten Kinderbetreuungsplätzen auch in diesem Zusammenhang ist. 	 Doch auch unabhängig vom Thema Integration stellt der Masterplan die frühkindliche Bildung heraus. Begabungen früh zu identifizieren und zu fördern, Kindern niedrigschwellig Zugänge zu Kultur und Sport zu bieten, ist für alle ein lohnendes Ziel. Dabei kann auch vermittelt werden, was Pforzheim als Heimat ausmacht, etwa indem man Erlebnisräume an den Flüssen schafft.

„INTEGRATION“

Bildung und Entwicklungschancen

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BILDUNG UND ENTWICKLUNGSCHANCEN PROJEKTE

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Bildung und Entwicklungschancen

PROJEKT: BILDUNGSBÜRO
	 Kern der Idee ist, die Angebote der zahlreichen Bildungseinrichtungen, die es in Pforzheim gibt, besser zu vernetzen und Informationen über diese Angebote an einer zentralen Stelle IN zur Verfügung zu stellen. Nach dem Vorbild der TouristinforG LANUN P mation wäre das Bildungsbüro die erste Anlaufstelle bei Fragen zur schulischen und außerschulischen Bildung, aber auch zur Aus- und Weiterbildung. Dabei würde das Bildungsbüro nicht unbedingt selbst beraten, sondern vielmehr Möglichkeiten aufzeigen und kompetent an geeignete Bildungseinrichtungen verweisen.

PROJEKT: ÖFFNUNG DER SPORTHALLEN IN DEN FERIEN
	 Erstmals in den Sommerferien 2012 waren acht Schulsporthallen nahezu täglich für den Vereinssport geöffnet. Zusätzlich wurde in der letzten Ferienwoche 2013 in der Sporthalle der FritzIN Erler-Schule ein Kinderferiensportprogramm angeboten. So NG MSETZU U werden nun in den Schulferien Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche geschaffen. Auch Sportvereine können die Ferienzeit zur Vorbereitung auf Wettkämpfe nutzen.

Weitere Projekte des Masterplans finden Sie unter www.pforzheim.de/masterplan.

Bildung und Entwicklungschancen

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MITEINANDER UND TEILHABE
A
	 � dentifikation der Pforzheimer Bürgerinnen und Bürger I mit ihrer Stadt stärken 	 � nstitutionalisierte Beteiligungsformen nachhaltig schaffen I 	ahmenbedingungen für eine erfolgreiche Integration � R von Migranten schaffen 	eilhabe statt Ausgrenzung – � T Abbau von Armut als sozialpolitische Priorität

B
	 	 	 	 	 	 �  rmut durch Bildung, Kultur und Sport aufbrechen A �  edarfsgerechte Kinderbetreuung anbieten B �  ie Integrationsfunktion des Sports soll gefördert werden D �  reiräume schaffen: frei zugänglich, bedarfsspezifisch und F stadtteilbezogen �  reundliches und serviceorientiertes Rathaus F � Vernetzung 

C
	 	 	 	 �  ebendige Vereinslandschaft erhalten und fördern L �  ebensqualität in den Stadtteilen erhöhen L �  ust am bürgerschaftlichen Engagement (BE) wecken L �  icherheit im öffentlichen Raum S

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Miteinander und Teilhabe

DIE ZUKUNFT DER STADT MITGESTALTEN
	 Das Handlungsfeld Miteinander und Teilhabe lotet aus, wie eine gemeinsame Weiterentwicklung der Stadt und die Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger gestaltet werden kann. Viele tun sich in Pforzheim schwer, sich mit ihrer Stadt zu identifizieren. Zum einen liegt das an der ausschließlich modernen Architektur, dem gänzlichen Fehlen einer gefälligen Altstadt, was dem schnellen Wiederaufbau nach der Zerstörung am 23. Februar 1945 geschuldet ist. Zum anderen hat der Niedergang der einst so erfolgreichen Schmuck- und Uhrenindustrie eine Lücke im Selbstverständnis der Stadt hinterlassen. Mangelnde Teilhabe kann aber auch durch Armut oder einen Migrationshintergrund bedingt sein: Wer alltäglich um die Sicherung seiner Existenz kämpft, wer sich hier nicht angenommen fühlt, kann in Pforzheim auch nicht heimisch werden.

