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Full text: Einfo21 (Rights reserved) Issue2018,3 (Rights reserved)

Das Kundenmagazin der ekom21 – 3|2018 BSI-Re-Zertifizierung erfolgreich bestanden ekom21 erhält Zertifizierung bis 2021 4,4 Millionen Wahlbenachrichtigungen versandt ekom21 sorgte für den termingenauen Druck Liebe Leserinnen und Leser, Weihnachten steht vor der Tür und wir spüren wieder den Zauber dieser besonderen Zeit: Stille kehrt ein und wir blicken auf das ablaufende Jahr zurück. Vorwort Unser Blick fällt aber auf diejenigen Menschen, denen es nicht so gut geht. Darum haben wir wieder auf Weihnachtsgeschenke an Kunden und Partner verzichtet, um finanzielle Hilfe an Bedürftige zu leisten. 2 Ausgabe 3|2018 Wir unterstützen dieses Jahr den Förderverein „PalliativPro“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine palliativmedizinische Versorgung zu ermöglichen, die ein weitgehend schmerzfreies Sterben in Würde und gewohnter Umgebung gestattet. Mit unserer Geldspende möchten wir dazu bei­ tragen, tragische Einzelschicksale zu mindern. Damit bedanken wir uns gleichzeitig bei Ihnen, denn ohne Ihr Vertrauen könnten wir solche humanitären Projekte kaum unterstützen. Gleichfalls hoffen wir, dass Sie uns auch zu­ künftig Ihr Vertrauen schenken und freuen uns auf eine weiterhin enge, freundschaftliche und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ihnen. Im Namen unserer Mitarbeiterinnen und Mit­ arbeiter, des Verbandsvorstandes und des Aufsichtsrates wünschen wir Ihnen ein frohes Weihnachtsfest, besinnliche Festtage sowie viel Gesundheit, Erfolg und Frieden im Jahr 2019. Ihr Ihr Bertram Huke Ulrich Künkel Inhalt BSI-Re-Zertifizierung erfolgreich bestanden Von Sabine Fleischer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4,4 Millionen Wahlbenachrichtigungen versandt Von Stefan Thomas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Umfassende Unterstützung notwendig 8 12 Von Stefan Thomas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Würde steht im Vordergrund 16 Von Stefan Thomas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ihr kostenloser Jahresplaner 4 18 ................................................... Servicekonto Hessen geht online Von Stefan Thomas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . WLAN-Förderprogramm gestartet Aus einer gemeinsamen Pressemitteilung . . . . . . . . . . . . . Sicherheit durch automatisierte Updates Von Helmut Best . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Haushaltsdaten verständlich machen Interview mit Dr. Sascha Wagner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . INGRADA 10: Modernste Technologie im neuen Design Von Michael Schober, Softplan Informatik GmbH . . . . . . Ausgabe 3|2018 20 24 26 28 32 3 IT-Sicherheit Projekte eGovernment BSI-Re-Zertifizierung erfolgreich bestanden ekom21 erhält Zertifizierung bis 2021 Von Sabine Fleischer Die Informationstechnologie (IT) unterstützt heute zahlreiche Prozesse und erleichtert die alltägliche Arbeit. Der breite Einsatz von IT bringt allerdings auch immer weitere Risiken mit sich, etwa Hackerangriffe, Datenverlust oder die unautorisierte Weitergabe von vertraulichen Informationen. 4 Ausgabe 3|2018 Bereits seit 2009 lässt sich die ekom21 vom Bundesamt für Sicherheit in der Informations­ technik (BSI) nach ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz überprüfen. Mit der diesjährigen Re-Zertifizierung stellte sich das Unternehmen erneut den hohen Sicherheitsanforderungen des BSI. Intern Spezial Verfahren Die Geschäftsführer der ekom21, Ulrich Künkel und Bertram Huke, sowie der IT-Sicherheitsbeauftragte Bastian Schäfer (v.l.n.r.) mit dem Zertifikat Umfangreiche Prüfungen Im April 2018 wurde die ekom21 nach zahlreichen internen Audits über einen BSI-zertifizierten ISO 27001-Grundschutz-Auditor vor Ort umfas­ send geprüft. ASP-Dienstleistungen erforderlich sind. Be­ trachtet wurden insbesondere die Informations­ systeme, die unmittelbar (z. B. Fachverfahren) und mittelbar (z. B. Kommunikationssysteme) mit den Dienstleistungen verzahnt sind. Der Untersuchungsgegenstand umfasste die informationstechnischen Anlagen, Prozesse und Lösungen der ekom21, die zur Erbringung der Aufgrund der durchgeführten Vor-Ort-Prüfungen und Einzelprüfungen wurde festgestellt, dass der Untersuchungsgegenstand die Anforderun­ Ausgabe 3|2018 5 IT-Sicherheit gen der ISO 27001-Zertifizierung auf Basis von IT-Grundschutz erfüllt. Damit erhält die ekom21 das begehrte BSI-Zertifikat mit einer Gültigkeits­ dauer bis zum Jahr 2021. „Sehr professionell“ Viel Lob gab es vom BSI-Auditor, das auch durch sein abschließendes Votum ausgedrückt wurde (hier ein Auszug): „Die ekom21 besitzt weiterhin ein wirksames Informationssicherheitsmanagement (ISMS), welches für die optimale Anwendung der eta­ blierten Prozesse im Tagesgeschäft sorgt. Alle Richtlinien und Handlungsanleitungen wer­ den in den Fachabteilungen im Tagesgeschäft befolgt. Die aufgestellten Regularien und eta­ blierten Prozesse werden von den Mitarbeitern als sinnvoll und hilfreich erachtet und deshalb im Tagesgeschäft grundsätzlich gelebt. Im Audit konnte festgestellt werden, dass sich alle Inter­ viewpartner der Bedeutung eines effizienten ISMS bewusst sind. Alle Interviewpartner waren ausnahmslos sehr gut auf das Audit vorbereitet. … Der Gesamteindruck war sehr professionell“. Hohe Ansprüche Über die erneute Zertifizierung freuen sich auch Bertram Huke und Ulrich Künkel, Geschäftsführer der ekom21: „Schon das Zertifikat ISO 27001 ist an extrem hohe Ansprüche geknüpft. Noch aus­ sagekräftiger, da umfangreicher, ist allerdings die ISO 27001-Zertifizierung auf Basis IT-Grundschutz, das durch das neue IT-Grundschutzkompendium noch speziellere Anforderungen aufweist. 6 Ausgabe 3|2018 Projekte eGovernment Der IT-Grundschutz des BSI bietet damit einen Maßnahmenkatalog auf höchstem Niveau, mit dem Organisationen und Behörden ihre IT-Systeme zuverlässig schützen, etwa vor menschlichen Fehlhandlungen, technischem Versagen oder Angriffen“, erklärt Bertram Huke. Ulrich Künkel ergänzt: „Durch das Zertifikat des BSI haben unsere Kunden von neutraler Stelle die Bestätigung, dass wir ein Höchstmaß an Sicherheit bieten. Unser Dank gilt allen Mit­ arbeiterinnen und Mitarbeitern, die jeden einzelnen Tag durch ihr exzellentes Know-how und ihre Umsicht zum sicheren Umgang mit sensiblen Informationen beitragen. Ihr Wissen, ihre Fähigkeit und ihre Motivation sind jeden Tag gefragter denn je. Spezielle Qualifizierungen und kontinuierliche Sensibilisierungsmaßnah­ men führen dazu, eine Mannschaft an Bord zu haben, die die Informationssicherheit ganz im Sinne unserer Kunden lebt“. Hintergrund Ein Vertrauen in die Informationstechnik kann nur entstehen, wenn auf die Sicherheit von Daten Verlass ist: Die international anerkannte Norm ISO/IEC 27001 ist ein sicheres Zeichen für vertrauenswürdige IT-Dienstleister. IEC steht für International Electrotechnical Commission und ist die Bezeichnung für die international publizierte Norm. Normen, die gemeinsam mit ISO entwickelt werden, erhalten daher die Präfixe beider Organisationen. Intern Spezial Verfahren Zuständig für die Vergabe des ISO 27001-Zer­ tifikats auf der Basis von IT-Grundschutz in Deutschland ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das BSI stellt mit seinen strengen Richtlinien mittels der IT-Grundschutzkataloge inzwischen einen De-Facto-Standard für IT-Sicherheit dar. Der neue Grundschutz Im Jahr 2009 wurde durch das BSI zum