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Sanssouci

Full text: Berlin und seine Umgebungen im neunzehnten Jahrhundert (Public Domain)

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Sanssouci. 
Schon in dem vorigen Hefte hatten wir über Sanssouci berichtet. Dieses Heft 
bietet nun eine neue Ansicht dar, welche das Schloss selbst darstellt, wie es über 
den sechs Terrassen in einer Höhe von 60 Fussen thront, Mau gewahrt die einfache 
Architektur des Gebäudes; und die runde Ausbeugung in dessen Mitte hegt gerade 
vor den hcraufführenden Stufen. Ebenso, wie diese Treppen nach dem Schlosse leiten, 
so führen zwei Auffahrten zu den beiden Seiten desselben. Zwischen diesen Auffahr 
ten und der emporführenden Treppe sind in den 6 über einander liegenden Terrassen 
840 Glasfenster angebracht, hinter denen die verschiedensten Arten in- und auslän 
discher Weine und andere Obstarten reifen. "Vor denselben ist die reiche Orangerie 
aufgestellt, die in der Blüthezeit die ganze Gegend mit dem süssen würzereichen Dufte 
füllt. Auf unserem Stahlstiche sind die Fenster durch die davorstehenden Orangen 
bäume verdeckt. Im Vordergründe sicht man das grosse Bassin, um welches herum 
die schönen Statuen von Pigalle, Adam und Michel stehen. Es ist eine grossartige 
und schön dargestelltc Götterversammlung, in welche man hier tritt. Den Mittelpunkt 
des Bassins bildet eine kleine Insel, auf welcher auf eine sechs Fuss hohe Marmor 
säule die schon oben erwähnte Büste des Herzogs von Bracciano, in Porphyr gehauen, 
gestellt ist. Die beiden, das Bild cinschliessendeu, Bäume sind aus jener oben gleich 
falls schon erwähnten Allee, welche auf eine würdige Weise in diese grossartige 
Schöpfung Friedrich des zweiten einführt. 
Das Neue Palais. 
Nach dem siebenjährigen Kriege liess Friedrich der Grosse am Ende des Gartens 
von Sanssouci ein Gebäude aufführen, das vor dem Kriege schon projectirt und in 
den Plänen vorhanden, erst in der Zeit der Buhe entstehen konnte. Friedrich hatte 
die Idee zu diesem Prachtbau selbst angegeben, und Büring und Le Gai waren es, 
welche nach diesen Ideen die Pläne entwarfen, so dass nach dem Hubertsburger 
Frieden 1763 unter Gontard's Leitung der Bau beginnen und derselbe 1769 bereits 
vollendet werden konnte. Die Hauptfacade des Gebäudes ist der, der Universität zu 
Berlin ähnlich. An das Hauptgebäude schliessen sich in rechten Winkeln 2 längere 
Flügel, welche durch ein eisernes Gitter verbunden sind; und parallel mit diesen, 
doch nicht so weit sich vorstreckend, laufen vom Hauptgebäude aus, in nicht grosser 
Entfernung von diesen längeren Flügeln, 2 kleinere einstöckige Flügel, von denen 
einer auf unserem Bilde links hervorschaut. Das Hauptgebäude selbst hat eine Front 
von 19 Fenstern, von welchen fünf einem Vorsprung in der Mitte des Schlosses, Licht 
geben. Dieser Vorsprung schliesst sich mit einer Attika und mit einem Fronton, 
welches durch Basreliefs geziert ist. Unter demselben befindet sich am Hauptgesimse 
der preussische Adler mit der Beischrift: Nec Soli cedit. Eine Kuppel deckt die 
126. Heft. 3
	        
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