GERNE IN PFORZHEIM ZU HAUSE
	 Das Wir-Gefühl in dieser Stadt zu stärken, lohnt: Wer gerne in Pforzheim lebt und sich mit der Stadt identifizieren kann, bringt sich stärker ein und gestaltet aktiv mit. Eine Möglichkeit wäre, den Bürgerinnen und Bürgern bewusst zu machen, welche schönen Seiten Pforzheim zu bieten hat, etwa indem in einer Befragung ermittelt wird, welche Orte sie mögen. Eine Reihe ansprechender Postkarten und ein Kalender der Stadt könnten sichtbare Ergebnisse dieser Befragung sein. Eingang in den Masterplan gefunden hat auch der Vorschlag, einen „Anti-Bruddler-Preis“ auszuloben − als Anerkennung für Personen oder Gruppen, die sich in besonderem Maße für ein Wir-Gefühl in Pforzheim einsetzen. 	 einer Identifikation mit Pforzheim können noch weitere Zu Punkte beitragen: Angefangen bei einem servicefreundlichen Rathaus, das die Bürger als Kunden versteht und sich ihrer Belange schnell und unbürokratisch annimmt. Die Lebensqualität in den einzelnen Stadtteilen zu erhöhen, kann außerdem das Gefühl der Zugehörigkeit zu Pforzheim steigern. Auch die Sicherheit im öffentlichen Raum zu erhöhen, kann einen Beitrag leisten. Darüber hinaus gilt es, bürgerschaftliches Engagement und die Pforzheimer Vereine zu stärken − denn wer hier über ein Ehrenamt und Freizeitaktivitäten verwurzelt ist, empfindet das „Wir“ umso stärker.

Miteinander und Teilhabe

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MIT HERZBLUT BETEILIGT
	 Mit dem vorliegenden Masterplan soll der Prozess der Bürgerbeteiligung in Pforzheim nicht abgeschlossen sein. Vielmehr gilt es, nachhaltige Beteiligungsformen der Bürgerinnen und Bürger zu vereinbaren. Da verschiedene Zielgruppen eine unterschiedliche Ansprache benötigen, sollen verschiedene Ansätze entwickelt werden. Denkbar ist zum Beispiel eine Beteiligung auf Stadtteilebene oder ein Meinungsbarometer zu ausgewählten Projekten im Internet. Eine Servicestelle für Bürgerbeteiligung soll alle Maßnahmen koordinieren und die Ergebnisse zusammenführen.

TEILHABE STATT AUSGRENZUNG
	 Als weiteres sozialpolitisches Ziel mit hoher Priorität sieht der Masterplan das Thema Abbau von Armut. Hier gilt es, mit allen erdenklichen Mitteln gegenzusteuern und die Betroffenen dabei zu unterstützen, ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können. Das bedeutet etwa, gezielt Arbeitsplätze für Geringqualifizierte zu schaffen. Der bereits 2010 erarbeitete Armutsbericht hat Ziele und Angebote zum Abbau von Armut benannt, die nun als Teil des Masterplanes umgesetzt werden sollen. 	 Darüber hinaus kann und soll Armut auch durch Bildung, Kultur oder Sport zumindest punktuell aufgebrochen werden (siehe S. 18) und damit Perspektiven aufzeigen. Denkbar wäre − als Modellprojekt − eine weiterführende Schule zu finden, die sich dem Leitbild „Niemand verlässt die Schule ohne Abschluss“ verschreibt und alle Schülerinnen und Schüler durch individuelle Motivation und gezielte Förderung zu einem Schulabschluss führt.

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Miteinander und Teilhabe

MITEINANDER INTERKULTURELL
	 Der hohe Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund in Pforzheim legt nahe, dass zu einem guten Miteinander in der Stadt eine gelingende Integration der Migrantinnen und Migranten gehört. Der Masterplan zählt zu seinen Kernzielen, die bunte und spannende Mischung der Menschen in unserer Stadt als Vielfalt wahr- und aufzunehmen. Ein Ausbau der Stelle der/des Integrationsbeauftragten ist notwendig, um die hierfür dringend benötigten Konzepte zu erarbeiten (siehe S. 27). 	 Um Ämter und Einrichtungen für Menschen mit Migrationshintergrund leichter zugänglich zu machen, wäre außerdem eine interkulturelle Öffnung der Institutionen erforderlich. Mehr Fachkräfte mit eigener Migrationsgeschichte und Kompetenz in verschiedenen Sprachen können diesen Prozess in Behörden, aber auch in Schulen erleichtern.