ersten Mal der ekom21 das ISO 27001-Zertifikat auf der Basis von IT-Grundschutz verliehen. Seitdem führt das Unternehmen ununterbrochen nach drei weiteren Re-Zertifizierungen und jährlichen Audits durch die Zertifizierungsstelle das aner­ kannte BSI-Zertifikat. Die daraus entwickelten Grundschutzkataloge bilden die BSI-Standards, die Methoden und Vorgehensweisen zu den unterschiedlichsten Themen aus dem Bereich der Informations­ sicherheit enthalten. Das dauerhafte Erreichen der Zertifizierungsziele bedeutet für die ekom21 eine enorme Anstren­ gung: Seit mehreren Jahren werden technische, bauliche und organisatorische Maßnahmen an allen Standorten durchgeführt, um den steigen­ den Sicherheitsanforderungen der IT-Infrastruk­ turen zu entsprechen. Mit den komplexer werdenden Prozessen und wachsenden Bedrohungen von außen auf sensible Datenbestände steigen auch die An­ forderungen an das „Human Capital“: Denn nur durch Wissen und Engagement der Belegschaft können effektive Steuerungsmechanismen vorangetrieben werden, um den höchsten Schutz der Informationen in allen Phasen der Datenver­ arbeitung zu bieten. Aufgrund der immer komplexer werdenden IT-Landschaft und der damit verbundenen Prozesse wurde vom BSI eine systematische Vorgehensweise entwickelt, um notwendige Sicherheitsmaßnahmen zu identifizieren und umzusetzen. Im Jahr 2017 wurden die IT-Grundschutz-Kataloge im Zuge der Modernisierung des IT-Grundschut­ zes auf das neue „IT-Grundschutz-Kompendium“ umgestellt. Dies bietet eine verbesserte mo­ dulare und flexible Methode zur Erhöhung der Informationssicherheit in Behörden und Unter­ nehmen. Neben den bereits sehr differenzierten Vorgaben werden damit noch konkretere und tiefergehende Anforderungen an die Unterneh­ men gestellt. Bereits in diesem Jahr hat die ekom21 einen ersten Schritt zur Migration auf den neuen IT-Grundschutz vorgenommen, indem einige Bausteine schon auf dem neuen Niveau bear­ beitet wurden. Damit gehört die ekom21 zu den ersten öffent­ lichen Rechenzentren deutschlandweit, die diesen Standard umsetzen. Ausgabe 3|2018 7 IT-Sicherheit Projekte eGovernment 4,4 Millionen Wahlbenachrichtigungen versandt ekom21 sorgte für den termingenauen Druck Von Stefan Thomas Bevor am 28. Oktober 2018 die Stimmen zur Wahl des Hessischen Landtags ausgezählt wer­ den konnten, mussten die rund 4,4 Millionen wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger erst einmal ihre Wahlbenachrichtigungen erhalten. Für den reibungslosen Ablauf dieses äußerst komplexen Vorgangs sorgte die ekom21. Enger Zeitrahmen Rund 27,5 Tonnen Papier mussten für den Druck der 4,4 Millionen Wahlbenachrichtigungen beschafft und bewegt werden. Und das alles in einem engen Zeitrahmen, denn für den Druck, die Adressierung, Kuvertierung und den Versand hatte der hessische IT-Dienstleister die Zeit­ spanne vom 17. September bis 29. September 2018 vorgesehen. Aufgrund der gesetzlichen Fristen der Landes­ wahlordnung war der 7. Oktober der späteste Termin, an dem die Wahlbenachrichtigungen beim Wähler zugegangen sein mussten. Das Besondere bei dieser Wahl war die gleich­ zeitig stattgefundene Volksabstimmung, die 15 Gesetze zur Änderung oder Ergänzung der 8 Ausgabe 3|2018 Verfassung des Landes Hessen umfasste. Hierzu musste jeder Wahlberechtigte, neben seiner Wahlbenachrichtigung, eine mehrseitige Broschüre im Format DIN A4 erhalten. Mehr Aufwand Anstatt im für Wahlbenachrichtigungen sonst gewohnten Format DIN C6 zu drucken und kuver­ tieren, mussten die Systeme der ekom21 diesmal das Format DIN A4 bewältigen; dadurch sank die Leistung der Kuvertieranlagen von rund 22.000 auf 7.000 pro Stunde. Dies bedeutete, dass statt ca. 200 Stunden rund 630 Stunden für die Kuver­ tierung anfielen. Für die Einlieferung bei der Deutschen Post AG wurden rund 31.000 Transportboxen benötigt (Behälter Typ 1). 27 dieser Boxen passen auf eine Europalette; für die gesamten 4,4 Millionen Um­ schläge mussten also rund 1.150 Europaletten zur Deutschen Post bewegt werden – das entspricht einer Transportleistung von mindestens 40 LKW. Präzise Logistik Die Abwicklung dieses Vorhabens erforderte ein Maximum an Planung im Bereich Druck, Kuvertierung und Logistik. Die ekom21 und die Intern Spezial Verfahren Das Druckzentrum „eprint21“ der ekom21 Leistungen im Jahr Ordnungswidrigkeitswesen ca. ca. 26 3 Millionen Druckseiten Millionen Kuvertierungen Personalwesen ca. ca. 8 Millionen Druckseiten 1,8 Millionen Kuvertierungen Finanzwesen ca. ca. 5,5 Millionen Druckseiten 1,3 Millionen Kuvertierungen Insgesamt Druckseiten Insgesamt Kuvertierungen ca. ca. 51 10 Millionen Millionen Aktuelle Anwendungen von eprint21 • • • • • • • • • • • Rechnungen Bescheide Personalabrechnungen Mahnungen Wahlbenachrichtigungen Mailing-Aktionen Serienbrief-Aktionen Antwort-Postkarten Verwarn- und Bußgeldverfahren Ablesekarten für Zählerablesung (Wasserzähler) Individuelle Schreiben (z. B. Einladungen, ggf. mit Rückantwortkarte). Kontakt eprint21, Telefon: 0561 204 1253, eMail: eprint21@ekom21.de Ausgabe 3|2018 9 IT-Sicherheit Projekte eGovernment Startschuss im ekom21-Druckzentrum (v.l.n.r.): Christian Romberg (Key Account Manager, Deutsche Post), Ulrich Künkel (Geschäftsführer der ekom21), Dr. Walter Lübcke (Regierungspräsident des Regierungs­bezirks Kassel) und Dieter Josefiak (Vertriebsmanager, Deutsche Post) Deutsche Post AG arbeiteten hier in engster Abstimmung zusammen, um eine korrekte, präzise und termingenaue Abwicklung zu ge­ währleisten. Wie verschiedentlich in den Medien berichtet, hatten einige Wahlberechtigte ihre Wahlbenach­ richtigungen nicht im Briefkasten vorgefunden. Dazu Bertram Huke, Geschäftsführer der ekom21: „Von unserer Seite sind alle Aktivitäten hin­ sichtlich Druck und Kuvertierung planmäßig und pünktlich erledigt worden“. Da sämtliche Produktionsschritte technisch überwacht und 10 Ausgabe 3|2018 protokoliert werden, können wir definitiv sagen, dass die Kuvertierung der Wahlunterlagen pünktlich erfolgte. Die Deutsche Post AG holte die Sendungen am 21. September zwecks Zu­ stellung ab“, erklärt Huke. Zur Sicherheit wurden die Daten aller vom Problem betroffenen Kommunen nochmals von der ekom21 kontrolliert. Aber auch diese Prüfung ergab eine fehlerfreie und vollständig abge­ schlossene Produktion seitens des IT-Dienst­ leisters, ohne Differenzen zwischen den Mengen der gedruckten Daten und den zur Deutschen Post übergebenen Sendungen. Intern Spezial Verfahren Die Zukunft unserer Verwaltungen ... Marie, Visionärin in einer Kommune ... ist unsere gemeinsame Sache Björn, Berater, ekom21 Kommunen sind in Bewegung. Sie wollen ihren Bürgerinnen und Bürgern mit modernen Services nahe sein und die Verwaltung effizienter gestalten. Um sie dabei zu unterstützen, denken wir voraus, planen und realisieren heute schon intelligente Informations- und Kommunikationslösungen für die Zukunft. Weil wir die Anforderungen der Gemeinden, Städte, Landkreise und Verbände seit beinahe 50 Jahren kennen. Und weil wir wissen, welche Herausforderungen auf sie zukommen. Starten Sie mit uns Ihre Verwandlung – zur Kommune 4.0. Mehr über die Zukunft der Verwaltung unter: www.ekom21.de ekom21 • Ansprechpartner: Patrick Weber Tel. 0641.9830-3999 • eMail: info@ekom21.de • www.ekom21.de Ausgabe 3|2018 11 IT-Sicherheit Projekte eGovernment Umfassende Unterstützung notwendig Hessische Kommunen und das OZG Von Stefan Thomas Das Onlinezugangsgesetz (OZG) steht vor der Tür. Was bedeutet das für die hessischen Kommunen? Welche Herausforderungen, aber auch