Path:
S

Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Schauer. 499 neben dieser Stelle die eines K. Hof-Dom-Organisten, Im J. 1781 stiftete er mit Con- cialini zusammen ein Licbhaber-Concert. Er starb d. 2 . .l\Iär1: 1800 zu Berliu. _ Von seinen Compositionen kann ich folgende nennen: C antaten. 1. Cant. auf den Frieden zu Hubcrtsburg, J. 10. April 1763 in Berlin aufgeführt. - 2. Caut. !.Iei Gelegenheit der Abschiedspredigt des PreJigers Thicle den 4. Nov. 1770 in der Jerusalemer Kirche zu Berlin. - 3. Jo, bei der Absehiedsp;edigt des Consistorialrath Gi!Iet, ebend. d. 6. Aug. 1775. Lieder etc, 1. In den von l\Iarpurg herausgegebenen "Neue Lieder etc. Der!. 1756"; Der kühle Schlummer senkt. - 2. In den geistl.-moral. und weltlichen Oden, Berlin, Lange 1758: No. 17. Von dem Tode, v. Geliert: Meine Lebenszeit verstreicht. No. 23. Trost des ewigen Lebens, v. dems.: Nach einer Priifung. Instrumental-Musik. Sei brevi Sonate p. Cemb., alle spese delle Vedona di Baltha~. Schmidt, Norimb. - Sou. p. Cla1·. 3 Thl. Niirnb. 1750-59. - Im mus. Allerlei v. 1761: 1. Sonatine p. Clav. 2. D. Senfzrr der C'bloris, And. p. Clav. 3. Polon. p. Clav. 4. Vier l\Icnnets f. Pf. 5. Solo f. Qucrfl. 6. Allegro f. Clav. - Leichte Vorspiele f. Org. u. Clav. 1. Thl. 1794; 2. Thl. 1795; 3. Thl. 1796; ,_t Thl. 1796. Berlin, Felisch, q. fol. -- Ferner: Concrrte, Trios, Solos f. vrrsch. Instr.-Sinfonien. ·» Scltnner (Cnrl), Kantor an der ,Jerusalemer Kirehe und Gesanglehrer zu Berlin. Gcb. zu Fürstenwalde d. il. Dec. 1806, ward im J. 1821 an Professor Zelter in Bcrlin empfohlen, der ihn viitcrlieh aufnahm und unterrichtete, und ihn im J. 1823 an E. Grell empfahl, dessen treffiichen gründlichen Unterricht er im Orgclspiel, Generalbass und Contrapunkt bis zum .J. 1830 genoss. Gm diese Zeit besuchte er auch das K. In- stitut für Kirchenmusik, wo ansser Grell noch A. \V. Bach und L. Hellwig seine Studien leiteten, und er Vorlesungen über Orgelstruktur hörte. Um den Operngesang genauer ke1men zu lernen, liess er sich im J. 1825 als Chorsänger beim Königsstädter Theater cngagiren, und hatte hier nicht allein Gelgenheit, eine Sontag, Tibaldi etc. zu hören, sondern sich auch durch die Bekanntschaft des jetzigen K. Chor-Dircctor Elsler im Ge- sange weiter auszubilden. Im J. 1827 ward er Vorsäuger bei der Nicolai- Kirche zu Berlin, verliess im J. 182!) das Königsstädter Theater und erhielt im J. 1838 die Kantor- stelle bei der Jernsalcmcr J{irchc. Neben seinem Amte bestand sein grösster Ehrgeiz darin, ein Gesauglchrer im wirklichen Sinne des \Vorts zu werden, d. h. es sich zur Anfgabe zn stellen, den Tonsinn zn erwecken, das Gehör und die Stimme richtig zu bilden, auf deutliche Aussprache zu halten und den Schiiler zum Treffen der Töne an- zuleiten. Bald fand er Gelegenheit, sich in Privat- und öffentlichen Schulen als tüchtiger Gesanglehrer zu zeigen, !tuch gab er damals die unten näher angegebenen Liedersamm- lungen heraus. Im J. 1830 ward er durch Grell und Zelter an den damaligen Director r!Pr jüdischen Gemeindeschule, B. Aucrbach, als Gesanglehrer empfohlen. Es sollfen hier Gcslinge geschaffen werden, die beim Gottesdienste den alten Brauch schonend ab- schaffen und durch Zcitgcmässes ersetzen sollten; es war eine Vermittlung des streng' Ortodoxen mit den Anforderungen Jer Heformer. Sch. erhielt den Gesangunterricht in allen Klassen der Schule. Die neu umgeschaffenen liturgischen Gesänge wurden in hebräischer Sprache compor..irt und gesungen; ebenso componirte er eine Anzahl Verse und Psalmen der Bibel in dieser Sprache, die abwechselnd vom Solo und Chor exekutirt wurden. Gedruckt ist von diesen Sachen nichts, doch sind sie nach ausfierbalh viel verlangt und nach Breslau, Dresden, London, l\iarseillc, ja selbst nach Amerika und_ Austmlien verschickt worden. Ebenso wie im Gesange hat er sich auch fiir den Clavier- Unterricht ein eigenes System gebildet. 1. ::11 ä rki sch e Li c d c r · S amm Iu n g für Schulen. l"nter Mitwirkung mehrerer Ge- sanglehrer herausgegeben, lstes Hft. enth.: 2stimm, Compos. v. 0. K. F. Schulz, Jul. Schauer,. G. P. Komrusch und v. C. Schauer selbst Von Letzterem sind folgende: No. 1. Gott, unter deiner Vnterhutb, v, ~cume. No. 5. Gott! Unendlicher, v. Dr. E. Kley. ~o . .6. Kuckuck, Kuckuck ruft aus dem Wald Y. Hoffmann v. Fallersl No. 7. Welche :Menge reifer Früchte v. F. Weisse. No. 8. Fort i~t Schnee und Eis, v. K. Besselt. No. 9. Freude wirbelt in de~ Lüften. No. 11. Summ summ, summ! Bienchen, v. Hoffmann , .. Fallersl. No. 12. Wie leicht, wie hoch ihr Vöglein seid, v. W. Hey._ No. 13. ~chön schmückt ihr Feld und Garben, v. Chr. Schmid. No. 15. Erwache froh, mem Lohgesang, v. Dr. E. Kley. No. 17. Bri.:.der auf zur Freude, v. Seidel. - 2tes Hft. enth. : Comp. v. Hittershausen, 0. K F. Schulz,, 63 *
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.