„  DAS WIR-GEFÜHL STÄRKEN“
Miteinander und Teilhabe

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MITEINANDER UND TEILHABE PROJEKTE

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Miteinander und Teilhabe

PROJEKT: STELLE DER/DES INTEGRATIONSBEAUFTRAGTEN  AUSBAUEN
	 Das Thema Integration wurde in verschiedenen Handlungsfeldern als ein wesentliches Ziel herausgestellt. Deshalb empfiehlt der Masterplan, die Stelle der/des IntegrationsbeaufIN tragten am Bedarf orientiert auszubauen. Zu den Aufgaben NG PLANU würde dem Masterplan zufolge gehören, ein umfassendes Integrationskonzept zu erarbeiten. Migrantinnen und Migranten, aber auch Organisationen sollten an der Entstehung und Umsetzung beteiligt werden. Die Kompetenzen, die Menschen mit Migrationshintergrund mitbringen, sollen aktiv in die Pforzheimer Gesellschaft einbezogen werden.

PROJEKT: JUGENDGEMEINDERAT
	 Jugendliche haben ab 2014 die Möglichkeit, ihre Wünsche, ihre Kritik und ihre Fragen in kommunalpolitische Diskussionen einzubringen. Der Jugendgemeinderat wird 20 Mitglieder im Alter von 14 bis 22 Jahren zählen. Als Stimme der Jugendlichen in ETZT UMGES der Kommunalpolitik kann der Jugendgemeinderat dem Gemeinderat Vorschläge unterbreiten. Zwei Jugendgemeinderäte nehmen zudem an den Gemeinderatssitzungen teil und finden zu Themen Gehör, die Kinder oder Jugendliche betreffen.

Weitere Projekte des Masterplans finden Sie unter www.pforzheim.de/masterplan.

Miteinander und Teilhabe

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MOBILITÄT
A
	 	 	 	 	 � nnovative Verkehrssysteme einführen I �  ptimale Nutzungsmöglichkeiten des Umweltverbundes O �  V attraktiver gestalten Ö �  icheres und stadtteilverbindendes Wegenetz für S Radfahrer und Fußgänger ausbauen �  mdenken im Mobilitätsverhalten fördern U

B
	 	 	 	 �  ahnverkehrsanbindung Pforzheims stärken B �  ilanz der Versiegelung weiter reduzieren B � nfrastruktur für E-Mobilität ausbauen I �  urze Wege durch attraktives Nahversorgungsangebot, K Mindestinfrastruktur und gemischte Strukturen in den Stadtteilen �  eduzierung des CO2 aus Mobilität um 50 Prozent R �  ohnstandorte in der Innenstadt durch weniger W Verkehrsemissionen stärken

	 	

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Mobilität

DIE MOBILITÄT VON MORGEN
	 Die gegenwärtige Verkehrsinfrastruktur ist in Pforzheim − wie in vielen anderen deutschen Städten − durchweg an die Bedürfnisse des „motorisierten Individualverkehrs“, also des Autos, angepasst. Mehrspurige Straßen zerschneiden das Gefüge der Stadt, Parkplätze und zugestellte Straßen prägen das Stadtbild. Dabei besitzen gerade in Großstädten immer weniger junge Menschen ein eigenes Auto, sie fahren lieber Bus, Bahn oder Fahrrad. Für Mensch und Umwelt, aber auch für den öffentlichen Raum sind neue Konzepte von Mobilität notwendig. Der Masterplan hat hierzu verschiedene Leitlinien entwickelt.

EINEN SCHRITT VORAUS DENKEN
	 Ein Aspekt eines innovativen Verkehrssystems wäre das möglichst emissionslose Fortbewegen − hierzu werden E-Autos, E-Busse und E-Bikes, die mit Ökostrom betrieben werden, in Zukunft eine große Rolle spielen. Das bei Verkehrsplanungen zu bedenken und zu unterstützen, sieht der Masterplan als eine wichtige Aufgabe. 	 Innovative Konzepte sollten insbesondere im öffentlichen Nahverkehr umgesetzt werden (siehe S. 30). Der Masterplan schlägt etwa die Einführung eines Metrobusses vor, der die Hauptverkehrslinien der Stadt in dichter Taktung versorgt. Auch Themen wie Rad-Sharing oder Pedelec-Verleih sollten als Themen des öffentlichen Verkehrs verstanden und zeitnah Wirklichkeit werden. 	 Ein Umdenken im Mobilitätsverhalten müsste früh gefördert und geschult werden. Deshalb wünscht der Masterplan eine Mobilitätserziehung bereits ab dem Kindergarten (siehe S. 32).