welche Chancen, hält das OZG bereit? Wie sind die Verwaltungen auf das OZG vorbereitet? Und vor allem: Wie kann die ekom21 ihre Kunden bei der Umsetzung unterstützen? Wir sprachen mit Ulrich Künkel, Geschäftsführer der ekom21. Herr Künkel, wie sieht es mit der Umsetzung des OZG im ekom21-Kundenkreis aus? Nachdem wir im Herbst letzten Jahres die An­ forderungen zur Umsetzung des OZG für uns analysiert hatten, war schnell klar, dass man den dazu notwendigen „Sprint“ nur schaffen kann, wenn man zunächst nachhaltige, standardisierte IT-Strukturen aufbaut und in enger Abstimmung 12 Ausgabe 3|2018 zwischen dem Land Hessen und den hessischen Kommunen in eine landesweit abgestimmte Umsetzung bringt. Daher haben wir uns bei der Umsetzung bisher vor allem auf die Herstellung dieser Rahmenbe­ dingungen konzentriert und zunächst mit dem Land Hessen eine intensive Zusammenarbeit vereinbart. Auf dieser Basis haben wir zunächst die Entscheidung für das Nutzerkonto getroffen. Als Basiskomponente für die Prozessdigitalisie­ rung möchten wir die bereits im kommunalen Umfeld etablierte Digitalisierungsplattform „civento“ weiter ausbauen und diesen Standard auch in der Landesverwaltung etablieren. Bei den großen Städten in Hessen wird civento bereits intensiv genutzt, die gemeinsame Prozessbibliothek des civento-Nutzerkreises wächst also zunehmend und wir planen, allen Intern Spezial Verfahren Ausgabe 3|2018 13 IT-Sicherheit hessischen Kommunen ein „Starter-Set“ mit ausgewählten Online-Services bereitzustellen. Unsere Digitalisierungsplattform bringen wir auch in ein Projekt des Landes Hessen zur pilot­ haften Digitalisierung von Geschäftsprozessen der Landesverwaltung ein. Darüber hinaus haben wir vor Kurzem eine ganzheitliche Strategie zur Realisierung der eAkte verabschiedet, die für alle Ämter, Bereiche und Fachverfahren einen durch­ gängigen und flexibel erweiterbaren Lösungs­ ansatz bereitstellt. Welche Fragen haben die Kommunen? Die Größenordnung der von uns betreuten Kun­ den variiert zwischen 1.500 und 600.000 Ein­ wohnern. Mehr als 200 von den 423 hessischen Kommunen sind kleinere, ländlich geprägte Gemeinden. Analog dazu ist das Spektrum der Fragen sehr breit gefächert: Eine kleine Flächen­ gemeinde im Landkreis hat ganz andere Fragen, als z. B. die Stadt Frankfurt am Main, wobei das nicht heißen soll, dass die Größe einer Gemein­ de immer gleichzusetzen ist mit dem Stand der Umsetzung der Digitalisierung. Auch kleine Verwaltungen sind dort mitunter schon sehr gut aufgestellt. Projekte eGovernment Viele Kommunen fragen sehr häufig nach einer umfassenden Unterstützung. Entscheider werden mit einer Vielzahl von Beratungs- und Produkt­ angeboten konfrontiert und benötigen eine Orientierung bzw. eine anbieterneutrale Bera­ tung. Den Verantwortlichen in den Kommunen ist dabei auch bewusst, dass sie die notwendi­ gen Maßnahmen für eine digitale Transforma­ tion nicht alleine bewältigen können und neue Formen der Kooperation erforderlich sind. Einzelne Verwaltungen haben schon eher klare Vorstellungen über den notwendigen Hand­ lungsbedarf und fragen häufig nach konkreten digitalen Lösungen für die von uns bereitge­ stellten Produkte und Lösungen. Aber auch hier zeigt sich der enorme Bedarf an Beratungsund Unterstützungsleistungen für die digitale Transformation in den nächsten Jahren. Auf allen Ebenen wächst aber immer mehr die Erkenntnis, dass ein ganzheitliches und strate­ gisch geplantes Vorgehen erforderlich ist und vorschnelle, häufig fachspezifisch begründe­ te Einzelentscheidungen zu einem „digitalen Patchwork“ führen können, das sich nur schwer in eine langfristig notwendige Gesamtlösung integrieren lässt. Wie können Sie Ihre Kunden unterstützen? Wir hatten schon lange vor der Verabschiedung des OZG begonnen, alle Kundengruppen über die Herausforderungen der Digitalisierung zu informieren und dafür zu sensibilisieren. Der permanente Anstieg der Nachfragen nach Unterstützung oder nach konkreten Lösungen ist nicht zuletzt dadurch in jüngster Zeit stark angestiegen. 14 Ausgabe 3|2018 Wir unterstützen unsere Kunden auf vielfältige Art und Weise. Die Umsetzung und die Erfüllung des OZG und die damit verbundenen Lösungen und Services sind nur ein Teil unseres Angebotes zur Erstellung und Umsetzung einer umfassen­ den Digitalisierungsstrategie für unsere Kommu­ nen. Neben den Online Services geht es dabei Intern Spezial Verfahren insbesondere um die automatisierte elektroni­ sche Vorgangsbearbeitung und die eAkte in den Verwaltungen. Hierzu liefern wir leistungsstar­ ke Fachverfahren, die sowohl die zugehörigen Online-Services für Bürger abdecken, als auch über effiziente Vorgangsbearbeitungen mit Ver­ wendung der eAkte für die Verwaltung verfügen. Verwaltungsvorgänge, für die es keine Fachver­ fahren gibt, bilden wir mit unserer Digitalisie­ rungsplattform „civento“ ab. Mit civento sind wir sowohl in der Lage, die Verwaltungsleistungen aller hessischen Kommunen entsprechend den Anforderungen aus dem OZG online anzubieten, als auch die elektronische Verarbeitung dieser Verwaltungsleistungen mit der eAkte in den Kommunen zu ermöglichen. Den anspruchsvol­ len Zeitrahmen können wir dadurch einhalten, dass mit civento keine Insellösungen entstehen, sondern alle Online-Services und Prozesse in einer für alle Kommunen frei zur Verfügung stehenden Bibliothek abgelegt werden, aus der die jeweilige Kommune den Antrags- und den auch den Verwaltungsprozess sofort nutzen oder auch, auf die eigenen Belange angepasst, modifiziert verwenden kann. Was ist zu tun, damit die Umsetzung planmäßig geschafft wird? Wichtig ist, dass rechtzeitig die Standards zur Verfügung gestellt werden. Ich meine damit die Beschreibung der Verwaltungsleistungen in FIM (Föderales Informationsmanagement; ein Steuerungsprojekt des IT-Planungsrats). FIM ist die ideale Plattform, um als einheitliche Aus­ gangsbasis für die technische Umsetzung der Services in die verschiedenen Implementierun­ gen zu dienen. Einheitliche Beschreibungen, Datenstrukturen und Prozessdefinitionen helfen bei der massenhaften technischen Umsetzung der Online Services. Helfen würde auch die unverzügliche Bereitstellung von Finanzmitteln für die Kommunen zur Umsetzung. Nur durch ausreichende Finanzausstattung können die erforderlichen Ressourcen mit der Umsetzung beauftragt werden. Hierzu sind die Länder zu­ sammen mit den kommunalen Vertretern gefor­ dert, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Wir in Hessen denken daran, die Umsetzung mit sogenannten Projektkommunen durchzuführen, wobei diesen die wichtige Auf­ gabe zukommt, die fachlichen Anforderungen im Hinblick auf FIM zu erstellen und die fachliche Qualitätssicherung der softwaretechnischen Umsetzungen durchzuführen. Außerdem geht es darum, Fachkompetenzen für die Umsetzung der rein kommunalen Leistungen nach dem Satzungsrecht zur Verfügung zu haben, für die es im FIM keine Repräsentanz gibt. Insofern ist die Auswahl der Projektkommunen von zwei Faktoren abhängig. Erstens gehört dazu die Bereitschaft der Kommune selbst, mit eigenen Kapazitäten die Umsetzung des OZG und des Portalverbundes zu unterstützen und zweitens müssen über die Zusammensetzung der Projekt­ kommunen alle Interessensgruppen (Landkreise, kleine Gemeinden, größere Städte und auch die Großstädte) Berücksichtigung finden. Herr Künkel, vielen Dank für das Interview. Teile dieses Interviews wurden in der Fachzeit­ schrift Kommune21, November-Ausgabe 2018, veröffentlicht. Ausgabe 3|2018 15 IT-Sicherheit Projekte