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Organisation des Mädchenhandels

Full text: Der internationale Mädchenhandel / Baer, Karl M. (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

18 Großstadt-Dokumente Bd. 37. Der internationale Mädchenhandel. 
Ich nehme mir die Freiheit, bei diesem Anlaß an 
Ihre Gefälligkeit zu appellieren und Sie zu bitten, mit 
Hilfe der Lokalpolizei die Adressen der genannten 
Häuser in Bern, sowie die Namen der Besitzerinnen . 
zu beschaffen und mir dann die Namen zukommen zu 
lassen — wohlverstanden als persönliche Gefälligkeit. 
Im voraus spreche ich Ihnen meinen besten Dank 
aus für Ihre Auskunft und zeichne 
Hochachtend 
E. Deyber." /' 
In einer Nachschrift bittet der angenehme Brief- • * 
schreibet dann um die gleichen Angaben für das benach¬ 
barte Viel. 
Die Vielseitigkeit des Händlers ist oft erstaunlich. I 
Neben einer Unzahl falscher Namen verfügt er natürlich 
auch über die dazu gehörigen Legitimationspapiere. Bald 
ist er Deutscher, bald Franzose, bald englischer, dann 
türkischer Untertan. Alle diese verschiedenen Rollen spielt 
er mit großer Routine. 
Im Signalement des Mädchenhändlers Fekete, 
der sich auch häufig des deutschen Namens Schwarz be¬ 
dient, heißt es: „Der Gesuchte ist der deutschen, eng¬ 
lischen, spanischen, portugiesischen, italienischen, griechischen, 
russischen, türkischen, arabischen, persischen und der Sua- • 
helisprache mächtig." Wie leicht muß es diesem edlen 
Herrn sein, seine Nationalität zu wechseln! Von seinen 
sechzehn noms de guerre sollen hier bloß einige Er¬ 
wähnung finden, deren er sich besonders häufig bedient: 
G. Banon, I. Mergorowicz, Iurschil, 
Ibrahim Efendi, Don Gomez und Pietro 
V e n t u r i n i. 
Nachstehend geben wir die Karten einiger dieser 
Herren.
	        
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