Path:
Gewerbe-Institut

Full text: Berlin und seine Umgebungen im neunzehnten Jahrhundert (Public Domain)

162 
BERLIN IM NEUNZEHNTEN JAHRHUNDERT. 
welche die freie Wahl zusammengeführt hat. Einem erwählten Vorstande ordnet sich 
der gesammte Verein unter; die einzelnen Mitglieder theilcn sich nach der Art ihrer 
gewerblichen Betriebsamkeit in mehrere Abtheilungen, deren Vorsteherschaft wiederum 
durch Wahl besetzt wird. Den Plenarsitzungen, denen jedes Mitglied des Vereins 
beiwohnen kann, ist durch Sr. Majestät den König der grosse Saal des Gebäudes 
huldreichst angewiesen worden. Die Verhandlungen derselben werden jährlich in 
6 Lieferungen herausgegeben. Aber nicht nur den Plenarsitzungen hat die Gnade 
Sr. Majestät ein geräumiges Lokal angewiesen, sondern auch die Bibliothek und die 
Sammlungen fanden in dem Anbau, der durch den Ankauf eines Nebenhauses im Jahre 
1828 gewonnen werden konnte, in den oberen Stockwerken ihren Platz, während im 
untersten Stockwerk eine geräumige Zeichenklasse eingerichtet ist, für die Schüler des 
Gewerbe-Instituts, denen in diesen Gebäuden von 8 Lehrern, unter der Direction des 
Dirigenten der Gewerbeabtheilung im Ministerium, Unterricht in den mathematischen, 
physikalischen und chemischen Wissenschaften, im Modelliren und Bossiren ertheilt 
wird. Ausserdem lernen die Schüler hier Giessen und Ciseliren und erwerben in allen 
Arten der Holzarbeiteu die gehörige Fertigkeit. So werden aus ihnen Maschinenbauer 
gebildet und Vorsteher grosser Fabriken und anderer Industrieanstalten. — In demselben 
Hause findet endlich noch drittens die technische Gewerbe-Deputation ihr Geschäfts 
lokal, deren Bestimmung es ist, die Gewerbekunde zu verbreiten, und die Ergebnisse 
ihrer Forschungen dem Ministerium mitzutheilen, und die von demselben geforderten 
Gutachten zu bearbeiten. Ein Director und 7 Mitglieder sind zu dieser Deputation 
berufen. Der grosse Umfang aber des Hauses erlaubt es, ausser diesen Geschäftslokalen, 
noch für 2 grössere Dienstwohnungen und eine Wohnung für den Kastellan Baum zu 
finden, von denen jene in dem dritten, diese in dem untersten Stockwerk befindlich sind. 
Was man ausser den beiden eben beschriebenen Häusern auf unserem Bilde noch 
sieht, ist ein Theil der Klosterstrasse, der durch die Parochialkirche abgeschlossen wird. 
Die linke Seite des Bildes zeigt zunächst das Graue Kloster und das Lagerhaus, über 
deren Geschichte schon in den früheren Heften referirt worden ist. Das Thürmchcn 
auf der Sternwarte des Grauen Klosters ist wohl nur erst projektirt. 
Das Paxais des Prinzen Wilhelm, 
SOHNES SR. MAJ. DES KÖNIGS, KÖNIGE. HOHEIT. 
Das Palais unter den Linden Nr. 37., welches im 17ten Jahrhunderte der Oberst 
r. 1Veiler erbaute, wurde von dessen Erben an den Markgrafen Wilhelm v. Schwedt 
verkauft, nach dessen Tode es später königlich wurde. In den neueren Zeiten war es 
die Wohnung des Feldmarschalls Grafen v. Tauent&ien - Wittenberg; es erhob sich 
zu der Höhe von 2 Stockwerken, und war ausgestattet mit einer Rampe und einem 
kleinen freundlichen Gärtchen neben dem Hause, nach dem Operaplatze und der KönigL 
Bibliothek hin gelegen. Als der Feldmarschall gestorben, erhielt das Palais Se. Königl. 
Hoheit der Prinz Wilhelm, Sohn Sr. Majestät des Königs, der es zunächst nur für 
Seine dringendsten Bedürfnisse ausbauen und einrichten liess. Ein grösserer Umbau 
stand dem ganzen Gebäude bevor, der dies Palais, in der schönsten Gegend der könig 
lichen Hauptstadt belegen, za einem der prächtigsten Gebäude Berlins umschuf, das
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.