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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

72 Bost. - Brandes. Uolilt (E. ). Basssänger bei der K. Oper zu Berlin (1859 ), ward um 1840 zu Bass- Buffoparthieen beim Hamburger Stadttheater engagirt, ging von dort 1849 zum Leipziger Stadttheater und 1850 nach Higa. Jm Jahre 1851 gab er Gastrollen bei der K. Oper zu Berlin, wo er al;; Bartolo (Barbier), Peter (Czaar und Zimmermann) auftrat, hierauf als K. Sänger angestellt ward und am 28. Oet. desselben Jahres als Doetor (Liebestrank) debütirte. Brnd.-n <'''llhehn). Churf. Brandenb. Kapellmeister zu Berlin, ward im Fe- bruar 1619 unter der Regierung Johann Sigismund's mit 500 Thlrn. Gehalt als solcher angestellt.. Eine Copie über die Bestallungsurkunde, dat. i\lohrungen am Tage Reminiscere H Febr. 1619, befindet sich als Mscr. unter Borussica K. Bibi., ein Abdrnck davon in Louis Schneider's Geschichte d. Op. Brnt!lu•r ( )• K. Kammermusikus und Violinist der Opern-Kapelle zu Ber- lin. Geh. dasclbst, war schon 1794 im Orchester des Nat.- Th., kam 1810 in die K. Kapelle und starb 1820 zu Berlin. Urandes (dolannn). Baritonsänger beim K. National- Th. zu Berlin. Geh. Dobrzan (Böhmen) 1748, begann seine theatralisrhc Laufbahn 1776 in Wien, ging spä- ter zum l\1ainzcr Theater und ward 1789 an Frankenherg's Stelle nach Berlin berufen, wo er am 1. Dcc. d. J als Osmin (Bclmontc und Coustanze) debütirte. Unter seine vor- züglichsten Rollen in Berlin gehören 1789: Sturmwald (Apotheker und Doctor); Hichard (Richard Löwcnherz), .i\lazetto (Don Juan), Axur, Op. gl. N. 1791; Poet (Liebe im Nar- renhause). Den 31. l\lai 1792 ging er vom K. Nationaltheater ab und ward in Frank- furt a. .M. engagirt. Urnndt>l!il (Charlottc Franziska '''lllaehnlne). Geboren Berlin 21. l\lai 1765. '!Tochter des Dichters und ~auspielcrs Br. ward YOU Lessing iiber die Taufe ge- halten uml von ihren Eltern mit Sorgfalt erzogen. In ihrem dritten Jahre betrat sie den 26. Jan. 17G8~ci Koch in Leipzig die Bühne und sang im Jahre 1772 zum ersten .Male in der Oper mif dem Hofth. zu Weimar. Schon damals erregte l\Iinna, wie sie gewöhn- lich genannt wird, durch ihre schöne Stimme, richtiges Taktgefühl und naives Spiel die Aufmerksamkeit.· Die Herzogin YOn \Veimar, eine griimlliche Kennerin der l\Iusik, liess die junge Sängerin zum Ocftcrn vor sich kommen und ermunterte sie durch Beifall und Geschenke; auch veranlasste dieselbe es, dass die Kapellmeister Wolff und Schweizer für sie Lieder componirten, die bei den Opernaufführungen eingeschaltet wurden. Auch im Clavierspiel erhielt sie den gründlichen Unterricht des nachherigen l\Iusik-Dir. Höniekc. Nachdem in Folge einer Feuersbrunst die Schanspielcr- Gesellschafft verabschiedet worden war, ging l\linna mit ihrem Vater zur Seiler'schen Gesellschaft und später nach Leipzig und Dresden. Auch hier erregte sie die Aufmerksamkeit der Churfürstin, vor der sie oft singen musste. Sie erhielt dort den Unterricht des Churf. Kammersän- gers Muriottini im Gesang. ~1eissncr schrieb für sie damals die Rolle Jer Gustel (Al- chymist) und Schuster componirte für sie darin die Arie: "Wie durch meine kleinsten Nerven." Im Jahre 1778 hörte Madame 1\iara sie singen und erthcilte ihr damals man- chen guten Rath im Gesange. Beim Ausbruche des baiersehen ErbfolgekriP,ges ward die Oper in Dresden verabschiedet, und Brandes reiste mit seiner Tochter nach Berlin, wo sie nun förmlich Unterricht bei der l\Iara nahm und auf deren Hath und unter deren Mitwirkung ein erstes öffentliches Concert dort veranstaltete. Auch vor dem Prinzen von Preussen liess sie sich Jamals hören. Von Berlin reiste sie 1779 im Herbste nach Manheim unJ fand dol't ein Engagement; unter ihren dort gesungenen Partieen werden besonders gerühmt: Rosine (Barbier); Rosamunde, Op. gl. N.; Luise (Deserteur); Bärb- eben (Jahrmarkt); Zemire Op. gl. N. u. s. w. Von Mannheim begab sie sich 1782 über Harnburg abermals nach Berlin, wo sie den Unterricht Concialini's einige Monate hin- ?urch genoss und darauf besondtrs im Vortrage gewann. Von hier. reis~e s~e mit 1hr~m Vat~r über Danzig, Königsberg, Riga, l\Iitau, in welchen (~rten SI~ mmst Iaugere z,eJt verwe1lten ~ bis sie sich 1785 nach Hamburl!' begaben, wo Mm~a be1 dem dortigen 1heater engag1rt ward. Sie starb 13. Juni 1788 zu Harnburg m Folge zu grosser Anstrengung und ward zu Nierstäden unweit Harnburg beerdigt. Zum letzten Male be- trat sie als Eleonore (Apotheker und Doctor) die Bühne. Sie hinterlies den Ruf einer ausgezeichneten Sängerin ihre Stimme hatte einen Umfang von 3 Octoven. Auch als Clavierspielerin war sie bedeutend, und Kenner, die ihr Spiel gehört, versichern, dass
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