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Periodical volume

Full text: Jahresbericht Issue 2014

Jahresbericht
2014

2
Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014

Inhalt
3	

Grußwort der Senatorin Cornelia Yzer

18	Life

4	

Vorwort des Vorstandsvorsitzenden Nicolas Zimmer

19	

Smart Home Berlin

20	

Demografie und Mobilität

6	

Technologiethemen auf Berlins Agenda setzen
21	Work

7	

Übersicht über wichtige Veranstaltungen,
Publikationen und Projekte 2014

11	

Innovationsstandort Berlin

12	

Technologieradar Berlin

13	

Innovationserhebung Berlin 2014

14	

BERLIN INNOVATION

15	

Data Driven Innovation

16	

Open Data Berlin

17	

Smarte Bürger – Verbraucherschutz
in der digitalen Welt

22	

Open Educational Resources

23	

Der Förderverein

25	

Vorstand und Kuratorium

27	Quellen
28	Impressum

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Grußwort der Sentorin

Berlin – Tiegel, Testfeld und Showcase
für Innovationen
Berlin entfaltet aktuell eine hohe Wirtschaftsdynamik. Getrieben wird dieses Wachstum
durch technologiestarke Unternehmen mit innovativen Produkten. Dabei spielen die
Schwerpunktbranchen Life Science, Energie- und Umwelttechnik, IKT, Medien, Optik sowie
Verkehr, Mobilität und Logistik eine besondere Rolle. Die Umsätze steigen und auch die
Beschäftigung entwickelt sich überdurchschnittlich positiv.

Dies sind auch die Kompetenzfelder der starken Berliner Forschungseinrichtungen, die ihre Tore für Kooperationen mit
Industrieunternehmen weit öffnen. Solche Kooperationen
können dafür sorgen, dass die Investitionspipeline der Unternehmen prall gefüllt bleibt. Optimale Transaktionsprozesse
sind damit der Schlüssel für den Erfolg des Forschungs- und
Industriestandortes Berlin. Die Technologiestiftung Berlin fördert mit ihren Projekten die enge Vernetzung von Forschung
und Wirtschaft.

Es geht aber auch darum, Berlin als Referenzstandort für innovative Technologien zu profilieren. Produkte „Made in Berlin“
sollen auch vor Ort zum Einsatz kommen. Die TSB-Technologieplattforum www.berlin-innovation.de soll hierzu einen Beitrag
leisten, indem sie öffentlichen Vergabestellen Handreichungen
gibt für innovative und wirtschaftliche Ausschreibungen, aber
auch als universeller Showroom und Visitenkarte für Berliner
Zukunftslösungen.

Cornelia Yzer
Senatorin für
Wirtschaft, Technologie
und Forschung
Berlin

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Vorwort


Aus Technologie Zukunft
für Berlin machen
Berlin hat sich in den zurückliegenden Jahren gut entwickelt. Diese Entwicklung wird
sich fortsetzen. Immer wieder liefert die exzellente Wissens- und Forschungslandschaft
Impulse für die Entwicklung der Stadt. Daneben ist eine lebendige und sehr kreative
Startup-Szene, entstanden, die sich aus dem akademischen Nachwuchs herausbildet,
aber auch viele Menschen mit einem internationalen Hintergrund anzieht und die
ebenfalls interessante Innovationen schafft. Das drückt sich in den Zahlen aus, die die
Technologiestiftung regelmäßig erhebt: In keiner anderen Region der Bundesrepublik
wird so viel in Forschung und Entwicklung investiert, gehören so viele Innovationen zum
Angebot wie in Berlin.

Die wirtschaftlichen Impulse, die von der Entwicklung ausgehen, werden häufig zu Recht gelobt. Das Modernisierungspotenzial, das für die Gesellschaft hinter den Innovationen steckt,
kann noch deutlicher werden. An dieser Stelle sollen zwei Beispiele stellvertretend genannt werden: Open Data-Strategien
und Smart Home-Technologien.
Eine Stadt mit einer guten Open Data-Strategie wird für ihre
Bürgerinnen und Bürger nicht nur transparenter und schafft
damit die wichtigste Voraussetzung für eine funktionierende
Demokratie. Open Data erleichtert Beteiligungsprozesse und

kann das Wissen aller für die weitere Entwicklung nutzen.
Smart Home-Technologien wiederum können der Gesellschaft
helfen, den demografischen Wandel zu bewältigen. Wenn ältere Menschen, durch Assistenzsystemen unterstützt, länger
in den eigenen vier Wänden bleiben können, bedeutet das
Lebensqualität für die Betroffenen und entlastet das Pflege­
system.
Berlin hat sich zu einer Open Data-Strategie bekannt und will
führende Smart City in Europa werden. Damit sind wichtige
Ziele benannt. Die Technologiestiftung unterstützt diese Ziel-

Nicolas Zimmer
Vorstandsvorsitzender
der Technologiestiftung
Berlin

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Vorwort


setzung in ihrer Arbeit. Sie macht die Chancen deutlich, die
entstehen. Sie wirbt für den Einsatz von Innovationen in allen
Bereichen. So wurde beispielsweise das Portal BERLIN INNOVATION eingerichtet, das es Verwaltungen und innovativen
Unternehmen erleichtert, sich über Innovationen aus Berlin zu
informieren und diese anzuwenden.
Die stetig steigende Resonanz auf die Studien und Veranstaltungen sowie das Informationsangebot im Internet zeigen,
dass die Botschaft ankommt. Vertreterinnen und Vertreter der
Technologiestiftung sind gefragte Referenten und Diskussionsteilnehmer. Damit erfüllt die Technologiestiftung ihr Ziel, Technologiethemen auf die politische Agenda der Stadt zu setzen.

