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Die Königliche Bibliothek

Full text: Berlin und seine Umgebungen im neunzehnten Jahrhundert (Public Domain)

BERLIN IM NEUNZEHNTEN JAHRHUNDERT. 
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während seines Aufenthalts in Constantinopel, als K. Preuss. Gesandter daselbst, gesam 
melt, dürften in Europa an Kostbarkeit kaum ihres Gleichen haben. — Für die Abtei 
lung der morgenländischen Handschriften hat die K. Bibliothek in den neuesten Zeiten 
noch sehr bedeutende Erwerbungen durch den Ankauf der von dem schweizerischen 
Missionar la Roche in Indien gesammelten, und durch den der Sammlung des Obersten 
Stuart in Bombay, gemacht. 
Hie Zahl der gedruckten Bücher, welche Fr. Wilken in seiner ausführlichen 
Geschichte der K. Bibliothek zu Berlin *) zu 250,000 angiebt, hat sich seit dieser Zeit 
so bedeutend vermehrt, dass man sie, in diesem Augenblicke (1834), zu mehr als 
300,000 annehmen kann, während die Zahl der Handschriften, die sich in jenem Jahre 
(1828) auf 4611 Bände belief, gegenwärtig wohl über 5000 Bände beträgt. Ton diesen 
Schätzen giebt es einen grossen handschriftlichen, alphabetischen Katalog in 291 Gross- 
Folio-Bänden, und einen Real- oder Fächer-Katalog in 193 Bänden, von denen nament 
lich 18 die klassische Litteratur, 54 die Geschichte, 26 die schöne Litteratur und Litt. 
Geschichte, 40 die Theologie und 12 die Natur-Wissenschaften, als die am besten und 
reichsten versehenen Fächer der Bibliothek, umfassen. Für die Diez'sehe, numerirte 
Bibliothek ist ein besonderes, alphabetisches Terzeichniss vorhanden. 
Die Liberalität, mit welcher die Regierung die Benutzung der sämmllichen gelehr 
ten Anstalten gestattet, hat auch den Gebrauch dieser ersten wissenschaftlichen Samm 
lung des Preussischen Staates, soviel es sich thuu liess, gemeinnützig gemacht, und 
die Terfügungen, welche das, der Bibliothek Vorgesetzte, K. Ministerium in dieser 
Beziehung erlassen hat**), stehen mit jener Liberalität nicht im Widerspruch. Wie 
ausgedehnt der Gebrauch ist, welchen das Publikum, in Folge dieser Zugeständ 
nisse, von der K. Bibliothek macht, kann man schon aus dem Umstande ersehen, dass 
in den, für die Benutzung der Bibliothek bestimmten, Abschnitten des Jahres***) 
immer zwischen 3 — 4000 Bände sich ausserhalb der Bibliothek, in den Händen der 
Entleiher, befinden, und dass, um die gehörige Uebersicht dieses äusseren Gebrauchs 
zu behalten, eine förmliche Buchführung stattfindet, mit welcher mehrere Beamte 
der K. Bibliothek fortwährend beschäftigt sind. 
Die Königliche Bank. 
Die weise Oekonomie, mit welcher stets die Geld-Angelegenheiten des Preuss. Staates, 
namentlich von seiner Wiedergeburt, mit dem Anfänge der Regierung des grossen Kur 
fürsten, geleitet worden sind, musste natürlich den Gedanken an die Errichtung eines 
Central-Geld-Instituts, ab die Haupt-Bedingung eines geregelten Umschwunges 
des vorhandenen Kapitals und einer zweckmässigen Anwendung der finanziellen Kräfte 
der Monarchie, erscheinen lassen. Dem umsichtigen Verwalter des Preussischen Haus 
halts, dem unsterblichen Monarchen Friedrich dem Grossen, gebührt auch der Ruhm, 
*) s. oben. 
**) s. Wilken $ Geschichte pag. 208 — 217. 
*»») Zweimal im Jahre müssen, Behufs der Inventur, sämmlliche aus der K. Bibliothek cnüiehene Bücher 
in dieselbe aurückgeliefert werden, und bleiben dann etwa 14 Tage im Local.
	        
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