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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Schunke - Schwarz. 639 Scbkortleben bei Weissenfels 1778, 3ter Sohn eines Bäckers daselbst, der· neben seinem Geschäft die Musik übte und seine Söhne auch zu dieser Kunst anhielt. Andreas musste Anfangs die 'väterliche Profession betreiben und kam dann zu einem Stadtmusikus Wausleben nach Halle in die Lehre. Im J. 1812 ward er als Solo-Hornist bei der K. Kapelle in Berlin angestellt, 1834 pensionirt und starb den 26. August 1849 zu Berlin. - 2. Carl, zweiter Sohn des Vorigen, geh. um 1811, erhielt den Unterricht seines Vaters auf dem Waldhorn, und in der Theorie der Musik den des K. M. C. Böhmer. Bereits im J. 1820 liess er sich mit seinem Bruder Julius zusammeu in einem Concerte seines Vaters mit Beifall hören. Im J. 1827 ward er als K. Kammer- musikus bei der Kapelle in Bcrlin angestellt. deren Zierde er seitdem ist, da er als einer der ersten jetzt lebenden Hornvirtuosen gilt. .Man rühmt besonders die durchgängige Gleichheit seiner Scala, vom leisesten Hauche bis zum stärksten Forte des Tons; die Zartheit, Rundung desselben und seine ungemeine Fertigkeit. - 3. Gottfried, älterer Bruder von Andreas. Geh. zu Schkortleben, 3. Jan. 1777, kam in seinem 17tcn Lebens- jahre zu dem Stadtmusikus 'Vansleben nach Halle, wo sein grosses Talent Türk's Auf- merksamkeit erregte, da er neben dem Waldhorne fast alle Instrumente spielte. Im J. 1798 ward er Waldhornist beim Theater-Orchester zu 1\Iagdcburg, ging 1800 nach Berlin, wo der Umgang mit Lebrun vorthcilhaft auf seine weitere Ausbildung wirkte. In Berlin blieb er bis zum J. 1806, trat hierauf in Herz. Coburgsche Dienste, unternahm 1807 eine Kunstreise nach Paris und ward 1809 mit seinem jüngeren Bruder Michael bei der K. Westphiilisrhen Kapelle zu Cassel und später bei der K. Kapelle zu Stuttgart angestellt. - 4. Herrmann, jüngster Sohn von Andreas, seit 1856 K. Kammermusicus bei der Kapelle zu Berlin. - 5. J u I i u s, ältester Sohn von Andreas, ward 1827 als Kammermusikus bei der K. Kapelle zu Berlin angestellt, verliess dieselbe 1831 nnd ward Schauspieler. Selan8tt"r ( ), Tenorist beim Königsstädter Theater zu Berlin, kam vom K. K. Hof- Opern- Tb. zu Wien 1830 dort hin und debütirte als Ramiro. Er ging später nach Dresden. S~lawaeblaofer (Fr. ), K. Knrnrnermu~ikus und Violinist der Kapelle zu Berlin. Geh. zu Mainz um 1780, kam um 1804 in die K. Kapelle, ward 1845 pensionirt, und starb d. 3. März 1846 zu Berlin. * Sehwnn•zer (Hn..-o), Organist der Heformgemeinde zu Berlin und Musik- lehrer daselbst. Geh. d. 21. April 1829 zu Ob.-Glogan, erhielt von dem dortigen Kantor Hoseheck den ersten Clavierunterricht, den er in V crbindung mit der Theorie, unter Lcituug des Rector Köhler, hi8 zum llten Jahre fortsetzte. Später besuchte er die Gymnasien zu Ratibor und Neisse, erhielt in der letztgenannten Stadt den Clavier- untcrricht des Regens chori Juug, versah vom 13. bis 17ten Jahre dort das Amt eines Organisten an der Gymnnsialkirche nnd liess sich als Clavierspieler öffentlich hören. Während dieser Zeit cornponirte er ausser mehreren kleinen Sachen eine .111esse für 4 Sgst. u. Orgel.. die in den Pfarrkirchen zu Coscl und Uatibor zur Aufführung kam. Um seine Musikstudien zu vollenden, begab er sich nach Berlin wo t•r in das K. Institut für Kirchenmusik trat, die l\1usiksehulc der K. Academie besuchte und daselbst den Unterricht Rungenhagen's, A. W. Bach's und Grell'a, so wie im Clavierspiel den Killitschyg's geuoss. Nach Vollendung seiner musikalischen Studien Iiess er sich als Musiklehrer in Berlin nieder, ward 1852 al~ Organist bei der Reformgemeinde, und 1856 als Lehrer fiir Clavier und Orgel beim Stern'schen Conservatorium angestellt; auch war er Musiklehrer des Prinzen Gcorg v. Preussen. Sch. hat Trio's, Streichquartette, Lieder, Sonaten etc. componirt. Eine Fest- Ouverture seiner Composition f. Orch. ward 1856 von der Liebi".'sehen Kapelle gespielt. Gedruckt sind bis jetzt: Lieder" und Ge$änge. 2 Lieder f. 1 Sg.~t m. Pf. (l. An ein junges Mädl'hen. _ 1 2. Ihr Bildniss) 0 p. 1. Berlin, Challier. - 2 Gesänge f. gern. Chor, Hrn. Dir. Stern ded. t..:..... ('\.Nefter Frühling ist gekommen. -. 2. Wieg~ dich, schaukle dich) op. 2. Berliu, Trautw. (Bahn) 1858. - :1 Lieder op. 3. Berlm, Schlesmger. Clavierstück e. 2 Clavierstücke (Marzurka. -Fahrt aufruhiger See). Frankf. a. M., A. Löhr. - Romanze, o p. 4, Berlin, Trautw. - Mazurka de Salon, o p. 5. eh end. 68 *
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