Gleichzeitig lässt sich die Technologiestiftung von der Entwicklung immer wieder inspirieren und will auch deren Dynamik aufnehmen. Insbesondere die immer stärker wirkende
Digitalisierung und die dahinter steckenden Chancen werden
weiter in den Fokus rücken. Das Potenzial, das hinter Themen
wie Industrie 4.0 steht, muss noch viel breiter diskutiert werden. Industrie 4.0 wird Arbeitsprozesse völlig verändern, die
dezentrale Produktionsweise Auswirkungen auf das Stadtbild
haben – um hier nur zwei Aspekte anzureißen.
Die Zukunft bleibt also spannend. Die Technologiestiftung wird
die technologische und gesellschaftliche Modernisierung weiter begleiten und die Stadt dabei unterstützen, Technologien
für die Zukunft der Stadt nutzbar zu machen.
Nicolas Zimmer

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014

Technologiethemen auf
Berlins Agenda setzen

2014 hat die Technologiestiftung Berlin ihr Ziel
erreicht, Themen auf die Agenda der Stadt zu
setzen. Regelmäßig berichteten die Medien über
diese Arbeit.
Auch die Aufrufe im Internet und die Zahl der
Twitter-Follower wuchs kontinuierlich. Die
Studienergebnisse wurden öffentlich diskutiert
und führten zu neuen Aktivitäten und Projekten
in der Stadt.

Agendasetting
Die Technologiestiftung Berlin identifiziert,
konzipiert und entwickelt die drei relevantestenTechnologiethemen, die geeignet sind,
Berlin als bedeutenden Standort zu stärken.

Die drei relevantesten Technologiethemen für Berlin fokussieren und
dafür Handlungsempfehlungen
erarbeiten

Ein Forum für die
dynamisch wachsende
Innovationsszene Berlins bieten

Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und die
Öffentlichkeit für die Umsetzung der
Handlungsempfehlungen gewinnen

Entwicklung der Themen durch
Dienstleistungen an der Schnittstelle
von Wissenschaft, Wirtschaft
und Verwaltung

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014

Übersicht über wichtige
Veranstaltungen, Publikationen
und Projekte 2014

Studien zur Berliner Innovationsszene,
Veranstaltungen zu technologischen Entwick­
lungen sowie Bildungsaktivitäten im natur­
wissenschaftlich-technischen Bereich standen im
Mittelpunkt der Arbeit 2014. Außerdem wurden
wichtige Berliner Projekte wie die Lange Nacht
der Wissenschaften gefördert.
\\ Veranstaltungen
\\ Publikationen
\\ Weitere Aktivitäten

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Übersicht über wichtige Veranstaltungen, Publikationen und Projekte 2014

Veranstaltungen

27. Oktober 2014

Kometenjäger.
Die Rosetta-Mission vor dem Ziel

Best Practice OER
Um Open Educational Resources in den
Schulalltag zu integrieren, bedarf es fester
Regularien. Die Technologiestiftung veranstaltete
in Kooperation mit Wikimedia Deutschland zwei
Diskussionsveranstaltungen zum Thema.

Treffpunkt WissensWerte
Die Veranstaltungsreihe bietet Informationen und
Diskussionen zu Technologiethemen. Der Treffpunkt WissensWerte ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von Technologiestiftung und Inforadio.
Die Diskussionen werden aufgezeichnet und später im Radio ausgestrahlt. Die Sendungen sind als
Podcasts auf der Internetseite der Technologiestiftung abrufbar.

18. November 2014

5. November 2014

Policy Making

28. März 2014

Rethinking online tracking. How data protection
and data use might be combined

Viel, mehr, Datenmeer.
Möglichkeiten und Herausforderungen
von Big Data
11. Juli 2014

Sport frei.
App & Co fürs aktive Leben

Impulse aus der Zukunft
Die Reihe „Impulse aus der Zukunft“ veranstaltet die Technologiestiftung gemeinsam mit der
Max-Planck-Gesellschaft. Sie wendet sich an die
interessierte Fachöffentlichkeit.

OER-Praxis

1.Dezember 2014

Fachveranstaltungen
Vor der Veröffentlichung von Studienergebnissen lädt die Technologiestiftung die Fachleute zu
Veranstaltungen ein, um Arbeitshypothesen zu
diskutieren. Die Ergebnisse fließen in die Publikationen ein.

15. September 2014

26. August 2014

Wenn die Stadt Stress hat.
Urbanes Krisenmanagement

Kamingespräch
Die Wohnung – Von der Komfortzone zum
Gesundheitsstandort?

7. Oktober 2014

Grenzenlos altern.
Vom Umgang mit dem Älterwerden

22. Oktober 2014

5. November 2014

Szenarienworkshop
Altersgerechte Mobilität in Berlin 2030

Smart Home und Gesundheitstechnologie
Workshop

Publikationen
Smart City Berlin
Berlin will zur führenden Smart City in Europa
werden. Die Technologiestiftung Berlin zeigt,
dass die Hauptstadt schon heute mehr „Smartes“
zu bieten hat als vergleichbare Städte. Der Report formuliert Handlungsempfehlungen für eine
ganzheitliche, ressortübergreifende Strategie zur
Weiterentwicklung. Die Studie hat einen Senatsbeschluss initiiert, der die weitere Entwicklung
zur Smart City Berlin vorsieht.

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Übersicht über wichtige Veranstaltungen, Publikationen und Projekte 2014

Digitales Gold.
Nutzen und Wertschöpfung durch Open Data.
Daten und Informationen sind nach der
EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes, das Gold des digitalen Zeitalters.
Die Untersuchung geht der Frage nach, wie hoch
der Wert von Open Data für Berlin ist bzw. welches volkswirtschaftliche Nutzenpotenzial darin
steckt.

Innovationsmonitoring Berlin –
Berlins Innovations­potenziale und –leistungen
im regio­nalen Vergleich.
Der Monitor zeichnet das Bild des Innovationsstandortes Berlin, das geprägt ist von einer
überdurchschnittlich hochqualifizierten Einwohnerschaft, einem im Vergleich sehr großen Engagement der kleinen und mittleren Unternehmen für Forschung und Entwicklung sowie einem
deutlichen Schwerpunkt auf Spitzentechnologien
und wissensbasierten Dienstleistungen.

