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Full text: Waldzustandsbericht Issue 2014

Waldzustandsbericht 2014

Inhaltsverzeichnis

2	 Zusammenfassung 4	Summary 6	 Shrnuti 8	 Podsumowanie 10	 13	 13	 18	 22	 25	 25	 26	 28	 32	 37	 Forstliches Umweltmonitoring Einflüsse auf den Waldzustand Witterung und Bodenwasserhaushalt Die Bodenschutzkalkung als Rahmenbedingung des Waldzustandes Bewertung der Bodenschutzkalkung mit Ergebnissen der Bodenzustandserhebung Der aktuelle Kronenzustand – Allgemeine Situation und regionale Ausprägung Allgemeine Situation Regionale Ausprägung des Kronenzustandes Kronenzustand an Nadelbäumen Kronenzustand an Laubbäumen Tabellarische Übersichten

40	Glossar 41	Literatur

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Zusammenfassung

Im Vergleich zum langen und kalten Winter 2012/2013 fiel die Witterung im folgenden Winter 2013/2014 warm und trocken aus. Bis zum Beginn der Vegetationsperiode erreichte der Niederschlag des Winterhalbjahres nur etwa 60 % der langjährigen Mittelwerte von 1971 bis 2000. Überdurchschnittliche Nieder­ schläge im Mai und Juli verhinderten eine ausgedehnte Trockenperiode, die negative Auswirkungen auf den Kronenzustand gehabt hätte. Das winterliche Wasserdefizit konnte jedoch nicht ausgeglichen werden und so wurden ab Juli auf einigen Waldklimastationen kritische Bodenwasservorräte gemessen. Aufgrund der hohen räumlichen und zeitlichen Variation der Sommerniederschläge dürfte das Wasser­ angebot auf Standorten mit geringerem Bo­ denwasserspeicher über Tage eingeschränkt gewesen sein. Deshalb sorgten die überdurch­ schnittlichen Monatsmitteltemperaturen nur auf Standorten mit ausreichenden Nieder­ schlägen und hohem Wasserspeichervermö­ gen im Boden für günstige Wuchsverhältnisse. Infolge der außergewöhnlich tropischen Wit­ terungsverhältnisse dieses Sommers traten häufig Starkregenereignisse auf. Der vielerorts nahezu ausgetrocknete Boden konnte die in­ tensiven Niederschläge jedoch in aller Regel aufnehmen und verhinderte damit Sommer­ hochwasser und Infrastrukturschäden wie im vergangenen Jahr. Der Kaltlufteinbruch Anfang Mai führte in Verbindung mit dem relativ frühzeitigen Vege­ tationsbeginn örtlich zu Spätfrostschäden an Kulturen und jungen Beständen. Ohne regionale und baumartenspezifische Un­ terschiede zu berücksichtigen, lag die mittlere Kronenverlichtung in diesem Jahr bei 16,8 %. Dies ist eine leichte Verbesserung zum Vorjahr, entspricht aber dem Niveau der letzten fünf Jahre (16,1 bis 17,5 %). Entsprechend der Klassifizierung des Kronen­ zustandes in Kombinationsstufen aus Verlich­ tung und Verfärbung werden 2014 in Sachsen 39 % als gesund (ohne erkennbar negative Be­ einflussung der Kronenstruktur; Schadstufe 0), 46 % als schwach geschädigt (Schadstufe 1) und 15 % der Waldfläche als deutlich geschä­ digt (Schadstufen 2 bis 4), eingestuft.

Für die Fichte weist die aktuelle Waldzustands­ erhebung einen mittleren Nadelverlust von 14,7 % auf. Damit wird erneut das Minimum aus dem Jahr 2006 erreicht. Deutlich geschä­ digte Kronenstrukturen wurden an 12 % der Fichten diagnostiziert, was eine weitere leichte Abnahme bedeutet. In den unteren und mitt­ leren Berglagen liegt die mittlere Kronenver­ lichtung weiterhin merklich über dem Wert der höheren Berglagen. Ausgehend von einem hohen Vorjahresniveau, der für die Entwicklung der Borkenkäfer güns­ tigen Frühjahrswitterung und dem ange­ spannten Wasserhaushalt, liegen die Befalls­ holzmengen im Sommer 2014 über dem Niveau der Vorjahre. Neben dem notwendigen Wiederauffüllen der Bodenwasserspeicher werden die schnelle Erkennung von frischem Stehendbefall und dessen rechtzeitige Sanie­ rung mit darüber entscheiden, ob die Popula­ tion der Borkenkäfer weiter ansteigt. Nahezu unverändert betragen die mittleren Nadelverluste bei der Kiefer in diesem Jahr 16,8 %. Nach den günstigen Verhältnissen in den eher feuchten Jahren zwischen 2009 und 2012, liegt der Anteil deutlich geschädigter Kiefern mit 12 % auf dem Niveau der trocke­ nen Jahre zwischen 2002 und 2008. Auch die Anteile schwach geschädigter (derzeit 54 %) und ungeschädigter Bäume (derzeit 34 %) bleiben in etwa konstant. Die Kiefer ist wiederholt Massenvermehrungen verschiedener forstlich relevanter Schädlinge ausgesetzt, deren Populationsdichten im Rah­ men des Forstschutzmeldewesens kontinuier­ lich überwacht werden. Bereits im letzten Jahr traten im Bereich der Muskauer Heide lokal merkliche bis starke Fraßschäden auf. Diese Entwicklung setzte sich 2014 in diesem und in einem weiteren Befallsareal fort. Um Kahlfraß zu vermeiden, erfolgte auf 125 ha eine avio­ technische Bekämpfung mit Pflanzenschutz­ mitteln. Bei den sonstigen Nadelbäumen kulminierte der Trend steigender Werte der mittleren Kro­ nenverlichtung im letzten Jahr bei 17,5 %. In diesem Jahr fallen die mittleren Nadelverluste mit 15,3 % merklich niedriger aus. Der Anteil der Bäume in den Klassen mit deutlich nega­ tiven Kronenstrukturen liegt bei 14 % und da­ mit wiederholt über dem Anteil der Fichte. Die

Europäische Lärche ist mit etwa 50 % die häu­ figste Baumart in dieser Gruppe. Mehr als die Hälfte der begutachteten sonstigen Nadelbäu­ me sind jünger als 40 Jahre. Die Eichen zeigen innerhalb der Zeitreihe eine hohe Varianz in der Belaubung. Der aktuelle Anteil der Bäume mit ungünstigem Kronenzu­ stand liegt bei 35 % und damit 17 % unter dem Vorjahreswert. Der mittlere Blattverlust fiel merklich auf 25 %. Die Mortalität ging et­ was zurück, hat mit 1,1 % aber noch immer eine überdurchschnittliche Höhe. Der milde Winter und der deutlich geringere Insekten­ fraß begünstigten den Kronenzustand. Zudem kommt die Eiche besser als andere Baumarten mit trockenen Witterungsperioden zurecht. Die mittlere Kronenverlichtung der Rotbuche sinkt abermals leicht ab und erreicht 20,8 %. Der Anteil der Bäume mit ungünstigem Kro­ nenzustand beträgt 29 %. Der gleiche Anteil wurde als vital und vollbelaubt taxiert. An le­ diglich 12 % der älteren Bäume wurden keine Früchte registriert und 45 % der Buchen wie­ sen mittleren bis starken Fruchtbehang auf. Demnach setzt sich die Erholung seit dem Tro­ ckenjahr 2003 kontinuierlich fort. Aber auch die Veränderung der Stichprobe hat Einfluss. Durch das Einwachsen von Buchen aus der unteren Bestandesschicht in die Stichprobe stieg die Zahl der erfassten Buchen von 175 Bäumen im Jahr 2003 auf nunmehr 225 Bäu­ me an. Damit nimmt auch der Anteil junger, vitaler Bäume, deren Kronen dynamisch auf freien Wuchsraum reagieren, zu. Die Gruppe der sonstigen Laubbäume ist sehr heterogen und wird aus vielen verschiedenen Baumarten gebildet, wobei jeder zweite Baum eine Birke ist. Die Verteilung der Bäume auf die drei Zustandsklassen (0 = 36 %; 1 = 46 %; 2 bis 4 = 18 %) fällt ungünstiger als im Vor­ jahr aus. Damit steigt gleichzeitig auch die mittlere Kronenverlichtung um mehr als einen Prozentpunkt auf 19,2 %. Im Vergleich zu al­ len anderen Baumartengruppen finden sich in dieser Gruppe eine Reihe von Baumarten, de­ ren Kronen auf Stressbelastungen hinweisen: Die schüttere und teilweise verfärbte Belau­ bung der Birke, die frühzeitigen Verfärbungen bei Linden und die Schäden durch das gleich­ namige Triebsterben an Eschen. Im Gegensatz zu den Verhältnissen zwischen 2004 und 2008

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liegen die Mortalitätsraten jedoch im Bereich des Durchschnittes der sonstigen Laubbäume. Die regionalen Unterschiede im Kronenzu­ stand sind deutlich. Auf einem unverändert hohen Niveau liegen die mittleren Kronenver­ lichtungen in den Regionen „Westliches Tief­ land“ (20,9 %) und „Elbsandstein- und Zittau­ er Gebirge“ (18,7 %). Zudem sind dies die einzigen Regionen, in denen die Werte im Ver­ gleich zum Vorjahr angestiegen sind. Die beiden Hügellandsregionen („Lausitzer Hü­ gelland und Becken“ mit 17,5 % und „Mittel­ sächsisches Lösshügelland und Erzgebirgsvor­ land“ mit 16,2 %) weisen durchschnittliche Werte auf. Im „Erzgebirge“, dem waldreichsten Wuchsge­ biet, im „Östlichen Tiefland“ und im „Vogtland“ liegen die mittleren Nadel- und Blattverluste unter dem Landesdurchschnitt. Auch wenn im Erzgebirge mit 15,6 % die Minima der Jahre 2008 und 2010 nicht erreicht werden, so bleibt der vergleichsweise gute Kronenzustand er­ halten. Die deutlichsten Veränderungen des Kronenzustandes wurden für das Vogtland nachgewiesen. Nach den hohen Werten der letzten beiden Jahre weist hier die mittlere Kronenverlichtung in diesem Jahr mit 14,9 % den landesweit geringsten Wert auf. Die Wirkung des Witterungsverlaufes auf den Kronenzustand der Waldbäume entspricht den differenzierten klimatischen Verhältnissen und Bodeneigenschaften in den Standortsregionen. Im überwiegenden Teil des Tief- und Löss-Hü­ gellandes mit einer geringen mittleren jährli­ chen Niederschlagsmenge und Waldböden, die wenig Wasser speichern können, war die Kro­ nenverlichtung durchschnittlich bis über­ durchschnittlich ausgeprägt. Günstiger ist der Waldzustand im Bergland mit einer höheren mittleren jährlichen Niederschlagssumme, ge­ ringeren Temperaturen während der Vegetati­ onsperiode und einem größeren Wasserspei­ chervermögen der Böden sowie im Östlichen Tiefland, wo dauerfeuchte Niederungsböden häufiger sind.

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Summary

The long and cold winter of 2012/2013 was followed by a warm and dry winter in 2013/2014. Until the beginning of the vegeta­ tion period, precipitation during the winter half year reached just some 60 percent of the 1971 to 2000 long-year mean values. Rainfalls in May and July then were above average, pre­ venting a longer drought period, which would have had a negative impact on general crown condition. However, this was not sufficient to make up for the winter water deficit and some of the forest climate stations recorded first critical soil water levels in July. Due to the high spa­ tial and temporal variability of the summer precipitation, it is likely that there actually was some limited availability of water in sites with lower water storage capacities. Therefore, the above-average monthly mean temperatu­ res caused favourable growth conditions only in locations with sufficient precipitation and soils with high water storage capacity. As a result of the unprecedented tropical summer weather situation this year, there was a frequent occurrence of heavy rainfall events. But the soils, which had almost dried out in many places, were generally able to take up most of the water from the intense rainfalls thus preventing summer flooding and infra­ structural damage encountered the year be­ fore. The onset of cold air in early May in connec­ tion with a relatively early beginning of the vegetation period caused local late frost dam­ age to crops and young forest stands. Average crown defoliation this year was 16.8 % without consideration of regional or species-specific differences. This is a slight im­ provement from prior year, but remains within the levels of the past five years (between 16.1 and 17.5 %). The 2014 crown condition assessment for Saxony according to the combined defoliati­ on/discoloration damage classification shows 39 % of the forest area to be healthy (no de­ tectable harmful impact on crown structure; class 0), 46 % mildly damaged (class 1), and 15 % clearly damaged (classes 2 to 4). The current forest survey shows an average degree of defoliation of 14.7 % in spruce, i.e. the 2006 minimum is again attained. Clearly 4|

damaged crown structures were detected in 12 % of spruce; this is another slight decrea­ se. The average level of crown defoliation in the lower and medium altitudes of the moun­ tains continues to be notably higher than what is found in the higher altitudes. Due to spring-time weather conditions favo­ urable for the development of bark beetle populations and given the strained water situ­ ation, the volumes of infested wood recorded in summer 2014 exceeded the already high le­ vels of prior years. Quick detection and early restoration of newly infested standing wood in addition to necessary soil water recharge will contribute greatly as to whether the bark beetle population will continue to grow. Average defoliation in pine remains almost unchanged at 16.8 % this year. After favour­ able conditions in the comparatively wet years between 2009 and 2012, the percentage of clearly damaged pine trees is now back at the level of 12 % last seen in the dry years bet­ ween 2002 and 2008. Also, the percentages of mildy damaged (at present 54 %) and healthy trees (at present 34 %) remain somewhat con­ stant. Pine has repeatedly been exposed to mass propagation of various animal pests, which are detrimental to forests and must be moni­ tored for their population density within the scope of the reporting responsibilities. Last year already, medium to heavy local feeding damage was found to occur in the heath re­ gion „Muskauer Heide“. This trend continued in said region as well as in another infested area in 2014. Plant protection products were applied by plane to treat an area of 125 hec­ tares in order to avoid complete defoliation. The increasing trend for average crown defo­ liation in other conifers reached its peak (17.5 %) last year. This year‘s average defolia­ tion is 15.3 % and thus markedly lower. The percentage of trees in the damage classes of clearly negative crown structures is 14 % and thus again at a level higher than that of spru­ ce. European larch accounts for 50 % and thus is the most predominant species in this group. More than 50 % of the surveyed other coni­ fers are younger than 40 years.

Oak shows a high variance in foliage within the time series. The current proportion of trees with poor crown condition is 35 %, which is 17 percentage points below the prior-year le­ vel. The average degree of defoliation shows a rather sharp decrease to 25 %. Mortality has slightly decreased, but 1.1 % still is above ave­ rage. The mild winter and the significantly lo­ wer insect damage had a positive effect on crown condition. Also, oak resists dry weather periods better than other tree species. The average degree of crown defoliation in copper beech shows another slight decrease and attains 20.8 %. The percentage of trees with poor crown condition is 29 %. A same percentage of trees has been found to be vital and in full leaf. So recovery has been continuing steadily since the dry year 2003. But change within the sample has an impact too. Beech has grown from the lower forest stand layer up into the sample thereby causing the number of beech trees to increase from 175 trees in 2003 to 225 trees at present. This means in turn a higher percentage of young and vital trees with crowns showing a dynamic growth re­ sponse to open space. The group of other broadleaved trees is very heterogeneous and composed of many differ­ ent tree species, although dominated by com­ mon birch – one in two trees is birch. Tree dis­ tribution across the three damage classes (0 = 36 %; 1 = 46 %; 2 to 4 = 18 %) is less favou­ rable than in the prior year. As a result, ave­ rage crown defoliation increases by more than one percentage point to attain 19.2 %. In comparison with all other tree species groups, this group contains a series of tree species the crowns of which indicate the existence of stress factors: sparse and partly discoloured foliage of birch, early discolouration of lime tree foliage, and ash dieback damage. How­ ever, in contrast with the situation encoun­ tered between 2004 and 2008, the rates of mortality are within the range of the average level for Other broadleaved trees. There are obvious regional crown condition differences. Average crown defoliation levels are high and unchanged in the West Saxon bottomlands („Westliches Tiefland“ – 20.9 %)

and in the East Saxon mountains („Elbstand­ stein- und Zittauer Gebirge“ – 18.7 %). Also, they are the only regions having levels higher than those in the prior year. The two hill countries, i.e. the Lusatian region „Lausitzer Hügelland und Becken“ (17.5 %) and the Middle Saxon hill country / Erzgebirge foothills „Mittelsächsisches Lösshügelland und Erzgebirgsvorland“ (16.2 %), show average val­ues. Crown defoliation below the Saxony-wide average is found in the „Erzgebirge“ moun­ tains, which is the growth area richest in for­ est, in the East Saxon lowlands („Östliches Tiefland“) and in the „Vogtland“ mountains. The 15.6 % level in the Erzgebirge mountains does not attain the minimums of the years 2008 and 2010, but shows a continued com­ paratively good crown condition. The most sig­ ificant changes in crown condition were n recorded for the Vogtland region. After high levels during the past two years, this year‘s average crown defoliation of 14.9 % here is the lowest level across Saxony. The effect of the weather on the crown con­ dition of the forest trees is in correlation with the complex climatic conditions and soil cha­ racteristics in the surveyed regions. Crown de­ foliation in the major parts of the bottom­ lands and loess hill regions, which have low mean yearly precipitation volumes and forest soils with low water storage capacities, showed average to above-average levels. The condition of the forests is better in the moun­ tain regions, which have higher mean yearly precipitation totals, lower temperatures during the vegetation periods and higher soil water storage capacities, as well as in the East Saxon lowlands where permanently wet bottomland soils are more frequent.

