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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Böhmer. 67 Opern-Kapelle zu Berlin, in der er die 2te ':ioline anführt. Geh. 6. Nov. 1799 zu Haag, wo sein Vater Sebastian, ein tüchtiger Fagott1st, damals angestellt war, um 1812 aber in die K. Kapelle zu Dresden berufeu ward. Schon früh zeigte Carl B. Neigung und An- lage zur 1\Iusik, und erhielt in seinem 7. Jahre den ersten Unterricht auf der Violine· ausserdem bliess er das Flageolet, auf welchem er es zu l'~ner ?edeuteuden Fertigkeit brachte. In Dresden ward er durch Andr. Romberg, der m1t semem Vater näher be- kannt war, dem berühmten Violinspieler Polledro empfohlen, dessen Schüler er nun ward und es bald 80 weit brachte, dass er im Jahre 1814 auf einer H.eise nach Berlin sich dort öffentlich auf der Violine unrl dem Flageolet hören lassen konnte. Man rühmte da- mals schon die für seine Jug••nd ungewöhnlich grosse Kraft und Fertigkeit auf der Vio- line, und er erhielt in Folge dessen 1817 vom Grafen Brühl eine Einladung nach Berlin, um vor der Musikdirektion der K. Kapelle in Gegenwart B. A. Weber's und B. Romberg's zur Prüfung zu spielen. Diese fiel so günstig aus, dass er zu \Veihnaehten desselben Jahres bei der K. Kapelle als Kammermusikus und Violinist angestellt ward, anfangs nur mit einem Gehalte von 250 'fhlru., was aber schon 1818 erhöht ward. In dieser ncuen Stellung benutzte er die ihm bleibende Zeit dazu, sich durch eifriges Studium der Mnsik immer weiter zu vervollkommnen; er begann fleissig zu eomponiren und nahm sich hierin sowohl, als auch besonders im Violinspiel Spohr zum .:\Iuster. Obgleich er sich nur sel- ten öffentlich hören liess, so zeichnete sich doch sein Spiel, ohne auf glänzende Effecte und Künsteleien berechnet zu sein, durch Gediegenheit und Gründlichkeit aus und liess sogleich die gute Schule erkennen. Im Jahre 1833 eröffnete er in Verbindung mit Hub. Ries u. a. Künstlern Quartett-Versammlungen und übernahm hierbei die Bratsche. Diese Versammlungen wurden auch 1S34 mit demselben Beifalle fortgesetzt. Seit jener Zeit hat er sich vom öffentlichen Spiele zurückgezogen, wirkt aber desto rüstiger als Compo- nist, Lehrer der Violine und des Generalbasses. Unter seinen Schülern in der Theorie der Musik sind später vorzugsweise der Hofcomponist Herrm. Sehmidt und Johanna Mathicux bekannt geworden. Bei der "Neuen Berl. mus. Zeitung" ist er Mitarbeiter und bespricht besonders dort die Instrumental-Compositionen. Das unten folgende Verzeichniss seiner Compositionen liefert den Beweis von seinem Fleisse. Ausser denselben sind noch 3 Ouv. f. Orrh. 6 Quartetts und 1 Quint. f. Streichinstrumente, viele Var. f. d. meisten Instrum. im Mscrpt. vorhanden. Opern. 1. Alfred d. Grosse. gr. Op. 3 A. 1825-27 comp. (nicht aufgef.). 2. Die neue Weiberkur. Operette, 1 A. von L. Bartsch, im Aug. 1828 comp. unter dem Titel: Neues Mittel, Weiber zu kuriren. Berl. Königst. Th. 31. Oct. 1828. 3. Die Zauberruthe. lyr. Dr. 1 A. 1832 comp. (Ouv. f. Orch. u. Pf. als op. 15. Berl. Westphal.) 4. Der M~CI.­ könig und sein Liebchen. Op. 2 A. von Heinr. Schmitt. 1833 comp. (Clav. A. ·onne Text v. A. Reissfgei; 818-op: 28. ßerlin, Bote und Bock. d. Ouv. f. Orch. als op. 27. ebend. f. Pf. zu 2 H. als op. 32. ebend). Kirchenmusik. 1. 1\Iesse Nr. 1. Dm. 1822. comp. 2. Vater unser f. 4 Mst. Cm. im Nov. 1822. 3. Ave Maria f. 5 Sgst. a Capella. Cdur 1826. 4 Graduale f. 4 Sgst. m. Orch. Esdur 1831, unter dem Titel: Salve regina a quat. voc. con. acc. di 2 V. 2 Clar. 2 Fag. 2 corn. Fl. VIa. e. B. op 24. Berl. Bote u. Bock. 5. Offertorium f. 4 Sgst. m. Orch. Bdur 1832. 6, Missa. Nr. 2. Dm. 1838. f. d. St. Hcdwigs-Fest der kath. Kirche zu Berl. comp. u. am 2. Nov. d. J. daselbst aufgef. Li e der u. G es li n g e. 3 Lieder f. eine Sgst. m. Pf. op. 1. Berl. Trautw. 3 Lieder f. Mst. op. 2. Berl. Müller. _3 do. op. 3. eben•l. 3 Lieder m. Pf. op. 4. Berlin Westphnl. 3 do. op. 6. Berl. Miiller. d. we1sse Rose, Ged. in 6 Gesängen f. S. m. Pf., der Dlle. Carol. Grün- baum ded. ( 1828). op. 11. Berl. Westphal. 5 Ges. f. Sop. m. Pf. op. 23. ebend. 3 Chansons av. Pf. ded. a Dlle. Aug. de Fassmann. op. 26. ebend. 3 Ges. f. 4 Männerst. op. \!9. Berl. Maurer. 6 Minnelieder f. 1 Sgst. op. 31. ebend. 2 Basslierler m. Pf. op. 33. l:lonn Dunst. 3 do. op. 42. Chemnitz Hiicker. 6 Lieder f. 1 stimm • .1\länner-Chor. np. 57. Her!. Möser und Kühn. 6 do. op. 58. ebend. 4 Lieder f. Bassst. m. Pf. op. 64. Hamb. Jowien. 5 Lieder f. 4 Mst. op. 38. Berl. Spindler. 6 Lieder f. Sopr. m. Pf. op. 56. Chenmitz Häcker. Iustrum. -Musik. 3 Polon. f. V. m. Quartbgl. od. Pf. 1831 comp., unter d. Titel: 3 Bagatelles en forme de Polon. (Gm. C. E.) op. 6. Berl. Westphal. Potp. f. V. m. Quartbgl. 1832. op. 7. ebend. 3 Duetts f. 2. V. op. 8. ebend. Concertino f, Clar. in B. 1829. op. 9. ebend. 12 Uebungsstücke f. 2 V. op. 10. Berl. Lischke, 12 do. op, 12. 9*
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