Open Educational Resources. Benchmark und
Potenziale
OER unterstützt die freie Weitergabe von Wissen,
verstärkt den Austausch über Lerninhalte und
–methoden und ermöglicht weltweite Kooperationen. Für die Studie haben Prof. Dobusch und sein

Team den Umgang mit OER in den deutschen Bundesländern verglichen und Experten aus Schulen,
Verwaltung und dem Verlagswesen befragt. Deutlich wird, dass Berlin zurzeit in Deutschland eine
Vorreiterrolle beim Einsatz von OER einnimmt.

Technologieradar Berlin
Berlin befindet sich auf Wachstumskurs. Die
Hauptstadt entwickelt sich zunehmend zu einem
wissensbasierten, technologieorientierten Wirtschaftsstandort. Wachstumstreiber sind innovative Produkte und Dienstleistungen, die zu mehr
Beschäftigung und Wertschöpfung führen. Mithilfe der Ergebnisse des Technologieradars wird
gezeigt, welche Technologiefelder unter dem Aspekt der Erfindungen und entsprechenden Patentanmeldungen im nationalen und internationalen
Vergleich herausragen und welche Technologiefelder besonders viel Innovationspotenzial aufweisen (siehe auch Seite 12).

men in einzelnen Berliner Branchen getroffen
werden. Das Ergebnis belegt die besondere Innovationskraft der Berliner Wirtschaft und das dynamische Wachstum (siehe auch Seite 13).

Keynotes, Vorträge und
Diskussionsbeiträge
Der Vorstand und die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter treten regelmäßig bei öffentlichen
Veranstaltungen auf. Dort stellen sie die Arbeit
der Technologiestiftung vor und diskutieren sie.
Hier eine kleine Auswahl:
29. Januar 2014

Dr. Gesa Koglin: Fachvortrag zum Thema
Innovationsmonitoring beim Kolloquium des
Amts für Statistik Berlin-Brandenburg
5. Juni 2014

Nicolas Zimmer: Keynote beim Open Data Day
Berlin
Innovationserhebung 2014
Für die Innovationerhebung 2014 stockte die
Technologiestiftung die routinemäßige Innovationserhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung auf. So konnten mit Antworten
von 1.985 Unternehmen aus Berlin erstmals Aussagen zum Innovationsverhalten der Unterneh-

11. August 2014

Anne-Caroline Erbstößer: Eröffnungsvortrag bei
der 6. Ingenieurinnen-Sommeruniversität an der
Universität Bremen

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Übersicht über wichtige Veranstaltungen, Publikationen und Projekte 2014

1./2. September 2014

Nicolas Zimmer: Teilnahme und Vortrag beim
Bled Strategic Forum 2014 in Slovenien

Bereich. 2014 förderte die Technologiestiftung
Berlin zwei Science on Stage-Fortbildungsveranstaltungen.

4. und 30. September 2014

Dr. Christian Hammel zu Smart City Berlin
auf Veranstaltungen der Partei Die Linke
und der Fraktion Bündnis 90/Grüne im
Abgeordnetenhaus
18. September 2014

Dr. Gesa Koglin: Fachvortrag zum
Technologieradar bei der Statistischen Woche in
Hannover
23.Oktober 2014

Nicolas Zimmer: Teilnahme am telegrafen_lunch
der Deutschen Telekom zum Thema Smart City

Code Week Award
Erstmalig schrieb die Technologiestiftung Berlin in Kooperation mit dem Design Research Lab
der Universität der Künste Berlin den Code Week
Award aus, der von der Samsung Electronics
GmbH gefördert wird. Der Preis richtet sich an
Privatpersonen, Hochschulen und Initiativen mit
nachhaltigen, pädagogischen Konzepten für kreative Workshop-Reihen, Hackathons oder andere Formate, die Kinder und Jugendliche für das
“Coden” begeistern.

Preise (Auswahl)

16. Oktober 2014

Anne-Caroline Erbstößer: Fachvortrag zu
Smart City auf der Belektro (Fachmesse für
Elektrotechnik, Elektronik und Licht)

Bildungsaktivitäten
Science on Stage
Das Lehrkräfte-Netzwerk Science on Stage bietet
Begegnungs-, Diskussions- und Weiterbildungsangebote im naturwissenschaftlich-technischen

Innovationspreis Berlin-Brandenburg
122 Innovationen konkurrierten um den Innovationspreis Berlin-Brandenburg. Der Preis, zu dessen Unterstützern die Technologiestiftung Berlin
gehört, gilt als Gütesiegel weit über die Region
hinaus und macht die Innovationskraft von Berlin-Brandenburg sichtbar.

Geförderte Aktivitäten (Auswahl)
10. Mai 2014

Lange Nacht der Wissenschaften
Mit rund 2.200 Programmpunkten war die Lange Nacht der Wissenschaften wieder die zentrale
Veranstaltung der Berliner Wissenschaftslandschaft. Die 71 teilnehmenden Einrichtungen registrierten circa 148.000 Besuche.

23. Juni 2014

TEDx-TEDSalon Berlin
Rund 1.400 Teilnehmer kamen zum TEDSalon
(TED=Technology, Education and Design) „Bits of
Knowledge“ im Admiralpalast. Die Technologiestiftung unterstützte die Veranstaltung.

Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014

Innovationsstandort
Berlin

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Berlin profiliert sich zunehmend als Standort für
High Tech-Produkte. Auch der Anteil der technologieorientierten Start Ups am Gründungsgeschehen ist in Berlin signifikant höher als im
übrigen Bundesgebiet. Die Entwicklung wird
durch die vielfältige, exzellente Forschungslandschaft der Stadt befördert, die einen hochqualifizierten Nachwuchs ausbildet und deren Erkenntnisse Impulse für innovative Entwicklungen
geben. Seit Jahren beobachtet die Technologiestiftung diese Entwicklung der Stadt, dokumentiert sie in ihren Publikationen und bietet mit
ihren Ursachen- und Wirkungsanalysen wichtige
Anhaltspunkte für anstehende Entscheidungen.
\\ Technologieradar
\\ Innovationserhebung
\\ BERLIN INNOVATION

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Innovationsstandort Berlin

Technologieradar Berlin
Um das Berliner Patentgeschehen zu analysieren und daraus technologiepolitische
Handlungsoptionen abzuleiten, beauftragte die Technologiestiftung die Firma mapegy
mit der Auswertung der Patentdatenbank PATSTAT von 1993 bis 2013. Mit Big DataMethoden, angewandt auf 1,3 Millionen weltweite Patente, entstand das Profil des
Innovationsstandortes Berlin, der sich von anderen deutschen Standorten deutlich
unterscheidet.