Mobilität

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BESSER − BEQUEMER − PREISWERTER
	 Ein Schwerpunkt des Handlungsfeldes Mobilität ist es, den öffentlichen Verkehr in der Stadt attraktiver zu gestalten. Dazu müsste das Busfahren preiswerter sein als das Autofahren. Ein erster Schritt ist ein Kurzstreckentarif im Stadtverkehr. 	 Doch nicht nur der Preis, auch die Bequemlichkeit und die Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln können noch entschieden verbessert werden. Die Benutzerfreundlichkeit könnte man dem Masterplan zufolge steigern durch bessere Barrierefreiheit, ein Konzept für eine „Sitzplatzgarantie“ und eine Navigationsapp, die von unterwegs die schnelle Orientierung („Wie komme ich mit dem Bus von hier zu meinem Ziel?“) ermöglicht. 	 Mehr Menschen würden die Busse nutzen, wenn man Fahrplan und Streckenführung verbessern würde. Als Idee floss ein, die Stadtbahn zwischen Brötzingen und Eutingen im 15-Minuten-Takt fahren zu lassen und zusätzliche Haltestellen auf der Strecke einzurichten. Abendveranstaltungen sollten mit dem Bus gut erreichbar sein. Bei der Fahrt am späten Abend könnte der Bus auf Wunsch auch unabhängig von den Haltestellen den Ausstieg ermöglichen. 	 Wichtig ist auch, Umsteigemöglichkeiten zwischen dem Auto, dem Rad und dem öffentlichen Verkehr zu schaffen, etwa über gut gelegene Park-and-ride- oder Park-and-bike-Parkplätze. Für die überregionale Verbindung aus Pforzheim hinaus wäre es wünschenswert, die Bahnverkehrsanbindung auf der Achse Karlsruhe − Stuttgart zu stärken.

30

Mobilität

RADWEGE FÜR PFORZHEIM
	 Großer Handlungsbedarf besteht in Pforzheim auch im Hinblick auf Radwege. Das Fahrrad ist ein schnelles, umweltfreundliches und attraktives Fortbewegungsmittel, das gute und sichere Radwege voraussetzt. Durchgängige Wegeachsen durch das Stadtgebiet sollen für die Radler geschaffen werden. Um das Signal, Fahrräder als Verkehrsmittel zu nutzen, zu verstärken, könnte man das fahrradfreundlichste Unternehmen in Pforzheim prämieren. 	 Mittelfristig sollten die Straßenraumwege zugunsten von Radfahrern und Fußgängern umverteilt werden. Bei Neuplanungen sollte ausreichend Platz für den öffentlichen Verkehr, Radler und Fußgänger berücksichtigt sein. Die Fußgängerzone sollte strikt autofrei bleiben. Ein Leitsystem für Fußgänger und Radler könnte das Fortbewegen zu Fuß und auf dem Rad unterstützen.

„INNOVATIVE VERKEHRSSYSTEME EINFÜHREN“
Mobilität

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MOBILITÄT PROJEKTE
PROJEKT: MOBILITÄTSBILDUNG
	 Die Idee dieses Projekts ist, Kindern von klein auf das Thema Mobilität und die Möglichkeiten umweltfreundlichen Mobilitätsverhaltens nahezubringen. Dazu könnte ein „Laufbus“ beitragen, IN bei dem sich Kinder mit ähnlichem Laufweg zum Kindergarten ANUNG PL oder zur Schule zusammentun, begleitet von einem Elternteil. Ab der Mittelstufe wäre es wichtig, den Kindern und Jugendlichen das Radfahren aktiv als Verkehrsmittel für den Alltag vorzustellen, etwa indem man individuell einen geeigneten Schulweg mit dem Rad entwickelt. Voraussetzung wären Abstellmöglichkeiten für Räder an Schulen. Eine kurzfristige Umsetzung wäre mit einer interessierten Schule als Modellschule denkbar.

