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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Wes~alius. - Wessely, 637 Wesl!lallns (Johannes), Ober-Kapellmeister des Churftirsten Johann Georg von Brandenburg zu Berlin, ward 1572 zu l\Iartiui laut Urkunde (ausgestellt Jagdschloss Letzlingen) mit 150 Gulden märkischer Währung und wöchentlich 1 Thlr. Kostgeld dazu ernannt. Im Jahre 1577 richtete er rtn den Kurfürsten die Bitte, ihm seine Besol· dung und Kostgehl auf Zeit seines Lebens zu verschreiben und ihm verschiedene Ab- gaben zu erlassen*). Er starb im Juli 1582. 'Vessely (Carl Bernlaard). Geh. d, 1. Sept. 1768**), stammte von gebil- rlctcn israelischen Eltern, in deren Hause Hamler, Engel, Lessing und sein Pathe Moses 1\lcndclssohn viel verkehrten und keinen unbedeutenden Einfluss auf seine geistige Bil- dung ausübten. Früh zur Musik hingezogen, erhielt er darin den Unterricht des Kapell- meister J. A. P. Schulz. Obgleich Jude, spielte er dennoch 1786 bei der ersten Auf- führung des "l\IcsRias" die 2te Violine, was Gerber rühmend erwiibnt. Im Jahre 1787 machte er eine Reise nach Harnburg und führte daselbst seine ,,Krönungs-Cantate" auf. Im ,T, 1788 ward er als l\Iusik-Direetor beim K. National-Theater zu Berlin angestellt uud begann am 7. Juni d. J. sein Amt mit der Direction der Oper: "Die Fraskatanerin". Im J. 17flG ward er als Kapellmeister des Prinzen Hciurich v. Pr. nach Rheinsberg be- rufen und brachte dort wie in Berlin ciuige seiner dramatischen Compositionen zur Auf- führung. Nach dem Tode des Prinzen verliess er Pamilieuvcrhiiltnisse wegen die nmsi- kalische Laufbahn, trat bei der Churmlirkischcn Kammer (nachhcrigen Regierung) in Bcrlin als Expedient ein und ward mit derselben nach Potsdam 1809 versetzt. Er stiftete dort gemeinschaftlich mit dem Justiz- Sccretair l\Iödingcr 1814 einen Verein für klassische Musik und erwarb sich um denselben grosse Verdienste. Als W. im J. 1816 nach l\Iagdeburg versetzt werden sollte, wandte sich der V crein mit der Bitte an den König, die V crsetzung riickgiingig zu machen, und der König hatte die Gnade, huld- voll diese Bitte zu bewilligen. Ho behielt W. die Direction des Vereins bis zu seinem Tode der am 11. Juli 1826 zu Potsdam erfQlgte. Seine Compositionen waren zum Thcil' sehr beliebt. Nach gütiger Mittheilung des Hrn. G. l\I. D. Meyerbeer ist er auch der Componist des fr~her s~l~r beliebt gcwcsen.en 'Viege~lied,cs: _"Schlafe 1mcin Prtnzch.eu, schlaf ein" dessen ComposJtlon auch dem Prmzen Loms } crdmand zugesch~ieben w1rd. Oper;l, 1. Psyche, Op. in 2 A. v. l\Iiichlcr, d. 18. Nov. 1789 im K. National-Tb. zu ßerlin zuerst gegeben. - '2. Die Freunde des Herbstes, Hindi. Vorsp. m. Ges. v, l\fiichler, d. 16. Oct. 1789 ebend. -:- 3. L'Ogre: franz. Op., 1798 zu Rheinsberg. - 4. Louis IX. en Egypte, Op. dc Gmllard, f. Hhcmsberg comp . .Musik zu Schauspielen. 1. D. Sonnenjungfrau, 1794 K. National-Tb. zu Bcrlin. _ 2. Der grosse Chorfürst vor Rathellllu, Schausp. in 5 A. (Ouv. u. Entreactes) 1796. - 3. Epilog, Text vom Prinzen Heinrich, in Hheinsberg gegeben. ' Ballets. Die Wahl des Helden, Ballet, d. 3. August 1788 zum Geburtstage des Kronprinzen im K. National,-Th. zu Berlii~ geg~ben. Cantaten. 1. Sulam1th und Eusebm, 1rauer-Cant. auf den Tod Moscs .Mendels- sohn's Text v. Hamlcr, d. 23. l\Iai 1786 zum Besten des Denkmals Mendelssohn's in Berli~ gegeben. - 2. Cant. auf d ... Krönung Friedr. Wilh. II., Text v. Hamler, 31. ~an. 1787 zu Berlin. - 3. Dankopfer fur den Landesvater, Cant. v. Ramler, 19. Sept. 1t87 ebend. - 4. Mozart's Urne, Cant. v. Burmann, 1791 ebend. - 5. Trauer-Cant. auf den Tod des Prinzen Heinrich v. Pr., 16. Sept. 1802 in der Garnisonkirche zu Berlin. Lieder ctc. 12 Gedichte, v. Matthisson, f. 1 Sgst. m, Pf, der Gräfin v. d. Mark ded. (darunter die Lieder: Einsam wandelt; Laura betet etc,), Bcrlin, Meyer 1793 (Schlesinger), _ Jn Reichardt's musikalischem Hlumenstrauss: 1. Seh ich bei des Tempels Harmonien, v. Bürger. 2. Meine Selinde). - 1? B~h.eim:s Freim~urer-Licdern: No. 4. Brüde~ Jasst uns, eh' wir schli~sscn. No, 9. Der dn m1t "' c1shert, f. 1 Sgst. u. Chor. 2te Auß. Berhn 1795. - In Hellstab's .Melodie und Harmonie" 1. Samml.: Einsam wandelt noch mein Fuss; 2. Samml.: Wenn ein~~ liebenswürdigen Schönen; 3. Summ!.: Ich möchte wohl der Kaiser sein. - In C. Spazier's Melodien zt.t Ha.rtnng's Liedcrs~mmlung: No 69. Das schöne Jahr ist nunmehr fort. Ko. 79, Auf, auf, 1hr heben Leute. No. S!l. 'Vohl dem. "') Sowohl Urkunde als Bittschreiben sind in L. Schncider's Geschichte der Oper (Kapelle p. 7. u. 10.) abgedruckt. **) Nach eigenhändiger Notiz seiner in Potsdam lebenden f,khwester, nicht 1767, wie Gerber u. A. angeben.
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