Die Analyse des Patentgeschehens zeigt, dass Berlin in den
Bereichen Elektrotechnik, Chemie und Instrumente, zu dem die
Messtechnik sowie optische und medizinische Instrumente gehören, innovativer ist als der Bundesdurchschnitt. Dagegen ist
die traditionelle Stärke im Maschinenbau, die für Deutschland
insgesamt charakteristisch ist, in Berlin weit weniger ausgeprägt. Die Zahlen zeigen, dass Berlin diese Profil sogar ausbaut,
das dem amerikanischen stärker ähnelt als dem eines anderen
deutschen Standorts. Über den gesamten Zeitraum hinweg betrachtet, stiegen die Patentanmeldungen im Bereich der Computertechnologien am stärksten. Über die letzten fünf Jahre
gesehen beeindruckt vor allem der Anstieg der Patentanmeldungen in der Medizintechnik um mehr als fünf Prozent.

Technologieradar Berlin
Berlin forscht an den richtigen Themen. Wie auf einem
Radarbild wird in der Veröffentlichung die Vernetzung
der Innovationsszene der
Stadt sichtbar gemacht.

Hier sind es vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen,
oft Ausgründungen aus den Universitäten und Hochschulen,
die Patente anmelden. Nimmt man die Tatsache hinzu, dass in
Berlin außerdem technologieorientierte Dienstleistungen eine
besondere Rolle im Wirtschaftsgeschehen spielen, wird deutlich, dass Berlin für die internationalen Trends Gesundheit, Digitalisierung und Energie gut gerüstet ist

Patente schützen schöpferische Leistungen, die neue
(technische) Problemlösungen ermöglichen.

3,3 %

5,4 %

Computer-Technologie

Medizintechnik

Berliner Technologiefeld mit dem größten Wachstum
innerhalb der letzten zehn Jahre

Berliner Technologiefeld mit dem größten Wachstum
innerhalb der letzten drei Jahre

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Innovationsstandort Berlin

Innovationserhebung Berlin 2014
Im Sommer 2014 stockte die Technologiestiftung die Zahl der Befragten in der deutschen
Innovationserhebung auf. So flossen die Antworten von fast 2.000 Unternehmen ein und
zeichnen ein detailliertes Bild des aktuellen Geschehens, aufgeschlüsselt nach Branchen
und Unternehmensgrößen.

Deutlich wurde bei der Befragung die Bedeutung von Innovationen für die Berliner Wirtschaft: Die Unternehmen machten
rund 11 Milliarden Euro (14 Prozent ihres Umsatzes) mit neuen Produkten. Damit ist der Erfolg mit Innovationen in Berlin
mit 1,6 Prozent erneut stärker gestiegen als im Bundesdurchschnitt (0,2 Prozent).
Auch in Berlin wird ein Großteil der Innovationsausgaben von
Großunternehmen getätigt. Aber auch die kleinen und mittleren Unternehmen sind sehr innovativ. 49 Prozent von ihnen
führte 2013 ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung
ein, bundesweit 44 Prozent.
Steigenden Umsätzen mit neuen Produkten standen größere
Ausgaben für Innovationen gegenüber. Auch hier lag Berlin mit
8,1 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (6 Prozent). Während bundesweit der Maschinen- und Fahrzeugbau fast 50
Prozent aller Innovationsausgaben tätigte, war die Struktur der

Innovationsausgaben in Berlin differenzierter: Hier leisteten
Chemie und Pharma zusammen mit der Elektroindustrie rund
die Hälfte der Innovationsausgaben, gefolgt vom Maschinenund Fahrzeugbau sowie der Software- und der Medienbranche.
Keine Überraschung in der Startup-Metropole dürfte sein, dass
Venture Capital, Eigenkapitalerhöhungen und Fördermittel in
der Innovationsfinanzierung eine größere Rolle spielen als das
im Bundesdurchschnitt der Fall ist.
Berlin

Innovationserhebung
Berlin 2014
Die Publikation gibt
Auskunft über das Inno­
vationsverhalten am
Standort Berlin. Die Größe
der Erhebung lässt erstmals
auch Aussagen zu den
einzelnen Branchen zu.

Deutschland

Anteil der Innovations­
ausgaben von kleinen und
mittleren Unternehmen (5
bis 249 Beschäftigte) im
Jahr 2013

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Innovationsstandort Berlin

BERLIN INNOVATION
Seit Oktober 2014 ist die Seite www.berlin-innovation.de online. Die von der
Technologiestiftung Berlin und der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und
Forschung initiierte und realisierte Seite ist ein Schaufenster des innovativen Berlin
und ein Informationsangebot an mögliche Anwender in Unternehmen, landeseigenen
Einrichtungen und Öffentlichkeit.

Leider bleiben Innovationen oft im Verborgenen oder werden
nur in Spezialistenkreisen wahrgenommen. Dabei bietet gerade Berlin viele Innovationen, die vor Ort angewendet werden
und die Lebensqualität der Berlinerinnen und Berliner verbessern könnten. Damit sich dies ändert, präsentiert BERLIN
INNOVATION nach Technologiefeldern geordnet neuartige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen.
Die Beispiele reichen von energieeffizienten Beleuchtungskörpern über Softwarelösungen in der Landwirtschaft und der
Immobilienwirtschaft bis zu elektrisch betriebenen Klapprollern für Kleinsttransporte. Für die Präsentation müssen die
Unternehmen neben einer Beschreibung der Innovation auch

Maschinen-/Fahrzeugbau

46,9 %

Hinweise zu Vorteilen und Lösungen geben und ihre Einsatzgebiete und Zielgruppen benennen.
Die Registrierung und der Eintrag in das Verzeichnis von
BERLIN INNOVATION sind kostenlos. Anschließend wird der
Eintrag bei der Technologiestiftung anhand transparenter Kriterien geprüft. Wichtigstes Kriterium ist der Innovationsgrad
des Angebots. Als Nachweise hierfür gelten positive Gutachten,
die im Rahmen einer Projektförderung der öffentlichen Hand
bereits erstellt wurden, oder renommierte Innovationspreise.
Liegen solche Nachweise nicht vor, prüft eine Jury, die regelmäßig tagt.