eGovernment Die Würde steht im Vordergrund Jahresspende geht an „PalliativPro“ Von Stefan Thomas „Traditionen soll man wahren“, besagt ein altes deutsches Sprichwort – und so hält es auch die ekom21. Wie in jedem Jahr wurde auch diesmal wieder auf Weihnachtsgeschenke an Kunden und Partner verzichtet, um finanzielle Hilfe an Bedürftige zu leisten. Dieses Jahr geht die Geldspende an „PalliativPro“. Dank an Kunden Wenn es nach dem Willen der beiden ekom21Geschäftsführer Bertram Huke und Ulrich Künkel ginge, könnten solche Spendenübergaben öfter stattfinden. Beide trafen sich kürzlich mit den Vorstandsmitgliedern von „PalliativPro“, Barbara Fandré und Prof. Dr. Ulf Sibelius, um einen symbolischen Scheck zu überreichen. Bertram Huke erklärte: „Die ekom21 unterstützt in diesem Jahr den Förderverein ‚PalliativPro‘, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine palliativmedizinische Versorgung zu ermög­ lichen, die ein weitgehend schmerzfreies Sterben in Würde und gewohnter Umgebung gestattet“. Ulrich Künkel ergänzte: „Mit unserer Geldspende möchten wir dazu beitragen, tragische Einzel­ schicksale zu mindern. Damit bedanken wir uns gleichzeitig bei unseren Kunden, denn ohne de­ ren Vertrauen könnten wir solche humanitären 16 Ausgabe 3|2018 Projekte kaum unterstützen – und dies schon seit Jahren“. Barbara Fandré vom Vorstand des Fördervereins „PalliativPro“ bedankte sich bei den beiden Geschäftsführern: „Wir sind der ekom21 sehr dankbar, dass sie uns unterstützt“ und schilderte gleichzeitig die Entwicklung des Vereins. Sterben in Würde Der Förderverein PalliativPro e.V. hat sich im Sommer 2006 am Universitätsklinikum in Gießen gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die palliativmedizinische Versorgung in Mittelhessen zu unterstützen und setzt sich für ein weitgehend schmerzfreies Sterben in Würde in möglichst gewohnter Umgebung ein. Grün­ dungsmitglied und Vorstandsvorsitzender ist Prof. Dr. Ulf Sibelius, der auch die PalliativStation im Hanns-Gotthard Lasch Haus auf dem Gelände des Universitätsklinikums leitet. Die Palliativbetreuung hat das Ziel, den Patienten eine möglichst hohe Lebenszufriedenheit, Le­ bensqualität und Selbstständigkeit zu erhalten, auch wenn keine Heilung mehr möglich ist. Palliativmedizinische Behandlung ist teuer. Des­ halb ist es dem Förderverein wichtig, Leistungen, die weit über die der Krankenkassen hinaus­ gehen, zu ermöglichen, denn der ganzheitliche Intern Spezial Verfahren Scheckübergabe (v.l.n.r.): Prof. Dr. Ulf Sibelius, Ulrich Künkel, Barbara Fandré, Bertram Huke und Matthias Klose Ansatz der Palliativmedizin geht über die rein stationäre Versorgung hinaus und schließt die Betreuung der Angehörigen mit ein. Um das zu gewährleisten, finanziert der Verein Honorarkräfte wie Psychoonkologen, Seelsorger, Ergo- und Musik­therapeuten auf den Stationen in Gießen und in Bad Nauheim. Damit die ambulanten PalliativCareTeams für Erwachsene und für Kinder im Kreis Gießen und in der Wetterau die Patienten flexibel, schnell und ohne bürokratische Hürden erreichen können, wurden von PalliativPro bisher zwölf Fahrzeuge angeschafft, die den Teams rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Ohne Klinikatmosphäre Weiterhin unterstützt der Förderverein die stationären und ambulanten Teams auf viel­ fältige Weise, beispielsweise durch die Über­ nahme der Kosten für palliativmedizinische Fortund Weiterbildungskurse. Auf der Palliativstation in Gießen werden Schwerstkranke und pflege­ bedürftige Patienten nach Krankenhausstandard, jedoch ohne Klinikatmosphäre behandelt und versorgt. Räumlichkeiten, wie beispielsweise eine Patienten-/Angehörigen-Küche, ein Wohnzimmer und ein Raum der Stille, in den sich Patienten und deren Angehörige zurückziehen können, wurden von PalliativPro finanziert. „Leben bis zuletzt begleiten“, dieses Motto hat sich PalliativPro auf die Fahnen geschrieben. Der Verein finanziert sich ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge, weshalb Öffent­ lichkeitsarbeit ein wichtiges Element ist, um die Arbeit des Fördervereins zu unterstützen. Dazu Bertram Huke und Ulrich Künkel: „Wir hof­ fen, dass sich möglichst viele Leser entschließen, die Arbeit von ‚PalliativPro‘ zu unterstützen“. Weitere Informationen zum Förderverein erhal­ ten Sie auf der Homepage www.palliativpro.de Ausgabe 3|2018 17 2019 Dezember ’18 Januar 1 Sa 2 So 1 Di Neujahr 2 Mi 1. Advent Februar März April Mai Juni 1 Fr 1 Fr 1 Mo 14 1 Mi 2 Sa 2 Sa 2 Di 2 Do 2 So 3 So 3 Mi 10 4 Do 3 Fr 3 Mo 4 Sa 4 Di 5 Fr 5 So 5 Mi 1 Sa Tag der Arbeit 3 Mo 49 3 Do 3 So 4 Di 4 Fr 4 Mo 6 4 Mo 5 Mi 5 Sa 5 Di 5 Di 6 Mi 6 Mi 6 Sa 6 Mo 19 6 Do 7 Do 7 So 7 Di 7 Fr 6 Do Verbandsversammlung, Wölfersheim 6 So Heilige Drei Könige Rosenmontag Fastnacht 7 Fr 7 Mo 2 7 Do 8 Sa 8 Di 8 Fr 8 Fr 8 Mo 15 8 Mi 8 Sa 9 So 9 Mi 9 Sa 9 Sa 9 Di 9 Do 9 So 10 So 10 Mi 10 Fr 10 Mo 11 Sa 11 Di 12 Mi eXPO, Hanau Pfingstsonntag 10 Mo 50 10 Do 10 So 11 Di 11 Fr 11 Mo 7 11 Mo 11 11 Do 12 Mi 12 Sa 12 Di 12 Di 12 Fr 12 So 13 Do 13 So 13 Mi 13 Sa 13 Mo 20 13 Do 14 Fr 14 Mo 3 14 Do 13 Mi 14 Do 14 So 14 Di 15 Sa 15 Di 15 Fr 15 Fr 15 Mo 16 15 Mi 14 Fr 16 So 16 Mi 16 Sa 16 Sa 16 Di 16 Do 16 So 17 So 17 So 17 Mi 17 Fr 17 Mo 18 Sa 18 Di 19 So 19 Mi 17 Mo 51 17 Do 18 Di 18 Fr 18 Mo 8 18 Mo 12 18 Do 19 Mi 19 Sa 19 Di 19 Di 19 Fr 20 Do 20 So 20 Mi 20 Sa 21 Fr 21 Mo 4 21 Do 20 Mi 21 Do 21 So 22 Sa 22 Di 22 Fr 22 Fr 22 Mo 23 So 23 Mi 52 24 Do 23 Sa 23 Sa 24 So 24 So 25 Fr 25 Mo 9 25 Mo 13 25 Do 26 Sa 26 Di 26 Di 27 Do 27 So 27 Mi 28 Fr 28 Mo 29 Sa 30 So 24 Mo 25 Di 26 Mi 31 Mo Heiliger Abend 1. Weihnachtsfeiertag 2. Weihnachtsfeiertag Silvester Karfreitag Ostersonntag 20 Mo 21 20 Do 21 Di 21 Fr 22 Sa 23 Di 23 Do 23 So 24 Mi 24 Fr 24 Mo 25 Sa 25 Di 26 Fr 26 So 26 Mi 27 Mi 27 Sa 27 Mo 22 27 Do 28 Do 28 So 28 Di 29 Di 29 Fr 29 Mo 18 29 Mi 28 Fr 30 Mi 30 Sa 30 Di 30 Do 1 31 Do www.ekom21.de 5 28 Do 31 So Schulferien in Hessen: Weihnachtsferien: 24.12.2018–12.01.2019 Osterferien: 15.04.2019–27.04.2019 Pfingstmontag 24 15 Sa 17 22 Mi Ostermontag 23 29 Sa Christi Himmelfahrt 25 Verbandsversammlung, Wölfersheim 26 CeBIT, Hannover CeBIT, Hannover CeBIT, Hannover CeBIT, Hannover CeBIT, Hannover Fronleichnam 30 So 31 Fr Sommerferien: 01.07.2019–09.08.2019 Herbstferien: 30.09.2019–12.10.2019 Weihnachtsferien: 23.12.2019–11.01.2020 Juli August September Oktober November Dezember Januar ’20 1 Fr 1 So 1 Mi 1 Mo 27 1 Do 1 So 2 Di 2 Fr 2 Mo 36 2 Mi 3 Mi 3 Sa 3 Di 3 Do 4 Do 4 So 4 Mi 4 Mo 45 4 Mi 5 Fr 5 Mo 32 5 Do 4 Fr 5 Sa 5 Di 5 Do 6 Sa 6 Di 6 Fr 6 So 6 Mi 6 Mo 7 So 7 Mi 7 Sa 7 Mo 41 7 Do 6 Fr 7 Sa 7 Di 8 Di 8 Fr 8 So 8 Mi 9 Sa 9 Mo 50 9 Do 10 Di 10 Fr 1 Di Tag der Deutschen Einheit Allerheiligen 1. Advent 2 Sa 2 Mo 49 2 Do 3 So 3 Di 3 Fr Neujahr 4 Sa Verbandsversammlung, Wölfersheim 5 So Heilige Drei Könige 8 Mo 28 8 Do 8 So 9 Di 9 Fr 9 Mo 37 9 Mi 10 Mi 10 Sa 10 Di 10 Do 10 So 11 Do 11 So 11 Mi 11 Mo 46 11 Mi 12 Fr 12 Mo 33 12 Do 11 Fr 12 Sa 12 Di 12 Do 12 So 13 Sa 13 Di 13 Fr 13 So 13 Mi 13 Mo 14 So 14 Mi 14 Sa 14 Mo 42 14 Do 13 Fr 14 Sa 14 Di 15 So 15 Di 15 Fr 15 So 15 Mi 11 Sa 15 Mo 29 15 Do 16 Di 16 Fr 16 Mo 38 16 Mi 16 Sa 16 Mo 51 16 Do 17 Mi 17 Sa 17 Di 17 Do 17 So 17 Di 18 Do 18 So 18 Mi 18 Mo 18 Sa 19 Fr 19 Mo 34 19 Do 18 Fr 47 18 Mi 17 Fr 19 Sa 19 Di 19 Do 19 So 20 Sa 20 Di 20 Fr 20 So 20 Mi 20 Mo 21 So 21 Mi 21 Sa 21 Mo 43 21 Do 20 Fr 21 Sa 21 Di 22 Di 22 Fr 22 So 22 Mi 23 Mo 52 23 Do 24 Di 24 Fr Mariä Himmelfahrt Buß- und Bettag 22 Mo 30 22 Do 22 So 23 Di 23 Fr 23 Mo 39 23 Mi 23 Sa 24 Mi 24 Sa 24 Di 24 