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Shrnuti

V porovnání s dlouhou a studenou zimou 2012/2013 byla následující zima 2013/2014 teplá a suchá. Až do začátku vegetačního ob­ dobí dosáhly srážky zimního pololetí pouze asi 60 % dlouhodobého průměru let 1971 až 2000. Nadprůměrné srážky v květnu a v červenci zabránily vzniku delší suché periody, která by bývala měla negativní vliv na stav ko­ runy stromů. Vodní deficit vzniklý v zimě však nebyl kom­ penzován, takže byly od července na některých lesnických meteorologických stanicích naměřeny kritické zásoby půdní vody. Kvůli územní a časové variabilitě letních srážek mohlo dojít v lokalitách s velmi malou scho­ pností akumulace půdní vody po dobu několika dnů k omezené nabídce vody. Proto jen v lokalitách s dostatečnými srážkami a s vysokou schopností akumulace půdní vody za­ jistily nadprůměrně vysoké průměrné měsíční teploty dobré růstové podmínky. V důsledku bezpříkladného tropického rázu počasí tohoto léta se často vyskytly přívalové srážky. Půda, která byla na mnoha místech téměř vyschlá, však byla zpravidla schopná takto intenzivní srážky pojmout, což zabránilo vzniku letních povodní a škod na infra­ struktuře, k jakým došlo v předchozím roce. Příliv studeného vzduchu počátkem května vedl v souvislosti s relativně časným začátkem vegetačního období k lokálnímu výskytu jarních mrazíků a s nimi spojených škod na kulturách a mladých porostech. Bez ohledu na regionální rozdíly a specifika jednotlivých druhů stromů představovalo průměrné prořídnutí koruny v tomto roce 16,8 %. Toto je mírné zlepšení oproti předešlému roku, odpovídá ale úrovni z pos­ ledních pěti let (16,1 až 17,5 %). Dle klasifikace stavu koruny v kombinačních stupních prořídnutí a zabarvení je v roce 2014 klasifikováno 39 % lesních ploch jako zdravé (bez viditelně negativního ovlivnění struktury koruny; stupeň poškození 0), 46 % ploch jako slabě poškozené (stupeň poškození 1) a 15 % lesních ploch je klasifikováno jako výrazně poškozené porosty (stupně poškození 2 až 4). U smrku vychází podle aktuálního průzkumu stavu lesa průměrná ztráta jehličí ve výši 14,7 %. Tím se znovu dosahuje minima z roku 2006. Výrazně poškozené struktury korun byly 6|

diagnostikovány u 12 % smrků, což znamená další drobný pokles. V nízkých a středních horských polohách leží dále průměrná hodno­ ta prořídnutí korun znatelně nad hodnotou vyšších horských poloh. Vycházíme-li z vysoké úrovně napadení předchozího roku, z jarního počasí vhodného pro vývoj kůrovce a z napjatého vodního režimu, pak je množství napadeného dřeva v létě 2014 nad úrovní předešlých let. Kromě nezbytného doplnění akumulační kapacity půdní vody budou rychlé rozpoznání čerstvého napadení stojatého dřeva a jeho včasná sana­ ce rozhodovat o tom, zda populace kůrovce dále naroste. Téměř nezměněny čítají průměrné ztráty jehličí u borovice v tomto roce 16,8 %. Po dobrých podmínkách ve spíše vlhkých letech 2009 až 2012 se podíl významně poškozených borovic nachází s 12 % na úrovni suchých let 2002 až 2008. I podíly slabě poškozených (momentálně 54 %) a nepoškozených stromů (momentálně 34 %) zůstávají přibližně konstantní. Borovice je opětovně vystavena masovému rozmnožení různých lesnicky relevantních škůdců, jejichž populační hustota je kon­ tinuálně sledována v rámci monitoringu ochrany lesa. Již v minulých letech se v oblas­ ti Muskauer Heide lokálně vyskytly znatelné až silné požery. Tento vývoj v roce 2014 po­ kračoval v tomto a v jednom dalším areálu s napadením kůrovcem. Abychom zabránili vz­ niku holožeru, byla na 125 ha provedena le­ tecká aplikace pesticidů. U ostatních jehličnatých stromů kulminoval v minulém roce trend stoupajících hodnot průměrného prořídnutí koruny na 17,5 %. V tomto roce jsou ztráty jehličí s 15,3 % zřetelně nižší. Podíl stromů v třídách s výrazně nega­ tivními strukturami korun činí cca 14 %, a opakovaně tak převyšuje tento podíl u smrku. Evropský modřín je s přibližně 50 % nejčetnějším druhem stromů této skupiny. Více než polovina sledovaných ostatních jehličnanů je mladších než 40 let. Duby vykazují v rámci časové řady vysokou variabilitu olistění. Aktuální podíl stromů s nepříznivým stavem koruny činí cca 35 %, a je to tak o 17 absolutních procent nižší než v

předešlem roce. Průměrná ztráta znatelně spadla na 25 %. Mortalita o něco klesla, s 1,1 % však stále zůstává nadprůměrná. Mírná zima a výrazně nižší požer hmyzem se pozitivně promítly na stavu koruny. Navíc se dub vyrovnává s obdobími sucha lépe než jiné druhy stromů. Průměrné prořídnutí koruny u buku lesního opětovně lehce klesá a dosahuje 20,8 %. Podíl stromů s nepříznivým stavem koruny činí 29 %. Stejný podíl byl taxativně ohodnocen jako vitální a plně olistěný. Podle tohoto dochází od suchého roku 2003 ke kontinuálnímu pokračování ozdravění. Ale i změna v namátkovém vzorku má svůj vliv. Díky dorůstání buků z nižších vrstev porostu do výšky pro namátkové vzorky stoupl počet buků ze 175 stromů v roce 2003 na nynější počet 225 stromů. Tím i stoupá počet mladých, vitálnějších stromů, jejichž koruny dynamicky reagují na volný prostor pro růst. Skupina ostatních listnatých stromů je velmi heterogenní a tvoří ji stromy mnoha různých druhů, přičemž každým druhým stromem je bříza. Rozdělení stromů na tři třídy podle je­ jich stavu (0 = 36 %; 1 = 46 %; 2 až 4 = 18 %) přináší nepříznivější výsledek než v loňském roce. Stoupá tak současně i průměrné prořídnutí koruny, a to o více než jeden pro­ centní bod na 19,2 %. V porovnání se všemi ostatními druhovými skupinami se v této skupině stromů nacházejí druhy, jejichž ko­ runy poukazují na stresovou zátěž – řidší a částečně zbarvené olistění břízy, časná zabar­ vení u lípy a škody způsobené nekrózou jasanů. Oproti poměrům mezi lety 2004 a 2008 je však jejich mortalita na průměru ost­ atních listnatých stromů. Regionální rozdíly ve stavu koruny jsou značné. Na nezměněné vysoké úrovni je průměrné prořídnutí koruny v regionech „Zá­ padní nížiny“ („Westliches Tiefland“) (20,9 %) a „Labské pískovce a Žitavské hory“ („Elbsand­ stein- und Zittauer Gebirge“) (18,7 %). Navíc také v několika regionech, kde zjištěné hodno­ ty oproti minulému roku stouply. Oba pahorkovité regiony („Lužická vrchovina a pánev“ („Lausitzer Hügelland und Becken“) se 17,5 % a „Středněsaská sprašová pahorkatina a Krušnohorské předhůří“ („Mittelsächsisches

Lößhügelland und Erzgebirgsvorland“) se 16,2 %) vykazují průměrné hodnoty. V „Krušných horách“ („Erzgebirge“), v nejlesnatější oblasti, v „Západních nížinách“ a ve „Vogtlandu“ jsou průměrné ztráty jehličí a olistění pod průměrem spolkové země. I když Krušnohoří nedosahuje s 15,6 % minimálních hodnot let 2008 a 2010, přesto zde v po­ rovnání zůstává zachován dobrý stav koruny. Nejvýraznější změny ve stavu koruny byly zaz­ namenány ve Vogtlandu. Po vysokých hodno­ tách obou předešlých let zde v tomto roce vy­ kazuje průměrné prořídnutí koruny se 14,9 % nejnižší hodnotu spolkové země. Vliv průběhu počasí na stav koruny lesních stromů odpovídá diferencovaným klimatickým poměrům a vlastnostem půdy v lokalitách jed­ notlivých regionů. V převažující části nížinatých oblastí a oblasti sprašové pahorka­ tiny s velmi malým průměrným ročním srážkovým úhrnem a s lesními půdami s malou akumulační kapacitou pro vodu bylo prořídnutí koruny průměrné až nadprůměrné. Příznivější je stav lesa v horských oblastech s vyššími průměrnými ročními srážkovými úhr­ ny, nižšími teplotami v průběhu vegetačního období a s vyšší schopností půdy akumulovat vodu, jakož i ve východní nížinaté oblasti, kde se častěji vyskytují trvale mokré nížinné půdy.

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Podsumowanie

W porównaniu z długą i ostrą zimą na przełomie lat 2012/2013 pogoda podczas następnej zimy 2013/2014 była ciepła i sucha. Do początku okresu wegetacyjnego opady w półroczu zimowym osiągnęły zaledwie ok. 60 % wieloletnich wartości średnich z okresu 1971 do 2000. Ponadprzeciętna ilość opadów w maju i lipcu zapobiegła powstaniu dłuższego okresu suszy, który miałby negaty­ wny wpływ na stan koron drzew. Nie udało się jednak wyrównać niedoboru wody, który miał miejsce w zimie, i tak od lip­ ca niektóre stacje monitorujące klimat leśny zarejestrowały krytyczne wartości wilgotności gleby. Ze względu na to, że opady w lecie miały zróżnicowany przebieg na różnych obs­ zarach i w różnych okresach czasu, mogło się zdarzyć, że w miejscach o niższej akumulacji wody w glebie na przeciąg kilku dni mogło dojść do ograniczonego nawilgocenia gleby. Dlatego miesięczne temperatury średnie, któ­ re leżały ponad przeciętną, gwarantowały kor­ zystne warunki wzrostu jedynie w miejscach o wystarczającej ilości opadów i o wysokim sto­ pniu akumulacji wody w glebie. W wyniku niesłychanie tropikalnych war­ unków pogodowych tego lata często miały miejsce silne opady deszczu. Gleba, która w wielu miejscach niemal wyschła, mogła jednak te intensywne opady deszczu zasadniczo wchłonąć, co pozwoliło zapobiec powodzi w lecie i wyrządzeniu szkód w zakresie infra­ struktury, jak miało to miejsce w zeszłym roku. Nagłe ochłodzenie z początkiem maja w połączeniu ze stosunkowo wczesnym początkiem okresu wegetacyjnego wyrządziło w niektórych miejscach szkody w zakresie roślin uprawnych i młodego zadrzewienia, spowodowane późnym przymrozkiem. Nie uwzględniając różnic regionalnych i spe­ cyfiki gatunków drzew, średnia stanu przerze­ dzenia koron wyniosła w tym roku 16,8 %. Jest to lekkie polepszenie w porównaniu z rokiem ubiegłym, odpowada ono jednak poziomowi z ostatnich pięciu lat (16,1 do 17,5 %). Według klasyfikacji stanu koron drzew, uwzględniając połączenie przerzedzenia i prze-barwienia, szacuje się, że w 2014 r. 39 % 8|

powierzchni leśnej w Saksonii było zdrowe (bez widocznego negatywnego wpływu na strukturę koron; poziom szkód 0), 46 % po­ wierzchni było słabo zniszczone (poziom szkód 1) i 15 % powierzchni leśnej było znacznie zniszczone (poziom szkód 2 do 4). W zakresie świerków aktualne badanie stanu lasu wykazało średnią utratę igieł w wysokości 14,7 %. Dzięki temu osiągnięto znowu wartość najniższą z roku 2006. Znacznie uszkodzone struktury koron stwierdzono wśród 12 % ogółu świerków, co oznacza dalszy lekki spa­ dek. W oddolnych i średnich obszarach górzy­ stych średnia przerzedzenia koron jest nadal wyraźnie wyższa niż na wyżej leżących tere­ nach obszarów górskich. Wychodząc od wysokiego poziomu w ubiegłym roku, korzystnej dla rozwoju populacji kornika pogody wiosennej i napiętej sytuacji w zakresie gospodarki wodnej, ilość drzew porażonych leżała w lecie 2014 r. ponad poziomem lat ubiegłych. Obok niezbędnego ponownego na­ wodnienia gleby szybkie wykrycie nowego porażenia drzew i wczesne jego zwalczenie są współdecydujące w tym zakresie, czy populac­ ja kornika będzie dalej wzrastać. Niemal bez zmian kształtują się wartości średnie utraty igieł w przypadku sosen i wynoszą w tym roku 16,8 %. Po korzystnych warunkach w raczej wilgotnych latach 2009 do 2012 udział znacznie uszkodzonych sosen w wysokości 12 % leży na poziomie suchych lat 2002 i 2008. Również udział drzew lekko uszkodzonych (obecnie 54 %) i nieuszkodzo­ nych (obecnie 34 %) pozostają na niemal niez­ mienionym poziomie. Sosna jest ponownie narażona ze strony ma­ sowego rozmnażania się różnego rodzaju sz­ kodników, których natężenie populacji jest re­ gularnie monitorowane w ramach meldunków systemu ochrony leśnictwa. Już w zeszłym roku występowały lokalnie na obszarze lasu Muskauer Heide w przedziale od szkód zauważalnych do znacznych szkody wywołane żerem. Rozwój ten był kontynuowany w 2014 r. na podanym obszarze i na innym jeszcze te­ renie. W celu zapobieżenia gołożerowi przep­ rowadzono na 125 ha awiotechniczne zwal­ czanie za pomocą środków ochrony roślin.

W przypadku innych drzew iglastych tenden­ cja wzrostu średniej przerzedzenia koron ukształtowała się w ostatnim roku na pozio­ mie 17,5 %. W tym roku wartość średnia ut­ raty igieł wypadła wyraźnie niżej, plasując się na poziomie 15,3 %. Udział drzew w katego­ riach o znacznie negatywniejszych strukturach koron wynosi 14 % i przewyższa ponownie udział świerków. Europejski modrzew, stanowiący ok. 50 %, jest najczęściej spotyka­ nym w tej grupie rodzajem drzew. Ponad połowa szacowanych pozostałych drzew iglastych nie osiągnęło jeszcze 40 lat. Dęby wykazują w przedziale czasowym wyso­ kie zróżnicowanie ulistnienia. Aktualny udział drzew o niekorzystnym stanie korony wynosi 35 % i dzięki temu leży o 17 punktów procen­ towych poniżej wartości roku ubiegłego. Wartość średnia utraty listowia spadła zauważalnie do wartości 25 %. Obniżyła się wartość obumieralności, jednak swoją wartością 1,1 % leży ciągle jeszcze ponad wartością przeciętną. Łagodna zima i zncznie niższy żer ze strony owadów były korzystne dla stanu korony drzew. Poza tym dęby znoszą lepiej niż inne rodzaje drzew suche okresy po­ godowe. Średnia przerzedzenia korony buków czerwo­ nych ponownie lekko spadła i osiągnęła wartość 20,8 %. Udział drzew o niekorzystnym stanie koron wynosi 29 %. Taki sam udział procentowy szacowano w przypadku drzew żywotnych i o pełnym listowiu. W związku z tym od roku suszy 2003 trwa nieprzerwanie proces rekonwalescencji. Jednak również zmiana próbki losowej ma swój wpływ. Dzięki wzrostowi buków z dolnych warstw zasobów drzewnych i uwzględnieniu tego w próbce losowej ilość buków zwiększyła się od 175 drzew w roku 2003 do obecnie 225 drzew. Przez to rośnie udział drzew młodych i zdolnych do życia, których korony reagują dy­ namicznie na wolną przestrzeń życiową. Grupa pozostałych drzew liściastych jest bard­ zo heterogeniczna i składa się ona z wielu różnych gatunków drzew, przy czym co drug­ ie drzewo jest brzozą. Klasyfikacja drzew w zależności od stanu na trzy klasy (0 = 36 %; 1 = 46 %; 2-4 = 18 %) kształtuje się niekor­

zystniej aniżeli w roku ubiegłym. Przez to wz­ rasta jednocześnie również wartość średnia przerzedzenia koron o więcej niż 1 punkt pro­ centowy i osiąga 19,2 %. W porównaniu z wszystkimi innymi grupami rodzajów drzew znajduje się w tej grupie cały szereg rodzajów drzew, których korony wskazują na obciążenia stresowe: przerzedzone i częściowo przebar­ wione listowie brzozy, wczesne przebarwienie listowia lip i szkody w wyniku zgorzeli kory je­ sionu. W przeciwieństwie do warunków z ok­ resu 2004 i 2008 stopa obumieralności po­ zostaje na poziomie średnim pozostałych drzew liściastych. Różnice regionalne w zakresie stanu koron drzew są wyraźne. Na niezmiennie wysokim poziomie pozostają wartości średnie przerze­ dzenia koron w regionach „Niziny Zachodniej” („Westliches Tiefland”) – 20,9 % oraz „Pias­ kowych Gór Połabskich i Gór Żytawskich” („Elbsandstein- und Zittauer Gebirge”) 18,7 %. Poza tym są to jedyne regiony, w któ­ rych wartości w porównaniu z rokiem ubiegłym wzrosły. Oba regiony pagórkowate: Region Wyżyny i Niecki Łużyckiej („Lausitzer Hügelland und Be­ cken”) z wartością 17,5 % oraz obszar les­ sowo-pagórkowaty środkowej Saksonii i Pod­ górza Rudawskiego („Mittelsächsisches Lößhügelland und Erzgebirgsvorland”) z wartością 16,2 % wykazują wartości średnie. W Górach Rudawach („Erzgebirge”), najbard­ ziej zalesionym obszarze wzrostu, oraz na „Ni­ zinie Wchodniej” („Östliches Tiefland”) i w re­ gionie Vogtlandu wartość średnia utraty igieł i listowia kształtuje się poniżej średniej krajo­ wej. I chociaż w Górach Rudawach (Erzgebir­ ge) obliczona wartość 15,6 % nie osiągnięła wartości minimalnej z lat 2008 i 2010, to mimo wszystko zachowany został porówny­ walnie dobry stan koron drzew. Najbardziej wyraźne zmiany wykazuje zdecydowanie regi­ on Vogtlandu. Po wysokich wartościach z ubiegłych dwóch lat średnia przerzedzenia ko­ ron w tym roku wykazuje najniższą wartość krajową, osiągając 14,9 %. Oddziaływanie przebiegu procesów pogo­ dowych na stan koron drzew leśnych odpowi­ ada zróżnicowanym warunkom klimatycznym

i właściwości gleby w tych regionach. W przeważającej części obszarów nizinnych i les­ sowych o niskiej średniej ilości opadów rocz­ nych oraz obejmujących gleby o niskiej zdolności do akumulacji wody, przerzedzenie koron drzew kształtowało się w przedziale od przeciętnego od ponadprzeciętnego. Korzyst­ niej wyglądała sytuacja lasu na obszarze gór­ zystym o wyższej wartości średniej sumy opadów rocznych, niższych temperaturach w okresie wegetacyjnym oraz o większej zdolności akumulacji wody w glebach, a także na Nizinie Wschodniej („Östliches Tiefland”), gdzie częściej spotyka się wilgotne gleby ni­ zinne.

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Forstliches Umweltmonitoring

Wälder werden durch eine Vielzahl von Um­ weltfaktoren beeinflusst. Schadstoffeinträge, klimatische Veränderungen und biotische Schäden stellen hohe Belastungen dar, welche die Vitalität und die vielfältigen Schutzfunkti­ onen der Wälder beeinträchtigen. Das forstli­ che Umweltmonitoring erfasst den Zustand der Wälder, auftretende Umwelteinflüsse und die Reaktion der Waldökosysteme. Dadurch können langfristige Entwicklungstrends auf­ gezeigt und gezielte Gegenmaßnahmen ent­ wickelt werden. Die Einrichtung eines europaweiten Waldzu­ standsmonitorings geht zurück auf die Ratifizie­ rung des Übereinkommens über weiträumige Luftverunreinigungen (Genfer Luftreinhaltekon­ vention der UN/ECE) im Jahr 1979. Damit wur­ den erstmalig die vielfältigen Auswirkungen von Luftverunreinigungen offiziell anerkannt, das Be­

mühen um eine Reduktion beschlossen und gleichzeitig ein Exekutivorgan geschaffen, welches 1984 das Internationale Kooperati­ onsprogramm zur Erfassung der Wirkungen von Luftverunreinigungen auf Wälder (ICP Fo­ rests) ins Leben rief. Im Jahre 1986 stimmten die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union überein, ein europäisches Waldzustandsmoni­ toring einzuführen. Seit 2014 ist das forstliche Umweltmonitoring in Deutschland nach der „Verordnung über Erhebungen zum forstlichen Umweltmonitoring (ForUmV)“ eine gesetzliche Aufgabe. Darin wird die notwendige Erhebung von Grunddaten zur Vitalität der Wälder und zu Wirkungszusammenhängen in Waldökosys­ temen festgelegt. Beispielhaft sei hier die Er­ fassung des Kronenzustandes, die Durchfüh­ rung von Blatt- und Nadelanalysen sowie die Aufnahme des Bodenzustandes zu nennen.

Das Umweltmonitoring im Wald gliedert sich systematisch in die zwei Aufnahmeebenen Level I und Level II.