Elektroindustrie/
Messtechnik/Optik

43,5 %

Software/
Datenverarbeitung

27,2 %

Die Betriebswirtschaft
unterscheidet zwischen
Erfindung und Innovation.
Zur Innovation wird die
Erfindung erst durch einen
erfolgreichen Markteintritt.

Umsatzanteil mit
Produktneuheiten
in Berlin 2013 in %

Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014

Data Driven
Innovation

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Rund alle zwei Jahre verdoppelt sich die Menge
der digitalen Daten weltweit. Daten sind Treiber
der technologischen Entwicklung in allen Bereichen und sorgen beispielsweise dafür, dass
Magnetresonanztomografien immer präziser und
Autos immer sicherer werden. Berlin sollte die
neuen technologischen Möglichkeiten unbedingt
für die gesellschaftliche, technologische und
wirtschaftliche Entwicklung der Stadt nutzen.
Die Technologiestiftung Berlin engagiert sich
dafür, dass möglichst viele Daten – entsprechend
aufbereitet – für die Stadtgesellschaft und die
Wirtschaft offen zugänglich werden und die
Berlinerinnen und Berliner kompetent mit ihnen
umgehen können.
\\ Open Data
\\ Smarte Bürger – Verbraucherschutz
in der digitalen Welt

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Data Driven Innovation

Open Data Berlin
Daten, die von der öffentlichen Verwaltung erhoben werden, gehören allen. Sie sollten
deshalb entsprechend aufbereitet den Bürgerinnen und Bürgern auch wieder zur
Verfügung gestellt werden. In einer Studie hat die Technologiestiftung 2014 erstmals den
möglichen volkswirtschaftlichen Nutzen einer Open Data-Strategie für Berlin beziffert –
mit 32 Millionen Euro jährlich. Hinzu kommt das gesellschaftspolitische Potenzial, das sich
aus der Transparenz und den Mitgestaltungsmöglichkeiten ergibt.

Um weitere Impulse für die Open Data-Strategie zu gewinnen,
organisierte die Technologiestiftung im September eine Reise
nach London, zu der auch Vertreter aus Wissenschaft und Verwaltung eingeladen waren. Die Delegation besuchte dort Einrichtungen wie das Open Data Institute und den London Data
Store. Sie sprach mit wichtigen Aktivisten wie Rufus Pollock

von der Open Knowledge Foundation. Außerdem unterstützt
die Technologiestiftung regelmäßig Hackathons für Hackerinnen und Hacker, die sich großer Beliebtheit erfreuen.
Einführungsphase

Wachstumsphase

Pay-off-phase

Businesseffekt

Nutzen
privater Sektor
Indirekter
Nutzen

Effekt der
Marktdynamik

Steuereinnahmen

Euro

NUTZEN

Nachfrageeffekt

Beschäftigungseffekt
Wohlfahrtseffekt
Zeit

0

KOSTEN

Wer über eine Echtzeit-App verfolgen kann, wie sich der Verkehr während der Rushhour durch Berlin bewegt, kann seine
Wege besser planen und Leerlauf bei sich und anderen vermeiden. Solche Optimierungspotenziale oder auch neue Dienstleistungen, die aus offenen Daten entstehen können, wurden
in der Studie „Digitales Gold“ erfasst und ausgewertet. Das im
Februar 2014 vorgestellte Ergebnis erregte Aufsehen und wird
seither immer wieder weit über Berlin hinaus zitiert, wenn es
um den volkswirtschaftlichen Nutzen von Open Data geht.

Einkommenseffekt

Effekt der Effizienzverbesserung

Steuereinnahmen

Kosten/
Einnahmeausfälle
öffentlicher
Sektor

Zwei Mitglieder des Vorstands der Technologie­
stiftung, Nicolas Zimmer
und Prof. Dr. Gesche Joost,
gehören dem Advisory
Board von Code for Germany an. Das von der
Open Knowledge Foundation Deutschland initiierte
Programm unterstützt
Open Data-Projekte und
Civic Technologies in ganz
Deutschland.

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Data Driven Innovation

Smarte Bürger – Verbraucherschutz
in der digitalen Welt
Das Internet ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Genauso wenig die
Diskussion, wie sicher die persönlichen Daten im Netz sind und was man beim
Surfen beachten sollte. Um Bewusstsein und Transparenz zu schaffen, betreibt die
Technologiestiftung gemeinsam mit der Open Knowledge Foundation Deutschland und
der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz die Kampagne Smarte Bürger –
Verbraucherschutz in der Digitalen Welt.

Bestandteil der Kampagne
ist ein Twitter-Account, der
regelmäßig Tipps veröffentlicht und auf interessante
Diskussionsbeiträge zum
Thema Verbraucherschutz in
der digitalen Welt hinweist.
www.smarte-buerger.de
@smartebuerger

Die Kampagne startete im Dezember 2014 mit einem Quiz und
Tipps auf www.smarte-buerger.de und einem interaktiven Parcours durch die westliche Innenstadt. An fünf Stationen konnten Smartphonenutzer und -nutzerinnen sich über Themen informieren, mit denen praktisch jeder konfrontiert wird.
Eines der anschaulich gemachten Themen war das Selfie. Den
wenigsten Nutzern ist bekannt, dass und wie Selfies im Internet weiterverbreitet und zum Beispiel für Werbezwecke eingesetzt werden. Das Gleiche gilt für die GPS-Daten, die jeder
erzeugt, wenn er ein Tracking zulässt.

Außerdem wurden die Themen Online-Banking und -Shoppen
thematisiert. An allen Stationen ging es darum, die Informationen ohne Wertung weiterzugeben und darüber zu informieren,
welche Folgen das jeweilige Nutzerverhalten hat.

