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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Seidel - Seidler. seigneur du village) p. Pf. Lpz, Br. u. H. - Var. p. Pf. Prag, Scbödl. - Var. (la. Musette de Nina) Berlin, Kuhn (Scblesinger. - 6 Entr'actes f. Orch. f. d, K. Na.t.-Tb. Seldlf'r (Carl A.ug•••t), K. Concertmeister und erster Violinist der Opern- Kapelle zu Berlin. Geh. d. 13. Sept. 1778 *) ward Anfangs durch den Violinisten Bernard zu Berlin im Violiuspiel unterrichtet und zeichnete sich bereits als 6jähriger Knabe durch sein Talent so aus, dass er mit Beifall vor dem Prinzen von Preuesen u. dem Hofe sich hören lasRen, und hieraui mit Empfehlungen der Prinzessin Friderike ver- sehen, eine Kunstreise durch das nördliche Deutschland machen konnte. Später soll er den Unterricht Haack's genossen haben, auch ward er auf Befehl des Königs Friedrich Wilhelm Il. im J. 1793 bei der K. Kapelle angestellt und an Möser's Stelle, als dieser 1796 unfreiwillig die preussischen Staaten verlassen musste, zu den Hofquartetten ald 2ter Violinist herangezogen. Im J. 1806 ward die K. Kapelle sehr vermindert und S. trat nun eine Kunstreise nach Wien an, besuchte von dort aus mit dem Grafen Yermoloff, einem grossen Kunstfreunde, die russischen Hauptstädte und kehrte dann nach Wien zurück, wo er sich 1812 mit der Sängerin Caroline Wranitzki verheirathete. Im J. 1816 ward er als Concertmeister und erster Violinist bei der K. Kapelle in Berlin wieder an- gestellt und liess sich am 10. Juni d. J. nach 10jähri~t·r Abwesenheit zum ersten Male wieder öffentlich hören. Am 28. April 1839 überfiel ihn, während der ersten Vorstellung der Oper "der Brauer von Proston" ein Schlaganfall, der ihn uöthigte, um seinen Ab· schied zu bitten; er starb jedoch ehe ihm dieser ortheilt ward a. 27. Febr. 1840 zu Berlin. Obgleich SeidiE>r's Spiel sich nicht durch hervorstechende Eigenschaften aus- zeichnete, und besonders nicht so genial wie das Möser's war, so besass es doch eine seltene Correctheit, weichen, schönen Ton und eine grosse Eleganz der Passagen und Figuren; auch übertraf ihn Keiner in der Begleitung der Singstimme. Als Componist hat S. nur einige unbedeutende Stücke geschrieben, gedruckt sind: Sei Ariette p. la Chitarra. Lpz. 1808. Sein sehr wertbvolles Instrument, ein Geschenk seines erhabenen Gönners Friedrich Wilhelm li., hat Concertmeister Ganz an sich gekauft. Seldlf'l" (Carollne), geh. Wranitzki, K. Hof-Opernsängerio zu Berlin. Geh. um 1790 zu Wien, ward dort von ihrem Vater, dem Concertmeister Ant. Wranitzki, früh im Gesange ausgebildet und betrat dann die Bühne. Im J. 1812 verheiratbete sie sich mit dem VioliniRten Scidler, mit dem sie 1816 nach Berlin ging und daselbst bei der K. Oper Gastrollen gab; nämlich: Sophie (Sargines); Fanchon; Agnes Sore!; Gräfin {Figaro); Prinzessin (Job. v. Paris); Myrrha ( Opferfest); Arrnantine (Je toller, je besser); Rosine (Barbier v. Paesidlo); J ulia l Vestalin); Edite {Jaconde). Sie ward hierauf bei der K. Oper eugagirt und betrat am 3. Juni 1817 in Potadam als Emile zum erstenmale als Mitglied die K. Bühne. Ihre übrigen bedeutenden Rollen in Berlin waren: 1817: Adele {Lottonummern); Amenaide (Tancred); Luitgarda (Rittertreue). 1818: Clnudine (Op. v. Kicnten). 1819: Pamina (d. Zauberflöte); Phillis (Nachtigall u. Rabe). 1820: Isabelle (Cosi fun tutte); Gonstanze (Belmont u. Constanze); Lisette {d Sonntagskind); Emeline (die Schweizerfamilie; Emma (Emma v. Nuxburgh); Isabelle (d. Getäuschten); D. Anna (D Juan, 2mal). 1821: Agathe (Freischütz, lste Auff. bis 1836: 91mal); Susanne (Figaro I; Desdernona (Othellu); Eurydice (Orpheus); Therese (Jennnot u. Collin). 1822: Nurmahal, Op, gl. N.; ilOsiiie"(Barhier, v, Rossini, lste Auff. in Berliu J; Nkolette (Aucas~in u. N~co!ette). 1823: Elise (d. Pogen d. Herz. v. Vendome); Anti~une (Oedyp ); 1824: Anette (d. daebasc~e Elster); EmU (d. Edelknaben); Acricotine (Prinz Riquet). 1825: Amazily (Jessunaaf; Marie (Raoul d. Blaubart) Euphrosine, Op. gl N.; 1\firanda (d. Geisterinsel); Agatbc (d. Concert b. Hofe); Euryanthe, Op. gl. N, 1ste Auff.; Zerline (D. Juan, im Ganzen 13 Mal). 1826: Batbilde {Raoul v. Crequi); Henriette (d. Maurer); Anna (weisse Dnme); Irza (d. Bramin); Seiaide (Alcidor). 1827: Roslieb (Rothkäppchen); Quitteria (d. Hochzeit ~es GnmarllO ); Agnes v. Hohenstaufen, Op. gl. N.; Maja (d. bezauberte Rose) 1828: _Rezta (OberonJ; Röschen (d. schöne Miillerin). 1829: Henriette (Braut). 1830: Pamir!" {dt~ Belagerun~ von Corinth); 1831: Lucinde (Armide); Rebecca (d. Templer u. d. Jüdm)j B1anca (d. be1den Familien); 11) Nach Gerber, der ihn Carl Ferdinand nennt, dagegen nach Wolff's Almanach auf d. J. 1840: 1'176 mit den Vornamen Carl August, wie er sich auch bei Concert-Anzeigen unter· ICiarieb.
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