Level I In einem Raster von 16 x16 km bilden syste­ matisch angelegte Stichprobenpunkte europa­ weit die Grundlage für die Datenerfassung der jährlichen Begutachtung der Baumkronen im Rahmen der Waldzustandserhebung (WZE) und die bisher zweimal durchgeführte Boden­ zustandserhebung (BZE). Im Freistaat Sachsen werden auf Basis eines verdichteten Rasters (4 x 4 km) an 283 Stichprobenpunkten jährlich Waldzustandsdaten erhoben, welche flächen­ repräsentative Ergebnisse für das Land liefern (siehe Abb. 1). Ziel ist die Gewinnung von Er­

Level I (Wald- und Bodenzustandserhebung) 	 	 	 	 	 0 10 20 40 60 Kilometer 	 	 Raster: 8 x 8 km (77) Raster: 4 x 4 km (206) Dauerbeobachtungsflächen (8) Bestand (8) Bestand / Freifläche (4) Freifläche (14) Forstbezirke / Großschutzgebiete

Level II Waldklimastationen

	Waldfläche

Abb. 1: Messnetz des forstlichen Umweltmonitorings in Sachsen

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Abb. 2: Gewinnung von Blattproben auf Punkten der Bodenzustandserhebung durch Zapfenpflücker von Sachsenforst im Juli 2014

kenntnissen über die räumlichen und zeitli­ chen Veränderungen des Waldzustandes und deren Korrelation zu Stressfaktoren, insbeson­ dere zu Luftschadstoffen. Während die Wald­ zustandserhebung den aktuellen Zustand und die Entwicklung des Kronenzustands der Waldbäume aufzeigt, wird im Rahmen der Bo­ denzustandserhebung der bodenchemische Zustand der Waldböden untersucht. Die Ent­ nahme von Boden- und Humusproben, Nadelund Blatternten (siehe Abb. 2) für chemische Analysen sowie Bestockungs- und Vegetati­ onsaufnahmen sind Bestandteil der Bodenzu­ standserhebung. An den Stichprobenpunkten der WZE werden jeweils 24 Bäume ausgewählt, dauerhaft mar­ kiert und visuell begutachtet. Dabei sind die Kronenverlichtung und der Anteil vergilbter Nadeln oder Blätter wesentliche Parameter, die den äußerlich sichtbaren, aktuellen Gesund­ heitszustand der Bäume charakterisieren. Als Referenzgröße dient eine voll belaubte oder benadelte Baumkrone des Erhebungsgebietes. Aus beiden Schadsymptomen wird eine kom­ binierte Schadstufe ermittelt (vgl. Tab. 1, An­ hang). Die Vergilbung nimmt ab einem Anteil von 26 % der vorhandenen Blatt- bzw. Nadel­ masse Einfluss auf die kombinierte Schadstu­ fe. Kronenverlichtungen von mehr als 25 % (ohne Vergilbung) bzw. darunter mit entspre­

chendem Vergilbungsanteil werden als „deut­ liche Schädigungen“ (Schadstufe 2 bis 4) klas­ sifiziert. Die kombinierte Schadstufe findet vorrangig zur Darstellung der aktuellen Situ­ ation Verwendung. Bei Untersuchungen zum Schadensverlauf wird sie durch die mittlere Kronenverlichtung ergänzt. Das Erscheinungs­ bild eines Einzelbaumes ist stets von einer Vielzahl von Einflussfaktoren geprägt. Einige dieser Faktoren, wie Blüte, Fruchtbildung, bio­ tische oder abiotische Schäden und, soweit eindeutig zuzuordnen, Immissionen, werden bei der Erhebung erfasst, bleiben jedoch bei der Bildung der kombinierten Schadstufen un­ berücksichtigt. Die detaillierten Ergebnisse der WZE werden gemäß § 58 Abs. 2 des Waldge­ setzes für den Freistaat Sachsen in Form des vorliegenden Waldzustandsberichtes dem Landtag sowie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Ergebnisse von 19 sächsischen Stichpro­ benpunkten sind gleichzeitig Bestandteil eines jährlich zu erstattenden Berichtes Deutsch­ lands an das Datenzentrum des ICP Forests.

Level II Neben den Rasterstichproben der Level I-Ebe­ ne finden als Fallstudien prozessorientierte Untersuchungen auf speziell ausgewählten Versuchsflächen statt, welche intensiv mit Messinstrumenten ausgestattet sind (siehe Abb. 3). Dieses intensive Monitoring wurde zur detaillierten Erforschung des Zustandes und der Entwicklung typischer, repräsentativer Waldökosysteme in Europa unter dem Einfluss von Luftverunreinigungen sowie klimatischen und anderen Stressfaktoren etabliert. Sechs forstliche Dauerbeobachtungsflächen in Sach­ sen liefern jährlich Daten, in teilweise monat­ licher Auflösung, an das Bundesforschungs­ institut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, welches wiederum mit insgesamt 88 Stationen internationale Datenbanken der Genfer Luftreinhaltekonvention bedient. Das Messnetz des durch Sachsenforst und seine Vorläuferinstitutionen seit 1991 aufgebauten und betreuten forstlichen Umweltmonitorings wird komplettiert durch zwei weitere regiona­ le Dauerbeobachtungsflächen im Osterzgebir­ ge und im Nationalpark Sächsische Schweiz. Sachsenforst stellt damit gut ein Drittel aller sächsischen Depositionsmessstationen, deren Daten periodisch vom Umweltbundesamt für die Erstellung von nationalen Depositionskar­ ten abgefragt werden. | 11

Abb. 3: Instrumentierung der Dauerbeobachtungsfläche Cunnersdorf im Forstbezirk Neustadt

Die Level II-Untersuchungen umfassen neben der Entwicklung der Deposition bzw. der Stoff­ einträge, die Beobachtung des Bodensickerund Quellwassers, des Streufalls, des Baum­ wachstums, der Baumernährung und der Bodenvegetation. Zusätzlich betreibt Sachsen­ forst ein über das Level II-Programm hinaus­ gehendes Netz von 18 Waldklimastationen. Diese sind auf Freiflächen in größeren Wald­ gebieten eingerichtet worden und erheben den vollständigen Parametersatz meteorolo­ gischer Untersuchungen, von der Lufttempe­

ratur bis zur Globalstrahlung, und ergänzen damit effektiv die Messnetze des Landes und des Bundes. Andere Monitoringsysteme liefern ergänzende Informationen und helfen die Ergebnisse der Level I- und Level II-Programme zu interpre­ tieren. Beispiele sind das Forstschutzmeldewe­ sen, welches das Auftreten von Schäden, Schädlingen und Krankheiten im Wald erfasst und auswertet, wie z. B. die Überwachung von Borkenkäfern, blatt- und nadelfressenden In­ sektenarten und Mäusen.

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Einflüsse auf den Waldzustand
Witterung und Bodenwasserhaushalt

Witterung und Bodenwassergehalt beeinflus­ sen maßgeblich das Wachstum und die Ge­ sundheit von Bäumen. Die Erfassung meteo­ rologischer und hydrologischer Messwerte an den Standorten der Waldklimastationen er­ möglicht die Abbildung wesentlicher Stand­ ortsfaktoren und ihrer Dynamik. Diese für den konkreten Waldort und sein unmittelbares Umfeld gültigen Werte können auf Basis der flächendeckend vorliegenden forstlichen Standortserkundung auch auf ähnliche Bo­ den- und Geländebedingungen übertragen werden. Hierzu werden die 18 Waldklimastationen ent­ sprechend ihrer Lage innerhalb der drei Natur­ räume – Tiefland, Hügelland und Mittelgebirge – mit jeweils typischen klimatischen und geo­ morphologischen Verhältnissen in sechs Grup­ pen zusammengefasst (siehe Abb. 4).

Die Stationen Morgenröthe, Rittersgrün und Olbernhau stehen stellvertretend für die von Fichtenwäldern geprägten oberen Berglagen. Die etwas tiefer gelegenen Stationen des Berglandes werden in östliche (Glashütte, Bielatal, Nationalpark) und westliche (Lenge­ feld, Schönheide, Marienberg) Stationen un­ terschieden. Mit dieser Abgrenzung soll der nach Osten hin zunehmend kontinentaleren Klimatönung Rechnung getragen werden. Im waldarmen Hügelland weisen viele größere Waldgebiete (Colditz, Siebenlehn und Pirna) Stationen auf. In der Regel handelt es sich bei den Böden um stauwasserbeeinflusste Löss­ standorte. Auf den Sandböden im Tiefland können die westlichen Stationen Trossin und Laußig sowie die östlichen Stationen Laußnitz, Hoyerswerda und Weißwasser wiederum ge­ trennt betrachtet werden.

Die Beurteilung der Witterungsverläufe hin­ sichtlich ihrer Wirkung auf den Waldzustand ist aufgrund vielfältiger Wechselwirkungen und Anpassungsmechanismen der Bäume nicht einfach. Extreme Windgeschwindigkeiten und hohe Schneelasten bringen die Bäume zu Fall oder lassen Stämme brechen. Trockenheit und intensive Sonneneinstrahlung rufen sicht­ bare Hitzeschäden und Blattwelken hervor. Aber nicht immer bedeuten diese sichtbaren Schäden gleich den Tod des Baumes. Aus die­ sem Grund erfordert die solide Abschätzung von Sterblichkeitsraten in der Regel eine um­ fassende, wiederholte Zustandserfassung. Vor allem die Wirkung einzelner mehr oder weniger vom Durchschnitt abweichender Witterungs­ perioden lässt sich ohne physiologische Analy­ se nur schwer bewerten. Erst recht, wenn sich die Wirkungen in zeitlicher Folge ausgleichen.

Region 	Bergland 	Hügelland 	Tiefland

Waldklimastation 	 	 	 Obere Berglagen Westliche Berglagen Östliche Berglagen

	Hügelland 	 	 Östliches Tiefland Westliches Tiefland

	Bodenwasser

Abb. 4: Netz der Waldklimastationen und deren regionale Verteilung

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Der diesjährigen Erhebung des Waldzustandes ging ein sehr milder und niederschlagsarmer Winter, ein trocken-warmes Frühjahr und ein Sommer voraus, den sowohl Trockenphasen wie auch ergiebige Niederschläge charakteri­ sierten. Wenngleich die Niederschläge in der Vegetationszeit das Auftreten von Dürre­ perioden verhinderten, hat der vielerorts an­ gespannte Bodenwasserhaushalt zu ein­ geschränkter Transpiration geführt. Diese Stresssituationen haben auf dem überwiegen­ den Teil der Waldstandorte aber zu keinem sichtbar negativen Einfluss auf den Kronenzu­ stand geführt. Die im Frühjahr oft fehlende Wassersättigung der Böden wurde auch im Sommer nicht ausgeglichen. Der weitere Wit­ terungsverlauf wird somit einen merklichen Einfluss darauf haben, wie die Bäume den Witterungsstress bewältigen. Waren die letzten Winter im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten von 1971 bis 2000 kälter und niederschlagsreicher ausgefallen, so gehörte der Winter 2013/2014 zu den wärms­ ten seit Beginn der systematischen Wetterauf­ zeichnungen. Hinsichtlich der Temperaturen war zuletzt der Winter 2007/2008 ähnlich mild. Vor allem aber war der Winter 2013/2014 sehr trocken und reich an Sonnenschein. Nach überdurchschnittlichen Niederschlägen im Herbst (September / Oktober) lag die Nieder­ schlagssumme von November bis Februar im Stationsmittel bei 130 mm. Dies entspricht 60 % der Referenzperiode 1971 bis 2000. Den Rekord hält dabei der Februar 2014 im Bereich der östlichen Berglagen mit lediglich 10 % der langjährigen Niederschlagssummen. Trotz der überwiegend milden Temperaturen und der mangelnden Niederschläge war auf dem Fichtelberg zwischen dem 6. November 2013 und dem 20. April 2014 an über 140 Ta­ gen eine Schneedecke zu verzeichnen. Die maximale Schneehöhe lag am 8. Dezember 2013 allerdings nur bei 57 cm. Im vorange­ gangenen Winter betrug diese am 23. Februar 2013 117 cm. Die von Dezember bis Februar auftretenden Tiefdruckgebiete führten überwiegend milde Luftmassen aus südlichen und südwestlichen Richtungen nach Sachsen. Unter Hoch- und Zwischenhocheinfluss herrschte überwiegend ruhiges und niederschlagsfreies Wetter vor. Für unbeständiges niederschlagsreiches Win­ terwetter sorgte das Orkantief „Xaver“ in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember 2013. Bis ins Tiefland hinein bildete sich kurzzeitig eine Schneedecke aus. Winterliches Wetter mit Schneefall bis ins Tiefland herrschte ansonsten nur noch in der zweiten Hälfte des Monats Ja­ nuar. Insgesamt wurden die langjährigen Monatsmit­ teltemperaturen im Dezember 2013 um etwa 14 |

1,9 °C und im Januar um 1,1 °C überschritten. Deutlich stärker fielen die Abweichungen aber im Februar aus. Die milde Witterung zeigte sich durch Abweichungen im Stationsmittel von 3,1 °C. Von der Station Colditz wurde sogar eine Abweichung von 4,8 °C gemessen. Die Dominanz niederschlagsarmer Hochdruck­ wetterlagen bestimmte auch die Frühlingsmo­ nate März und April. Am 20. und 21. März wurden erstmals Tagestemperaturen über 20 °C gemessen. In Begleitung der ausgedehn­ ten frühsommerlichen Hochdruckwetterlagen traten Anfang April die ersten, teils unwetter­ artigen, Gewitter auf. Am Ende der zweiten Monatsdekade führten Tiefausläufer aus nord­ westlicher Richtung zu den letzten Schneefäl­ len in den oberen Berglagen. Insgesamt fielen im Halbjahreszeitraum zwi­ schen November 2013 und April 2014 im Sta­ tionsmittel lediglich 194 mm Niederschlag. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 1971 bis 2000 summierte sich das Defizit auf 136 mm. Im Vergleich zur aktuellen Referenzperiode von 1981 bis 2010 bilanziert das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie im gewässerkundlichen Monatsbericht für April 2014 das Niederschlagsdefizit landesweit auf 40 bis 50 %. Die üblicherweise im Frühjahr zu verzeichnen­ den hohen Bodenfeuchten traten angesichts der bereits in den Monaten Februar und März negativen klimatischen Wasserbilanzen nur in den oberen Berglagen auf. Auf den stauwas­ sergeprägten Böden im Hügelland und den gut drainierten Sandböden im Tief- und Berg­ land waren die wasserspeichernden Poren zu Beginn der Vegetationsperiode nur anteilig gefüllt. Dies geben auch die in Abbildung 6 dargestellten Bodenwassergehalte ausgewähl­ ter Waldklimastationen wider. Nach dem milden Winter und den überdurch­ schnittlichen Frühjahrstemperaturen konnte in den phänologischen Gärten ein frühzeitiges Austreiben registriert werden. Im Garten in Graupa begannen die frühen Baumarten (Lär­ che, Kiefer, Birke) bereits am 17. April mit dem Austrieb. Ende April war die Blattentfaltung bei der Buche und in der ersten Maiwoche auch bei der Eiche abgeschlossen. Dies ist zwei Wochen früher als gewöhnlich und vier Wo­ chen früher als im vergangenen Jahr. Nach dem zeitigen Austrieb der Vegetation sanken die Temperaturen mit dem Eintreffen einer Kaltfront in den ersten Maitagen deut­ lich unter den Gefrierpunkt. Von vielen Wald­ klimastationen wurden in 2 m Höhe Lufttem­ peraturen unter -2 °C gemessen. Im Bereich der Stationen Bielatal (-3.8 °C), Hoyerswerda (-3,3 °C), Nationalpark (-3,2 °C) und Laußnitz

(-3,1 °C) lagen die Minima des 4. oder 5. Mai sogar deutlich darunter. Bei Temperaturen un­ ter -2 °C werden die Blätter der Laubbäume und die frischen Triebe der Nadelbäume irre­ versibel geschädigt. So kam es unter anderem im Tharandter Wald und im Osterzgebirge zu Spätfrostschäden (siehe Abb. 5). Diese betra­ fen sogar ältere Buchenbestände.

Abb. 5: Spätfrostschäden an Eiche

Aufgrund der langen frostfreien Perioden konnte in den tieferen Lagen nahezu das ge­ samte Winterhalbjahr für Pflanzarbeiten ge­ nutzt werden. Die sonst erst nach der Schnee­ schmelze möglichen Frühjahrspflanzungen waren deshalb frühzeitig abgeschlossen. Mit Blick auf die geringen Bodenwassergehalte zeichneten sich jedoch schwierige Bedingun­ gen für das Anwachsen der sensiblen Verjün­ gungspflanzen ab. Gerade rechtzeitig sorgte eine von Norden he­ ranziehende und sich nur langsam nach Süden verlagernde Kaltfront Anfang Mai für ergiebi­ gere Niederschläge. Überwiegend unter dem Einfluss aufeinanderfolgender Tiefdruckwet­ terlagen hielt die unbeständige und regenrei­ che Witterung den gesamten Monat über an. Am Monatsende fielen die Schauer und Gewit­ ter teilweise auch als unwetterartige Starkre­ gen aus. So wurden auch von den Waldklima­ stationen tägliche Niederschlagssummen im Bereich der üblichen Monatssummen regis­ triert: Colditz 78 mm, Schönheide 63 mm. Ins­ besondere für die begründeten Kulturen, aber auch allgemein, verhinderte oder beendete der überdurchschnittliche Niederschlag im Mai aufkommenden Wasserstress. Im Stationsmit­ tel erreichte die Niederschlagssumme des Mo­ nates Mai 176 % des Referenzwertes 1971 bis 2000.

Östliche Berglagen - Nationalpark
kWB [mm] 150 120 90 60 30 0 ­30 ­60 ­90 Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Temperatur [°C] 25 20 15 10 5 0 ­5 ­10 ­15

Östliches Tiefland - Laußnitz
kWB [mm] 150 120 90 60 30 0 ­30 ­60 ­90 Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Temperatur [°C] 25 20 15 10 5 0 ­5 ­10 ­15

Obere Berglagen - Rittersgrün
kWB [mm] 150 120 90 60 30 0 ­30 ­60 ­90 Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Temperatur [°C] 25 20 15 10 5 0 ­5 ­10 ­15

Westliches Tiefland - Trossin
kWB [mm] 150 120 90 60 30 0 ­30 ­60 ­90 Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Temperatur [°C] 25 20 15 10 5 0 ­5 ­10 ­15

Westliche Berglagen - Schönheide
kWB [mm] 150 120 90 60 30 0 ­30 ­60 ­90 Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Temperatur [°C] 25 20 15 10 5 0 ­5 ­10 ­15

Hügelland - Siebenlehn
kWB [mm] 150 120 90 60 30 0 ­30 ­60 ­90 Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Temperatur [°C] 25 20 15 10 5 0 ­5 ­10 ­15

Stationsmittelwerte
kWB [mm] 150 120 90 60 30 0 ­30 ­60 ­90 Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Temperatur [°C] 25 20 15 10 5 0 ­5 ­10 ­15 klimatische Wasserbilanz (kWB) langjähriges Mittel der kWB Temperatur °C langjähriges Mittel der Temperatur

Abb. 6: Monatsmittel der Lufttemperaturen und die klimatische Wasserbilanz von August 2013 bis Juli 2014 nach Regionen

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Sommertag, 7. Juni
Luftfeuchte [%] 100 80 60 40 20 0 0:00 2:00 4:00 6:00 8:00 10:00 12:00 14:00 16:00 18:00 20:00 22:00 24:00 Uhr Temperatur [°C] 30 25 20 15 10 5 0

Tropentag, 8. Juli
Luftfeuchte [%] 100 80 60 40 20 0 0:00 2:00 4:00 6:00 8:00 10:00 12:00 14:00 16:00 18:00 20:00 22:00 24:00 Uhr Temperatur [°C] 30 25 20 15 10 5 0

rel. Luftfeuchte

Temperatur

Abb. 7: Tagesgang der relativen Luftfeuchte und Temperatur am Beispiel der Station Zeughaus im Nationalpark Sächsische Schweiz – Vergleich eines typischen Sommertages (7. Juni) mit einer absoluten Feuchte von 9 g Wasserd dampf Wasser­ ampf pro Kubikmeter Luft und einem Taupunkt bei 10 °C mit den tropischen Verhältnissen am 8. Juli (15 g/m³ (15 g/m³ absolute Feuchte und Taupunkt bei 18 °C). Dort fielen am Mittag 10 mm und am Abend in kurzer Zeit sogar 21 mm Niederschlag (12 und 18 Uhr Schnittpunkte bei fallender dunkelgrüner und steigender hellgrü­ ner Linie)!

