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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Schwarz - Seidel. 541 erkennung fand und ihm bald eine Menge strebsamer Schüler zuführte. Folgende nam- hafte Bühnensänger gingen u. a. aus seiner Schule hervor: Frl. L. Wippern jetzt bei der K. Oper in Berlin; Frl. Spohr, durch Hrn. Kapellmeister Spohr ihm überwiesen jetzt bei der Oper in Stuttgart; der Baritonist Otto bei der Oper zu Hannover; Tenorist Hölscher in Königsberg, Frl. Gitthorn in Frankfurt a. M., die Tenoristen Gröschel Schleich etc. Im J. 1858 nahm Dr. Schw. seinen Aufenthalt in Berlin und wirkt~ eben sowohl durch eine Reihe wissenschaftlicher Vorträge, z. B.: "über den Ausfluss der Luft beim Singen"; "über Dramatisirungsmittel", ,.über das Richtige und Falsche der Garcia'schen Methode" etc., welche er theils öffentlich, theils im Tonkünstler-Verein und im V crein der Acrzte hielt, - als durch praktischen Unterricht in Stimmbildung, Gesang und Spiel bis zur Befähigung für die theatralische Laufbahn und durch Leitung der Aufführungen des von ihm gegründeten Solisten- Vereins. Durch eine grosse Zahl wis- senschaftlicher Aufsätze in der Bock'schen-, Schlesinger'schen- unrl Brendel'schen Musik- zeitung, in der Spener'schen Zeitung etc., sowie durch seine gründlichen Untersuchungen mit dem Kehlkopfspiegel strebt er dahin, der Gesangskunetlehrc eine wissenschaftliebe Grundlage zu geben und das bisherige Dunkel in dersPlben aufzuhellen. Das K. preuss. Kultusministerium hat seine Verdienste in dieser Hinsicht anerkannt, indem es die An- schaffung des unten näher angegebenen Werkes für die Schullehrer·Seminarien empfahl. Im J. 1860 ward Dr. Schw. zum Präsidenten des Berliner Tonkünstler-Vereins gewählt. Schriften und Aufsätze. 1. System der Gesangskunst nach physiologischen Gesetzen. Hannover, Hellwig 1857. 2. Aufl. 1859. - 2. Die 1\fusik als Gefühlssprache im Verhältniss zur Stimme und Gesangsbildung. Lpz., Kahnt 1860. - 3. Berliner Musikzeitung Echo: a) Was ist von der physiologischen Gesangskunstlehre zu erwarten, was nicht? (Jahrg. 1858, Nr. 49.). b) Einwendungen der traditionellen gegen die physio- logische Gesangskunstlehre (Jahrg. 1859. Nr. 4.). c) Do, re, mi, fa. sol, la, si od. die heiligen 7 Perlen der traditionellen italienischen Stimmbildung (ebd. Nr. 10.). d) Sänger der Gegenwart, physiologisch-musikalische Skizzen (Jhrg. 1860. Nr. 36. ctc.) etc. S.-bastlanl (Coaastnnz.-). Sängerio bei der K. Oper zu Berlin; wahrscheinlich zu Amsterdam wo ihre Eltern Schauspieler waren, geboren. Nach dem Tode ihres Vaters kam si~ mit ihrer Mutter Henriette S. 1806 nach Bcrlin, wo diese als Scbau- spielerin angestellt ward. Gonstanze erhielt den Gesangsunterricht Fr. Eunicke's und ward um 1812 bei der K. Oper engagirt, blieb jedoch nur bis 11m das Jahr 1825 bei derselben und lebt seitdem als pensionirte Sängerio zn Berlin (1860). Seidel (Carl), Dr. d. Philosophie, Professor, Ehrenmitglied und Sccrctair des Berliner KünBtler-Vereins und Mitglied anderer gelehrten Gesellschaften zu Berlin. Geh. daselbst d. 14. Oct. 1787, mud gegen seine Neigung zum Kaufmannsstande bestimmt, beschloss jedoch später sein Fortkommen auf andere ·weise zu suchen. Er spielte mittelmässig Guitarre und gab für geringes Honorar Unterricht auf derselben, übte sich aber mit solcher Beharrlichkeit auf diesem Instrumente, dass er es bald zu einer grossen Virtuosität brachte und nun als Lehrer sehr gesucht ward. Aber sein Geist sehnte sich nach Höherem, er wandte sich den Wissenschaften zu, hörte von 1812-16 Collegien bei Fichte, Lichtenstein u. a., unternahm später Heisen nach Italien und widmete sich seit jener Zeit mit besonderer Vorlieb.e dem Studium der Kunstwisse~schaft, erhielt 1826 die Doctorwürde, 1840 den Titel emcs Professors. Er starb d. 15. Aug. 1844 zu Berlin. Von seinen Schriften gehören hierher: 1. Charinomos, Beiträge zur allgemeinen Theorie und Geschichte der schönen Künste (d. 2te Tb. enthält: u. a. Umrisse zu einer Poetik der reinen Tonkunst od. d. Instrumental-Musik), Magdeburg, Ruhach 1st. Theil 1825, 2ter Theil 1828. - 2. Ueber Opern und Operndichtung (Berl. musik. Ztg. von 1826. Nr. 48. 49.). - 3. Bansteine zu einer Aesthetik der Tonkunst (Berl. mus. Ztg.). - 4. Ueber das Kirchenlied (Berl. rnusik. Ztg. v. 1828.). - 5. Ueber die Catalani (Gesellschafter). - 6. Ausführliche Würdigung Paganini's (Gesellschafter v. 1829 ). - 7. Der 13jährigc Componist Carl Eckert (Spenersche Ztg. v. 1834. Nr. 29.). - 8 Andeutungen zur Geschichte der Ton- kunst (Lpz. musik. Ztg. v. 1835.). Srldel (Hu&o), Kapellmeister am Stadt-Theater zu Stettin, lebte längere Zeit als Pianist und Compooist zu Berlin, arrangirte mit dem Violinisten Grünbaurn zusarnrnen
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