Path:
Die Katholische Kirche

Full text: Berlin und seine Umgebungen im neunzehnten Jahrhundert (Public Domain)

62 
BERLIN IM NEUNZEHNTEN JAHRHUNDERT. 
ein sehr zierliches Ansehn giebt. Die unvollendete Darstellung im Giebelfelde stellt, 
nach den Zeichnungen, die Anbetung der Weisen aus dem Morgenlande 
dar; der drei Bildsäulen auf den Akroterien haben wir schon früher erwähnt. — Uebcr 
den Eingängen und Nischen, welche, in der Fronte, zwischen den Säulen angebracht 
sind, sieht mau Basreliefs aus der Geschichte Christi. Aus dem "Vestibüle führen 
3 Thüren in die Kirche, von denen gewöhnlich nur die zwei Seitenthüren gebraucht 
werden. Einen imposanten Eindruck macht die, von ßoumann gebaute, Kuppel, welche 
auf 24 Säulen, korinthischer Ordnung, ruht, und im Innern mit Cassetten, von Gagliari 
(dem Oheim und Lehrer des bekannten Dccorations-Malers Verona) gemalt ist. — 
Neben den sechs grossen, die Kirche trefflich erleuchtenden, Bogenfenstern stehen 
12 kolossale Bildsäulen der Apostel, von Ebenhecht, und hinter dem Hoch-Altäre 
erhebt sich eine ausgezeichnete Gruppe von weissem carrarischen Marmor, Christus 
und Maria Magdalena, auf tluirints Kosten von J. Melcliiorri (im J. 1750) gearbeitet. 
An einem Seitcnaltar sah man früher ein Altarblatt von Pesne. die Geburt Christi 
vorstellend, an einem andern ein Fresco-Bild von Gagliari, die h. Hedwig vor einem 
CruciQ.v; beide sind jetzt aber reponirt und durch eine Geburt Christi, von Veit, und 
eine h. Iledwig, von Herdt, ersetzt worden. Der einfache vveisse Ton des Anstrichs 
des unteren Theiles der Kirche erhöht noch das Grossartige des Anblicks. 
Hinter der Kirche, welche eine sehr schöne Orgel, vom Abte Vogler, besitzt, 
befindet sich eine kleinere, im J. 1778 aufgeführte, Rotunde, auf der die Glocken 
befindlich sind und die zur Sakristei und Beicht-Capelle gebraucht wird. — Zur Rechten 
auf unserem Bilde sieht man einen Theil der östlichen Fronte des K. Opernhauses: 
die Kuppel, welche sich, im Hintergründe, über dem Privathause, das die Ecke der 
Behrenstrasse bildet, erhebt, ist die des einen der Thürme auf dem Gendarmen-Markte, 
an den die französische Kirche angebaut ist, und der deswegen gewöhnlich der franzö 
sische Thurm heisst *). 
) »gl. oben S. 16.
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.