Anfang Juni setzten sich verstärkt Hochdruck­ wetterlagen durch und sorgten für überwie­ warm­trockenes gend warm-trockenes Sommerwetter. Schau­ er und Gewitter, mit teilweise ergiebigen Niederschlägen traten in der Monatsmitte, am 24. und 25. Juni und am Monatsende auf. Die Intensität der Niederschläge nahm im Juli noch weiter zu. Aufgrund der hohen Tempe­ raturen konnte die Luft große Mengen Feuch­ tigkeit aufnehmen, die beim Eintreffen kühle­ rer Luftmassen abregneten. Im Stationsmittel 1,7 °C lagen die Temperaturen im Juli 1,7 °C über den

langjährigen Mittelwerten. Die gemessenen maximalen Temperaturen lagen bei 32 bis 35 °C Tief­ 35 °C im Tief- und Hügelland und 28 bis 32 °C in den Berglagen. Gewöhnlich ist die relative Luftfeuchte bei derart hohen Temperaturen gering (Abb. 7 oben). Kann die Luft über den Meeren allerdings große Mengen Feuchtigkeit aufnehmen, steigt gleichzeitig auch die Luft­ feuchte an. Etabliert sich über Mitteleuropa warm­ ein Tiefdruckgebiet, so können mit der warmfeuchten Luft aus dem Mittelmeerraum auch große Mengen Wasser zu uns gelangen.

Von Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte abhängig ist der Taupunkt, eine Maßzahl für den Wassergehalt der Luft. Der Taupunkt ist die Temperatur, ab der die Luft kein weiteres Wasser aufnehmen kann. Liegt die Lufttempe­ ratur auf dem Taupunkt, beträgt die relative Luftfeuchte 100 %. In der Atmosphäre bilden sich Wolken oder Nebel. Liegt der Taupunkt deutlich unter der aktuellen Temperatur, ist nicht genug Feuchte vorhanden, um Wolken 16 °C zu bilden. Bei Taupunkten über 16 °C empfin­ den wir den Wasserdampfgehalt als Schwüle, weil es der Haut schwerfällt, sich durch Ver­ dunstung (Schwitzen) zu kühlen. Zwischen Juni und August konnten von den Waldklimastationen rechnerisch Taupunkte über 20 bis 22 °C ermittelt werden. Dies sind Werte, die für die Karibik typisch sind. In Deutschland wurden bisher nur an der Ostsee­ küste Maximalwerte über 20 °C gemessen! „Wenn der Taupunkt über 21 °C klettert, hat die Luft große Dinge vor.“ (Jörg Kachelmann im In­ terview DER SPIEGEL 33/2014, S. 122). Die dann fast unausweichlichen Gewitter mit Hagel tra­ ten beispielsweise am 8. Juli im Bereich der vorderen Sächsischen Schweiz auf. Wie schon im Vorjahr kam es in den Abendstunden zu flä­ chigen Schäden an gegenüber Hagel anfälligen Kiefern (siehe Abb. 8). Am gleichen Tag wurden in den Revieren Neukollm und Seidewinkel des Forstbezirkes Oberlausitz Hagelschäden auf 5 bzw. 20 ha verursacht (siehe Abb. 9). Im Mittel wurden von jeder Waldklimastation zwischen 1. Mai und 31. Juli drei Starknieder­ schlagsereignisse mit mehr als 10 mm Regen pro Stunde registriert. Die Spanne reicht von der Station Bielatal, in der kein Starknieder­ schlagsereignis auftrat, bis zu sechs Ereignis­ sen in Colditz. Am 24. Mai fielen zwischen 14 und 15 Uhr im Bereich der Station Marienberg 38 mm – dies ist die höchste gemessene Inten­ sität. Durch diesen wolkenbruchartigen Nie­

Abb. 8: Irreversible Hagelschäden an Kiefern im Nationalpark Sächsische Schweiz infolge des Gewitters am 8. Juli.

Abb. 9: Hagelschäden an Kiefern in der Nähe der Ortslage Burg

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derschlag in Verbindung mit Hagel (Hagelkorn­ größen: 0,5 bis 1,5 cm; Zeitdauer: etwa eine Stunde) entstanden auf 1.650 ha im FoB Ma­ Blatt­ rienberg, Revier Steinbach starke Blatt- und Nadelverluste. Am 8. Juli traten die meisten Starkniederschläge auf. Bei 11 von 19 Statio­ nen wurden an diesem Tag Niederschlagssum­ men von 20 mm überschritten und von drei 50 mm Stationen sogar mehr als 50 mm gemessen. (78 mm Wie auch im Vorjahr (78 mm am 2. Juni 2013) lieferte an diesem Tag die Station Eich mit 80 mm Tages­Spitzenwert. 80 mm den Tages-Spitzenwert. Im Stationsmittel summierte sich der Juli­ niederschlag auf 136 % der durchschnittli­ chen Summe des Zeitraumes 1971 bis 2000. Dennoch konnten die Niederschläge das win­ Defizit terliche Defizit bis Ende Juli nicht ausgleichen. Die auf der Basis von Lufttemperatur, Global­ strahlung und Niederschlagssummen berech­ fiel nete klimatische Wasserbilanz fiel zwischen Mai und Juli ausgeglichen aus (siehe Abb. 6). Dies bedeutet, dass der Wasserverbrauch einer

Grasdecke durch den Niederschlag ausgegli­ chen wurde. An den Tagen mit intensiverem Niederschlag Sickerwasserflüsse traten kurzzeitige Sickerwasserflüsse auf. Dies ist immer dann der Fall, wenn das Wasser im Boden nicht mehr gegen die Schwerkraft ge­ halten werden kann. Diesen Punkt nennt man Feldkapazität. In den Diagrammen in Abb. 10 ist diese als empirisch abgeleitete blaue Linie markiert. Während die aus der Schneeschmelze resul­ Sickerwasserflüsse tierenden Sickerwasserflüsse im Februar und März fehlten, traten die höchsten Sickerwas­ serflüsse serflüsse Anfang Juni und Juli auf. Der unge­ sättigte Boden konnte die Niederschläge weit­ gehend aufnehmen. Aus diesem Grund traten auch nur sporadisch, vor allem in Siedlungs­ gebieten lokal begrenzte, Überschwemmungen und Hochwasser auf. So beispielsweise am 27. Mai 27. Mai im Landkreis Meißen und Dresden oder am 30. Juni in Radebeul. Aufgrund der hohen Infiltrationsraten Infiltrationsraten und der weitgehend leeren

Bodenspeicher konnte der Wald die Nieder­ schlagsmengen aufnehmen. Tief­ Im Tief- und Hügelland sanken die Bodenwas­ sergehalte kontinuierlich ab. Die Station Tros­ sin erreichte dabei ab Mitte Juni Wassergehal­ te nahe des „Permanenten Welkepunktes“. Die Pflanzen für die Pflanzen verfügbaren Wasservorräte sind dann nur noch sehr gering, da ein Teil des Wassers so fest an den Bodenkörper gebunden Pflanzenwurzeln ist, dass es von Pflanzenwurzeln nicht mehr aufgenommen werden kann. Im westlichen Tiefland Tiefland mit seinen überwiegend anlehmigen bis lehmigen Sandböden wird dieser Punkt bei etwa 6 bis 8 % Wassergehalt erreicht. Tiefland, Nicht nur im Tiefland, sondern insbesondere auf den wechselfeuchten Böden im Hügelland und auch im Bergland traten noch bis zum Ende der Vegetationsperiode Perioden mit Tro­ ckenstress auf. Erst mit abnehmender Ver­ dunstung können die Niederschläge im Herbst und Winter dann auch die Bodenwasservorrä­ te auffüllen.

Östliche Berglagen - Bielatal

Obere Berglagen - Olbernhau
[%] 35 30 25 20 15 10 5 0

Östliches Tiefland - Laußnitz
[%] 35 30 25 20 15 10 5 0

[%] 35 30 25 20 15 10 5 0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep

Westliche Berglagen - Lengenfeld
[%] 35 30 25 20 15 10 5 0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Bodenfeuchte Feldkapazität

Hügelland - Siebenlehn
[%] 35 30 25 20 15 10 5 0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep

Westliches Tiefland - Trossin
[%] 35 30 25 20 15 10 5 0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep

Abb. 10: Verlauf der täglichen Minima der Bodenfeuchte in 30 cm Tiefe an ausgewählten Waldklimastationen [mm Niederschlagsäquivalent pro m³ Boden]

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Die Bodenschutzkalkung als Rahmenbedingung des Waldzustandes
Im Mai 2013 fand auf Einladung von Sachsen­ forst in Dresden die Tagung der Sektion Wald­ ernährung des Deutschen Verbands Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) statt. Wissen­ schaftler aus der Schweiz, Österreich und Deutschland tauschten sich in Fachvorträgen aus und unternahmen eine Exkursion (siehe Abb. 11) in den Forstbezirk Bärenfels zum Kah­ leberg. Thema der Exkursion war die Umwand­ lung der Ende der achtziger Jahre durch den zuständigen Revierleiter und „Zeitzeugen“ Eckhardt Heinze mitbegründeten „rauchharten Übergangsbestockungen“ . Der Quarzporphyr-Rücken des Kahlebergs ist mit 905 Metern die höchste Erhebung im Ost­ erzgebirge. Ursprünglich dicht mit Wald be­ stockt, wurde er im Zuge des Zinnbergbaus in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts na­ mensgebend komplett entwaldet. Ende des 20. Jahrhunderts wiederholte sich die Ent­ waldung, diesmal allerdings ausgelöst durch Luftschadstoffe und insbesondere Schwefel­ dioxid aus den umgebenden Industrieregio­ nen. Eindrucksvoll zeigt das nebenstehende Foto aus der südlichen Umgebung des Kahle­ bergs die Situation von 1991. Auch dort, wo die Bäume nicht direkt durch eine massive Schädigung der Assimilationsorgane (Rauchschäden) abstarben, führten die Einträge von Schwefelsäure zu einer tief rei­ chenden Versauerung der Böden. Diese wird bis heute begleitet durch die Auswaschung von Nährstoffen und wichtigen Gerüstsubs­ tanzen aus den die Bodenfruchtbarkeit tra­ genden Tonmineralen. Die Ein- und Austräge der basischen Nährstoffe Calcium, Magne­ sium, Kalium und Natrium seit 1994 ist in Abb. 13 dargestellt. Den Einträgen mit dem Niederschlagswasser sind die Austräge über das Bodenwasser gegenübergestellt. Auffällig sind massive Verluste an Nährkraft durch stark negative Elementbilanzen. Unter dem Eindruck der massiven Waldschä­ den, die sich entlang des Erzgebirges nach Westen vollzogen (vgl. Kluge (1993) zur Situ­ ation in Deutscheinsiedel), begann die säch­ sische Landesforstverwaltung 1991 mittels jährlich wiederholter und flächendeckender Bodenschutzkalkung insbesondere die verblie­ benen Fichtenwälder im Erzgebirge und Erz­ 18 |

Abb. 11: Exkursion der Sektion Waldernährung der DVFFA zum Kahleberg im Mai 2013 – Umwandlung rauch­ harter Interimsbestockung

Abb. 12: Professor Wolfgang Nebe (Technische Universität Dresden) 1991 vor Lärchenversuchsflächen auf weit­ läufigen Rauch-Blößen südlich des Kahlebergs (hinten links sichtbar der Lugstein)

gebirgsvorland vor den indirekten Säurewir­ kungen über den Bodenpfad zu schützen. Dabei galten damals wie heute standörtliche Auswahlkriterien (sog. „Kalkungskulisse“), wie sie im Leitfaden zur Bodenschutzkalkung im Jahr 2000 erstmals der Öffentlichkeit zugäng­ lich gemacht wurden (LAF, 2000). Um das

„Gießkannenprinzip“ bei der Maßnahme aus­ zuschließen, werden demnach zum Beispiel natürlicherweise kräftig bis reich mit Nähr­ stoffen versorgte, oder wechselfeuchte bezie­ hungsweise wechselfrische Standorte (vgl. DBF Colditz) oder andererseits nährstoffarme Kiefernstandorte (vgl. DBF Laußnitz) von der

Abb. 13: Gegenüberstellung der Ein­ und Austräge von basischen Kationen (Calcium, Magnesium, Kalium und Natrium) zwischen 1994 und 2011 auf den sächsischen Dauerbeobachtungsflächen.

Kalkung ausgenommen. Bis einschließlich 2013 wurden in Sachsen rund 365.000 Hektar Wald zum Teil wiederholt gekalkt. Im statisti­ schen Mittel wurden dabei in zwei Maßnah­ men sieben Tonnen thüringischer kohlensaurer Magnesiumkalk (Dolomit) je Hektar Wald aus­ gebracht. Schon zwischen 1986 und 1988 hatte man in den Bezirken Karl­Marx­Stadt und Dresden auf 12.644 Hektar mit 31.644 Tonnen Magne­ sium­Kalk und 436 Kilogramm Magnesium­ Flüssigdünger die Bodenversauerung und die damit einhergehenden Nährstoffverluste zu lindern versucht (Mitteilung des Forschungs­ und Überleitungszentrums „Thüringer Wald“ des Instituts für Forstwissenschaft Eberswalde in Suhl vom 8. Mai 1989). Ziel der Bodenschutzkalkung ist nach dem sächsischen Kalkungsleitfaden die Sicherung beziehungsweise Wiederherstellung eines ur­ sprünglichen, „vorindustriellen“ Bodenzu­ stands („potenzieller natürlicher Bodenzu­ stand“, PNB) im oberen Hauptwurzelraum (Tie­ fe 0 bis 30 Zentimeter) mit dem Ziel der ausreichenden Nährstoffausstattung (Basen­ sättigung von 15 %, Definition siehe Kasten) sowie der vorsorgeorientierten erlaubten Säu­ restärke (pH­Wert 4,2).

Definition der Basensättigung: Relativer Anteil der basisch wirksamen Kationen Calcium, Magnesium, Kalium und Natrium (Ca2+, Mg2+, K+, Na+) an der gesamten Austauschkapazität, welche zusätzlich mit sauren Kationen wie Alu­ minium, Eisen und Wasserstoff (Al 3+ , Fe2+/Fe3+, H+) belegt ist. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden negativen Bin­ dungsplätze im Boden (auch Kationen­ austauscher genannt) ist abhängig von der chemischen Zusammensetzung. Ba­ sensättigung als ein Maß der Ausstattung mit Nährstoffen. Bewertungen der Ba­ sensättigung: <5 % (sehr basenarm), 5 ­ 20 % (basenarm), 20 bis 50 % (mittel­ basisch), 50 ­ 80 % (basenreich), >80 % (sehr basenreich).

(Abb. 14), aber auch gegen Kronenverlichtung (Blattverluste). Die von Zirlewagen et al. (2007) auf regionali­ sierten Ergebnissen der Waldzustandser­ Waldzustands er­ hebung beruhende Neuausweisung einer Im­ missionsschadzone (Kategorie „deutliche Schäden“ der WZE) ergab Anfang 2006 im Erz­ gebirge allerdings trotz der ergriffenen Gegen­ maßnahmen immer noch einen Flächenum­ fang von mehr als 100.000 Hektar (Abb. 15), wobei auch die Region um den Kahleberg noch betroffen war. Ende 2009 konnte die GIS­technische Aufbe­ reitung des in Akten und analogen Karten durch die sächsischen Forstämter und Forst­ direktionen dokumentierten Kalkungsvollzugs abgeschlossen werden. Seitdem werden die aktuellen Daten bis Anfang des auf die Kal­ kungskampagne folgenden Jahres landesweit aktuell vorgehalten und für die zukünftige Kalkungsplanung nutzbar gemacht (siehe Abb. 16). Es wird für jede Fläche nachgewiesen, welcher Kalk in welcher Tonnage und mit wel­ cher Technik ausgebracht wurde. Erleichtert wird dies durch die seit 2005 verpflichtend durch die Flugunternehmen zu übergebenden Befliegungsnachweise, die aus einer Kombina­ tion von bordeigener Navigationssoftware und | 19

Ergebnisse der von Dr. Frieder Leube (bis 2006 Referatsleiter im Referat Standortserkundung, Bodenmonitoring und Labor des Kompe­ tenzzentrums Wald und Forstwirtschaft von Sachsenforst) unter Fichte angelegten Kal­ kungsversuche im ehemaligen Forstamt Klin­ genthal belegen deutlich den positiven Effekt von Kalkungsmaßnahmen gegen die durch Magnesiummangel erzeugte Nadelvergilbung Magne­sium­mangel

Abb. 14: Kronenzustand von Fichten auf Granitstandorten im ehemaligen Forstamt Klingenthal (Herbst 2001). Links – durch Magnesiummangel induzierte Nadelvergilbung (Variante ohne Kalk), rechts - optimal mit Magne­ sium ernährte, grüne Fichten (Variante mit Kalk)

Schadzonierung (2006) Forstbezirke / Großschutzgebiete Waldfläche

Abb. 15: Immissionsschadzonierung auf Basis regionalisierter Ergebnisse der Wald- und Bodenzustandserhebung (Zirlewagen et al. 2007): Schadzone „deutliche Schäden“ nach WZE-Anleitung

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0 Anzahl der Kalkungen 1 2 3 4 5 6 Waldfläche Forstbezirke / Großschutzgebiete 7 8 9

20.000

40.000

60.000 ha

56.070 64.427 36.067 14.541 1.651 435 254 52 1

Abb. 16: Flächenanteil in Hektar nach Kalkungshäufigkeit innerhalb der Kalkungskulisse (1986 bis 2013). Kleines Bild: Darstellung der intensiven Kalkungsflächen am Kahleberg.

Streuaufzeichnungen im Sekundentakt entste­ hen. Flächen im Bereich des Kahleberges he­ ben sich besonders ab, da hier im Gegensatz zum Landesdurchschnitt bis zu neun Mal und mit einer kumulativen Aufwandmenge von ungefähr 37 Tonnen gekalkt wurde. Die Kombination von Kalkungsvollzugsdoku­ mentation und Waldzustandsinformationen aus den Rasternetzen des forstlichen Umwelt­ monitorings erlaubt neuartige, flächendecken­ de Bewertungsmöglichkeiten der Bodenschutz­ kalkung. So kann nun an 162 Rasterpunkten in der Kalkungskulisse gelegenen Punkten der Wald- und Bodenzustandserhebung im 4 x 4Kilometer-Netz der Effekt der Kalkung insbe­ sondere auf die Bodengesundung und das Er­ reichen der im Kalkungsleitfaden gesetzten ökochemischen Zielwerte untersucht werden. Gleichzeitig sind integrative Bewertungen zur Waldernährung und Entwicklung der Boden­ vegetation möglich.