Verbraucherschutz in der digitalen Welt

Wie gläsern
willst du sein?
www.smarte-buerger.de

Die Kampagne wird 2015 mit überarbeitetem Parcours sowie
Veranstaltungen unter anderem zu den Themenschwerpunkten
Beacon und Preisdifferenzierung weitergeführt.

Der interaktive
Berlin-Parcours
8.–18. Dezember
Mitmachen, Klarheit gewinnen!
www.smarte-buerger.de

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014

Life

18

Berlin zieht junge Leute an, aber auch der Anteil
der über 65-jährigen steigt bis 2030 deutlich an.
Viele dieser Menschen werden sehr lange gesund bleiben und ein aktives Leben führen.
Anders als ihre Eltern und Großeltern sind sie
mit dem Auto groß geworden und wollen auf
dieses nicht verzichten. Wenn sie später körperliche Beeinträchtigungen erleiden, möchten sie
möglichst lange selbstständig in ihren eigenen
vier Wänden leben. Der Bereich Life der Technologiestiftung beschäftigt sich mit der Frage, wie
Berlin sich auf den anstehenden demografischen
Wandel vorbereiten und die Lebensqualität für
eine wachsende Zahl älterer Menschen mit
technologischen Lösungen ausbauen kann.
Außerdem sind neue Produkte und Dienstleistungen, die für die wachsende Zahl der älteren
Menschen entwickelt werden, auch wirtschaftlich interessant und können Berlins Profil als
Referenzstandort schärfen.
\\ Smart Home-Technologien
\\ Demografie und Mobilität

19

Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Life

Smart Home Berlin

Smart Home Berlin
2030 wird rund ein Viertel
der Berliner Bevölkerung
über 65 Jahre alt sein.
Smart Home-Technologien
können Menschen unterstützen, länger in den eigenen
vier Wänden zu leben. Die
Studie bietet eine Bestandaufnahme und gibt Handlungsempfehlungen.

Die meisten Smart Home-Produkte, die derzeit auf dem Markt sind, dienen dem Komfort
oder der Sicherheit. Da kann der Nutzer per Smartphone die Heizung regeln oder von
unterwegs schauen, wer zuhause vor der Türe steht. Die Studie Smart Home Berlin zeigt,
welche Chancen bestehen, wenn die neuen technischen Möglichkeiten eingesetzt werden,
um Menschen zu unterstützen, die körperlich beeinträchtigt sind und weiterhin autonom
leben wollen.

Mittlerweile gibt es in Berlin zahlreiche Anbieter, die Sensoren,
Kameras und Internet nutzen, um entsprechende Produkte zu
entwickeln. Auch Einrichtungen wie die Charité bieten erste
Diagnose- und Therapiemöglichkeiten über das Internet. Das
Zusammenwachsen von Komforttechnik und Telemedizin stößt
aber einstweilen noch an Grenzen. Rahmenbedingungen wie
Datenschutz und Haftungsfragen können von den Berliner Akteuren nicht verändert werden.

Man kann aber in Berlin auch heute schon etwas dafür tun,
dass die Technologien für die steigende Zahl der älteren Menschen nutzbar gemacht werden. Die vielfältigen Musteranwendungen müssen in die Breite gebracht werden, zum Beispiel,
indem man Referenzprojekte im Kiez durchführt oder Wohnungen vorrüstet, so dass technische Assistenzsysteme später
ohne größeren Aufwand integriert werden können. Die Wirtschaft sollte Standards und Schnittstellen weiterentwickeln
und beschleunigen.

Technische Assistenz­
systeme
dienen dazu, einem eingeschränkten Menschen ein
selbstbestimmtes Leben zu
ermöglichen. Darunter fallen
sowohl Produkte als auch
Dienstleistungen, die in der
Wohnung oder im Freizeit-,
Mobilitäts- und Versorgungsbereich zum Einsatz
kommen können.

Automatische Türöffnung
Rollladensteuerung
Temperatursteuerung

Notruf

Vitalüberwachung

Rauchmelder

Touchscreen

Fenstersensor

Sturzmeldender
Fußboden

Automatische
Lichtsteuerung

Luftfeuchtigkeitmessung

Klingel mit optischem Signal

Abschaltsysteme

Alarmanlage | Außenkamera

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Life

Demografie und Mobilität
Demografie und Mobilität
Der demografische Wandel
wird auch im Verkehrsbereich Veränderungen notwendig machen. Die Studie
zeigt, wie Berlin sich auf die
Veränderungen einstellen
kann.

Technologische Lösungen wie Einparkhilfen für Autofahrer und barrierefreie Übergänge
von einem öffentlichen Verkehrsmittel in ein anderes helfen, im fortgeschrittenen Alter
mobil zu bleiben. Was Berlin in diesem Bereich tun kann, um für die ständig wachsende
Gruppe der Älteren attraktiv zu sein, untersuchte die Studie „Demografie und Mobilität“.

Berlin hat ein gut ausgebautes Verkehrsnetz und ist bei Innovationsthemen wie Elektromobilität, Telematik und Carsharing
weit entwickelt. Allerdings müssen das Verkehrsnetz und die
verschiedenen Verkehrsträger sich auf die wachsende Gruppe der Älteren einstellen. Ältere Menschen bewegen sich zu
anderen Zeiten, auf anderen Strecken und mit anderen Verkehrsmitteln durch die Stadt als beispielsweise die Gruppe der
Berufstätigen. Sie stellen andere Anforderungen an Sicherheit
und Komfort von öffentlichen Verkehrsmitteln und fragen Assistenzsysteme wie Einparkhilfen für das Auto und Elektro­
motoren am Fahrrad nach. In Zukunftsszenarien spielt die
Technologiestiftung durch, welche Schlüsselfaktoren die weitere Entwicklung im Verkehrsbereich beeinflussen werden und
leitet daraus Handlungsempfehlungen ab.
Dabei wird deutlich: Berlin kann zum Living Lab für innovative Verkehrskonzepte und-produkte werden. Wenn es der Stadt
gelingt, sich auf die Veränderungen einzustellen, ihre techno-

logische Kompetenz weiter auszubauen, bessere Geodaten bereitzustellen und entsprechende Projekte zu initiieren, werden
ältere Stadtbewohner genauso profitieren wie Forschung und
Entwicklung und die innovative Wirtschaft der Stadt.

