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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

554 Sontar.. - Sophie Charlotte. dung ward sie von musikalischen Gesellschaften empfangen und fuhr in einer pracht- vollen, mit ihrem Wappen gescl1mückten Equipage, einem Geschenke uer Amerikaner, nach ihrer Wohnung in New- York, wo Rie mit Huldigungen überhäuft ward, uie sich später in Philadelphia, Boston nnu i\fexiko wo möglich noch steigerten. In l\lexiko, wo die Cholera wüthete, sang sie in der Probe zu Lucrezia au1 10. Juni und befand Rich anscheinend wohl; am 11. zeigten sich die ersten Symptome der Cholera, der sie am 17. Juni 1854 erlag. Ihr Tod erregte die allgemeinste Theilnahme, uie sich auch bei dem prächtigen Leichenbegängniss dieser grossen und liebenswürdigen Künstlerin auf das lebhafteste kund gab. Ihre irdische Hülle wart.! in einen bleiernen Sarg gelegt und dieser von einem hölzernen umgeben. DiP- Leiche, von einer unzähligen Menge gefolgt, ward zuerst in der Kirche San Fernando beigesetzt, bis ihre Abführung nach Deutsch- land erfolgte und sie im Kloster J\larienthal, wo ihre 8chwester Nonne ist, ihre letzte Ruhestätte fand. Von dieser grossen Sängerin ist noch zn erwähnen, dass sie auch componirt haben soll; eine Cantate ihrer Composition: "ll naufragio fortunato", soll in Wien in einer Gesellschaft gegeben worden sein. Die meisten Bilder von ihr sind nicht sehr ähnlieh; am gelungensten ist ein Gemälde von E. l\Iagnus, wonach eine Lithogra- phie von Feckert, Berlin, Sachs; ferner von Winterhalter lithographirt von ßülow; auch von Weger & Singer; eine Lithograpl1ie von Vigneron etc. SontRM" (Nh1a), jüngere Schwester der Vorigen und derselben an Liebreiz gleich, wenn sie auch als Sängcrin nicht mit ihr zu vergleichen war, ward mit ihrer Schwester im Jahre 1825 beim Königstädter Theater in Berlin engagirt, sang jedoch nur kleine Parthieen. Im Jahre 1829 reiste sie mit ihrt-r Schwester nach London, kehrte 1830 nach Berlin zurück, ward in demselben Jahre bei der K. Oper in Berlin engagirt und in zweiten Gcsangparthieen, z. n. Annchen (Freischütz); Lorezza (Job. v. Paris); Jenny (weisse Dame); Nanctte (Rothkäppehcn) etc beschäftigt, giug jedoch bereits 1831 wieder ab, und soll später bei den Theatrrn zu 1\Iagdeburg, Aachen, Casscl engagirt gewesen sein und in Prag ihre theatralische Laufbahn beschlossen haben, worauf Hie den 4. Mai 1846 in das Carmeliterklostcr zu Marienthal in Sachsen eintrat, wo man 1848 ihres schönen Gesanges beim Gottesdienste rühmend erwähnte. Sopllle Cllarlotce, Königin v. Preussen. Geboren den 20. Octoher 1668 auf Schloss Iburg, dem Residenzschlosse ihres Vaters, Ernst August von Hannover, hatte von der Natur die schönsten Gaben des Körpers und Geistes erhalten, und genoss eine ausgezeichnete Erziehung unter dem Einflusse des brrühmten Leibnitz. \Vährend ihres Aufenthaltes in Paris in den Jahren 1683-84 erregte sie ihrer Schönheit und ihrer Talente wegen die Bewunderung des französischen Hofes. Nach ihrer RUckkehr fand am 28. September 1684 zu Herrenl1ausen ihre Vermählung 111it dem damaligen Chor- prinzen Fricdrieh v. Brandenburg (später König Fricdrich I. v. Preussen) statt. Diese geistreiche Fürstin war eine Beförderin aller Kiinste und Wis~cnschaftcn, besonders aher der Musik. Die geschicktesten Musiker, so wie auch italienische Sänger und Sängerinnen, wurden auf ihre Veranlassung nach llcrlin berufen, und der Saal des Churfürstlichen Marstalls, genannt: "dE'r Stallplatz", ward zu Opernaufführungen, den er~ten, die überhaupt zu ßerlin stattfanden, eingerichtet. Man gab dort im Jahre 1700 zur Vermählung der Prinzessin Louise Dorothee mit d~m Landgrafen von Hessen, die Oper: Ia Feste d'lmeneo mit Bailets, wobei die ausgezeichnetsten Persouen des Hofes mitspielten. Die Musik' war von Attilio Ariosti, dem Kapellmeister des Churfürsten. In Lützelburg (Charlottenburg) hatte die Königin ein besonderes Theater, wo 1702 zu~. <;te_burtstage des Königs die Oper: II Trioufo del Parnasso aufgeführt ward. Die _Ko?1gm besass eine kostbare Musikaliensammlung, die ·w erkc von: Corelli, Steffani, Anosh, Stradella, Cesarini, Melani, Scarlatti, Bouaveutnra, 1\Ionztt, Luigi di ~lnntna, Pistocchi, Buononcini, Ga~parini, Gianettini u. a. enthielt, und in Erman's "Eloges bistoriqu.es de Sophie Char- lotte d'Hannovre" wird von ihr gesagt. dass sie die Arien ihrer Mus1ksammlung, beson- ders die von Corelli, mit einem ausgezeichneten Tulent vorgetragen. ha~e. Später soll sich Prinzessin Amalie diese Bibliothek haben ansliefern lassen, und s1e gmg daher nach deren Tode wahrscheinlieb in den Besitz des Joacbimstbalschen Gymnasiums zu Berlin über: Nach Geppert's Chronik von Berlin soll die Köni~? _fast täglich eine Stunde am ClaVJ.ere zugebracht und sogar die Hof-Concerte selbst dmgJrt haben. Nach .Matheson's
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