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Bewertung der Bodenschutzkalkung mit Ergebnissen der Bodenzustandserhebung
Im Zuge der Durchführung der nationalen zweiten Bodenzustandserhebung (BZE) in den Jahren 2006/2007 in Sachsen, konnten zeitli­ che Veränderungen zur Erstaufnahme 1992 auf regionaler Ebene im Boden und an Bestän­ den sichtbar gemacht werden. In einem Raster von 8 x 8 km wurden an 77 Punkten bodenund ernährungskundliche Parameter aufge­ nommen sowie Bestockungs- und Vegeta­ tionsaufnahmen durchgeführt. Innerhalb der Kalkungskulisse (Standorte über 250 m über NN, bzw. Klimabereich oberhalb der unteren Berglagen mit trockenem Klima (Ut)) konnten zwar 43 BZE-Punkte auf verschiedenen Aus­ gangsgesteinen (Gneis, Granit, Phyllit, Sand­ stein etc.) und mit einer Vielzahl von Kal­ kungsvarianten (keine Kalkung bis viermalige Kalkung) bewertet werden. Für fundierte Aus­ sagen hinsichtlich der Wirkung unterschiedli­ cher Kalkgaben und deren Tiefenwirkung reichte der Stichprobenumfang jedoch nicht aus. Deshalb wurde im Jahr 2012 eine Verdich­ tung der BZE innerhalb der Kalkungskulisse vorgenommen, die zu einer Erhöhung des Stichprobenumfangs im 4 x 4 km Raster um 119 Punkte und damit zu einer ausreichenden Belegung der Kalkungsvarianten führte (siehe Abb. 17). Zusätzlich wurden fünf außerhalb des Rasters gelegene, intensiv gekalkte Flä­ chen (sechs- bis neunmalige Kalkgabe, 23 bis 37 t/ha) in unmittelbarer Umgebung des Kah­ lebergs einbezogen. zeigt sich eine Anhebung des pH-Wertes nach sechsmaliger Kalkung. In den beiden ersten Tiefenstufen wird erst durch vierfache Kalk­ gabe (ca. 14 t/ha) der angestrebte pH Wert von 4,2 erreicht (siehe Abb. 18). In der letzten bewertungsrelevanten Tiefen­ stufe von 10 bis 30 cm sind die Veränderun­ gen durch Kalkung am geringsten. Eine Anhe­ bung der pH-Werte in dieser Tiefenstufe ist jedoch nur bedingt notwendig, da bereits der Median der einfach gekalkten Punkte im Be­ reich des Ziel-pH-Wertes von 4,2 liegt.

Veränderungen des Säurezustandes Bereits ab zweimaliger Kalkgabe (ca. 7 t/ha) ist eine bedeutsame (= signifikante, siehe Info­ kasten unter Abb. 18) Erhöhung der pH-Werte in der ersten Tiefenstufe des Mineralbodens (0 bis 5 cm) im Vergleich zu ungekalkten Punkten nachvollziehbar. In der darauffolgenden Tie­ fenstufe (5 bis 10 cm) sind die Effekte schon wesentlich weniger deutlich, sodass selbst bei drei- bis viermaliger Kalkung nur geringe Ver­ änderungen sichtbar werden. Am deutlichsten

Veränderungen der Nährstoffausstattung Eine Anhebung der Basensättigung ist in den ersten beiden Tiefenstufen (0 bis 5 und 5 bis 10 cm) bereits ab einmaliger Kalkung erkenn­ bar. In der Tiefenstufe 10 bis 30 cm sind zwei­ malige Kalkungen für eine bedeutsame Verän­ derung der Basensättigung im Vergleich zu ungekalkten Punkten notwendig (Abb. 19). Die

0 1 2 3 4 5 6 7 Waldfläche Forstbezirke / Großschutzgebiete 8 9 34 44 15 10

10

20

30

40

50

5 (Kahleberg)

59 ungekalkt

Abb. 17: Anzahl von Kalkungen an 162 BZE-Punkten innerhalb der Kalkungskulisse und weiteren fünf Punkten im Bereich des Kahleberges.

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ph-Wert [H2O] 0 bis 5 cm Tiefe 3 0x Kalkungsanzahl 1x 2x 3x 4x 6x n. s. n. s. n. s. n. s. n. s. 4 5 6 3 5 bis 10 cm Tiefe 4 5 6 3 10 bis 30 cm Tiefe 4 5 6

Abb. 18: Verlauf des ph-Wertes in den ersten drei Tiefenstufen des Mineralbodens zwischen ungekalkten Punkten und fünf unterschiedlichen Kalkungsintensitäten. Grüne Strichellinie zeigt angestrebten pH-Wert im Oberboden. Erläuterungen zu Signifikanzen im Infokasten.

Erläuterung von Zusammenhängen zwischen ungekalkten und gekalkten Punkten anhand von Signifikanzen Zusammenhang	 hoch signifikant	 sehr signifikant	 signifikant	 nicht signifikant	 Irrtumswahrscheinlichkeit	Symbol 0,1 %	 *** 1 %	 ** 5 %	 * größer 5 %	 n. s.

deutlichste Kalkwirkung zeigt sich in den ers­ ten fünf Zentimetern des Mineralbodens. Zwi­ schen den einzelnen Kalkungsvarianten steigt die mittlere Basensättigung (Median) um durchschnittlich 40 % an (einfach: 13 %; sechs­ ach: 48 %). Die Anzahl der notwendigen f Kalkungen zum Erreichen des Zielwerts von 15 % Basensättigung steigt mit der Tiefe von zwei- über vier- auf sechsmalige Kalkgaben.

Vom Punkt zur Fläche Die BZE, als systematische Stichprobeninventur, liefert unter anderem wichtige Ergebnisse zum aktuellen Säurezustand und Nährstoffhaushalt

sächsischer Waldböden. Die vorliegenden bo­ denchemischen Daten von 162 BZE-Punkten und fünf „Extrem“-Kalkungspunkten innerhalb der Kalkungskulisse ermöglichen eine Beschrei­ bung des Zustandes am Erhebungsort. Aussa­ gen zur Wirkung von bisherigen Kalkungen bzw. die Ableitung des Kalkungsbedarfes für konkre­ te Waldgebiete oder Reviere können jedoch nicht getroffen werden. Für die Übertragung der vorliegenden Punktinformationen auf die Fläche existieren eine Vielzahl von geostatisti­ schen Methoden. Hierfür werden flächig vorlie­ gende Informationen wie beispielsweise die forstliche Standortskarte, das digitale Gelände­ modell und die oben genannte Kalkungsvoll­ zugskarte unter Zuhilfenahme von mathema­

tisch-statistischen Regionalisierungsmodellen mit den erhobenen Punktdaten verknüpft. Mit dem Einsatz derartiger Modelle ist es möglich, räumlich vorliegende Boden- und Messdaten in flächenhafte Prognosewerte umzuwandeln und darzustellen. Am Beispiel der Basensättigung ist dieser Schritt in Abb. 20 dargestellt. Die Ergebnisse der BZE zeigen am Beispiel des Tharandter Wal­ des, dass nur an vier Punkten eine Bewertung des bodenchemischen Zustandes vorgenom­ men werden kann. Im Zuge der Regionali­ sierung wiederum ist es möglich, die Boden­ chemie aus statistischen Zusammenhängen abzuschätzen, flächig darzustellen und für zu­ künftige Kalkungsplanungen zu verwenden.

Basensättigung [%] 0 bis 5 cm Tiefe 0 0x Kalkungsanzahl 1x 2x 3x 4x 6x n.s. n.s. 20 40 60 80 100 0 20 5 bis 10 cm Tiefe 40 60 80 100 0 20 10 bis 30 cm Tiefe 40 60 80 100

Abb. 19: Verlauf der Basensättigung in den ersten drei Tiefenstufen des Mineralbodens zwischen ungekalkten Punkten und fünf unterschiedlichen Kalkungsintensitä­ ten. Grüne Strichellinie zeigt angestrebte Basensättigung im Oberboden. Erläuterungen zu Signifikanzen im Infokasten.

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0­5

5 ­10

10 ­15

15 ­20

20 ­ 30

30 ­ 40

40 ­50

50 ­ 75

75 ­100

Basensättigung [%]

Abb. 20: Informationen zur Basensättigung in den ersten fünf Zentimetern Bodentiefe an BZE-Punkten im 4 x 4 km Raster (links) und Ergebnisse der regionalisierten Bodenchemie (rechts) am Beispiel des Tharandter Waldes.

Schlussfolgerung Die anhaltende Verbesserung des Gesundheits­ zustandes der Fichten im sächsischen Mittel­ gebirgsraum während der letzten 20 Jahre ist somit wesentlich zurückzuführen auf die mas­ sive Minderung der Schwefelimmissionen und die durch wiederholte Bodenschutzkalkungen gelungene Stabilisierung der Magnesiumer­ nährung der Bestände durch die Stärkung des Puffervermögens der Waldböden. Erste Aus­ wertungen zur Versorgung der Waldbäume an allen 162 BZE-Punkten bestätigen diesen Trend und zeigen eine optimale Ernährung der Fich­ ten. Für eine anhaltende Regeneration der Waldböden ist auch zukünftig die Auswahl von standortsgerechten Baumarten notwendig, um die positive Wirkung von Bodenschutzkalkun­ gen durch den Waldumbau zu fördern (Jacob et al. 2013). Für eine ökonomische und vor allem ökologi­ sche Steuerung der Kalkung ist die integrative wissenschaftliche Auswertung der Befunde der Boden- und Waldzustandsüberwachung inklusive der Ergebnisse der Waldernährungs­ analysen und Vegetationsaufnahmen die vor­ rangige Aufgabe für die kommenden Jahre.

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Der aktuelle Kronenzustand Allgemeine Situation und regionale Ausprägung
Allgemeine Situation
Die Waldzustandserhebung erfasst die sicht­ Die Waldzustandserhebung erfasst die sicht­ baren Veränderungen im Belaubungs-/ Bena­ baren Veränderungen im Belaubungs­/ Bena­ delungszustand. Änderungen der Kronendich­ delungszustand. Änderungen der Kronendich­ te und ihrer Struktur geben Hinweise auf te und ihrer Struktur geben Hinweise auf Stressbelastungen. Im Zusammenhang mit der Stressbelastungen. Im Zusammenhang mit der Reaktionsfähigkeit der Baumart und der aku­ Reaktionsfähigkeit der Baumart und der aku­ ten bis chronischen Wirkung des Stressfaktors ten bis chronischen Wirkung des Stressfaktors lassen sich kritische Belastungssituationen lassen sich kritische Belastungssituationen oftmals erst aus der Entwicklung des Kronen­ oftmals erst aus der Entwicklung des Kronen­ zustandes über mehrere Jahre hinweg erken­ zustandes über mehrere Jahre hinweg erken­ nen. nen. Ausgehend von den sichtbaren Stresssympto­ Ausgehend von den sichtbaren Stresssympto­ men kann jedoch nicht unmittelbar auf die Vi­ men kann jedoch nicht unmittelbar auf die Vi­ talität von Pflanzen geschlossen werden. So talität von Pflanzen geschlossen werden. So ist bei einigen Laubbäumen eine frühzeitige ist bei einigen Laubbäumen eine frühzeitige Blattwelke sowohl eine Auswirkung extremer Blattwelke sowohl eine Auswirkung extremer Trockenheit, zugleich aber auch eine natürli­ Trockenheit, zugleich aber auch eine natürli­ che Schutzreaktion. Diese schützt vor weite­ che Schutzreaktion. Diese schützt vor weite­ rem Wasserverlust und verhindert den Tod des rem Wasserverlust und verhindert den Tod des Organismus. Zwischen der Mortalität und dem Organismus. Zwischen der Mortalität und dem Blattverlust ergibt sich bei diesen Bäumen Blattverlust ergibt sich bei diesen Bäumen kein direkter Zusammenhang. kein direkter Zusammenhang. Allein am Kronenzustand lässt sich die Vitali­ Allein am Kronenzustand lässt sich die Vitali­ tät eines Baumes somit nur eingeschränkt be­ tät eines Baumes somit nur eingeschränkt be­ urteilen. Erst aufwendige biochemische Unter­ urteilen. Erst aufwendige biochemische Unter­ suchungen (Blatt-/ Nadelspiegelwerte) im suchungen (Blatt­/ Nadelspiegelwerte) im Labor, beispielsweise zu den gespeicherten Labor, beispielsweise zu den gespeicherten Nährstoffen, helfen, den aktuellen Status um­ Nährstoffen, helfen, den aktuellen Status um­ fassend aufzuklären. So können chronische fassend aufzuklären. So können chronische Belastungen über lange Zeit die Widerstands­ Belastungen über lange Zeit die Widerstands­ kraft des pflanzlichen Organismus unbemerkt kraft des pflanzlichen Organismus unbemerkt schwächen. Erst im Zusammentreffen mit an­ schwächen. Erst im Zusammentreffen mit an­ deren ungünstigen Bedingungen führen der­ deren ungünstigen Bedingungen führen der­ artige Belastungen zu abnehmender Konkur­ artige Belastungen zu abnehmender Konkur­ renzkraft, Pflanzenkrankheiten oder gar zum renzkraft, Pflanzenkrankheiten oder gar zum Absterben. Entsprechend schwierig ist in die­ Absterben. Entsprechend schwierig ist in die­ sen Fällen die Ursachenanalyse. sen Fällen die Ursachenanalyse. Ohne regionale und baumartenspezifische Un­ Ohne regionale und baumartenspezifische Un­ terschiede zu berücksichtigen, lag der mittle­ terschiede zu berücksichtigen, lag der mittle­ re Nadel-/ Blattverlust bei der WZE 2014 mit re Nadel­/ Blattverlust bei der WZE 2014 mit 16,8 % um etwa einen Prozentpunkt unter dem 16,8 % um etwa einen Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert (17,5 %). Vorjahreswert (17,5 %). Entsprechend der Auswertungsmethodik der Entsprechend der Auswertungsmethodik der Waldzustandserhebung wird jeder Baum auf­ Waldzustandserhebung wird jeder Baum auf­ grund seiner Kronenverlichtung in Kombina­ grund seiner Kronenverlichtung in Kombina­ tion mit dem Auftreten von Verfärbungen ei­ tion mit dem Auftreten von Verfärbungen ei­ ner Schadstufe zugeordnet. Demnach weisen ner Schadstufe zugeordnet. Demnach weisen 2014 in Sachsen: 2014 in Sachsen:
1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 0% deutlich geschädigt KV (bis 60 Jahre) 20 % 40 % schwach geschädigt KV (alle Alter) 60 % 80 % ungeschädigt KV (> 60 Jahre) 100 %

Abb. 21: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) aller Baumarten von 1991 bis 2014 Abb. 21: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) aller Baumarten von 1991 bis 2014

	 15 % der Wälder eine deutliche Beeinflus­ 15 % der Wälder eine deutliche Beeinflus­ sung des Kronenzustandes (Schadstufen 2 sung des Kronenzustandes (Schadstufen 2 bis 4), bis 4), 	 46 % eine schwache Beeinflussung des Kro­ 46 % eine schwache Beeinflussung des Kro­ nenzustandes (Schadstufe 1) und nenzustandes (Schadstufe 1) und 	 39 % keine erkennbare Beeinflussung des 39 % keine erkennbare Beeinflussung des Kronenzustandes (Schadstufe 0) auf Kronenzustandes (Schadstufe 0) auf 	 (vgl. Abb. 21; Tab. 4 und 6 im Anhang). (vgl. Abb. 21; Tab. 4 und 6 im Anhang). Im 23-jährigen Beobachtungszeitraum zeich­ Im 23­jährigen Beobachtungszeitraum zeich­ nen sich mehrere Phasen der Verbesserung nen sich mehrere Phasen der Verbesserung und Verschlechterung des Kronenzustandes und Verschlechterung des Kronenzustandes ab. Außergewöhnliche Witterungsverläufe ab. Außergewöhnliche Witterungsverläufe (Winter 1995/1996, Sommer 2003, Sommer (Winter 1995/1996, Sommer 2003, Sommer 2006), deren Wirkungen zum Teil durch ex­ 2006), deren Wirkungen zum Teil durch ex­ treme atmosphärische Stoffkonzentrationen treme atmosphärische Stoffkonzentrationen (z. B. hohe Schwefeldioxidkonzentrationen im (z. B. hohe Schwefeldioxidkonzentrationen im Winter 1995/96) verstärkt wurden, führten zu Winter 1995/96) verstärkt wurden, führten zu Phasen hoher Stressbelastung. In den sich an­ Phasen hoher Stressbelastung. In den sich an­ schließenden Erholungsphasen verbesserte schließenden Erholungsphasen verbesserte sich der Kronenzustand jeweils wieder. sich der Kronenzustand jeweils wieder. Über den gesamten Beobachtungszeitraum Über den gesamten Beobachtungszeitraum

unterliegt der Kronenzustand aller Stichpro­ unterliegt der Kronenzustand aller Stichpro­ benbäume jedoch keiner eindeutig positiven benbäume jedoch keiner eindeutig positiven oder negativen Tendenz. Erst ein detaillierter oder negativen Tendenz. Erst ein detaillierter Blick auf die verschiedenen Baumarten, Blick auf die verschiedenen Baumarten, Wuchsgebiete und Baumalter lässt die Dyna­ Wuchsgebiete und Baumalter lässt die Dyna­ mik im Kronenzustand der Bäume in Sachsen mik im Kronenzustand der Bäume in Sachsen erkennen. So zum Beispiel bei der Betrachtung erkennen. So zum Beispiel bei der Betrachtung der älteren Bäume (über 60 Jahre). Diese re­ der älteren Bäume (über 60 Jahre). Diese re­ agieren gegenüber vitaleren jüngeren Bäumen agieren gegenüber vitaleren jüngeren Bäumen deutlich sensitiver auf Umweltfaktoren. Verän­ deutlich sensitiver auf Umweltfaktoren. Verän­ derungen der Stressbelastung zeigen sich des­ derungen der Stressbelastung zeigen sich des­ halb am ehesten bei diesen Bäumen, die zwi­ halb am ehesten bei diesen Bäumen, die zwi­ schen 1991 und heute einen positiven Trend in schen 1991 und heute einen positiven Trend in der mittleren Kronenverlichtung anzeigen. der mittleren Kronenverlichtung anzeigen. Auch die Mortalität und die Entnahme von Auch die Mortalität und die Entnahme von Bäumen im Rahmen der forstlichen Bewirt­ Bäumen im Rahmen der forstlichen Bewirt­ schaftung geben Hinweise auf die genannten schaftung geben Hinweise auf die genannten außergewöhnlichen Situationen. Wenn die außergewöhnlichen Situationen. Wenn die Bäume zum Zeitpunkt der Stichprobe noch im Bäume zum Zeitpunkt der Stichprobe noch im Bestand vorhanden sind, oder sich eindeutige Bestand vorhanden sind, oder sich eindeutige Hinweise auf eine Schadursache (z. B. Wurzel­ Hinweise auf eine Schadursache (z. B. Wurzel­ teller) finden, können Ursachen benannt wer­ teller) finden, können Ursachen benannt wer­ | 25 | 25

Anteil [%] 8 7 6 5 4 3 2 1 0 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Jahr 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Jahr Sonstige Insekten, Pilze Sturm, Schnee, Eis, Immissionen Ersatzquote aller Bäume über 60 Jahre

Abb. 22: Entwicklung der Mortalität aller Baumarten über 60 Jahre von 1993 bis 2014

den. In der Zeitreihe treten außerplanmäßige Nutzungen bis 1996 vor allem infolge von Im­ missionen, ab 2003 vorwiegend durch Insek­ tenbefall (Borkenkäfer) und 2007 in hoher Zahl im Zuge des Sturmes Kyrill auf. Nach den re­ lativ feuchten Vegetationsperioden 2010 und 2011 fiel die Mortalitätsrate dagegen auf ein geringes Niveau. In den letzten beiden Jahren lag die Mortalität auf einem normalen Niveau. Darüber hinaus werden Stichprobenbäume im Rahmen der regulären forstlichen Bewirt­ schaftung entnommen, oder scheiden aus me­

thodischen Gründen (Sichtbarkeit der Krone, soziale Stellung im Bestand) aus. Streng sys­ tematisch wird in diesen Fällen ein Ersatz­ baum ausgewählt. In diesem Jahr wurden 75 Bäume (über 60 Jahre) aus folgenden Gründen ersetzt: 	 54 Bäume wurden im Rahmen regulärer forstlicher Eingriffe entnommen. 	 10 Bäume schieden außerplanmäßig infolge Sturm­ von Insektenbefall, Sturm- und Schnee­ bruchschäden aus.