Do 24 So 25 Do 25 So 25 Mi 25 Mo 48 25 Mi 26 Fr 26 Mo 35 26 Do 25 Fr 26 Sa 26 Di 26 Do 27 Sa 27 Di 27 Fr 27 So 27 Mi 27 Mo 28 So 28 Mi 28 Sa 28 Mo 44 28 Do 27 Fr 28 Sa 28 Di 29 So 29 Di 29 Fr 29 So 29 Mi 30 Sa 30 Mo 1 30 Do 31 Di 31 Fr 29 Mo 31 29 Do 30 Di 30 Fr 31 Mi 31 Sa 30 Mo 40 30 Mi 31 Do Gießen 0641 9830 3999 Reformationstag Totensonntag 2 Heiliger Abend 1. Weihnachtsfeiertag 2. Weihnachtsfeiertag Silvester 3 4 25 Sa 26 So 5 Service-Rufnummern der ekom21: Darmstadt 06151 704 3999 Kassel 0561 204 3999 IT-Sicherheit Projekte eGovernment ekom21-Geschäftsführer Bertram Huke bei seiner Rede Servicekonto Hessen geht online Digitale Stadt Darmstadt als Vorreiter Von Stefan Thomas Am 26. September lud die Stadt Darmstadt zum großen Bürgerevent „Digitalstadt-Arena“ ein. Interessierten und Projektpartnern wurde präsentiert, was sich seit dem Gewinn des Bitkom-Wettbewerbs „Digitale Stadt“ alles getan hat. Und eine Premiere gab es dabei auch: Erstmals wurde das „Servicekonto Hessen“ freigeschaltet, das von der ekom21 betrieben wird. 14 Bewerber Schon seit Juni 2017 darf sich die Wissenschafts­ stadt Darmstadt mit dem Titel „Digitale Stadt“ schmücken. Als solche ausgezeichnet wurde sie vom Digitalverband „Bitkom“ (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und 20 Ausgabe 3|2018 neue Medien e. V.) und dem Deutschen Städteund Gemeindebund, die den Wettbewerb „Digitale Stadt“ ausgerufen hatten. Ziel war es – und ist es in der laufenden Realisierungsphase noch –, eine digitale Modellstadt mit internatio­ naler Strahlkraft zu schaffen. 14 Städte aus ganz Deutschland bewarben sich, darunter auch Bremerhaven, Heidelberg, Jena, Kaiserslautern und Wolfsburg. Nach gut einem Jahr und mehreren Wettbewerbs­phasen setzte sich Darmstadt durch und seitdem arbeiten mehrere Partner aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft an dem Gesamtprojekt „Digitalstadt Darmstadt“. Intern Spezial Verfahren In mittlerweile 14 Bereichen (darunter Verwal­ tung, Mobilität, Handel & Tourismus, Bildung, Gesellschaft, Umwelt, Energie, Sicherheit, Gesundheit, Kultur und Industrie 4.0) werden Konzepte entwickelt und umgesetzt, um mit neuester Smart-City-Technologie ein urbanes digitales Ökosystem mit greifbarem Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger entstehen zu lassen. Digital gestalten Am Abend des 26. September zog es dann rund 450 Bürgerinnen und Bürger in das Kongress­ zentrum „Darmstadtium“, um sich über die Ein­ zelprojekte und deren Fortschritte informieren zu lassen. Begrüßt wurden sie von Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Wir wollen unsere Stadt ge­ meinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern digital gestalten. Um dabei den Bürgernutzen beim Gesamtvorhaben immer im Blick zu be­ halten und ein frühes Ausprobieren sowie ein Nachsteuern der Digitalstadt-Projekte zu ermög­ lichen, ist mir und den Projektverantwortlichen daher die Meinung der Darmstädterinnen und Darmstädter sowie deren aktive Beteiligung und Einbindung besonders wichtig. ... Nur durch die Unterstützung unserer Bürgerschaft können wir Smart-City-Vorzeigestadt für Deutschland werden“. Wirtschaftsstaatssekretär Mathias Samson, der zusammen mit dem Oberbürgermeister auf der Bühne stand, ergänzte: „Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zur Gestal­ tung gesellschaftlicher Fragen“. ekom21 mit dabei Weiterer Redner war Bertram Huke, Geschäfts­ führer der ekom21. Den versammelten Bürgern sowie Vertretern aus Landes-, Stadtverwaltung und Politik verkündete er: „Heute Abend neh­ men wir – erstmals in Hessen – das Bürger- und Unternehmenskonto in Betrieb“. Huke erklärte anschaulich, welche Vorteile dieses Service­konto mit sich bringt: So erhalten hessische Bürger sowie Unternehmen einen verbesserten digita­ len Zugriff auf Verwaltungsdienstleistungen – am Rechner, ebenso wie mobil. Durch diesen neuen Service, der im Rahmen des Programms „Digita­ le Verwaltung Hessen 2020“ bereitgestellt wird, kann die hessische Landes- und Kommunalver­ waltung zukünftig einfach und sicher sowie orts­ unabhängig an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr von der hessischen Bevölkerung und der Wirtschaft erreicht werden. Serviceleistungen werden dadurch jederzeit ermöglicht und in der Abwicklung bürgerfreundlicher und effizienter. Der ekom21-Geschäftsführer wagte aber auch einen Blick in die nahe Zukunft, als er die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes an­ sprach: „Bis zum 31. Dezember 2022 müssen alle Verwaltungsleistungen digitalisiert werden. Das bedeutet, dass 1.982 Verwaltungsdienste von Bund, Ländern und Kommunen bis dahin online angeboten werden müssen. 538 davon betreffen ausschließlich die Kommunen“. Besondere Bedeutung „Schon heute sind wir in der Lage, Verwaltungs­ prozesse über unsere eGovernment-Plattform „civento“ online anzubieten und abzuwickeln“, so Huke weiter. Dem Servicekonto und der von der ekom21 entwickelten eGovernment-Plattform „civento“ kämen also auch weiterhin eine besondere Bedeutung zu. Dies bestätigte auch Joachim Fröhlich, IT-Leiter der Wissenschaftsstadt Darmstadt Ausgabe 3|2018 21 IT-Sicherheit und Geschäftsführer der Digitalstadt Darmstadt GmbH. Zu den Angeboten der Digitalen Stadt Darmstadt sagte er: „Als erster Service wird die Möglichkeit zur Internet-Beantragung von Be­ wohner-Parkausweisen inklusive elektronischer Bezahlmöglichkeit, dem ePayment, bereitgestellt. Zudem wird ein ‚digitales Standesamt‘ als Portal zugänglich gemacht. Hier können Bürgerinnen und Bürger etwa die Ausstellung von Personen­ standsurkunden, wie Geburtsurkunden, Sterbe­ urkunden, Eheurkunden und Lebenspartner­ schaftsurkunden elektronisch beantragen“. 22 Ausgabe 3|2018 Projekte Das Servicekonto eGovernment Betrieben wird das Servicekonto Hessen bei der ekom21. Es besteht aus einem elektronischen Postfach verbunden mit einem Antragsmanage­ ment für Online-Verwaltungsprozesse auf Basis verschiedener von der ekom21 entwickelter und bereitgestellter Verwaltungsverfahren. Dazu Ulrich Künkel, Geschäftsführer der ekom21: „Wir sind stolz, mit der Digitalstadt Darmstadt diese Services in Verbindung mit dem Service­ konto als erste hessische Kommune produktiv setzen zu dürfen“. Das Servicekonto ist das Intern Spezial Verfahren Angeregter Dialog in Sachen Digitalisierung Ergebnis einer Entwicklergemeinschaft zwischen dem Freistaat Bayern und dem Land Hessen. Basis ist das hessische eGovernment-Gesetz, das den rechtlichen Rahmen dafür bildet, On­ linedienste der Verwaltung weiter auszubauen. Durch das Gesetz sollen Hindernisse abgebaut und den Bürgerinnen und Bürgern, der Wirt­ schaft sowie den Landes- und Kommunalbehör­ den effizientere Verwaltungsdienste ermöglicht werden. Was jetzt in Darmstadt seinen Anfang in der Digitalisierung nimmt, wird bald allen hessischen Behörden zur Verfügung stehen. Der Abend im Kongresszentrum „Darmstadtium“ war noch lang – die zahlreichen Stände von Projektpartnern und der ekom21 waren von interessierten Bürgern dicht belagert. Und am Ende der Veranstaltung war so manchem klar, dass Darmstadt in Sachen Digitalisierung Vorreiter ist – und als „Blaupause“ für viele weitere Digitalstädte dienen kann. Ausgabe 3|2018 23 IT-Sicherheit Projekte eGovernment WLAN-Förderprogramm gestartet Erste Digitale Dorflinde steht in Biedenkopf Aus einer gemeinsamen Pressemitteilung Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hat am 10. September 2018 in Biedenkopf ein Pilotprojekt zum WLAN-Förderprogramm („Digitale