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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

666 Zelter. würde Er hier gehandelt haben?" - Im J. 1802 trat Z. am 14. Februar eine Reise über Leipzig und Jena nach 'Veimar an, wo er den 23. anlangte und bis zum 28. blieb. Hier machte er nun die persönliche llckanntschaft Göthe's, die seit 1796 nur brieflich bestand. Am 8. l\Iärz laugte er wieder in Bcrlin an, und die Sehnsucht, die Sing-Aka- demie zu sehen, war so gross, dass er vor dem Akademie-Gebäude ausstieg und in die Versammlung, die während seiner Abwesenheit durch Lauska geleitet worden war, eilte. In demselben Jahre brachte er am Sterbetage Fasch's, der zugleich der Geburtstag Priedr. Wilh. III. war, ein Requiem für 2 Chiire um! ein Tedeum laudamus seiner Com- position, in Bezug auf die traurige und freudige Bedeutung des Tages geschrieben, in der Sing-Akademie zur Aufl'ühruug. Im J. 1804 führte Z. sl'inc Composition des Liedes "An die Preude", von Schiller, iu Gegenwart des Dichtcrs und der Gattin desselben in der Sing-Akademie auf. Im J, 180ö halte er den Schmerz, seine zweite Gattin Julianc, geh. Pappritz, eine treffliche Sängerin, durch den Tod zu verliereu *). Der tief Schmerz, den Z. über diesen Verlust empfand, ward noch durch das Unglück vermehrt, das der Krieg in diesem Jahre über das Vaterland brachte. Ehe dieser unglückliche Krieg aus- brach, hatte sich Z. unter dem 6. August 180ö an den König schriftlich mit der Ritte gewendet, die wcrthvolle Musikaliensammlung Friedrich Wilhclm li., bestehend in "\Yerken Händel's, Leo's, Palestrina's, Durante's ctc. der Sing-Akademie zu schenken. Die Bitte ward huldreichst gewährt und am 16. August erhielt Z. in Potsdam diesen musikalischen Schatz au~geliefert. Die Besetzung llerlin's durch die Horden der Feinde wirkte na- türlich störend auf die Versammlungen der Sing-Akademie, sie wurden vorläufig ausge- setzt und Z. machte dies den ~litgliedern durch folgendes Schreiben bekannt: "Der allgemeine Antheil patriotischer Gemüther ist in diesen letzten Tagen auf äussere Zustände gestellt, die wichtig genug sind, unseren llemühungen um die Kunst entgegen zu stehen. Deshalb l:!ssen wir die nächsten Uebungen ausgesetzt, um solche in günstigeren Tagen fortzusetzen. Ich selber werde mich zu den ~ewohnten Stunden auf meinem Posten finden la~sen, und das Wohl des Instituts, als das Nächste meinem Herzen persönlich wahrnehmen." fierlin, den 20. October 180G. Z e I ter. In diesem sonst so unglücklichen Jahre erhielt Z. die er~te öffentliche Anerken- nung für seine Verdienste um die Musik, indem er folgcm:es Diplom zugeschickt erhielt: "Da die K. l'reuss. Akademie der Künste und mechanischen \Vissenschaften den Zweck hat, sowohl richtige Kenntnisse der Kunst in den K. Staaten zu verbreiten und Künstler zu bilden, deren ·werke der Nation Ehre Utachen , als auch überhaupt den vaterländischen Kunstfieiss zu befördern und zu veredeln; so liegt ihr ob, mit solchen l'ersoneu in nähere Verbindung zu treten, welche diesen Endzweck durch eine thätige Theilnahme an den .Fortschritten der Kunst, auf eine oder die andere Weise, zu be- fördern im Stande sind. In dieser Rücksicht hat sie -den Director der hiesigen Sing-Akademie, Herrn Zelter, von dessen Verdienstlichkeit in Beförderung der Tonkunst sie vollkommen überzeugt ist, zu ihrem Ehrenmitgliede und Assessor aufzunehmen, ihrem Endzweck gernäss gefunden und Denselben in ihrer heutigen V ersammlnng dazu erwählet und b~­ stätiget, wodurch Derselbe an den Vorrechten und Einrichtungen, welche der Akadem1C den 20. Merz 1699 von ihrem Durchlauchtigsten Stifter, und den 26. Januar 1790 von ihrem Allerdurehlauchtigstcn 'Viederhersteller verliehen und bestätiget worden, als Ehrenmitglied und Assessor Theil nimmt und der Akademie in vorkommenden . .Fäl~en mit seinen Kunstkenntnissen und sonstigem guten Rath zu unterstützen ~ich verbmdhch macht. Zu Bestätigung dieses hat die Akademie dem Herrn ZeIt er dieses Patent mit ihrem grosscn Siegel ausgefertiget." Berlin, den 12. Juni 1806. K. Preuss. Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften. (L. S.) (gez) Hardenberg. W. Uhden. ~'risch. G. Schadow. Weitsch. Meil sen. D. Berger. Lütke. Burnat. C. Schumaun. Darbes. *) Seine erste Gattin staub 1796.
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