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Mobilität

PROJEKT: FÖRDERUNG DES RADVERKEHRS
	 Nur ein Prozent des Verkehrs in Pforzheim werden momentan mit dem Fahrrad bestritten. Das neue Konzept für den Radwegeausbau wird eine Ost-West- und eine Nord-Süd-Achse IN realisieren. Eine neue Fahrradabstellanlage in der BahnunterG SETZUN UM führung West wurde bereits umgesetzt, weitere dezentrale Fahrradabstellmöglichkeiten in der gesamten Innenstadt werden folgen.

PROJEKT: KURZSTECKENTARIF IM STADTVERKEHR
	 Als eine der ersten Maßnahmen aus dem Masterplan wurde in Pforzheim zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 ein Kurzstreckenstarif eingeführt. Der Kurzstreckentarif gilt ab 9 Uhr für maximal drei aufeinanderfolgende Bushaltestellen, ETZT UMGES wobei die Einstiegshaltestelle nicht mitgerechnet wird.

Weitere Projekte des Masterplans finden Sie unter www.pforzheim.de/masterplan.

Mobilität

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STADTBILD UND WOHNEN
A
	 	 	 	 	 	 �  en öffentlichen Raum gut gestalten D � Flüsse in der Stadt erlebbar machen � Image von Pforzheim als Wohnstandort stärken � Innenstadt: Allen Akteuren durch Rahmenplanung  (Raum + Verkehr) Orientierung geben � Junges, kreatives Pforzheim:  Orte für Wohnen – Leben – Arbeiten anbieten � Stadtplanung stärken

B
	 	 �  uartiere bauen und erhalten, in denen man angenehm Q und gemeinsam lebt �  trategische Wohnbauentwicklung aktiv betreiben S

C
	 	 	 	 �  ttraktive Erlebnisse in der Innenstadt A �  ehr und gepflegtes Grün M �  tadteingänge attraktiver gestalten S �  ohnchancen für unterschiedliche Gruppen bewahren W und entwickeln

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Stadtbild und Wohnen

MODERNE STADT − MIT FOLGEN
	 Der Geschichte ab 1945 ist es geschuldet, dass die Themen Stadtbild und Wohnen in Pforzheim mit Wehmut betrachtet werden. Die Entscheidung gegen die Rekonstruktion und für eine „moderne Stadt“, die die Stadtväter der Nachkriegsjahre aus nachvollziehbaren Gründen fällten, wird von vielen heute bedauert. Aus dem Vorhandenen das Beste zu machen, ist der Ansatz des Masterplans in diesem Handlungsfeld.

DAS HERZ PFORZHEIMS
	 Gerade die Innenstadt, das Herz Pforzheims, wird von vielen Einwohnerinnen und Einwohnern kritisch begutachtet. Hier sieht der Masterplan großen Verbesserungsbedarf - und das aus verschiedenen Gründen. Ist die Aufenthaltsqualität höher, identifizieren sich die Menschen mehr mit ihrer Stadt, halten sich gerne und länger in ihr auf. Sind die Leute wiederum viel draußen, erhöht sich automatisch auch die Sicherheit. Und der Einzelhandel profitiert, wenn die Pforzheimerinnen und Pforzheimer länger in der Innenstadt verweilen. 	 Der Masterplan wünscht sich ein Gesamtkonzept zur Innenstadtgestaltung, insbesondere auch im Hinblick auf die Gastronomie und die Geschäfte. Das kreative Potenzial der Hochschule könnte hier gut eingebunden werden. Ergänzt werden sollte das Konzept durch attraktive Veranstaltungen in der Innenstadt. Zur Belebung dieser würde auch beitragen, studentisches Leben besser zu integrieren. Dazu gehört die Entwicklung einer „Szene“, die anerkannt und gefördert werden sollte. 	 Die Besonderheit, drei Flüsse im Stadtgebiet zu haben, sollte mehr in den Fokus rücken. Dazu würde gehören, Enz, Nagold und Würm erlebbar zu machen: durch Sitzbereiche am Wasser, Wasserspiele für Kinder, vielleicht ein Strandcafé, Kulturevents am Fluss. Auch das Wohnen in Flussnähe könnte aufgewertet werden.