Dorflinde“) für hessische Kommunen vorgestellt. Der Minister rief die Städte und Gemeinden zum Aufbau öffentlicher WLANNetze auf: „Mobiles Internet wird im Alltag immer wichtiger. Öffentliches WLAN trägt zur Attraktivität von Kommunen bei“. Tarek Al-Wazir (Hessischer Minister für Wirt­ schaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung), Ulrich Künkel (Geschäftsführer der ekom21), Kirsten Fründt (Landrätin des Landkreises Marburg-Biedenkopf), Manfred Görig (Land­ rat des Vogelsbergkreises), Wolfgang Schuster (Landrat des Lahn-Dill-Kreises) und Walter Innerebner (Geschäftsführer der IT-Innerebner GmbH). Start in Biedenkopf Das Land Hessen unterstützt mit seinem WLAN-Förderprogramm, das unter dem Titel „Digitale Dorflinde – WLAN-Förderung für hessische Kommunen“ laufen wird, Städte und Gemeinden bei der Einrichtung kommunaler WLAN-Infrastrukturen. Pro installiertem Hotspot gibt es bis zu 1.000 Euro, der Höchstbetrag pro Kommune liegt bei 10.000 Euro. Bis 2019 stehen hierfür insgesamt zwei Millionen Euro Förder­ mittel aus dem Landeshaushalt zur Verfügung. „Wir sind sehr stolz, dass das hessenweite Projekt gerade hier in Biedenkopf startet“, er­ klärte Joachim Thiemig, Bürgermeister der mittelhessischen Stadt. Unser Foto zeigt den Start in Biedenkopf (v.l.n.r.): Joachim Thiemig (Bürgermeister der Stadt Biedenkopf), Dr. Christoph Ullrich (Regierungs­ präsident des Regierungsbezirks Gießen), 24 Ausgabe 3|2018 Intern Spezial Verfahren Das Mittelkontingent wird im Zuge der Initiative der Landesregierung „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“ bereitgestellt, die den ländlichen Raum stärken soll. Fortschritt für Kommunen Zur technischen Umsetzung wurde von der ekom21, dem kommunalen IT-Dienstleister in Hessen, nach Abschluss einer europaweiten öffentlichen Vergabe ein Rahmenvertrag mit der Firma IT-Innerebner GmbH abgeschlossen, die die Infrastruktur in den Kommunen auf­ bauen und betreiben wird. Kommunen sollen so möglichst einfach und zu äußerst attraktiven Konditionen den Ausbau des mobilen Internets über WLAN realisieren können. Dazu ekom21-Geschäftsführer Ulrich Künkel: „Erfolgsfaktor für Digitalisierung und eGovern­ ment ist ein allseits verfügbares Internet. Mit dem Projekt ‚Digitale Dorflinde‘ sorgen das Land Hessen, die Firma IT-Innerebner und die ekom21 hier für Fortschritt in hessischen Kommunen“. Einfach und kostenlos Ziel des WLAN-Förderprogramms ist es, dass die breite Öffentlichkeit an geeigneten öffentlichen Plätzen und Räumen einfach und kostenlos mit mobilen Endgeräten einen performanten In­ ternet-Zugang über WLAN erhält. Die Hotspots sollten daher von den Kommunen vorzugsweise in relevanten öffentlichen Bereichen errichtet werden. Zu diesen zählen beispielsweise Halte­ stellen, Marktplätze oder touristische Standorte. Weitere Informationen erhalten Sie per eMail­ anfrage an digitaledorflinde@ekom21.de, telefonisch über die Rufnummer 0561 204 3733 oder unter www.hessen-wlan.de. Ausgabe 3|2018 25 IT-Sicherheit Projekte eGovernment Sicherheit durch automatisierte Updates kasus21® entlastet Eltville am Rhein Von Helmut Best Rund 17.000 Einwohner der Stadt Eltville am Rhein werden von etwa 175 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung betreut. Die sich daraus ergebende Größe der IT-Landschaft erfordert einen entsprechenden Aufwand, den die beiden System-Administratoren Dieter Schenk und Jonathan Peuser vor Ort kaum noch aufbringen können. Hohe Anforderungen Die heutigen Sicherheitsanforderungen bringen es mit sich, dass jede eingesetzte Software sehr zeitnah mit den notwendigen Updates versorgt wird. Vom Firefox zum Google Chrome, vom Ado­ be Reader zum Foxit Reader, erscheinen täglich neue Sicherheitsaktualisierungen. Diese auf al­ len Systemen einzuspielen, war bisher ein großer Bestandteil der Arbeit der Systembetreuer. Denn nicht aktuelle Systeme sind heute ein immenses Sicherheitsrisiko: Entsprechende Angriffe sind eher die Regel, als die Ausnahme. Daher ist das Patch-Management eine der zeitaufwändigsten, aber auch eine der wichtigsten Angelegenheiten. Aufwendige Updates Bei der Suche nach Entlastung stieß die Stadt Eltville am Rhein sehr schnell auf kasus21®, den Software-Aktualisierungs-Service der ekom21. 26 Ausgabe 3|2018 Bisher wurden nur die Windows- und OfficeUpdates über entsprechende Services auto­ matisiert auf den Systemen installiert. Weitere Standardsoftwareprodukte mussten über ein anderes System umständlich auf den Arbeits­ plätzen verteilt werden. Leider hat sich in der Praxis immer wieder gezeigt, dass eine zuver­ lässige Erfolgskontrolle der Installation kaum möglich ist. Und der Einsatz einer eigenen Softwarevertei­ lung für alle Updates und Patches jedes einge­ setzten Programmes erwies sich in der planen­ den Betrachtung schnell als zu kostenintensiv. Automation entlastet Genau an diesem Punkt setzt der Service der ekom21, kasus21®, an. Vollkommen automatisch werden nun die Inventarisierung und Aktuali­ sierung der eingesetzten Software durchgeführt. Des Weiteren wird eine Differenzprüfung der zur Verfügung stehenden Updates sowie der derzeit installierten Software vorgenommen und mit dem Produktkatalog abgeglichen. Der Clou: Die Updates werden zu einem – von den Administratoren festgelegten – Zeitpunkt installiert, so dass die damit verbundenen Ein­ Intern Spezial Verfahren Freuen sich über mehr Sicherheit und weniger Aufwand (vorne v.l.n.r.): Dieter Schenk, Bürgermeister Patrick Kunkel und Jonathan Peuser (Stadt Eltville am Rhein) sowie (hinten v.l.n.r.) Michael Kugelmann und Christian Fassbender (ekom21) schränkungen der Systemleistung außerhalb der jeweiligen Arbeitszeiten stattfinden und so für eine hohe Akzeptanz bei den Angestellten des Rathauses sorgt. Rundum sicher Eine detaillierte Berichterstattung ermöglicht es der IT-Abteilung nun jederzeit, die Vollständig­ keit der installierten Updates zu überprüfen und die diesbezügliche Sicherheit aller verwalteten Systeme im Blick zu haben. Anstelle der zeitintensiven Installationen und der nicht sicheren Kontrollmöglichkeiten hat sich jetzt – mit Einsatz von kasus21® – der Arbeitsauf­ wand der Administratoren deutlich verringert: Die Installationen laufen automatisch, beeinflussen die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen nicht und sind mit einem Blick überprüfbar. Gesparte Zeit, die die IT-Profis der Stadt Eltville am Rhein nun in die weiteren Aspekte der ITSicherheit legen können. Ein Umstand, über den sich auch Bürgermeister Patrick Kunkel besonders freut: „Gerade in der digitalen Welt spielt die Sicherheit eine heraus­ ragende Rolle. Wer hier zu spät reagiert, ist ganz schnell von der rasanten Entwicklung abgekop­ pelt. Damit wir auch auf diesem Gebiet beispiel­ gebend vorangehen, haben wir einen starken Partner an unserer Seite“, so der Bürgermeister. Haben Sie Fragen oder möchten Sie eine ein­ gehende Beratung, wie kasus21® auch Ihre IT entlasten kann? Dann schreiben Sie einfach eine eMail an: kasus21@ekom21.de Ausgabe 3|2018 27 IT-Sicherheit Projekte eGovernment Dr. Sascha Wagner Haushaltsdaten verständlich machen Interview mit Dr. Sascha Wagner, Geschäftsführer eOpinio GmbH „Oh, nein. Das ist mir zu hoch“, diese oder ähnliche Aussagen bekommt man zu hören, wenn die Sprache auf den kommunalen Haus­ halt kommt. Dabei sind Haushaltsdaten span­ nend. Wichtig sind sie auf jeden Fall. Wie man diesen Komplex verständlich macht, weiß Dr. Sascha Wagner von der eOpinio GmbH. Wir haben mit ihm gesprochen. Herr Dr. Wagner, was bewegt die Städte und Gemeinden in Hessen derzeit besonders? Landauf, landab ist täglich von der Notwendig­ keit und den Herausforderungen der verstärk­ ten Digitalisierung im kommunalen Bereich die Rede. Landesregierungen verabschieden Digital­ strategien und sprechen unter anderem von einer stärkeren Förderung des Ausbaus digitaler Verwaltungsangebote. 