Elektromobilität

Autonomes
Fahren

Car
Sharing

Intelligente
Steuerung &
Vernetzung

Bei Zukunftsszenarien
kommt es nicht so sehr
auf die exakte Treffsicherheit an. Vielmehr sollten
mögliche Engpässe und
die daraus resultierenden
Konsequenzen identifiziert
werden. Dies erleichtert es,
Alternativen zu erarbeiten
und zeigt, was man heute
beeinflussen kann, um in
die gewünschte Richtung zu
steuern.

Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014

Work

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Der technologische Fortschritt hat Auswirkungen
auf die Art und Weise, wie wir lernen und
arbeiten. Für die Technologiestiftung, zu deren
Aufgaben die Förderung der Bildung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich gehört und
die sich seit vielen Jahren beispielsweise für
innovative Lernkonzepte und den Austausch bei
internationalen Lehrerfestivals engagiert, ist
evident, dass sich der Unterricht an Berlins
Schulen unbedingt für die Möglichkeiten öffnen
muss, die die Informations- und Kommunika­
tionstechnologien sowie freie Bildungs­
materialien bieten.

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Work

Open Educational Resources
Gemeinsam mit dem Staatssekretär für Bildung, Mark Rackles, stellte die
Technologiestiftung im Mai 2014 eine OER-Studie vor, die sie bei Professor Leonhard
Dobusch von der Freien Universität Berlin in Auftrag gegeben hatte. Die Studie gilt
seither als Diskussionsgrundlage für bundesweite Debatten. Im Spätsommer ließ die
Technologiestiftung einen Policy Brief folgen, um das Thema weiter zu befördern.

Die OER-Bewegung setzt auf Kollaboration, wie sie heute im
Netz möglich ist. Die rigide Urheberrechtssituation in Deutschland erfordert derzeit jedoch gesonderte Rahmenbedingungen
dafür, dass Lehrende und Lernende in einem rechtlich definierten Umfeld mit OER-Material arbeiten können. Nur wenn
auf die Belange des Bildungsbereiches zugeschnittene Lizenzmodelle und Qualitätsstandards vereinbart werden, kann sich
OER in der Breite durchsetzen. Auch der Werkzeugkasten muss
um leicht zu handhabende Content Management Systeme und
spezifische Editoren ergänzt werden – am besten Open Source-basiert.
Viele Schritte können von der OER-Bewegung selbst durchgeführt werden. Politik und Verwaltungen müssen dies aber
unterstützen, Schritte zur Reform des Urheberrechts einleiten,
Server zur Verfügung stellen, Anreize schaffen und OER in die
Lehrerausbildung integrieren.

Um die OER-Bewegung weiter zu befördern, bietet die Technologiestiftung seit Erscheinen der Studie in Kooperation mit
wichtigen Akteuren der OER-Bewegung Veranstaltungen an,
die regelmäßig auf große Resonanz treffen.

Lizenzarten
CC BY 3.0

CC BY-NC-ND 3.0

Namensnennung
darf nicht geändert werden

CC BY-NC 3.0
Namensnennung
nur nicht-kommerzielle Nutzung

die offen zugänglich und
kostenfrei sind. OER können
verändert, weitergenutzt
und verbreitet werden. Dies
muss mit frei zugänglicher
Software und offenen Standards geschehen.

Namensnennung
nur nicht kommerzielle Nutzung
darf nicht geändert werden

Namensnennung

CC BY-ND 3.0

Open Educational
Resources (OER)
sind Lehr- und Lernmittel,

CC BY-NC-SA 3.0
Namensnennung
nicht kommerzielle Nutzung
Weitergabe unter dieser Bedingung

CC BY-SA 3.0
Namensnennung
Weitergabe unter dieser Bedingung

Open Educational Resources
im Land Berlin
Der Policy Brief stellt
zentrale Ergebnisse der
OER-Studie vor und zeigt,
wie das Thema strategisch
weiter entwickelt werden
sollte.

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Der Förderverein

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Mit vielfältigen Aktivitäten unterstützt der
Förderverein Technologiestiftung Berlin e. V. die
anwendungsorientierte Wissenschaft und damit
die Arbeit der Technologiestiftung.
Der Förderverein möchte dazu beitragen, dass
sich die Kommunikation zwischen Hochschule
und Wirtschaft intensiviert. Ziel ist es, durch den
praxisorientierten Dialog Forschungs-Know-how
schneller in die Anwendung zu bringen sowie
die Vernetzung der Akteure zu fördern.

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Der Förderverein

Freunde von Technologie und Innovation
Die Mitglieder des Fördervereins sowie Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft treffen
sich regelmäßig zu Clubabenden und Besichtigungen von Forschungseinrichtungen und
Unternehmen. Hier werden interessante Forschungsansätze, aktuelle Entwicklungen und
Innovationen vorgestellt sowie neue Wege für die Intensivierung des Dialogs zwischen
Wissenschaft und Wirtschaft diskutiert.