Stadtbild und Wohnen

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WEITERENTWICKLUNG NACH PLAN
	 Dieses Gesamtkonzept − also einen Rahmenplan − für die Innenstadt zu entwickeln, wünscht sich der Masterplan unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der entsprechenden Fachämter und Experten aus Gastronomie und Handel sowie der Immobilienbesitzer und Mieter. Alle, die betroffen sind, sollen mitgestalten können. 	 Für diese Aufgabe, aber auch für die Weiterentwicklung der Stadt insgesamt, bedarf es einer Stärkung der Stadtplanung in Pforzheim, etwa indem sie als eigenständiges Amt innerhalb der Stadtverwaltung mehr Möglichkeiten bekommt. Momentan ist sie lediglich eine Abteilung des Amtes Stadtplanung, Liegenschaften und Vermessung. Der Gestaltungsbeirat sollte als Schnittstelle zum Baurechtsamt fungieren. Ein wichtiger Punkt bei der Weiterentwicklung der Quartiere sollte sein, dass bezahlbarer Wohnraum erhalten bleibt.

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Stadtbild und Wohnen

VORZÜGE BETONEN
	 Pforzheim als guten Wohnstandort zu positionieren, ist ein weiterer Punkt des Masterplans. Natur und städtisches Leben sind hier eng verzahnt, es gibt zudem viele Hanglagen, die einen schönen Ausblick offerieren − die Vorzüge des Wohnens in Pforzheim sollten betont werden. Auch das deutlich niedrigere Preisniveau bei Miete und Eigentum ist im Vergleich zu Karlsruhe oder Stuttgart als ein Vorteil zu nennen. 	 die Hochschule zahlreiche Studierende von außerhalb in die Da Stadt bringt, gilt es, diesen jungen Menschen ansprechende Orte zum Wohnen und Leben zu bieten − nicht zuletzt als Voraussetzung, damit sie nach ihrem Abschluss nicht abwandern, sonden ihr Fachwissen hier einbringen. In Leerständen wie der alten Alfons-Kern-Schule oder ehemaligen Fabriken in der Nordstadt könnten moderne Konzepte studentischen Lebens umgesetzt werden, nicht nur zum Arbeiten (siehe S. 12), sondern auch zum Wohnen.

„I  MAGE VON PFORZHEIM ALS WOHNSTANDORT STÄRKEN“
Stadtbild und Wohnen

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STADTBILD UND WOHNEN PROJEKTE

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Stadtbild und Wohnen

PROJEKT: KULTUREVENTS AM WASSER
	 Um die Flüsse aufzuwerten, könnte an einem Flussufer dauerhaft eine Kleinkunstbühne installiert werden. Ortsansässige Kultureinrichtungen wie das Stadttheater, das Kulturhaus IN Osterfeld oder die Marionettenbühne Mottenkäfig hätten hier NG PLANU eine Plattform, um bei gutem Wetter „Open Air“ zu spielen. Als Standort wurde − neben dem Waisenhausplatz − auch der Turnplatz angedacht, der dadurch eine Aufwertung erfahren würde.

PROJEKT: INNENSTADTENTWICKLUNG OST
	 Ziel ist bei diesem Projekt, den östlichen Bereich der Fußgängerzone vom Bahnhof über den Schlossberg bis zur hin zur Enz deutlich aufzuwerten. Die Qualität von Einzelhandel und IN Gastronomie soll sich spürbar verbessern. Insbesondere der UNG UMSETZ Marktplatz bedarf einer Belebung und Stärkung durch Cafés und Restaurants. Eine Anbindung des Schlossparks mit Schlosskirche und Reuchlinmuseum an die Innenstadt ist ein Vorschlag, der eine Verkehrsberuhigung des Schlossbergs voraussetzen würde.

Weitere Projekte des Masterplans finden Sie unter www.pforzheim.de/masterplan.