28 Ausgabe 3|2018 Hierzu kommen natürlich Themen, die perio­ disch in den Kommunen jedes Jahr aufs Neue anstehen – beispielsweise aktuell die Aufstel­ lung der Haushaltspläne für 2019. Die Kombination beider Themen veranschaulicht die aktuelle Situation sehr gut: Auf der einen Seite werden digitale Angebote gefordert, auf der anderen Seite sieht die Realität leider meist ganz anders aus. Nehmen wir die kommunalen Haushaltspläne. Bisher bedeutet Digitalisierung in diesem Zusammenhang meistens, dass eine PDF-Version im Internet zum Download ange­ boten wird. Wer sich durch den Plan durch­ kämpft, kann dann auch Details zu Erträgen, Aufwendungen und Interessen finden. Mit „echter“ Digitalisierung hat das wenig zu tun. Hier zeigt sich plastisch, wie Ansprüche, Strategie und praktische Umsetzung auseinanderfallen. Intern Spezial Verfahren „Der kommunale Haushalt ist das zentrale Steuerungselement einer Kommune und bestimmt die Richtung der Entwicklung.“ Dr. Sascha Wagner Erträge, Aufwendungen, Interessen – ist die Ent­ scheidung darüber, wofür eine Kommune wieviel Geld ausgibt, nicht die zentrale Stellschraube für ihre Zukunft? Vollkommen richtig, der kommunale Haushalt ist das zentrale Steuerungselement einer Kommune und bestimmt die Richtung der Entwicklung. Allerdings, und das ist entscheidend: Kommu­ nale Ausgabe-Entscheidungen haben einen langen zeitlichen Vorlauf. Insofern muss man deutlich vor der Verabschiedung des eigentli­ chen Haushaltes ansetzen und Hintergründe zugänglich machen. Das zeigen unsere Erfahrun­ gen aus rund zehn Jahren Projekt-Arbeit. Dies bezieht sich sowohl auf die breite Öffent­ lichkeit, als auch auf Mandatsträger in den kommunalen Parlamenten – beide Gruppen brauchen einen viel besseren und moderne­ ren Zugang zum Haushalt. Der Grund: Erst die genaue Kenntnis von Inhalten und Zusammen­ hängen schafft die Grundlage, um über den Haushalt konstruktiv zu diskutieren. Ein grundle­ gendes Verständnis des Diskussionsgegenstands, der verwendeten Begriffe sowie der Sachlage ist für alle Beteiligten unverzichtbar. Kommunale Haushaltsplanung – wie läuft die ab? Würde Digitalisierung helfen? Haushaltsplanungen sind in hohem Maße indi­ viduell – von der jeweiligen Situation und der Kommune abhängig. Generell aber muss man sich vor Augen führen: Formale Haushaltplä­ ne haben meist mehrere hundert oder sogar über tausend Seiten und sind ziemlich komplex Ausgabe 3|2018 29 IT-Sicherheit aufgebaut. Zusätzlich müssen Planer natürlich die Haushalte der Vorjahre als Basis und zum Vergleich berücksichtigen. Wir reden hier also von Bergen an Papier, die gelesen und verglichen werden müssen. Die Bereitstellung der Haus­ haltspläne in digitaler Form vereinfacht ganz unmittelbar den Zugriff auf einen ganzen Berg an Unterlagen und Zahlen. Sie haben eine Lösung entwickelt, mit der Kommunen die notwendige Transparenz einfach herstellen können. Wie funktioniert das? In der Tat, unsere Lösung „Haushaltsdaten.de“ verarbeitet die Standardexporte unterschied­ licher Finanzverwaltungssysteme und erstellt eine interaktive und dynamische Version des Haushaltsplans zur Präsentation im Internet. Diese Version ist auf PCs, Tablets und Smart­ phones nutzbar. Für die Finanzverwaltung ist der gesamte Prozess der Plattformerstellung mit sehr geringem Zeitaufwand verbunden, in der Regel wird nicht mehr als eine Viertel- bis halbe Stunde benötigt. Die finale Plattform ist dann bereits nach ein bis zwei Tagen einsatzbereit. Ist das nicht teuer und technisch komplex? Überhaupt nicht! Bei der Entwicklung von „Haus­ haltsdaten.de“ haben wir uns an feste Grund­ sätze gehalten. Die ersten beiden Grundsätze waren, dass die Plattform sehr günstig in der An­ schaffung für den Kunden sein muss und gleich­ zeitig ohne zusätzliche Arbeitsbelastung für die Finanzverwaltung auskommt. Wir haben daher 30 Ausgabe 3|2018 Projekte eGovernment ein ganz einfaches und günstiges Preismodell entwickelt, dass sich in drei Tarife gliedert und ohne Lizenzgebühren auskommt. Politik und politische Handelnde tragen eine besondere Verantwortung für die Gemeinschaft. Wie dokumentieren sie Integrität und angemes­ senen Mitteleinsatz? Welche Rolle spielt der Bürgerhaushalt? Das Thema Bürgerhaushalt hat sich als recht problematisch erwiesen. Wir haben in den letz­ ten Jahren zahlreiche Bürgerhaushalte begleitet. Dabei zeigt sich immer wieder: Bürgerhaushalte setzen zu spät an, um konstruktive Ergebnisse zu erzielen. Der Informationsstand der Beteiligten ist dann einfach nicht gut und tief genug, um sachlich angemessen zu diskutieren. Es handelt sich um ein komplexes kommunal- und finanz­ technisches Thema, das man nur mit profunden Fachkenntnissen angemessen gestalten kann. So führt der Bürgerhaushalt manchmal zu einer Situation, in der eine gut gemeinte Sache letzt­ lich nur mit enormem kommunikativem Aufwand umsetzbar ist. Nicht zuletzt diese Erfahrungen haben zum stärkeren Fokus auf die Vermittlung der Inhalte eines Haushalts und der Aufbereitung komplexer Inhalte geführt – aber natürlich stehen wir wei­ terhin beratend und mit Technik zur Seite. Auch im kommunalen Finanzwesen könnte Open Data – hier unter den Begriffen offene Haushalts­daten / Open Budget Data – eine Intern Spezial Verfahren spannende Rolle spielen. Wie schätzen Sie Trends und Möglichkeiten ein? Welche sind aus Ihrer Sicht aktuell die drei größten Herausforderungen für Kommunen? Ich habe den Eindruck, dass wir besonders in Deutschland sehr verhalten mit dem Thema offene Daten umgehen. Die Bereitstellung von Daten wird meiner Erfahrung nach eher als Ge­ fahr gesehen. Für uns in der Entwicklung neuer Angebote und Anwendungen sind solche Daten aber die Grundvoraussetzung. In unserem An­ wendungsfall, dem Haushalt, sind die Gefahren auch sehr überschaubar. Im Gegenteil, es gibt Veröffentlichungspflichten und große Vorteile durch die Veröffentlichung. Das kommt natürlich stark auf die jeweilige Per­ spektive an und es gibt sicherlich auch regional Verschiebungen zwischen den Schwerpunkten. Besonders im medialen Fokus ist natürlich das Thema Digitalisierung der Verwaltung und Infrastruktur. Ich denke, die Herausforderungen liegen insbesondere auf den Punkten Finanzen, Mobilität/Verkehr/Infrastruktur und Wohnen. Die Themen Integration und Bildung sind aber sicherlich auch weit oben auf der Liste der Her­ ausforderungen. Wie sehen Sie die Digitalisierung der Verwaltung und was würden Sie den hessischen Kommunen raten? Und, was begeistert Sie privat? Grundsätzlich ist das Thema Verwaltungsdigi­ talisierung sicherlich auf allen Ebenen ange­ kommen und das Problembewusstsein deutlich gewachsen. Viel Theorie, viele Konzepte und Strategien, aber die Ergebnisse und die Umset­ zung sind noch nicht sichtbar genug. Hierfür ist das Thema Haushaltsplan eigentlich das beste Beispiel. Wie vorhin schon erwähnt: Bei den meisten Kommunen wird der Haushalts­ plan maximal als PDF im Internet angeboten. Das geht ohne großen Aufwand deutlich besser – leicht zugänglich, dynamisch und interaktiv. In­ sofern möchte ich die hessischen Bürgermeister ermuntern: Gehen Sie einen Schritt weiter und machen Sie Ihre Fortschritte öffentlich