Werden Sie Mitglied!
Interessierte aus Forschungsund Wirtschaftskreisen sind
als Mitglieder im Förderverein
stets willkommen.
Informationen erhalten Sie
bei der Geschäftsstelle des
Fördervereins:


foerderverein@
technologiestiftung-berlin.de
Telefon +49 30 46302 491

Clubabende 2014
26. März 2014

19. November 2014

Zu Gast bei den Telekom Innovation Laboratories (T-Labs)
Forschung zum Thema Mensch-Maschine-Interaktion
Vortrag von Prof. Dr. Gesche Joost

Mitgliederversammlung
Mit Vortrag von Professor Dr. Peter Seeberger,
Direktor des Max-Planck-Institutes für Kolloid- und
Grenzflächenforschung

19. Juni 2014

Kooperation mit dem 4. TransferTreff an der Technischen
Universität
Mit Führungen durch ausgewählte Fachbereiche wie das
neue Energielabor und den Windkanal des Fachbereiches
Experimentelle Strömungsmechanik
1. Oktober 2014

Kooperation mit dem TechnologieTransferTag
Berlin-Brandenburg

Der Vorstand des Fördervereins seit 19. November 2014
Ulrich Misgeld (Vorstandsvorsitzender)
Thomas Dreusicke (stellvertretender Vorsitzender)
Wolfgang Jahke (Schatzmeister)
Christoph von Waldow (Mitglied des Vorstandes)
Nicolas Zimmer (Mitglied des Vorstandes)
Armin Bansbach (Ehrenmitglied)

Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014

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Vorstand und
Kuratorium

Aufgabe des Vorstands ist es, die Stiftungsziele
zu erfüllen, die in der Satzung der Technologie­
stiftung festgelegt sind: die Entwicklung der
Region Berlin-Brandenburg zu einem
bedeutenden Standort in ausgewählten
Technologiefeldern. Außerdem sollen Wissenschaft und Forschung sowie die Bildung in Bezug
auf innovative natur- und ingenieurwissenschaftliche Technologien gefördert werden.
Das Kuratorium legt die Grundsätze der
Stif­tungsarbeit fest. Es bestellt den Vorstand
und überwacht dessen Geschäftsführung.
Darüber hi­naus beschließt es Haushalt und
Jahresabschluss und entlastet den Vorstand.
Gegebenenfalls kann es auch Satzungs­
änderungen vornehmen.

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014
Vorstand und Kuratorium

Mitglieder des Kuratoriums der
Technologiestiftung Berlin
01. Januar bis 30. November 2014

Dr. Matthias von Bismarck-Osten
Generalbevollmächtigter
Investitionsbank Berlin

Prof. Dr. Andreas Busch	
Mitglied des Vorstandes
Bayer Pharma AG

Erwin Kostyra
Vizepräsident
Handwerkskammer Berlin

Harald Eisenach
Mitglied der Geschäftsleitung
Deutsche Bank AG

Mathis Kuchejda
Geschäftsführender Gesellschafter
Schmidt + Haensch GmbH & Co.

Christoph von Waldow
Geschäftsführer
Gerb Schwingungsisolierungen GmbH & Co.

Michael Müller
Senator
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
und Umwelt Berlin

Adrian Grasse
Siemens AG
Berliner Büro der Leitung
(ab 13. Juni 2014)
Prof. Dr. Monika Gross
Präsidentin
Beuth Hochschule für Technik Berlin
Arno Hager
1. Bevollmächtigter
Industriegewerkschaft Metall
Verwaltungsstelle Berlin
Burkhard Ischler
Leiter Berliner Büro der Leitung
Siemens AG
(bis 12. Juni 2014)

Dr. Andreas Penk
Vorsitzender der Geschäftsführung
Pfizer Pharma GmbH
Prof. Dr. Jörg Steinbach
Präsident
Technische Universität Berlin
(bis 12. Juni 2014)
(Stellvertretender Vorsitzender )
Prof. Dr. Christian Thomsen
Präsident
Technische Universität Berlin
(ab 13. Juni 2014)
(Stellvertretender Vorsitzender)

Sandra Scheeres
Senatorin
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und
Wissenschaft Berlin
Prof. Dr. Günter Stock
Präsident
Berlin-Brandenburgische Akademie der
Wissenschaften
(Vorsitzender)
Prof. Dr. Günther Tränkle
Wissenschaftlicher Direktor
Ferdinand-Braun-Institut FBH
Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik
Cornelia Yzer
Senatorin
Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie
und Forschung Berlin
(Stellvertretende Vorsitzende)
Mitglieder des Vorstandes
01. Januar bis 31. Dezember 2014
Nicolas Zimmer
Vorsitzender
Steffen Döring
Stellvertretender Vorsitzender (ehrenamtlich)
Prof. Dr. Gesche Joost
Stellvertretende Vorsitzende (ehrenamtlich)

Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014

Quellen
 Seite 12
Berliner Technologiefelder mit dem größten lang- und kurzfristigen Wachstum.
Aus: Technologieradar Berlin, Report 2014, Seiten 18/19
 Seite 13
Anteil der Innovationsausgaben in Berlin und Deutschland 2013, nach Größenklassen. Aus:
Innovationserhebung Berlin 2014 – Innovationsverhalten der Berliner Wirtschaft, Seite 17
 Seite 14
Umsatzanteil mit Produktneuheiten in Berlin und Deutschland 2013, nach
Wirtschaftsgliederung, in %. Aus: Innovationserhebung Berlin 2014 – Innovationsverhalten
der Berliner Wirtschaft, Seite 21
 Seite 16
Ökonomische Effekte von Open Data. Aus: Digitales Gold. Nutzen und Wertschöpfung durch
Open Data für Berlin, Seite 19
 Seite 19
Beispiele für Smart-Home- und Assistenz-Technologien. Eigene Darstellung aus: Smart Home
Berlin – Von der Komfortzone zum Gesundheitsstandort, Seite 29

Inhalte und Quellen recherchiert und verlinkt im Mai 2015

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Jahresbericht der Technologiestiftung Berlin 2014

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Impressum
Herausgeberin
Technologiestiftung Berlin
Fasanenstraße 85 · 10623 Berlin
technologiestiftung-berlin.de
info@technologiestiftung-berlin.de
Redaktion
Frauke Nippel
Gestaltung
webersupiran.berlin
Fotonachweis:
Seite 3: Georg Lopata (axtensis.de)
Seite 4: Technologiestiftung Berlin/Jeanette Dobrindt

Dieses Werk ist unter den Bedingungen der Creative Commons Attribution (BY) ShareAlike
(SA) 3.0 veröffentlicht.

Die Projekte der Technologiestiftung Berlin werden aus
Mitteln des Landes Berlin und der Investitionsbank Berlin
gefördert, kofinanziert von der Europäischen Union –
Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung. Investition
in Ihre Zukunft.
        
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