Stadtbild und Wohnen

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NATUR UND KULTUR
A
	 	 	 	 	 	 	 	 	 �  estehendes vielfältiges kulturelles Angebot erhalten und inhaltlich weiterentwickeln B �  lächenverbrauch reduzieren (Innen- vor Außenentwicklung) F �  ontinuierliche Steigerung des Städte- und Tagestourismus K �  ulturelle Bildung ausbauen K �  forzheim aktiv zu einer interkulturellen Stadtgesellschaft weiterentwickeln P �  forzheim als Designstadt positionieren P �  forzheim als grüne Stadt entwickeln und etablieren P �  forzheim als Vorzeigestadt beim Klimaschutz P �  icherung der natürlichen Ressourcen S

B
	 	 	 	 	 �  istorische Dimension der Stadt sichtbar machen H �  aturerlebnis und Umweltbewusstsein fördern N �  eue Ideen und Initiativen aus dem Bereich Kultur/Kreativität finden in der N Stadtverwaltung Unterstützung und Ansprechpartner �  eue Zielgruppen als Kulturnutzer erschließen N � Verlässliche Kulturetats 

C
	 	 	 	 	 �  iskussionskultur etablieren: Offene inhaltliche Diskussionen führen D �  ultur stärker in der Innenstadt präsent machen K �  useen weiter professionalisieren und untereinander vernetzen M �  trategische gesamtstädtische Kommunikation (Agieren statt Reagieren) S �  trategische Kulturvermarktung entlang eines Vermarktungskonzepts S

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Natur und Kultur

ENORMES POTENZIAL
	 Um sich in einer Stadt wohlzufühlen, bedarf es eines ausgewogenen Angebots an Natur- und Kulturerlebnissen. Die bestehenden zu erhalten und sie weiterzuentwickeln, betont der Masterplan als Schwerpunkte in diesem Handlungsfeld. Ein weiteres Ziel ist, dieses Potenzial besser zu vermarkten und mit einer positiven Außendarstellung auch Externe in die Stadt zu locken, um sie von Pforzheim zu begeistern.

GRÜNE SCHÄTZE PFLEGEN
	 Die herrliche Natur in und um Pforzheim zu erhalten, setzt voraus, den Flächenverbrauch zu reduzieren. In diesem Sinne ist der Flächennutzungsplan auf Nachhaltigkeit zu prüfen. Der Masterplan schlägt hierzu vor, einen Familienzuschuss zu gewähren, wenn bestehende Bausubstanz saniert oder umgebaut wird. 	 Pforzheim ist mit seinen Parks und Flussauen eine grüne Stadt. Dieses Potenzial soll gepflegt und gestärkt werden. Eine Erweiterung des Stadtgartens und anderer vorhandener Grünanlagen eignet sich hierzu ebenso wie die Gestaltung neuer innerstädtischer Grünflächen, zum Beispiel anstelle des Busbahnhofs Nord. Der neue Innenstadtring sollte begrünt sein. Darüber hinaus würden Alleen entlang der großen Straßen zur Verschönerung der Stadt sichtbar beitragen. Patenschaften für Grünflächen könnten die Finanzierung der Pflege absichern. Auch eine Landesgartenschau in der Innenstadt befürwortet der Masterplan. Will man die vorhandenen Naturschätze bewahren, gilt es auch, Wald und Grundwasser sorgsam zu schützen. 	 Ein weiteres lohnendes Zukunftsprojekt wäre, Pforzheim als Vorzeigestadt beim Klimaschutz zu etablieren, etwa als klimaneutrale Stadt. Die Förderung des Radfahrens (siehe S. 33) würde hierzu einen Beitrag leisten. Weitere denkbare Wege zu diesem Ziel sind zum Beispiel die energetische Sanierung von Gebäuden, die Nutzung regenerativer Energien, aber auch eine Reduzierung des Energieverbrauchs in der Stadt. Ein entsprechendes Maßnahmenkonzept wäre zu entwickeln.

Natur und Kultur

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KULTURELLE VIELFALT ERHALTEN
	 Das kulturelle Angebot der Stadt soll in seiner Vielfalt erhalten bleiben. Dabei sollen auch Subkulturen und „coole“ Kulturangebote für Jugendliche ihren Platz haben. Für die Kulturinstitutionen setzt das verlässliche Kulturetats voraus. Um die Finanzierung von besonderen Kulturevents zu sichern, könnten Unternehmen Patenschaften für bestimmte Projekte übernehmen. So könnte vielleicht das einst so beliebte Marktplatzfest wieder realisiert werden. 	 bedenken ist insbesondere, dass die vorhandene KulturlandZu schaft nur dann fortbestehen kann, wenn die Stadtbevölkerung die Angebote auch annimmt. Deshalb sind gerade zu jenen Menschen Brücken zu bauen, die Kulturangebote nicht selbstverständlich nutzen. Unter dem Stichwort „Kulturelle Bildung“ gilt es, schon früh Anknüpfungspunkte zu schaffen. Kinder sollten in Kindergärten und Schulen behutsam und spielerisch an Kunst herangeführt werden. Hier wäre eine Kooperation mit den Familienzentren sicher fruchtbar. 	 Pforzheim aktiv zu einer interkulturellen Stadtgesellschaft auszubauen, ist eine weitere Aufgabe, die der Masterplan in Zukunft sieht. Ob in Form eines interkulturellen Gartens oder einem Haus der Kulturen, ein Austausch fördert das gegenseitige Verständnis und bereichert alle Seiten.