sichtbar! Ich habe das Glück, dass mich meine beruflichen Themen auch noch im Feierabend faszinieren. Daten identifizieren, in einen intelligenten Kon­ text setzen, Nutzungsmodelle entwickeln und so weiter. Besonders spannend finde ich aktuell die Entwicklungen rund um „Smart Cities“. Abgesehen davon entspanne ich mich persön­ lich beim Sport, insbesondere Crossfit-Training hat es mir angetan. Zudem beschäftige ich mich mit Kunst und Design, hier und da produziere ich auch ein eigenes Werk. Herr Dr. Wagner, vielen Dank für das Gespräch. Weitere Informationen unter https://www.haushaltsdaten.de/ Ausgabe 3|2018 31 IT-Sicherheit Projekte eGovernment INGRADA 10: Modernste Technologie im neuen Design Softplan präsentiert die neueste Version seines GIS Von Michael Schober, Softplan Informatik GmbH Am 12. September 2018 stellte die Softplan Informatik GmbH die neueste Version ihres bundesweit etablierten Geoinformationssystems INGRADA vor. Im Rahmen des „INGRADA Anwen­ dertreffens Deutschland 2018“ präsentierte das Team des Softwareunternehmens aus dem hessischen Wettenberg seinen Gästen und Partnern in der Stadthalle Wetzlar erste Eindrücke von INGRADA 10 und stellte mit INGRADA mobile gleich das zweite Highlight aus dem neuen Produktportfolio vor. Begleitet wurde die Anwendertagung von einer Fachausstellung, in der Partnerfirmen von Soft­ plan ihre Leistungsangebote und Produkte vor­ stellten. In den angebotenen Workshops wurden fachliche Themen vertieft und neue Funktionen 32 Ausgabe 3|2018 von INGRADA 10 detailliert vorgestellt. Das gab den Besuchern die Möglichkeit, Fragen direkt zu stellen. INGRADA 10 „Der Fokus der neuen Programmversion liegt klar bei den Anwendern“, unterstreicht Geschäfts­ führer Jörg Tieben in seiner Begrüßung. „Anwen­ der in den Kommunen verlangen zunehmend einfach bedienbare Softwarelösungen, um die zunehmend komplexen Aufgaben zu bewältigen. Mit unseren neuen Oberflächen von INGRADA 10 kommen wir diesem Wunsch nach“. Die intuitive Bedienung auf PC und Tablet, integrierte Work­ flows, skalierbare Funktionen und übersichtliche Benutzeroberflächen erleichtern die tagtägliche Arbeit sowohl der INGRADA-Nutzer in den Kom­ Intern Spezial Verfahren INGRADA 10-Dashboard: Schneller Einstieg in die täglichen Aufgaben munen und Verwaltungen, als auch bei deren Dienstleistern. Daneben bietet INGRADA 10 optimierte Werkzeuge sowie eine vereinfachte Darstellung der Geodaten für den schnellen Zugriff per Smartphone oder anderen End­ geräten. Komfortabler Einstieg INGRADA 10 begrüßt seine Anwender mit einem neuen Startbildschirm: Das Dashboard enthält alle Themen für einen schnellen Einstieg in die tägliche Arbeit als übersichtliche Kacheln. Jede Kachel kann nach eigenen Wünschen angeordnet werden und enthält neben einem sprechenden Symbol individuelle Informationen, wie Stand der Daten, letzter Datenimport oder Bearbeiter. Die Benutzeroberfläche von INGRADA 10 wurde komplett überarbeitet. Das moderne Design mit großen Schaltflächen und optimierten Menüs garantiert ein effektives Arbeiten auch auf Tablet-PCs. Geodaten mobil nutzen INGRADA mobile ermöglicht den Zugriff auf alle Geoinformationen überall und jederzeit auf allen gängigen Endgeräten und Betriebs­ systemen, vom PC über Tablet bis hin zum Smartphone – online oder offline im Browser oder über die für Android, iOS und Windows verfügbaren Apps. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kommunen, Kreisverwaltun­ gen und Betrieben profitieren im Tagesgeschäft von raumbezogenen Informationen, wenn diese für alle einfach erreichbar und nutzbar Ausgabe 3|2018 33 IT-Sicherheit sind, egal ob online oder offline. INGRADA mobile bietet mit seiner modernen Technologie und intuitiv bedienbaren Benutzeroberfläche hierzu die optimale Lösung“, fasst SoftplanGeschäftsführer Jörg Tieben den Mehrwert der mobilen Lösung zusammen. Projekte eGovernment gen, Stadtwerke, Feuerwehren und Dienstleister derzeit am häufigsten verwendeten Informati­ onen für den mobilen Einsatz zählen Liegen­ schaften, Gebäude, Baumstandorte, Grünflächen, Spielgeräte, Leitungsdaten, Bebauungspläne oder Friedhofeinrichtungen sowie Grundlagen zur Datenerhebung für die Beitrags- und Ge­ bührenberechnung. Durch die intuitive Benut­ zeroberfläche und die hohe Flexibilität bei der Überlagerung von Karten in INGRADA mobile ist auch der unerfahrene Nutzer schnell in der Lage, alle für seine Belange relevanten Informationen zusammenzustellen. Die standardisierte und offene Datenhaltung von INGRADA schafft Sicherheit und Unabhängigkeit für die Verwaltung. Neben dem eigenen Personal kann die Kommune gleichzeitig verschiedene Dienstleister in die Erfassung und Pflege der Geodaten einbeziehen. Geodaten überall zur Hand mit INGRADA mobile Hohe Flexibilität Alle Daten des GIS lassen sich je nach Benutzer­ rechten mobil nutzen. Zu den für die Verwaltun­ 34 Ausgabe 3|2018 Eine kostenfreie Teststellung ermöglicht allen interessierten Verwaltungen und Betrieben INGRADA und INGRADA mobile unverbindlich mit eigenen Daten im täglichen Betrieb kennen­ zulernen. Einfach anfordern. Weitere Informationen erhalten Sie von der Softplan Informatik GmbH, eMail: info@softplan-informatik de Intern Spezial Verfahren Stell dir vor, das Amt hat offen. Aber keiner muss hin. civento – die Plattform für eine bürgernahe Verwaltung Schnell nach Feierabend noch den Zweitwohnsitz anmelden – in zukunftsorientierten Kommunen gehören solche Termine bald der Vergangenheit an. Und das mit gutem Grund. Denn Städte und Gemeinden stehen in einem harten Wettbewerb um Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen. Dabei haben alle Beteiligten hohe Erwartungen an die kommunalen Services. civento eröffnet hier neue Perspektiven. Die intelligente eGovernment-Plattform ermöglicht Ihnen den reibungslosen Übergang zur Kommune 4.0 – inklusive automatischer Prozesse, kürzerer Reaktionszeiten und eines deutlich verbesserten Bürgerservices. Starten Sie mit uns Ihre Verwandlung – zur Kommune 4.0. Weitere Informationen unter: www.ekom21.de/civento Die eGovernment-Plattform der ekom21 Ausgabe 3|2018 35 Die Zukunft der Verwaltung Redaktion und Gestaltung Stefan Thomas ekom21 – KGRZ Hessen | Geschäftsstelle Darmstadt Robert-Bosch-Straße 13 | 64293 Darmstadt eMail: redaktion@ekom21.de Bildnachweis ekom21, Stefan Thomas, Bernd Burkard, Softplan Informatik, Dr. Sascha Wagner, Claus Knobel, stock.adobe.com Layout und Druck DRACH Print Media GmbH Donnersbergring 22 | 64295 Darmstadt Auflage 3.000 Exemplare (2018) Anschriften Sitz Gießen Carlo-Mierendorff-Straße 11 | 35398 Gießen Telefon: 0641 9830 0 | Fax: 0641 9830 2020 Geschäftsstelle Darmstadt Robert-Bosch-Straße 13 | 64293 Darmstadt Telefon: 06151 704 0 | Fax: 06151 704 2030 Geschäftsstelle Kassel Knorrstraße 30 | 34134 Kassel Telefon: 0561 204 0 | Fax: 0561 204 2010 Hinweis e-info21 erscheint vierteljährlich und dient ausschließlich der Information. Gewährleistungsansprüche sind ausgeschlossen. Nahezu alle Produktbezeichnungen, die in dieser Publikation erwähnt werden, sind gleichzeitig eingetragene Warenzeichen und sollten als solche betrachtet werden. Abdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion. e-info21 wird ausschließlich aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt. Dazu gehören die Verwendung von 50% Altpapier, 50% chlorfreiem Zellstoff und mineralölfreie Druckfarbe. ekom21 – KGRZ Hessen Sitz Gießen: Carlo-Mierendorff-Straße 11 35398 Gießen www.ekom21.de
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