	 7 Bäume erfüllten nicht mehr die Anforde­ rungen an einen Stichprobenbaum, i. d. R. gehörten sie nicht mehr zur herrschenden Bestandesschicht. Die Krone war damit von Nachbarbäumen überwachsen und somit nicht mehr bonitierbar. 	 4 Bäume waren aus unbekannten Gründen nicht mehr vorhanden. 	 Der Ersatz von Stichprobenbäumen umfasst in diesem Jahr 1,9 % des Kollektivs und liegt damit unter der durchschnittlichen Dynamik der Stichprobe (vgl. Abb. 22).

Regionale Ausprägung des Kronenzustandes
Aussagen zur regionalen Ausprägung des Kro­ nenzustandes erfolgen auf der Basis von Wuchsregionen. Diese sind definiert als Grup­ pen von Wuchsbezirken, in denen vergleich­ boden­ bare boden- und geländebedingte Standorts­ eigenschaften vorherrschen (siehe Abb. 23). In den Regionen „Westliches Tiefland“ und „Öst­ liches Tiefland“ dominieren Sandböden. Erst an den südlichen Grenzen zum Hügelland nimmt der Lösseinfluss zu. Im „Östlichen Tiefland“ sind zudem grundwassernahe Niederungss­ tandorte häufiger. Auch die infolge des abge­ schlossenen Braunkohlentagebaus geschaffe­ nen künstlichen Böden haben hier Bedeutung. Während im „Östlichen Tiefland“ Kiefernwälder als waldbauliche Zielvorstellungen dominie­ ren, sollen künftig vor allem Eichenwälder das „Westliche Tiefland“ prägen. 26 | Das Hügelland prägen schlecht belüftete Löss­ böden. Gegenüber dem Tiefland wird das Re­ lief vor allem durch die Flusstäler stärker ge­ gliedert. Hier treten auch die jeweiligen Grundgesteine bodenbildend auf. Diese erlan­ gen in den sich südlich anschließenden Be­ ckenlandschaften und dem Erzgebirgsvorland die Dominanz. Während die nördlichen Löss­ gebiete vorwiegend landwirtschaftlich genutzt werden, nimmt der Waldanteil in den südli­ chen Teilen zu. Zum Hügelland gehören die Regionen „Mittelsächsisches Lösshügelland und Erzgebirgsvorland“ und „Lausitzer Hügel­ land und Becken“. In beiden Regionen stellen Eichen­ Eichen- und Buchenwälder die prägenden Zieltypen der Waldentwicklung dar. Das Bergland wird in die Regionen „Vogtland“, „Elbsandstein­ „Erzgebirge“ und „Elbsandstein- und Zittauer Gebirge“ unterschieden. Während im Vogtland vor allem Diabas und Schiefer das bodenbil­ dende Ausgangsgestein liefert, sind es im Erz­ gebirge Gneis und Granit. Die östlichen Gebir­ ge werden dagegen vom namensgebenden Sandstein dominiert, dessen Erosion ein stark bewegtes Relief schuf. Während im Vogtland, Elbsandstein­ sowie im Elbsandstein- und Zittauer Gebirge die waldbaulichen Zielvorstellungen auch Kie­ ferntypen häufiger vorsehen, soll das Erzge­ birge entsprechend der klimatischen Höhen­ Buchen­ gliederung von Buchen- und Fichtenwäldern bestockt sein. In die regionsweise Auswertung in Abb. 23 so­ wie Tab. 9 (Anhang) fließen 281 Punkte ein. Aufgrund ihres azonalen Charakters und der geringen Anzahl wurden zwei von Eichen und

Östliches Tiefland

Westliches Tiefland

Mittelsächsisches Lösshügel­ und Erzgebirgsvorland

Lausitzer Hügelland und Becken

[%] Mittlere Kronenverlichtung 25 20 15 10 Erzgebirge 5 0 Vogtland Wuchsregion Elbsandstein­ und Zittauergebirge 1991 bis 2014 Sachsen

Abb. 23: Veränderung der mittleren Kronenverlichtung von 1991 bis 2014 in Wuchsregionen Abb. 23: Veränderung der mittleren Kronenverlichtung von 1991 bis 2014 in Wuchsregionen

sonstigen Laubbäumen geprägte Punkte von sonstigen Laubbäumen geprägte Punkte von der Betrachtung ausgeschlossen. Die Diagram­ der Betrachtung ausgeschlossen. Die Diagram­ me in Abb. 23 zeigen die Entwicklung des me in Abb. 23 zeigen die Entwicklung des mittleren Nadel- und Blattverlustes im Ver­ mittleren Nadel­ und Blattverlustes im Ver­ gleich zum Landesdurchschnitt. Zu berück­ gleich zum Landesdurchschnitt. Zu berück­ sichtigen ist, dass die Ergebnisse vor allem von sichtigen ist, dass die Ergebnisse vor allem von der jeweiligen Baumarten- und Altersklassen­ der jeweiligen Baumarten­ und Altersklassen­ verteilung geprägt werden (vgl. Tab. 8, An­ verteilung geprägt werden (vgl. Tab. 8, An­ hang). hang). Die regionalen Trends des Kronenzustandes Die regionalen Trends des Kronenzustandes unterstreichen die in den vergangenen 23 Jah­ unterstreichen die in den vergangenen 23 Jah­ ren eingetretene Veränderung der Belastungs­ ren eingetretene Veränderung der Belastungs­ situation. situation. Die vor allem in den höheren Lagen des Erz­ Die vor allem in den höheren Lagen des Erz­ gebirges aufgetretenen hohen Belastungen gebirges aufgetretenen hohen Belastungen durch atmosphärische Stoffeinträge nahmen durch atmosphärische Stoffeinträge nahmen aufgrund der restriktiven Luftreinhaltepolitik aufgrund der restriktiven Luftreinhaltepolitik und den anhaltenden Anstrengungen bei der und den anhaltenden Anstrengungen bei der Sanierung der stark versauerten Waldböden Sanierung der stark versauerten Waldböden ab. In der waldreichsten Wuchsregion Sach­ ab. In der waldreichsten Wuchsregion Sach­ sens wurden noch bis 1999 überdurchschnitt­ sens wurden noch bis 1999 überdurchschnitt­ lich hohe Kronenverlichtungen und/oder Ver­ lich hohe Kronenverlichtungen und/oder Ver­ färbungen registriert. Heute gehört das färbungen registriert. Heute gehört das Erzgebirge zu den Regionen mit unterdurch­ Erzgebirge zu den Regionen mit unterdurch­ schnittlichen Nadel- und Blattverlusten. schnittlichen Nadel­ und Blattverlusten. Die östlichen Gebirge Elbsandsteingebirge und Die östlichen Gebirge Elbsandsteingebirge und Zittauer Gebirge, in denen neben der Fichte Zittauer Gebirge, in denen neben der Fichte vor allem Kiefern und sonstige Nadelbäume vor allem Kiefern und sonstige Nadelbäume

häufiger vorkommen, weisen einen gegensätz­ häufiger vorkommen, weisen einen gegensätz­ lichen Trend auf. Zu Beginn der Zeitreihe lie­ lichen Trend auf. Zu Beginn der Zeitreihe lie­ gen die Werte deutlich unter dem sächsischen gen die Werte deutlich unter dem sächsischen Durchschnitt. Nach dem Trockenjahr 2003 da­ Durchschnitt. Nach dem Trockenjahr 2003 da­ gegen vermehrt darüber, so auch in diesem gegen vermehrt darüber, so auch in diesem Jahr. In den letzten drei Jahren ist jedoch kei­ Jahr. In den letzten drei Jahren ist jedoch kei­ ne signifikante Veränderung aufgetreten. ne signifikante Veränderung aufgetreten. Das fichtendominierte Vogtland ist die Region, Das fichtendominierte Vogtland ist die Region, die innerhalb der Zeitreihe die größte Verän­ die innerhalb der Zeitreihe die größte Verän­ derlichkeit aufweist. So treten mehrfach Jahre derlichkeit aufweist. So treten mehrfach Jahre mit deutlich unterdurchschnittlichen Nadelmit deutlich unterdurchschnittlichen Nadel­ und Blattverlusten zwischen 11 und 13 % auf. und Blattverlusten zwischen 11 und 13 % auf. Diese wechseln sich wiederholt mit Jahren mit Diese wechseln sich wiederholt mit Jahren mit vergleichsweise hohen Werten um 18 bis 20 % vergleichsweise hohen Werten um 18 bis 20 % ab. Im Vorjahr wies das Vogtland mit einer ab. Im Vorjahr wies das Vogtland mit einer mittleren Kronenverlichtung von 20,4 % den mittleren Kronenverlichtung von 20,4 % den landesweit höchsten Wert auf. In diesem Jahr landesweit höchsten Wert auf. In diesem Jahr ist es mit 14,9 % die Region mit dem kleinsten ist es mit 14,9 % die Region mit dem kleinsten Wert. Wert. Das Mittelsächsische Lösshügelland und Erz­ Das Mittelsächsische Lösshügelland und Erz­ gebirgsvorland wird stärker von Eichen und gebirgsvorland wird stärker von Eichen und anderen Laubbaumarten geprägt. Die Fichte anderen Laubbaumarten geprägt. Die Fichte hat hier ––vorwiegend im Erzgebirgsvorland hat hier vorwiegend im Erzgebirgsvorland stockend ––einen Anteil von 46 % inne. Im Ver­ stockend einen Anteil von 46 % inne. Im Ver­ lauf der Zeitreihe ergibt sich kein klarer Trend. lauf der Zeitreihe ergibt sich kein klarer Trend. Neben geringen Kronenverlichtungen in den Neben geringen Kronenverlichtungen in den Jahren 1993 und 1995 wurden 1999, 2000 und Jahren 1993 und 1995 wurden 1999, 2000 und 2004 sehr hohe Werte verzeichnet. Überwie­ 2004 sehr hohe Werte verzeichnet. Überwie­

gend biotische Einflussfaktoren (Insekten- und gend biotische Einflussfaktoren (Insekten­ und Pilzbefall) sowie Phasen starker Fruktifikation Pilzbefall) sowie Phasen starker Fruktifikation bewirken die Blattverluste. Im Landesvergleich bewirken die Blattverluste. Im Landesvergleich sind in diesem Jahr durchschnittliche Nadelsind in diesem Jahr durchschnittliche Nadel­ und Blattverluste zu verzeichnen. und Blattverluste zu verzeichnen. Auch im Lausitzer Hügelland und Becken ist Auch im Lausitzer Hügelland und Becken ist die Bestockung ähnlich baumartenreich. Der die Bestockung ähnlich baumartenreich. Der Trend der Kronenverlichtung verläuft wie in Trend der Kronenverlichtung verläuft wie in den östlichen Gebirgen mit niedrigen Werten den östlichen Gebirgen mit niedrigen Werten zu Beginn der Zeitreihe und einem insgesamt zu Beginn der Zeitreihe und einem insgesamt überdurchschnittlichen Niveau seit 2003. überdurchschnittlichen Niveau seit 2003. Im von der Baumart Kiefer dominierten Östli­ Im von der Baumart Kiefer dominierten Östli­ chen Tiefland kehrt der Trend der Nadel- und chen Tiefland kehrt der Trend der Nadel­ und Blattverluste auf das geringe Niveau der Jahre Blattverluste auf das geringe Niveau der Jahre 2009 bis 2012 zurück. Hohe Werte traten hier 2009 bis 2012 zurück. Hohe Werte traten hier ––sicherlich bedingt durch die Trockenphasen sicherlich bedingt durch die Trockenphasen ––zwischen 2003 und 2008 auf. zwischen 2003 und 2008 auf. Ähnlich wie das angrenzende Mittelsächsische Ähnlich wie das angrenzende Mittelsächsische Hügelland weist auch das Westliche Tiefland Hügelland weist auch das Westliche Tiefland höhere Anteile an Eiche und sonstigen Laub­ höhere Anteile an Eiche und sonstigen Laub­ bäumen auf. Und auch der Trend der Kronen­ bäumen auf. Und auch der Trend der Kronen­ verlichtung zeigt um die Jahrtausendwende verlichtung zeigt um die Jahrtausendwende Phasen hoher und davor und danach tiefer Phasen hoher und davor und danach tiefer Werte. Wenngleich das Niveau der frühen Werte. Wenngleich das Niveau der frühen 1990er Jahre nicht erreicht wird, liegen auch 1990er Jahre nicht erreicht wird, liegen auch gegenwärtig die Kronenverlichtungen deutlich gegenwärtig die Kronenverlichtungen deutlich über dem Landesdurchschnitt. In diesem Jahr über dem Landesdurchschnitt. In diesem Jahr wird hier mit 20,9 % das Maximum verzeichnet. wird hier mit 20,9 % das Maximum verzeichnet. | |27 27

Kronenzustand an Nadelbäumen
Nadelbäume dominieren mit einem Anteil von insgesamt 66 % die Baumartenverteilung der sächsischen Wälder. Mit einem Anteil von 34 % ist die Gemeine Fichte die häufigste 34 % Baumart und prägt vor allem in den Mittelge­ Baum­ rt a birgen das Bild des Waldes. Die Gemeine Kiefer ist mit 28 % Anteil an der Waldfläche die zweithäufigste Baumart in Sachsen. Sie tritt vor allem in den Wäldern des Tief­ und Hügel­ Tieflandes prägend auf. Sonstige Nadelbäume besitzen in Sachsen ei­ nen Anteil an der Waldfläche von 4 %. Die zu dieser Baumartengruppe zählenden Arten sind hier meist nicht autochthon und wurden erst im Zuge der Umsetzung spezieller waldbauli­ cher Konzepte, wie z. B. der Aufforstung des Erzgebirgskammes nach dem flächigen Abster­ ben der Fichte, angepflanzt. Folglich sind etwa 3/4 der begutachteten sonstigen Nadelbäume jünger als 40 Jahre, wobei die Europäische Lärche mit etwa 50 % die häufigste Baumart in dieser Gruppe ist. Mit Ausnahme der Lärche verbleiben bei die­ sen Baumarten die Nadeln mehrere Jahre an den Zweigen, bevor diese sich verfärben, ab­ sterben und abfallen. Dieser natürliche Alte­ rungsprozess vollzieht sich weitgehend unbe­ merkt an den inneren Zweigen. In der Folge von Stressbelastungen werden bevorzugt äl­ tere, photosynthetisch weniger aktive Nadeln abgeworfen. Im Extremfall können nur noch die im laufenden Jahr gebildeten Triebe bena­ delt sein. Während derart hohe Nadelverluste unmittelbar registriert werden, ist die Regene­ ration nur schrittweise durch die jährlichen Neuaustriebe möglich. Dies führt dazu, dass der Regenerationsprozess bei Baumarten mit einer hohen Anzahl von Nadeljahrgängen, bei­ spielsweise Fichten und Tannenarten, langsa­ mer erfolgt, als bei Kiefern, die nur drei oder vier Nadeljahrgänge aufweisen.
1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 0% deutlich geschädigt KV (bis 60 Jahre) 20 % 40 % schwach geschädigt KV (alle Alter) 60 % 80 % ungeschädigt KV (> 60 Jahre) 100 %

Abb. 24: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) der Fichte von 1991 bis 2014

Fichte In diesem Jahr weist die Waldzustandserhe­ bung für die Fichte zum zweiten Mal nach 2006 einen mittleren Nadelverlust von 14,7 % auf. Erstmalig fallen nur 12 % der Bäume in die Gruppe mit deutlichen Nadelverlusten und/oder Verfärbungen. Die Fichte ist die Baumart mit einem deutlich positiven Trend Baum­ rt a über die gesamte Zeitreihe. Nach den günsti­ gen Zuständen in den Jahren 2010 und 2011 wird erneut das Minimum der mittleren Kro­ nenverlichtung im Jahr erreicht (vgl. Abb. 24).

