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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

664 Zelter. Sanssouci oder den nahe gelegenen Höhen einen Spaziergang machte , hierauf in einem Gasthofe vor dem Berliner Thorc seine Mahlzeit einnahm, nach dem Essen nach Bcrlin zurückkehrte, wo er gewöhnlich noch eine Gesellschaft besuchte, die bis gegen 11 Uhr Abends währte, und am andcrn Morgen früh wieder bei der Arbeit war. Seine Eltern ahnten hiervon nichts und als Fasch dahinter kam, wollte er für seinen Unterricht keine Bezahlung mehr annehmen. In Potsdam machte Z. die Bekanntschaft der K. Sängerin Adclheid Marie Eichner, deren musikalische Bildung und liebeuswürdiges Wesen ihn sehr anzog und deren Haus er bis zu ihrem frühen Tode fteissig besuchte. Durch sie erhielt er auch Zutritt zu den Kammermusiken des damaligen Prinzen von Preussen (Priedrich Wilhelm II.), und hatte Gelegenheit, werthvollc Iustrumcntalstücke von Haydn ctc. in grosser Vollkommenheit ausfUhren zu hören. Hier hörte er auch den "Messias" v. Händel, das erste Werk dieses Componistcn, das er überhaupt hörte und das einen unbeschreib- lichen Eindruck auf ihn machte. In der Theorie der Musik wurden seine Fortschritte sichtbarer, so dass Fasch ihn aus freien Stücken lobte. Er musste nun vierstimmige Choräle schreiben, fing dann den fünfstimmigen Satz an, ging hierauf zum Contrapunkt über, von diesem zum Canon und kam dann zur Fuge. - Am 1. Dec. 1783 ward Z. endlich zum 1\IQister gesprochen. Dennoch machte ihn dies nicht froh, im Gegentheil überliess er sich nun einem 'l'rübsinn, der selbst dem Vater auffiel,
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