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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

610 Türrschmidt. und sich verheirathete. Hier lernte er den Hornvirtuosen Palsa kennen, mit dem er zu- sammen Kunstreisen unternahm_ Beide traten hierauf in die Dienste des Landgrnfen von Hessen-Casscl, gingen 1785 nach Bcrlin und wurden bald darauf bei der dortigen K. Kapelle als Kammermusiker angestellt. Er starb d. 1. November 1797 zu Berlin. - T. galt fiir einen der berühmtesten Horn-Virtuosen seiner Zeit und er vereinigte schönen Ton mit ausserordentlicher Fertigkeit, auch rühren mehrere Verbesserungen beim Horne von ihm her; so verbesserte er bereits im J. 1781 das Inventions- Horn, indem er die Krümmungen, wo die Töne eingesetzt werden, überkreuz legen liess, wodurch der 'Vind in den Röhren ungehindert fortlaufen kann, wogegen bei der alten luvcntion sich die Röhren aus ihrer cirkelförmigen Krümmung bald links, bald rechts schnell wendeten, wodurch das Blasen erschwert ward. Das erste Instrument, das er nach dief'er Idee durch Raoux in Paris anfertigen liess, war ein silbernes Horn, das er bis zu seinem Tode gebrauchte. Im Jahre 1795 erfand er eine Sourdinc (Dämpfer), vermittelst deren mau die halben oder gestopften· Töne eben so sicher und rein, als mit der Hand nehmen kann. Seine übrige Lcbensgeschir.hte fällt mit der Palsa's zusammen (siehe Palsa). - Sein schönes Oelbild befindet sich im Besitz seines noch lebenden Sohnes. Von seinen Compositionen erschienen: 6 Duos p. 2 cors (mit Palsa zusammen). Paris, Sieber. - 50 Duos p. 2 cors. Paris, Janet. Tiirrschnaldt (Cnrl ~lcoiRn!iil), Musiklehrer zu Bcrlin, Sohn des Vorigen. Geh. zu Paris d 20. Oct. 1776, kam mit seinem Vater uach Berlin, erhielt dessen Un- tCI·richt auf dem Horne, und nach dem Tode desselben, den des Kammermusikus Brun, später hat er sich ll.ls Musiklehrer viel Verdienste erworben. 'l'iirrtilt"lunldt (.~n=r;nl!lte ;~ geborne Braun, Gattin des Vorigen*). Geb. den 20. Nov. 1800 zu Berlin, Tochter des K. Kammermusikus Joh. Danicl Braun und der als Sängerin bekannt gcwordcncn Cathariue Hr. geh. Brouwer. Sie erhielt bereits in früher Jugend im Clavierspiel den Unterricht ihres nachherigen Gatten; im Gesange den Gürrlich's, bei dem sie jedoch Sopran sang. Im J. 1814 trat sie in die Sing-Akademie. machte dort die Bekanutschaft der ausgezcichucten Altsängerin Fräul. Blank, und ward von derselben 4 Jahre hindurch im Gesange unterrichtet. Frl. Blank hatte sogleich er- kannt, dass die Stimme ihrer Schülcrin ein sehr schöner tiefer Alt. war, und von nun an machte die junge Slingerin so bedeutende Fortschritte, dass sie bald für die beste Alt- sängerin lierlins galt. Im J. 1815 verheiratbete sie sich mit Carl Nicol. T. und in dem- selben Jahre liess sie sich in dem Oratorium: ,,Abraham in l\loria" v. Dauzi, zum ersteu l\lulc öffentlich mit Beifall hören. Seit jener Zeit hat sie bei den meisten Aufführungen der Sing-Akademie und in andern Concerten bis zum .T. 183i mit dem grössten Beifall gesungen, und besonders waren es die Oratorien Hlindcl's, wie: D. 1\lessias, d. Alexan- derfest, Tedeum, d. Israeliten in Egypten, Judas l\laccabäns. Belsazar, Athalia, Josua, in denen Hic ausgezeichnet war; ferner die Passionsmusik nach 1\Iathacus, 1829 bei der ersten Auffiihrung, und die Hmoll-Messe v. S. Bach, das Rcqniem v.l\tozart, die 16stimm. Messe v, Fasch, David v. Bernh. Klein, in welchem 'V erkc die Altpartie besonders vom Compouisten für die Sängerin geschrieben war; die Oratorien: d. befreite Jerusalem und d. W cltgericht v. Fr. Schneider u. a. Mehrere kirchliche Aufführungen veranstaltete sie zu wohlthätigen Zwecken und unterstützte andere Künstler auf das Bereitwilligste. So übernahm ·sie 1822 die Partie des "Pippo" in der Aufführung der Gazza ladra in einem Conccrte der Siingerin Milder, und sang- in einem andern Concertc die Arie: "Dies Bildniss ist bezaub('rnd schön" aus der Zauberflöte, in der 'l'enorlage. Bei einer Auf- führung des "Messias" ward der Basssänger plötzlich krank und Fr. 'fürrs_chmidt über- nahm s(}hnell einige Bassarien und trug sie in der Altlage mit grossem Be1fall vor. In allen musikalischen Kreisen war Ric Rehr gesucht, besonders in dem Hause cles Fürsten Radziwill. Seitdem sie nicht mehr öffentlich singt, hat sie sich als ausgezeichnete Ge- sanglchrerin einen Wirkungskreis geschaffen. Tiirr!!lt'lnllldt (-".lhret"llt), Dilettant zu Bcrlin. Sohn der Vorigen. Geboren zu Berlin d. 16. Mai 1821, erhielt von seinem Vater Carl Nicolaus den ersten Unterricht *) In Schilling's Lexikon wird sie irrthümlich als die Tochter von Carl Nicolaus Tiirr- schmidt angegeben.
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