Die weit über ihr natürliches Verbreitungs­ gebiet hinaus angebaute Fichte tritt auf 61 % der Stichprobenpunkte der Kronenzustands­ erhebung auf. Diese reichen von den kühl­ kühlfeuchten höheren Lagen der Gebirge, die zu­ letzt im Winter 1995/1996 unter hohen Immissionen litten, bis in die deutlich wärme­ ren und trockeneren unteren Berglagen und das Hügelland. Die positive Entwicklung im Verlauf der Zeitreihe basiert vor allem auf der kontinuierlichen Verbesserung des Kronenzu­ standes älterer Fichten, vor allem in den obe­ ren Lagen der Gebirge. So nahmen die mittle­ ren Nadelverluste bei den über 60­jährigen 60-jährigen Fichten in den höheren Berglagen von 36,2 % im Jahr 1996 auf nunmehr 17,1 % ab (vgl. Abb. 25). In den unteren Berglagen, die 1994 Abb. 25). mit 27,6 % ihr Maximum in der Zeitreihe auf­ weisen, ist dieser Trend deutlich schwächer. Während in den 1990er Jahren mit zuneh­ mender Höhenlage auch höhere Nadelverlus­ te einhergingen, kehrte sich dieses Verhältnis mit einem Wendepunkt im Jahrhundertsom­ mer 2003 um. Auch in diesem Jahr weisen die Fichten in den unteren und mittleren Bergla­ gen vergleichsweise höhere Nadelverluste auf. Die waldbauliche Einschätzung zum zukünfti­ gen Anbau der Fichte berücksichtigt die ge­ genwärtigen Einschätzungen zur Vitalität. Ab­

bildung 26 zeigt hierfür die Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung in Abhängigkeit von den waldbaulichen Zielstellungen. Auf den Standorten, auf denen die Fichte gegenwärtig und in Zukunft als Hauptbaumart vorkommen soll, zeigt sich der bereits beschriebene Trend zunehmend geringerer Kronenverlichtungen. Nach den starken Verbesserungen zu Beginn der Zeitreihe weisen Fichten auf Standorten, auf denen sie zukünftig nicht mehr vorkom­ men soll, seit 1996 eine Zunahme der Kronen­ verlichtung auf. Standorte auf denen die Fichte weiterhin als Mischbaumart vorkommen soll, liegen bezüg­ lich der Nadelverluste zwischen den beiden anderen Kategorien. Gegenüber dem Vorjahr ist der Behang der Fichten mit Zapfen in diesem Jahr deutlich ausgeprägt. Mit 41 % weist ein beträchtlicher Teil der Fichten Zapfen auf. Bei den älteren Fichten haben etwa 19 % der Bäume mittleren bis starken Zapfenbehang. (vgl. Tab. 7, An­ hang). Die für einen Borkenkäferbefall durch die zweite Käfergeneration und die Geschwister­ bruten günstigen Witterungsbedingungen im Juli/August 2013 führten zu einem Anstieg der Stehendbefallsmenge für das Befallsjahr

28 |

Mittlere Kronenverlichtung [%] 40

35

30

Leipzig

25

Dresden

20 Chemnitz 15

10

5

0 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Forstliche Klimastufen: Hoch­ und Kammlagen Mittlere Berglagen Untere Berglagen und Hügelland Jahr

Abb. 25: Mittlere Kronenverlichtung (KV) der Fichte von 1992 bis 2014 in Abhängigkeit von der forstlichen Klimastufe

Mittlere Kronenverlichtung [%] 40

35

30 Leipzig 25 Dresden

20 Chemnitz 15

10

5

0 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Fichte als Hauptbaumart Fichte als Mischbaumart keine Fichte vorgesehen Jahr

Abb. 26: Mittlere Kronenverlichtung (KV) der Fichte von 1992 bis 2014 in Abhängigkeit von der waldbaulichen Zielstellung

| 29

Befallsholz [m³] 140.000 120.000 100.000 80.000 60.000 40.000 20.000 0

1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 registriert Januar bis Mai im Folgejahr

registriert Juni bis Dezember im Befallsjahr

Abb. 27: Durch Buchdrucker zum Teil in Kombination mit Kupferstecher befallene Holzmenge von 1989 bis 2014 (*Angaben für 2014 auflaufender Stand bis Monat August)

2013/2014 auf 28.000 m³, dem Viereinhalbfa­ chen des Vorjahreswertes (siehe Abb. 27). Die­ ser Befall wurde meist erst sehr spät im Jahr bzw. in den Wintermonaten erkannt. Anderer­ seits ermöglichte die milde Spätsommer- und Spätsommer­ Herbstwitterung 2013 auch sehr spät angeleg­ ten Käferbruten noch eine Entwicklung zu Stadien, die problemlos und auch außerhalb des Brutbaumes überwintern konnten. Hohe Fangzahlen in den lockstoffbeköderten Fallen des Borkenkäfermonitorings bestätigten mit Schwärmbeginn ab April 2014 diese Erwartun­ gen. Der sehr milde und trockene Winter 2013/2014 verursachte zwar keine nennens­ werten Wurf- und Bruchschäden als wesent­ Wurf­ liche Faktoren, die eine Massenvermehrung der rindenbrütenden Borkenkäfer an Fichte auslösen können, bedingte aber im Frühjahr 2014 einen angespannten Wasserhaushalt. Das gilt insbesondere auf Standorten mit ge­ ringer Wasserspeicherkapazität. Die Kombina­ tion aus erhöhten Käferdichten und erhöhter Befallsgefährdung führte in Abhängigkeit von den Witterungsbedingungen zu einem erhöh­ ten Befallsrisiko in diesem Frühjahr. Ab August war ein Rückgang der Schwarmaktivität des Buchdruckers zu verzeichnen. Im Vorjahr tra­ ten in dieser Zeit die höchsten Fangzahlen des Jahres auf. Dies könnte ein Indiz für die Ver­ schlechterung der Entwicklungsbedingungen der Käfer im Laufe der Saison 2014 sein. Der­ zeit liegen die registrierten Befallsholzmengen für den Zeitraum Juni-Juli über den Vorjahres­ Juni­Juli werten, dieser Trend wird aber vermutlich nicht anhalten. Für den Kupferstecher gelten im Wesentlichen die gleichen Einschätzungen wie für den Buchdrucker. 30 |

Kiefer Vergleichbar mit dem Vorjahreswert betragen die Einschätzungen des Nadelverlustes bei der Kiefer in diesem Jahr im Mittel 16,8 %. Der Anteil schwach geschädigter Kronen beträgt nahezu unverändert 54 % und 34 % der Kie­ fernkronen sind ungeschädigt (vgl. Abb. 28). Nachdem zu Beginn der 90er Jahre eine be­ achtenswerte Verbesserung des Kronenzustan­ des mit einer Zunahme der als vollständig be­ nadelt angesehenen Bäume von 31 % (1991) auf 58 % (1996) konstatiert werden konnte,
1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 0% 20 % 40 %

nahmen die Nadelverluste zwischen 2003 und 2007 wieder zu. Nach einem positiven Trend in den eher feuchten Jahren zwischen 2009 und 2012 ist der Anteil deutlich geschädigter Kiefern in den letzten beiden Jahren wieder auf das Niveau der trockenen Jahre zwischen 2002 und 2008 angestiegen. Zwar ist auch bei der Kiefer der Kronenzu­ stand zwischen den Altersbereichen differen­ ziert, anders als bei der Baumart Fichte finden die Veränderungen im Kronenzustand jedoch in gleichem Maße bei älteren und jüngeren Kiefern statt.

60 %

80 % ungeschädigt KV (> 60 Jahre)

100 %

deutlich geschädigt KV (< 60 Jahre)

schwach geschädigt KV (alle Alter)

Abb. 28: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) der Kiefer von 1991 bis 2014

Befallsfläche [ha] 10.000

8.000

6.000

4.000

2.000

0

1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 behandelt mit Nomolt behandelt mit Karate stark geschädigt (>50 % Nadelverlust) merklich geschädigt (30 - 50 % Nadelverlust)

behandelt mit Dimilin

Abb. 29: Jährliche Befallsflächen der Nonne und, soweit erfolgt, der davon mit Insektiziden behandelten Flächen seit 1990

Der Trend der letzten Jahre mit einer gut fruk­ tifizierenden Kiefer setzt sich 2014 in ähnli­ chem Maß fort. An 53 % aller Kiefern wurde geringer und an 25 % wurde kein Zapfenbe­ hang registriert. Bei den älteren Kiefern macht der Anteil der Bäume mit mittlerer bis hoher Anzahl an Zapfen 28 % aus (vgl. Tab. 7, An­ hang). Im sächsischen Tiefland traten in den zurück­ liegenden Jahren insbesondere an der Kiefer wiederholt Massenvermehrungen biotischer Schädlinge auf. Deren Populationsdichten

werden im Rahmen des Forstschutzmeldewe­ sens kontinuierlich überwacht. Von den routinemäßig überwachten nadelfres­ senden Insekten geht in diesem Jahr von Non­ ne und Kiefernspinner das größte Gefähr­ dungspotenzial aus. Dies ist jedoch auf die nördlichen Teile der Landkreise Görlitz und Bautzen begrenzt. Die bereits im Juni und Juli 2013 merklichen bis starken Fraßschäden auf einer Fläche von ca. 450 ha im Bereich der Muskauer Heide, haben sich in diesem Jahr in einigen Randbereichen fortgesetzt. Anfang Mai fand in diesem Gebiet eine Bekämpfung der

Nonne mittels Luftfahrzeug auf einer Fläche von ca. 125 ha statt. Die anschließend durch­ geführten Erfolgskontrollen bestätigten für diese Waldbestände die Wirksamkeit der durchgeführten PSM (Pflanzenschutzmittel)Behandlung mit „Karate® Forst flüssig“. Östlich von Hoyerswerda trat in diesem Sommer ein neues Befallsareal mit einer Gesamtgröße von ca. 370 ha (davon mindestens merklicher Fraß auf ca. 120 ha) auf. Durch Fraß bedingte flä­ chige Absterbeerscheinungen sind in den Be­ fallsgebieten in 2014 nicht aufgetreten. Im Herbst 2014 und Winter 2014/2015 ist auf Ba­ sis weiterer Überwachungsverfahren eine Prognose der Befallsent­ wicklung und ggf. erforder­ licher Maßnahmen für 2015 möglich. Die Abb. 29 verdeutlicht den ty­ pischen Massenwechsel dieses Fortschädlings in den letzten 25 Jahren. Der Kiefernspinner war mit unterschiedlichen An­ teilen an den hauptsächlich von Nonnenraupen verursachten Fraßschäden beteiligt. Regional auffällig war in diesem Jahr auf ca. 1.450 ha Kiefernbeständen in Nordostsachsen die Entnadelung des jüngsten Nadeljahrgan­ ges verursacht durch Kiefernnadelgallmü­ ckenarten. Bereits 2013 wurden im gleichen Gebiet auf ca. 1.260 ha die gleichen Schäden festgestellt. Der Fraß der Larven dieser Arten führt durch Aushöhlung der Nadelbasis zu „Sollbruchstellen“ der Nadeln. Es entstand da­ mit das auffällige Schadbild wie in Abb. 30 zu sehen ist. | 31

Abb. 30, großes Bild: 2014 (Baum links) bzw. überwiegend 2013 (Bäume rechts) entstandene Schäden durch Kiefernnadelscheidengallmücken; kleines Bild: Nahaufnahme eines von Kiefernnadelscheidengallmücken ge­ schädigten Triebes

Sonstige Nadelbäume Über den gesamten Zeitraum hinweg zeigt sich bei den sonstigen Nadelbäumen ein deut­ licher Trend steigender Werte der mittleren Kronenverlichtung. Mit 17,5 % erreichte die Zeitreihe im vergangenen Jahr ihr Maximum (siehe Abb. 31). In diesem Jahr wurden mit 15,3 % merklich niedrigere Benadelungsver­ luste festgestellt. Dennoch bleiben die Ergeb­ nisse der sonstigen Nadelbäume weiterhin hinter der Fichte zurück. Der Anteil mit vitaler Kronenstruktur macht in etwa die Hälfte der Bäume (52 %) aus und der Anteil der Bäume mit deutlich negativen Kro­ nenstrukturen erreicht 14 %. Der in den vergangenen Jahren sehr augen­ scheinliche Befall von Lärchenbeständen durch die Lärchenminiermotte (Coleophora la­ ricella Hb.) ging in diesem Jahr weiter zurück und beeinflusst den Benadelungszustand die­ ser Baumart kaum noch (siehe Abb. 32).
Befallsfläche [ha] 3.500 3.000 2.500 2.000 1.500 1.000 500 0

1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 0% deutlich geschädigt 20 % 40 % schwach geschädigt 60 % ungeschädigt 80 % KV (alle Alter) 100 %

Abb. 31: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) der sonstigen Nadelbäume von 1991 bis 2014

1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

Abb. 32: Befallsfläche von Lärchenbeständen durch Lärchenminiermotte von 1989 bis 2014

Kronenzustand an Laubbäumen
Laubbäume, allen voran die Birke, nehmen le­ diglich 32 % der Waldfläche des Freistaates Sachsen ein. Der Flächenanteil der natürli­ cherweise vorkommenden Hauptbaumarten Eiche und Buche beträgt zusammen sogar nur 13 %. Der jährliche Laubfall bedingt einen gegenüber den Nadelbäumen andersartigen Stoffhaushalt bei Laubbäumen. Die daraus resultierende in­ tensivere Photosynthese ermöglicht eine ra­ sche Kompensation der für den Laubaustrieb benötigten Stoffwechselprodukte. Darüber hi­ 32 | naus müssen Laubbäume jedoch auch genü­ gend Reservestoffe für die Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen im Winter bilden. Diese werden in den lebenden Zellen im Holz und der Rinde gespeichert. In der Regel reicht die­ ser Vorrat an Reservestoffen sogar für einen wiederholten Laubaustrieb nach partiellem bis vollständigem Blattverlust durch Insektenfraß oder Frostschäden aus. Ohne aufwendige biochemische Untersuchun­ gen kann der Vorrat an Speicherstoffen jedoch nicht eingeschätzt werden. Für die Beurteilung des Kronenzustandes bedeutet dies, dass hohe Blattverluste nicht zwangsläufig mit einer ver­ minderten Vitalität gleichgesetzt werden dür­ fen.

Eiche Gerade die Eiche ist ein Musterbeispiel für die hohe Veränderlichkeit des Belaubungszustan­ des. Die Vitalität dieser Baumart drückt sich in ihrer ausgeprägten Regenerationsfähigkeit

1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 0% deutlich geschädigt 20 % 40 % schwach geschädigt 60 % ungeschädigt 80 % KV (alle Alter) 100 %

einer räumlichen Ausdehnung bzw. einer Zu­ nahme der Befallsintensität. Im Landkreis Nordsachsen (FoB Taura) wurde, nachdem in den Vorjahren in dieser Region zunächst nur Falterfänge in Pheromonfallen und 2013 punktuell auch Raupen das Auftreten dieses Art anzeigten, in 2014 das Vorkommen von Raupen / Gespinsten Raupen / Gespinsten (siehe Abb. 34) bestätigt. Die Pheromonfallenfänge deuten auf einen Dichteanstieg hin. Da in dieser Zeit auch die Überwachung intensiviert und auf Bereiche außerhalb des Waldes ausgedehnt wurde, ist diese Entwicklung aber schwer quantifizierbar. In diesem Jahr erfolgten wieder punktuell me­ chanische Gegenmaßnahmen. Abgesehen von den bisher für den Wald unbedenklichen Fraß­ schäden führt ein direkter Kontakt mit den Raupenhaaren des EPS zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Menschen. Die Abb. 36 Abb. 36 zeigt die 2014 von den Forstbehörden EPSregistrierte regionale Verteilung der EPS­ Nachweise.

Abb. 33: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) der Eiche von 1991 bis 2014

aus, für die das aktuelle Jahr erneut ein Bei­ spiel ist. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Anteil der Eichen mit deutlichen Blattverlus­ ten/Verfärbungen von 52 auf 35 % zurück. Und auch der mittlere Blattverlust liegt mit 25 % 25 % wieder auf dem Niveau von 2008 bis 2010 (Abb. 33). Mit 1,1 % der Eichen liegt die Mortalität zwar noch über ihrem Durchschnitt, aber deutlich unter den knapp 2 % des letzten Jahres. Damit dürfte die durch verstärkten Insekten­ fraß, extrem feuchter Sommerwitterung 2013 und den vorausgegangenen strengen Wintern hervorgerufene Stresssituation des Reserve­ stoffhaushaltes abnehmen. Die Fruchtbildung spielt weiterhin eine unter­ geordnete Rolle, da 61 % der untersuchten Ei­ chen keine und 33 % eine leichte Fruchtbil­ dung aufwiesen. Das bedeutet gerade einmal 6 % der Eichen tragen deutliche bis starke Mast. Es kann aber davon ausgegangen wer­ den, dass die Fruktifikation im Rahmen der Waldzustandserhebung eher unterschätzt wird, weil die Früchte noch verhältnismäßig klein und schlecht erkennbar sind. Die im Frühjahr 2014 in Eichenbeständen Frostspannerdurch Frostspanner­ und Wicklerarten verur­ sachten Fraßschäden fielen wesentlich gerin­ ger als in den Vorjahren aus (siehe Abb. 35). Die zum Teil sehr hohen Populationsdichten der Frostspanner (vor allem Gemeiner Frost­ spanner), die in den letzten Jahren sehr um­ fangreiche Fraßschäden verursachten, sind vermutlich bereits in der Saison 2013 in eini­ gen Gebieten durch ungünstige Witterungs­

bedingungen (starke Niederschläge und zum Teil kühle Witterung) während der Larvalent­ wicklung sowie andernorts auch durch Fraß­ konkurrenz der Raupen (Folge: Verhungern) zusammengebrochen. Regional wiesen jedoch im Herbst/Winter 2013/2014 noch einige Pro­ bebestände sehr hohe Belagsdichten von Frostspannern auf und deuteten damit ein Ge­ fährdungspotenzial für das Frühjahr 2014 an. Kontrollen des Schlupfes der Frostspannerrau­ pen im zeitigen Frühjahr belegten dann gerin­ ge Schlupfdichten und deuteten zudem bereits auf eine eingeschränkte Vitalität der schlüp­ fenden Individuen hin. Vermutlich haben die im Vorjahr ungenügend ernährten Frostspan­ Herbst  W inter nerweibchen im Herbst /  Winter nur wenige und schlecht versorgte Eier an den Bäumen abgelegt. Auch ein Einfluss der insgesamt mil­ den Winterwitterung auf die überwinternden Eier ist nicht auszuschließen. FrostspannerWie sich die Populationen der Frostspanner­ und Wicklerarten ab 2015 weiterentwickeln, können erst die Standardverfahren zur Über­ wachung dieser Arten im Herbst/Winter 2014/2015 und Frühjahr 2015 zeigen. Auch 2014 wurde in Sachsen das 2012 erst­ malig und in 2013 wiederholt festgestellte, aber lokal auf den nördlichen Stadtrand von Dresden und die angrenzende Dresdner Heide begrenzte Auftreten des Eichenprozessions­ spinners (EPS) bestätigt. In diesem Jahr kam ein daran räumlich anschließender Raupen­ fund als Erstnachweis für den Landkreis Baut­ zen hinzu. Dieser sehr diffuse Befall ermög­ licht keine eindeutigen Aussagen hinsichtlich
Abb. 34: Raupennest (oben) und Nahaufnahme einer Raupe (unten) des Eichenprozessionsspinners

| 33

Befallsfläche [ha] 8.000

6.000

4.000

2.000

0

1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 davon stark befressen

davon merklich befressen

Befallsfläche [ha] 3.500 3.000 2.500 2.000 1.500 1.000 500 0

1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 davon stark befressen

davon merklich befressen

Abb. 35: Befallsflächen [ha] durch Eichenwickler (oben) und Frostspanner (unten) 1989 bis 2014

34 |

	

Nachweis von Gespinsten und/oder Raupen in 2014

Pheromonfang (Falter je Falle in der Saison) 	 21 bis 50 	 	 	 11 bis 20 6 bis 10

1 bis 5 	0 0 	 Nachweis von EPS-Gespinsten/Raupen im Landkreis EPS­Gespinsten/Raupen 	Landeskreisgrenze Landeskreisgrenze

Abb. 36: Nachgewiesenes Auftreten des Eichenprozessionsspinners in Sachsen in 2014 (Daten von den unteren Forstbehörden der Landkreise / kreisfreien Städte und Landkreise kreisfreien Sachsenforst)

Buche Mit zunehmendem Alter verschiebt sich bei Bäumen die Relation von produzierender Bio­ masse (grüne Blätter) zugunsten der verbrau­ chenden Biomasse (Holzmasse in Stamm und Zweigen), womit gewisse Vitalitätseinbußen und aufwendigere Reaktionsmechanismen verbunden sind. Die Rotbuche ist im Vergleich zu den anderen Baumarten die Baumart mit dem höchsten Durchschnittsalter in der Stichprobe. In Ver­ bindung mit den relativ hohen Bestandesal­ tern und aufgrund fehlender artspezifischer Anpassungsmechanismen reagierte die Buche besonders stark auf das extreme Trockenjahr 2003. Im darauffolgenden Jahr 2004 erreichte die mittlere Kronenverlichtung mit 29 % ein erstes Maximum. Seit dieser Zeit setzte eine gewisse Erholung ein. Unterstützt wird dieser Trend durch den zu­ nehmenden Austausch von Stichprobenbäu­ men im Rahmen des Waldumbaues. So wur­ den in den letzten Jahren vor allem alte Kiefern durch junge Buchen ersetzt. Das mitt­ lere Alter der Buchen erreichte im Jahr 2009 mit 104 Jahren ein Maximum und fiel seither auf 95 Jahre ab. Die diesjährigen Blattverluste liegen im Mittel bei 20,8 % (vgl. Abb. 37). Dies entspricht wie­ der dem Niveau der Jahre vor 2003. Ein weiterer Einflussfaktor ist die Fruchtbil­ dung. So stiegen in den Jahren 2009 und 2011, in denen fast alle Buchen intensiv mit Buch­ eckern behangen waren, die Blattverluste je­

1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 0% deutlich geschädigt 20 % 40 % schwach geschädigt 60 % ungeschädigt 80 % KV (alle Alter) 100 %

