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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Coli. - Commer. 89 CoU (Ghn·annl), Sopransänger der K. ital. Oper zu Berlin, geh. zu Siena 1748, ward 1764 nach Berlin berufen, wo er in demselben Jahre als Egisto (Merope) debütirte. Er musste, wie das unten augegebene Verzeichniss seiner Rollen beweist, auch als Frau auftreteu, worüber damals in Berlin viel gespottet ward. Seine Hauptrollen in Bcrlin waren : 1765: Achille i. d. Op. gl. N.; 17G6: Q. Fabio (C. Papirio); Cineo (C. Fabrizio); 1769: Emilia (Catonc, Frauenrolle); Teone (Fetonte, Frauenrollc); Didone !Didone, Frauenrolle 1; 1771: Narves (l\Iontezuma): 1773: Tulle (Arminio); 1774: Cherinto (Demofoonte); Fileno (Europa galante); l\Iitrane (Scmiramide); 177[>: Licinio (Regolo); 17:6: Jl Sole (Orfeol; l\fclissa ( Angelica e Medoro , Frauenrollc); 1777 : Timagene ( Cleofide); 1778: Flavio (Rodelinde); 1780: Melissa 1 Armida, Frauenrolle); 1781: Flavio (Coriolano); 1783: Lentulo (Silla); 1784: Servilia (L. Papirio); Cleane (Orfeo); 1786: Jdaspe (Artemisia). Nach dem Hegiernngsaniritte Friedr. "\Vilh. II. scheint er pensionirt worden zu sein, und starb wahrscheinlkh um 1801, denn in diesem Jahre wird er zum letzten Male im Berl. Adress-Kaleuder als pensionirter Sänger genannt. *Con1n1er {Franz), uicht Kammer, K. 1\Iusik-Director, Gesanglehrer und He. petiteur bei der K. Theater. Gesangschule, ordentliches Mitglied der K. Akademie der Künste zu Berlix~, Ritter des rothen Adler. Ordens 4. Kl. und des K. Niederländischen goldenen Löwen- Ordens etc. Geh. zn Köln a. Rh. 23. Jan. 1813, erhielt auf dem Jesuiter-Gymnasium daselbst sein~ Schulbildung und genoss den Musikunterricht L. Kne- bel's und Jos. Klein's. Im Jahre 1828 ward er als Organist bei den Karmelitern (jetzt Friedrich Wilhelm's-Gymnasium) und gleichzeitig als Sänger bei der Dom-Kapelle zu Köln angestellt. Zu seiner weiteren musikalischen Ansbildung begab er sich 1832 nach Berlin, wo er in Lias K. Institut für l\irchenmusik eintrat und von A. \V. Bach Unter- richt im Orgelspiele erhielt; die Composition studirte er unter Rnngenhagen's Leitnug, ferner hörte er die Vorlesungen des Prof. A. B. Marx nnd trat in tlie Sing-Akademie. Um diese Zeit ward ihm das Ordnen der Bibliothek tles K. Musik-Instituts übertrngen. Diese Sammlung, die seit 1845 der I\. Bibliothek einverleibt ist, enthielt eine grosse Anzahl berühmter Musikwerke des 16. u. 17. Jahrhunderts, grösstcntheils aus Forkel's Nachlasse. Der bis dahin ganz verborgene Schatz ward nun von Commcr an das Licht gezogen und bcarheitct, und in wenigen Jahren hatte er die ganze Bibliothek auf das Beste geordnet, und hegmm mit der Herausgabe derselben. Bei dieser wichtigen Arheit hatte er das Glück, in dem jetzt verstorbenen Geh. Ober-Tribunals-Rath C. v. \Vinter- feld einen väterlichen Freund und RaUtgeber zu finden. Die liebevolle Freundlichkeit und das wahrhaft väterliche \Vohlwollcn dieses ausgczeichten Kunstkenners, dessen sich Commer bei einem fast täglichen Umgange vom J. 1835 bis zum Tode Winterfeld's (1853) zu erfreuen hatte, verdankte er einen grossen Theil seiner wissenschaftlichen und musi· kalischen Kenntnis5e in Bezug auf die alten Tonschulen. Die erste Frucht seines Fleis- ses ward von Commer unter tlrm Ti:cl: "Musica saera Saec. XVI-XVII." herausgege- ben, wofür er vom Könige Friedrich Wilhelm Ill. im Jahre 183() die grosse goldene Medaille für Kunst erhielt. Seit dem Jahre 1840 machte Commer jedes Jahr eine grös- sere Reise zur Bereiehernng seiuer Kenntnisse. Im Jahre 1842 bearbeitete er auf Veran- lassung Alexander v. Humbold's in Gemeinschaft mit seinem Freunde Prof. Joh. Franz, die "Frösche des Ari~toplumeH" und 1843 die "Electra des Sophoclcs", nach ~ntiken Grundsätzen, und erlnelt als Anerkennung dafiir vom Könige von Griechenland dte gol- dene Medaille für \Vissenschaft. Um diese Zeit begann Commcr die Bearbeitung und Herausgabe der niederHindischeu Tonschule des 15. und 16. Jahrhunderts; die Gesell- schaft zur Beförderung der Tonkunst in den Niederlanden ernannte ihn dafür in einer Sitzung vom 20. Aug. 1843 zum. co:respondircndcu :Mitgliede. Im Jahre 1844 erhielt er das Patent eines K. preuss. l\Instkdu·cetors 111111 im Jahre 1845 ward er zum ordentlichen Mitgliede der K. Akademie der I~üude z~ Berliu ernannt. I•~. demselben Jal!rc ward er Verdienst-l\Iitglicd der oben crwahntcn (" Hellschaft zur Bcforderuug der 1 onkunst in den Niederlanden erhielt die Stelle ciuo;, Hegcns Chori bei der St. lledwig-Kirche, ward Gesanglehrer bei 'der K. Elisabcthschule und gründete im V creinc mit Tb. Kullack und H. Kül!ter den Tonkünstler- Verein" zu Berlin. Im Jahre 1847 erhielt Commer vom Könige Friedrich' Wilhelm IV. die grosse goldene 1\Iedaille für Wissenschaft, und nach der Herausgabe seiner ,,Collectio operum Musicorum Batavorum" vom Könige der 12
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