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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Ben da. 45 für ~rine KnnRt von Nntzen wnr, nnrl mitten in rli<'~<'r Bl'p-eiRtl'rung fiir itn!ieni~rl1r l\h1Pik schrieb er in Rom (•in Kireheu~1iirk, wrlcll!'" er zum Geburt~tn:.re ~eiJII'~ Fiir~i!·H JJilch Gotha sc!Jickte. Dies \Verk gilt fiir eine seiucr vorziiglichstcn ArhPiteu, ist aber nuge- druckt grblielwn. Nnrh ~einer Riickkehr I1nrh GotJ,a wnrd B. zum K:•pdlnwistcr cmmmt, und Rehrieb dasell)st mehren' italin1ische Oprrn. l'm diese Zeit knm diP ;~<'ilt•rseiJP Schau- spielergcsellöehnft mit ihrem l\Insik-Direetor Schweizer unch Gotlta. Bei denclb!'ll befand sich die beriihmtc ~chauspiclcriu Brnnde~, deren nu>n Text lieft•rtc (I i74), nicht die geringste Kem;tniss vou Rousseau's Uuternelnneu hatte; iiberdics f'ollcu Bs. Arhciten de- nen Housseau's bcrlcutcud an \Yerth iiherleg<'n s1•in. ;\lng man von dem \Ycrth uiescr musikalisci,Pn Drama's nrthcilen, wiP man will, f:o steht doch fest. dass sie zu ihrer Zeit vielleicht mit !Iurch die Neuheit der Idee. ahrr anch dnrch ,·crPinigte \\'irknn:,r der Poesie nnd .i\Iusik grosscn Beifnll fnndeu, und H's. Huf als Componist verbreitete sich llllll sehneil iiber ganz Deutschlaml. Nachdem Jl. :.?R Jnhre hinte er sich gpgcu Sclnn•izf'r znriiekgPsetzt, uucl in !'iuem AngPnhlirke iibt,rtnchener Empfindlie!Jkeit fordert(• er liil"i sL,im·n 1\ hH•J,ienme (l\Id. Z~ruitz) eine Ilrise nach Pnris und fiihrte da~{')\J~t 171-<1 Reine OpPr Julie und Homeo a_uf. Spliter ging er nach Berlin, wo er daRseiLe ''Verk, sowie Arindne. auf dem K. Na- twnnl-Theater cinstudirtc. Zelter, der ihn rlnmnls kennen lernte und im Orchester unter ~einer ~eitung spielte, giebt in Reiner Autobiographie nicht die Zeit der AnweRenheit B's. m B'.)r]m an, wahr~cheinlieh war dicR ahcr im Jnhre lil-<2. Zeltcr, der tlnmals besonders durch Jnlic und Horn Po gnnz begriRtcrt war, erziihlt mancl1en iuterrssnnten Zttg von B. u. a. folgenden: ,.In einer Probe dieser Oper (Julic und Borneo), wo Laura erscheint mit den \Yort!'n'' ,. ,.Ach rben RchlosR il1r miideR Anpr dt'r Rchmerzenstillende Schlaf,"" hcglc·itcte daR Orchf'Rtcr nicht Rlll1ft grnug B. rief dl·n Spiclrrn :~n: ... ,.1\Ieinc Herren, Sie werden das n1me Kind aufwcekeu, Rpiclc·n Ric ja Rachte!'"' ln Gcorgentlwl blieb B. auch nirht lnngr. er gi•1g von dort U:lc!J dem nahegelege- nen Stiidtchrn Ohrdruff, vertauschte um 171-n, wo er im .Jahre li!l2 srinen SchwnnengcRang: .,Benda's Klagen" dichtete und in l\lusik s!'tzte. Aber auch die~cr Ort war ihm zu lebhaft, und er brgab ~ich 11ach dem hcllachbarten, romnntisch "'f'lt•gcnen Kö~tcritz. wo er iu giinz- licher Abge~chicdeuhcit von der \Velt bis zu seine~1 Tode lebte. Selbst seine Kunst gah er hier giinzlich nuf, so dasR er anf die Bitten, doch einigen Antheil an den dortigen Musik-Vcrsnmmlnngc'n zn ]l(•hmrn. nutwortete: ,,.Jede geringe \Viesenblume gew1ihrt mir jetzt mehr Yergniigcn, als die 1\lusik." Er ging viel spazieren, vermied aber alles Zusammen- treffen mit BekanHtPn tmd setzte 11iese abgeschlossene Lebensweise bis zu seinem Tode fort, der nm 6. Novl'mhcr 17flf> zu Köstrritz erfolgte. Unter seinen 8011derbarkeiten ge- hört besonders seine Zcrstrcnthl\it, von der viel komische Ziige in der Leipz. mus. Zeit. Jahrg. U. S. R71i, in den Ll'genden berühmter .i\[usikhdligcn und in Beichardt's Lyceum der Kiinste crz1ihlt werden. .. I~ den letzten einsamen Jahren beschäftigte er sich grösstentheils mit Betrachtungen uber UIC Natur und iiber dir. F011daucr der Seele nach dem Tode, von der er sieb nicht über-
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