Abb. 37: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) der Buche von 1991 bis 2014

weils stark an. Mit einer mittleren Kronenver­ lichtung von 29,7 % stellt das Jahr 2009 das Maximum der Zeitreihe dar. In diesem Jahr wiesen im Kollektiv der älteren Buchen 43 % der Bäume geringen und 45 % mittleren bis starken Fruchtbehang auf. Ledig­ lich an 12 % der Bäume wurden keine Früchte registriert. Trotz der merklichen Fruktifikation wiesen in diesem Jahr nur 29 % der Buchen ungünstige Kronenzustände auf (Abb. 38). Der

in den letzten beiden Jahren geringere Frucht­ behang wirkt sich damit noch immer günstig auf den Belaubungszustand der Buchen aus. Die jährliche Mortalität der Buche liegt im Mittel bei 0,2 % der Stichprobenbäume. Damit sind die älteren Individuen dieser Baumart trotz des ungünstigen Kronenzustandes die konstantesten innerhalb der Stichprobe.

| 35

[%] 100 80 60 40 20 0 stark

1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 mittel gering

Abb. 38: Fruktifikation der älteren (über 60-jährigen) Buchen von 1991 bis 2014 60­jährigen)

Sonstige Laubbäume Die Gruppe der sonstigen Laubbäume wird mit einem Anteil von mehr als 50 % von der Birke dominiert. Daneben treten die beiden heimi­ schen Ahornarten, Gemeine Esche, Hainbuche, Winterlinde, Roteiche, Roterle, Eberesche, Pap­ pel und Aspe in der Stichprobe häufiger auf. Der Kronenzustand der Baumartengruppe weist, ähnlich wie die Eiche, aber nicht so aus­ geprägt, eine relativ hohe Variabilität über den gesamten Zeitraum auf. In der Zeitreihe hebt sich eine Phase hoher Blattverluste zwischen 1999 und 2008 mehr oder weniger deutlich von den übrigen Jahren mit unterdurch­ schnittlichen Werten ab. Vor allem zwischen 2004 und 2008 starben zudem überdurchschnittlich viele der sonsti­ gen Laubbäume ab oder wurden planmäßig genutzt. Auch in den letzten beiden Jahren ist die Mortalität wieder leicht angestiegen. Als kurzlebige Baumarten haben die in dieser Baum­ rtengruppe dominierenden Birken und Bauma artengruppe Aspen ihr physiologisches Optimum zumeist schon überschritten. So ist es nur allzu natür­ lich, dass selbst Bäume mit einer hohen Standortstoleranz mit zunehmendem Alter auf die sommerlichen Trockenphasen kaum noch reagieren können. Eine Fähigkeit, die insbe­ sondere in den von wiederholten Trockenperi­ oden gekennzeichneten Wuchsgebieten im sächsischen Tief- und Hügelland, wo mehr als Tief­ drei Viertel der sonstigen Laubbäume stocken, gefragt ist. Im Vergleich zum Vorjahr stieg einzig in dieser Baumartengruppe der mittlere Blattverlust an und liegt bei 19,2 %. Die Gruppe der Bäume mit leichten Kronenverlichtungen ist dabei mit 46 % nahezu konstant geblieben. Der Anstieg

1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 0% deutlich geschädigt 20 % 40 % schwach geschädigt 60 % ungeschädigt 80 % KV (alle Alter) 100 %

Abb. 39: Schadstufenverteilung und mittlere Kronenverlichtung (KV) der sonstigen Laubbäume von 1991 bis 2014

des Mittelwertes folgt daher aus einer Ver­ schiebung des Anteils von Bäumen ohne Kro­ nenverlichtung hin zu Bäumen mit deutlicher Kronenverlichtung (vgl. Abb. 39). Anders als in den übrigen Baumartengruppen findet sich in dieser Gruppe eine Reihe von Baumarten, deren Kronenzustand auf erhöhte Stressbelastungen hinweist: So könnte die schüttere und teilweise verfärbte Belaubung der Birke ein Hinweis auf den angespannten Bodenwasserhaushalt sein. Unsicher sind da­ gegen die Gründe der frühzeitigen Herbstfär­ bung bei Linden, die vereinzelt auftrat.

Zudem ist das vom Eschentriebsterben verur­ sachte Schadniveau nach wie vor hoch, wobei in den Beständen in der Regel sowohl abge­ storbene und stark geschädigte, als auch schwach bis nicht geschädigte Eschen vor­ kommen. Ein flächiges Absterben ist bisher nicht zu beobachten.

36 |

Tabellarische Übersichten

Tab. 1: Herleitung der kombinierten Schadstufe aus Kronenverlichtung (KV) und Vergilbung
Kronenverlichtung [%] 0 - 10 0 - 10 11 - 25 26 - 60 61 - 99 100 0 1 2 3 4 Anteil vergilbter Nadeln / Blätter [%] 11 - 25 0 1 2 3 26 - 60 1 2 3 3 61 - 100 2 2 3 3 -

	

	

0 = ohne Schadmerkmale 1 = schwach geschädigt 2 = mittelstark geschädigt 3 = stark geschädigt 4 = abgestorben

}

deutlich geschädigt

Tab. 2: Baumarten- und Altersklassenverteilung der Stichprobenbäume im 4 x 4-km-Raster (entspricht 283 Stichprobenpunkten bzw. 6792 Bäumen; Angaben in %)
Baumart/Baumartengruppe Aktuelle Verteilung* Stichprobe Altersklasse bis 20 Buche Eiche Fichte Kiefer sonstige Laubbäume sonstige Nadelbäume alle Baumarten *BWI³ 4,2 8,6 34,4 28,2 18,7 3,8 (97,9 + 2,1) Blößen 3 6 42 31 14 4 100 15 0 1 1 8 2 3 21 - 40 1 6 16 17 26 55 18 41 - 60 11 20 18 24 17 21 20 61 - 80 21 16 15 21 28 7 18 80 - 100 13 12 23 19 14 7 17 >100 41 46 27 18 7 8 22

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Tab. 3: Schadstufenverteilung nach Baumarten/Baumartengruppen (Angaben in %)
Schadstufe 0 Baumart/ Baumartengruppe Fichte bis 60 Jahre über 60 Jahre Kiefer bis 60 Jahre über 60 Jahre Sonstige Nadelbäume Nadelbäume Buche Eiche Sonstige Laubbäume Laubbäume Alle Baumarten bis 60 Jahre über 60 Jahre ohne Schadmerkmale 46 79 29 34 53 19 52 42 29 17 36 30 39 61 24 1 schwach geschädigt 42 18 54 54 42 64 34 46 42 48 46 46 46 31 56 2 mittelstark geschädigt 11 3 16 12 5 17 12 11 29 32 16 22 14 7 19 3 und 4 stark geschädigt/ abgestorben 1 0 1 0 0 0 2 1 0 3 2 2 1 1 1 2-4 deutlich geschädigt 12 3 17 12 5 17 14 12 29 35 18 24 15 8 20

Tab. 4: Häufigkeit (%) des Auftretens von Nadel-    lattvergilbungen, Insekten- und Pilzbefall sowie Blüte    ruktifikation nach Intensitäts­ tufen /B /F s
Baumart/Baumartengruppe Anteil vergilbter Nadeln/ Blätter 11 - 25 Fichte Kiefer Sonstige Nadelbäume Buche Eiche Sonstige Laubbäume Alle Baumarten 2 0 1 2 1 1 1 26 - 60 1 0 1 0 0 0 0 >60 0 0 0 0 0 0 0 gering 0/0 14/1 3/0 21/0 66/12 60/2 17/2 Insektenbefall/ Pilzbefall mittel 0/0 1/0 0/0 0/0 5/2 4/0 1/0 stark 0/0 0/0 0/0 0/0 0/2 0/0 0/0 Blüte bzw. Fruktifikation alle Alter/ über 60 Jahre gering 14/33 50/55 21/21 12/43 24/36 17/23 27/40 mittel 6/14 12/25 11/0 2/33 5/6 11/16 9/18 stark 1/4 0/4 2/0 2/12 0/1 3/7 1/5

Tab. 5: Baumartenverteilung der Stichprobe in den Wuchsregionen (Angaben in %)
Wuchsregionen Westliches Tiefland Östliches Tiefland Mittelsächsisches Löss-Hügelland und Erzgebirgsvorland Lausitzer Löss-Hügelland und Becken Vogtland Erzgebirge Elbsandstein- und Zittauer Gebirge Auen (Elbe und Weiße Elster) Sachsen Ges. 11 25 11 10 5 30 7 1 100 bis 60 43 41 42 36 46 38 50 0 41 über 60 57 59 58 64 54 62 50 100 59 Fichte 4 5 46 44 67 84 40 0 42 Kiefer 52 78 6 19 10 1 24 0 31 sonstige Nadelbäume 2 0 3 4 5 6 20 0 4 Buche 2 1 5 8 2 4 5 0 3 Eiche 12 4 15 6 5 0 4 50 5 sonstige Laubbäume 28 12 25 19 11 5 7 50 14

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Tab. 6: Schadstufenverteilung in den Wuchsregionen
Wuchsregion Kollektiv Baumart / Alter Westliches Tiefland Alle bis 60 Jahre über 60 Jahre Kiefer sonst. Lb. Östliches Tiefland Alle bis 60 Jahre über 60 Jahre Kiefer bis 60 Jahre über 60 Jahre sonst. Lb. Mittelsächsisches Löss-Hügelland und Erzgebirgsvorland Alle bis 60 Jahre über 60 Jahre Fichte Lausitzer Löss-Hügelland und Becken Alle bis 60 Jahre über 60 Jahre Fichte Vogtland Alle bis 60 Jahre über 60 Jahre Fichte Erzgebirge Alle bis 60 Jahre über 60 Jahre Fichte bis 60 Jahre über 60 Jahre Elbsandsteingebirge und Zittauer Gebirge Alle bis 60 Jahre über 60 Jahre Fichte Auen Sachsen Alle Alle Anzahl 744 319 425 388 210 1728 716 1012 1351 544 807 208 744 315 429 340 672 242 430 293 360 165 195 242 2016 766 1250 1688 566 1122 480 240 240 192 48 6792 0 23 34 15 19 39 40 63 23 40 65 22 34 43 68 24 46 43 68 24 42 40 64 19 42 48 75 31 50 84 33 28 47 10 19 13 39 Schadstufen (%) 1 53 48 57 57 43 49 30 62 52 33 64 42 42 26 53 40 42 26 53 49 51 33 66 48 37 16 50 38 13 50 57 50 64 63 50 46 2-4 24 18 28 24 18 11 7 15 8 1 13 24 15 5 23 14 15 5 23 9 9 3 14 10 15 9 19 12 3 17 15 4 26 18 38 15

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Glossar

Abiotische Schäden: Schäden, welche durch unbe­ lebte Umweltfaktoren (z. B. Schnee, Sturm, Sonne) hervorgerufen werden Altmoräne: Unsortierte Lockergesteinsdecken, wel­ che während der Elster- und der Saalekaltzeit durch das Gletschereis abgesetzt und in der folgenden Weichselkaltzeit durch Erosion und Frostbewegun­ gen stark überformt wurden Biotische Schäden: Schäden, die durch belebte Umweltfaktoren (z. B. Menschen, Wild, Insekten, Pil­ ze) hervorgerufen werden Bruchholz: Holz, welches durch den Bruch des Schaftes bzw. des Stammes eines Baumes, z. B. in­ folge eines Schadereignisses wie Sturm oder Nass­ schnee, angefallen ist Chloroplasten: Enthalten photoaktive Farbstoffe wie Chlorophyll oder Carotinoide zur Durchführung der Photosynthese und damit den Aufbau von ener­ giereichen Kohlenstoffverbindungen aus Kohlen­ stoffdioxid (Assimilation) Denitrifikation: Reduktion von Nitrat im Boden zu gasförmigen Stickstoffverbindungen (Lachgas, Stickstoffdioxid) oder molekularen Stickstoff und das anschließende Entweichen dieser Moleküle in die Atmosphäre Deposition: Ablagerung bzw. Absetzen von gelös­ ten, staubförmigen oder gasförmigen Luftinhalts­ stoffen in ein Ökosystem Emission: Freisetzung bzw. Austrag von gelösten, staubförmigen oder gasförmigen Stoffen Feldkapazität: Bodenwassergehalt [Vol. %], der sich in einem zunächst wassergesättigten Boden nach drei bis vier Tagen einstellt Flachgründigkeit: Durchwurzelbarkeit eines Bodens von weniger als 30 cm Tiefe Heide: Ursprünglich „unkultiviertes Land“, „Wald­ gegend“ bedeutend, steht der Begriff heute für ei­ nen nutzungsbedingten zwerg- und kleinstrauch­ reichen Landschaftsttyp, der sich jedoch in seiner früheren Bedeutung als Name vieler Waldgebiete erhalten hat

Immission: Eintrag von gelösten, staubförmigen oder gasförmigen Luftinhaltsstoffen in ein Ökosys­ tem Johannistrieb: Zweiter Blattaustrieb innerhalb eines Jahres im Juni (Johannistag), der unter bestimmten Witterungsbedingungen bei einigen Laubbäumen wie Eiche, Buche oder Ahorn vorkommt und insbe­ sondere für die Kompensation von Blattschäden durch Insektenfraß oder Pilzbefall bedeutsam ist Klimatische Wasserbilanz: Differenz aus realem Niederschlag und potenzieller Verdunstung; ist sie negativ, können Wasserdefizite im Boden auftreten, ist sie positiv, kann Versickerung und Abfluss statt­ finden Kronenverlichtung: Gutachterlich eingeschätzter Nadel- oder Blattverlust eines Baumes in Prozent, im Vergleich zu einem vollbenadelten bzw. -belaub­ ten Referenzbaum Kurzschwanzmäuse: Zur Unterfamilie der Wühler gehörig, die synonym auch als Wühlmäuse bezeich­ net werden und einen Schwanz besitzen, der maxi­ mal ¼ der Körperlänge aufweist, forstlich relevant sind dabei Erd-, Feld-, Rötel- und Schermaus Lebensraumtyp: Zusammenfassung bedrohter, be­ sonderer oder typischer natürlicher Lebensräume, welche auf Grundlage der Richtlinie 92/43/EWG zu erhalten oder wiederherzustellen sind Löss: Kaltzeitliches, windverfrachtetes Sediment­ lockergestein, welches zur Familie der Tongesteine gehört Monitoring: Dauerhafte, systematische Überwa­ chung von Erscheinungen und Abläufen Natura 2000: Zusammenhängendes europäisches Netz von Schutzgebieten zum Zwecke des Schutzes von Lebensraumtypen, Arten und deren Habitaten Nutzbare Feldkapazität: Anteil des Bodenwassers, welches für die Pflanze nutzbar ist, was der Diffe­ renz aus Wasserspeicherkapazität des Bodens, Tot­ wassergehalt und Feldkapazität entspricht Permanenter Welkepunkt: Kennzeichnet den Punkt, ab dem es Pflanzenwurzeln in der Regel nicht mehr möglich ist, Wasser aus dem Boden aufzuneh­ men

Phänologischer Garten: Garten mit typischen Zei­ gerpflanzen zur Beobachtung und zum Vergleich des exakten Zeitpunktes der im Jahresverlauf auftreten­ den Entwicklungserscheinungen der Natur, wie z. B. Blattaustrieb, Blüte, Fruchtreife, Blattfall Pheromonfallen: Fallen, welche innerartlichen Bo­ tenstoffen nachempfundene Locksubstanzen zum Anziehen von Schadinsekten nutzen, bekanntestes Beispiel sind sternförmig verbundene Schlitzfallen für Borkenkäfer Totwassergehalt: Anteil des Wassers [Vol. %], das in den Feinporen des Bodens so stark durch Kapil­ larkräfte gebunden ist, dass es durch die Pflanze nicht aufgenommen werden kann. Varianz: Streuungsmaß, welches den Umfang eines Datenkollektives mit berücksichtigt Wasserspeicherkapazität Wassergehalt des maximal wassergesättigten Bo­ dens [Vol. %], der theoretisch dem Gesamtporen­ volumen des Bodens entspricht Winterbodensuche: Verfahren, bei dem repräsen­ tative Flächen in Kiefernwäldern systematisch nach überwinternden Insektenstadien von Forleule, Kie­ fernspanner, Kiefernspinner und Kiefernbuschhorn­ blattwespen abgesucht werden; festgestellte Belags­ dichten geben dabei Auskunft über das potenzielle Gefährdungsrisiko durch Insekten in der folgenden Vegetationsperiode Wuchsgebiet: Gebiet mit ähnlichen Wuchsbedin­ gungen für Pflanzen aufgrund vergleichbarer geolo­ gischer, klimatischer und reliefbedingter Ausgangs­ bedingungen, es entspricht dem geographischen Naturraum und vereinigt verschiedene Wuchsbezir­ ke bzw. Großlandschaften miteinander Wuchsregion: Gruppe von Wuchsbezirken, in denen vergleichbare boden- und geländebedingte Stand­ ortseigenschaften vorherrschen Wurfholz: Holz, welches durch den Fall eines ge­ samten Baumes einschließlich Wurzel, z. B. infolge eines Schadereignisses wie Sturm oder Wasser, an­ gefallen ist

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Literatur

Jacob, F.; Andreae, H. und Eisenhauer, D.-R. (2013): Bundesweites Fachkolloquium zur Bo­ denschutzkalkung in Dresden, AFZ-Der Wald, 13, 4-8. Kluge, H. (1993): Nur die Buchen überlebten. Forst und Holz 48, 462-466. LAF (2000): Leitfaden Forstliche Bodenschutz­ kalkung in Sachsen. Schriftenreihe der Säch­ sischen Landesanstalt für Forsten, Heft 21/2000. Zirlewagen, D.; Raben, G. und Weise, M. (2007): Zoning of forest health conditions based on a set of soil, topographic and vege­ tation parameters. Forest Ecology and Ma­ nagement 248, 43-55.

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Herausgeber: Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) Postfach 10 05 10, 01076 Dresden Telefon: 	 +49 351 564-6814 Telefax: 	 +49 351 564-2059 E-Mail: 	 info@smul.sachsen.de Internet: 	www.smul.sachsen.de Redaktion: Staatsbetrieb Sachsenforst Bonnewitzer Straße 34 01796 Pirna, Graupa Telefon: 	 +49 3501 542-0 Telefax: 	 +49 3501 542-213 E-Mail: 	 poststelle.sbs@smul.sachsen.de Internet: 	www.sachsenforst.de Fotos: Staatsbetrieb Sachsenforst Gestaltung, Satz: Initial Werbung & Verlag Druck: Druckerei Schütz GmbH Papier: Gedruckt auf PEFC-zertifiziertem Papier Redaktionsschluss: 30. Oktober 2014 Bezug: Es können keine gedruckten Exemplare bezogen werden. Der Waldzustandsbericht kann unter www.sachsenforst.de und www.wald.sachsen.de herun­ tergeladen werden. Verteilerhinweis: Diese Informationsschrift wird von der Sächsischen Staatsregierung im Rahmen ihrer verfas­ sungsmäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Wahlen. Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsstän­ den der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informatio­ nen oder Werbemittel. Untersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zur Verwendung bei der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende Druckschrift nicht so verwendet werden, dass dies als Parteinahme des Herausgebers zugunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte. Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Vertriebsweg, also unabhängig davon, auf wel­ chem Wege und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem Empfänger zugegangen ist. Erlaubt ist jedoch den Parteien, diese Informationsschrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder zu verwenden. Copyright: Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die des Nachdruckes von Auszügen und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten.

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