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Die Türkei

Full text: Der internationale Mädchenhandel / Baer, Karl M. (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

50 Großstadt-Dokumente Bd. 37. Der internationale Mädchenhandel. 
jedenfalls einer internationalen Bande zugehört, ist bis 
jetzt unauffindbar gewesen. 
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Ueber das der Türkei eng verbundene Aegypten 
hat Major Wagner in einem Bericht über die vorhin 
erwähnte Reise wertvolle Mitteilungen gemacht. In 
Aegypten besteht in der Tat ein lebhafter Mädchenhandel. 
Schiffe, die von Marseille, Genua, Trieft usw., ganz 
besonders diejenigen von Odessa kommenden, haben häufig 
Mädchen an Bord, die im Hafen von Alerandria von 
Agenten in Empfang genommen werden. 
,,Die günstige Lage und Beschaffenheit dieses 
Hafens, der große Fremdenverkehr und das Vordringen 
europäischen Lebens haben diese wenig erfreulichen Zu¬ 
stände geschaffen, und die ägyptischen Beamten scheinen 
kein Interesse zu haben, den Händlern Schwierigkeiten zu 
machen und diese Zustände zu beseitigen. Die ankommen¬ 
den Mädchen werden zum Teil nach Kairo, zum größten 
Teil nach Indien und Kapstadt verschleppt. Daß nach 
Argentinien und Brasilien ein Mädchenhandel via Aleran¬ 
dria stattfindet, ist bisher noch nicht beobachtet. 
Bei diesen Mädchen ist das deutsche Element nur 
schwach vertreten. Die deutsch sprechenden Mädchen sind 
fast ausnahmslos Oesterreicherinnen, die schon seit vielen 
Iahren bei den guten Familien in Alerandria sehr ge¬ 
sucht und beliebt sind. Von diesen in Privathäusern en¬ 
gagierten Mädchen verfällt ein Teil der Prostitution. 
Diese wenden sich dann nach Kairo, wo sie in den vielen 
Bars und Vergnügungs-Etablissements verschwinden. 
In den zahlreichen, dem allgemeinen Verkehr offen¬ 
stehenden Häusern des berüchtigten „Fischmarktes" tritt 
das europäische Element nur vereinzelt auf. 
Ein Agent, der sich in unauffälliger und geschickter
	        
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