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Die Türkei

Full text: Der internationale Mädchenhandel / Baer, Karl M. (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

Nie Türkei. 
In der Türkei bestehen zwei vollkommen organi¬ 
sierte Bureaus für Mädchenhandel. Die Ware setzt sich 
aus Mädchen verschiedenster Nationalität zusammen. Be¬ 
sonders viele Tscherkessinnen sind darunter, „weiße Bä¬ 
rinnen aus dem Kaukasus", wie sie in türkischen Zei¬ 
tungen ziemlich durchsichtig inseriert werden. 
Nach den bisherigen Erfahrungen rekrutieren sich 
die Insassen der Bordelle in den Hafenstädten nach 
der Nationalität der verkehrenden Schiffe. Major 
Wagener stellt die geringe Anzahl der deutschen Mäd¬ 
chen fest, trotzdem viele deutsche Schiffe in Konstantinopel 
anlegen, und erklärt dieses für die Deutschen scheinbar 
günstige Verhältnis dahin, daß die 103 Österreicherinnen, 
11 Serbinnen, 35 Rumäninnen und 6 Bulgarinnen, die 
er gelegentlich seiner Mittelmeerreise in Konstantinopel 
in dortigen Bordellen fand, ebenfalls der deutschen 
Sprache mächtig sind. 
Hieraus ergibt sich eine Summe von 155 deutsch¬ 
sprechenden Mädchen, d. h. ein Sechstel der nach dortiger 
Statistik in öffentlichen Häusern untergebrachten Prosti¬ 
tuierten. l 
Die AnzaHl der auf dem Landwege eingeschleppten 
und dann auf die Schiffe gebrachten, für Südamerika 
bestimmten Mädchen hatte selbst ein mit dieser Aufgabe 
betrauter Geheimpolizist nicht feststellen können. 
Für den weiteren Transport der verschleppten Mäd¬ 
chen dienen die großen Schiffslinien, trotz einer gewissen
	        
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