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Natur und Kultur

AUSSENDARSTELLUNG DER STADT
	 Die Schätze, die Pforzheim an Natur und Kultur zu bieten hat, sollen auch externe Gäste überzeugen. Deshalb erscheint eine Neupositionierung in der Außendarstellung, zum Beispiel als Designstadt, förderlich. Pforzheimer Designer, Studierende und Absolventen sollten in der Stadt entsprechend gute Lebensund Arbeitsmöglichkeiten vorfinden, um sich hier langfristig zu verwurzeln (siehe S. 37). 	 Diese und andere Maßnahmen − wie Kongresse und Tagungen nach Pforzheim zu holen −, könnte zu einer Steigerung des Städte- und Tagestourismus beitragen. Doch nicht nur kultur-, auch naturinteressierte Gäste sollen angesprochen werden. Insbesondere könnte man Pforzheim gezielter als Ausgangspunkt für Wanderwege vermarkten.

„PFORZHEIM ALS DESIGNSTADT POSITIONIEREN“
Natur und Kultur

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NATUR UND KULTUR PROJEKTE

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Natur und Kultur

PROJEKT: INTERKULTURELLER SALON
	 Oktober 2013 wurde der „Interkulturelle Salon“ eröffnet, Im der aus einem Format des „Mix verstehen“-Festivals 2012 weiterentwickelt wurde. An drei bis vier Abenden im Jahr IN G wird der Interkulturelle Salon zum Dialog einladen, um das VerUN UMSETZ ständnis zwischen den Kulturen in Pforzheim zu verbessern. Umrahmt von Musik, Theaterszenen oder literarischen Einlagen diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über aktuelle interkulturelle Themen, die sie bewegen.

PROJEKT: CAMPUS INNENSTADT
	 Das Gelände der ehemaligen Alfons-Kern-Schule soll genutzt werden, um Pforzheimer Studierenden und Absolventen der kreativen Studiengänge einen attraktiven Ort zum Leben und IN Arbeiten zu bieten. Der „Campus Innenstadt“ könnte sowohl ANUNG studentisches Wohnen als auch kreatives Schaffen mit den PL entsprechenden Ateliers und Ausstellungsflächen ermöglichen. Eine positive Begleiterscheinung könnte sein, dass die Studierenden näher an die Innenstadt rücken und damit im Alltag präsenter werden.

Weitere Projekte des Masterplans finden Sie unter www.pforzheim.de/masterplan.

Natur und Kultur

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IDEEN WERDEN WIRKLICHKEIT
	 	 Der Masterplan − als Kompass für die Zukunft der Stadt − liegt vor. Wie aber sollen all diese Ideen, Wünsche und Projektideen Wirklichkeit werden? 	 Die Ziele, die im Masterplan definiert wurden, bilden für den Gemeinderat und die Stadtverwaltung den roten Faden, an dem sie sich orientieren. Mit dem Masterplanbüro wurde eine zentrale Einrichtung geschaffen, die neben anderen Aufgaben auch die Umsetzung des Masterplans in den städtischen Gremien steuert. Die Ergebnisse des Masterplans werden in Jahresprojektplanungen übersetzt, sodass sich die Ziele im kommunalen Haushalt widerspiegeln. 	 Auch die Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgerufen, den Prozess weiterhin mit ihren Ideen zu bereichern und sich bei der Umsetzung der Ziele aktiv einzubringen. Das Masterplan-Team freut sich über Ihr Interesse und Ihre Anregungen!

SO ERREICHEN SIE UNS:
per E-Mail:	 telefonisch: 	 masterplan@stadt-pforzheim.de 0 72 31 / 39 11 76

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www.pforzheim.de/masterplan
        
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