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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Bülow von Dennewitz. - Bülow. 79 grössere Werke mit 2 und 3 Manualen befinden. Hinsichtlich ihrer vorzüglichen Dispo- sition müssen besonders die Orgeln zu Bath in Neuvorpommern, mit 42 klingenden Stimmen, und die zu Treptow a. d. Tollcnse mit 28 klingenden Stimmen genannt werden. Im Jahre 1817 erbaute er nach dem Plane des 1\lusik-Directors Tschokert die Orgel der Domkirche zu Berlin. Sein letztes 'V crk, woran jedoch sein Sohn den grösstcn Anthcil hat, war die Orgel der Marienkirche zu Stargard. Dülon• ''Oll Denneultz, (Frlt>dr. '"'llh.) Graf. Der Sieger bei Gross- Bceren und Dennewitz war auch Componist und erhielt seine musikalische Ausbildung in Berlin. Geh. 16. Fcbr. 1755 zu Falkenberg (Altmark), übte er von Jugend auf neben den Waffen die Musik. In Berlin, w.o er längere Zeit als Adjutant des Prinzen Louis Ferdinand lebte und mit diesem genialen Fürsten viel musieirte, erhielt er den gründlichen Unterricht C. Fasch's in der Composition. Er besuchte häufig dessen Siug-Akademie und stand auch mit Zelt er im freundschaftlichen V er kehre. Von seiner Composition ward in seiner Gegenwart eine l\lesse aufgeführt. Ferner hat er den 51. und 100. Psalm componirt. Er starb ruhmgekrönt als K. General der Infanterie, Ritter des schwarzen Adler- Ordens, des Grosskreuzes, des eisernen Kreuzes und vieler anderen Orden, uen 25. Febr. 1816 zu Königsberg i. Pr. In Berlin, das er durch seine Siege gerettet, ward auf Befehl Königs Friedrich Wilhelm III. durch Rauch's Meisterhand sein marmornes Standbild er- richtet. *Dülow, (llans) von. Geh. 8. Jan. 1830 zu Dresden. Sein Vater Eduard v. B., dessanischer Kammerherr, hat sich als Schriftseiler bekannt gemacht und war ein Freund L. Tieek's. In seiner friihsten Jugend zeigte der Knabe weder auffallende Au- lagen zur Musik, noch besondern Sinn dafür; erst nach einer langwierigen Krankheit erwachte Beides in ihm. Im Jahre 1839 erhielt er den ersten Unterricht im Clavierspicl durch das bereits verstorbene Fr!. Sehrniedei, später durch Fr. Wieck, dem Vater der Clara Schumann. Diesem ausgezeichneten Clavierlchrcr verdankte v. B. namentlich eine gewisse Solidität in der Technik des Cla,·ierspiels und legte dadurch die unerlässliche Basis zu seiner spätem Virtuosität. Von besonders anregendem Einflusse auf sein Clavier- ~piel war damals auch der Pianist Littolf, den er in den .Jahren von 1844-1845 fast täglich in dem Hause seiner Eltern sah und hörtc. Auch in der Composition erhielt er von 1844-1846 durch den Componisten Max Carl Eberwein Unterricht. In seinem 16. Jahi:e begab er sich auf das Gymnasium zu Stnttgart, um sich zur Univer~ität vor- zubereiten. Während seiner Anwesenheit daselbst in den Jahren von 1846-1848 stockte seine musikalische Entwickelung ans Mangel an jcdt•r tieferen Anregung, doch trat er dort zum ersten .Male als Dilettant öffentlich mit 1\Jendelsohn's Concert in Dm. und einer Fantasie von Raff auf. Zu Ostern 1848 bezog er die Universität Leipzig, um die ju- ristischen Studien zu beginnen, benutzte aber den dortigen Aufenthalt zugleich sich unter Leitung Hauptmann's in der Theorie der 1\Iusik weiter auszubilden und setzte dann von Michaelis 1849-1850 seine Studien in Berlin fort. Die Jahre von 1848-1850 brachten im Allgemeinen keine bedeutende Entwickelung bei ihm hervor, was in den Zeitverhält- nissen lag; und dennoch ward in jener Zeit durch die höchste Steigerung des Mangels an innerer Befriedigung mit sich selbst der Entschluss in ihm hervorgerufen, ganz Mu- siker werden zu wollen. Der ·widerstand, den er bei seinen Eltern, besonders bei seiner Mutter fand, reizte ihn nur um so heftiger dazu, und so begab er sich gegen deren Willen nach Zürich zu Rieh. Waglner. Dieser, mit dem er schon in Dresden bekannt geworden, billigte seine Berufswahl und schulte ihn in den Jahren 1850-1851 zum Di- rigenten ein, wozu damals das Theater zu Zürich Gelegenheit bot. Nachdem eine Aus- söhnuno- mit seinen Eltern erfolgt war, begab sich v. B. im Juni des Jahres 1851 nach Weima~ um unter Leitung Franz Liszt's die Virtuosenlaufbahn zu betreten und unternahm nachden't er seine Studien dort vollendet, im Februar des Jahres 1853 eine Kunstreise: Nachdem er zuerst in Wien, dann in Ungarn und im Herbste 1853 auf dem unter Liszt's Leituno- stattgefundenen Musikfeste zu Carlsruhe öffentlich als Clavierspieler aufgetreten war, g~schah dies im December 1853 in Berlin, bei welcher Gelegenheit sich die Kritik sehr günstig über sein Spiel aussprach. Auch im darauf folgenden Jahre liess er sieh daselbst, und zwar mit einem Clavier-Concerte seiner eigenen Composition hören. Bis zum April des Jahres 1855 machte v. B. Kunstreisen durch das nördliche Deutsch land
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