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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

474 Rolle. liehen Pauken haben kann, mit ihren Schlägeln vollkommen prästiren und mit dem Trom. petenznge so wohl Intraden als Aufzüge dazu gespielt werden können"*). - IV. Die Orgel der evangelischen Kreuzkirche zu Hirschberg, 1727 gebaut, mit 50 Stimmen, einem 32füssigcn, einem 16füssigen und zwei 8füssigen Principalen, Glockenspiel, Pauken und Trompeten mit 3 Claviercn und Pedal. - V. Die Orgel in Grossburg (Fürstenthum Brieg), 1730 erbaut, mit 22 Stimmen, kostete 1200 Thlr. ohne Schlosser- und Bildhauer- arbeit. - VI. Die Orgel in der Frauenkirche zu Liegnitz, ward uach l\latthesson von 1733-37 gebaut, und hatte 2 Clavicre, ein Pedal, 34 Stimmeu und 4 Bälge. Ein paar grosse kupferne Pauken nebst Glockenspiel wurden vermittelst des Pedals gespielt. - VII. Die Orgel der reformirten Kirche in Stargard. - VIII. Die Orgel der a I ten K. Schloss- und Domkirche auf dem Schlossplatze zu Berlin, mit 32 Stimmen (Haupt- manual 12; Oberwerk 10; Pedal 10), 1720 erbaut*"). - IX. nie Orgel in der Doro- theenstädter.Kirche zu Bcrlin, ein kleines 'Verk von einem Manuale und Pedal-Clavier, ward 1717 erbaut. - X. Das Glockenspiel auf dem Thurmc der Parochialkirche zu Berlin, aus 37 grossen und kleinen Glocken bestehend, ward unter Aufsicht des Orga- nisten Weiss***) 1714 angefertigt. R setzte das Glockenspiel zusammen und verfertigte die Claviatur dazu. Die Glocken selbst wurden zuerst von c.lem Glockengicsser Jacobi in Berlin gegossen, da sie aber nicht rein im Ton waren, musste derselbe sie den Ctr. a 30 Thlr. wieder annehmen. Sie wurdPn uun in Holland gegossen, und am 1. Januar 1715 spielte das Glockenspiel, durch das Uhrwerk getrieben, zum ersten 1\IalP. Rolle (Citrlliltlnu Catrlj, scn., Kantor an der Jerusalcmcr Kirche zu llerlin. Geh. 1714 zu Quedlinburg Von ihm ward in Berlin aufgeführt: Tedcnm laudamus, wie es bei dem öffentlichen Gottesdienste auf der Orgel mit c.ler Gemeinde am iiberPinstim- migsten gespielt werden kann. Mit ausgc~ctztcn Trompeten und Pauken, wie auch Zinken und Posaunen. Berlin 1765: Ucber sein 'Yerk: "N,~ue 'Wahrnehmungen znr wei- tern Ausbreitung der l\Iusik", Bcrlin, Arn. Weber 1784. 8". 108 S. sagt Gerber (Lexikon von 1790): "Es ist eine merkwürdige Erschcinuug, indem solch' kauderwiilsches Gcschwäz so leieilt nicht gefunden werden kann". -Sein dritter Sohn, Fricdr. Heinrich, auch einige Zeit Kantor der Jcrnsalcmcr Kirche, sagt dagegen in einer selbst niedergeschriebenen Lebensbeschreibung, dass sein Vater "seiner musikaliscben Geschicklichkeit und seines Charakters wegen" sehr geachtet worden sei. Ein anderer Sohn, ebenfalls Christian Carl, ward der Nachfolger seines Vaters, starb aber bereits am 4. Juni 1795 im 29sten Lebensjahre. Rolle (Job. llelurl~h), jiingerer Bruder des Vorigen. Geh. d. 23.Dec.1718 zu Quedlinburg, wo sein Yater Musik-Director war, kam mit diesem 1721 nach 1\fagde- burg und zeigte früh Neigung und Talent zur l\Iusik, so dass er bereits im 13tcn Jahre ein grosses Kirchenstück schrieb, und im nächstfolgenden Jahre den Organistendienst in der Petri-Kirche versehen konnte. Im J. 1736 studirte er in Leipzig Philosophie und Jura, und wandte sich hierauf nach Bcrlin, wo er die Anwartschaft auf eine Justitiarins- stelle erhielt, da aber sein musikalisches Talent überall Aufsehen erregte, linderte er seine Lebensbcstimmung, widmete sich ganz der Musik und trat 1740 in die neu errichtete Königliche Kapelle zu llerlin ein. Im J. 1746 erhielt er den Ruf als Organist bei der St Johannis-Kirche in 1\Iagdeburg, und 1752 nach dem Tode seines Vaters, dessen M~sikdirector-Stellc. R starb den 29. Dec. 1785 zu 1\bgdcburg. Er war zn seiner Zeit ein sehr beliebter Componist und seine Oratorien: "Abraham auf l\loria" und der "Tod Abel's" wurden längere Zeit fast jährlich in Berlin aufgeführt. Seine 1\:irchcnwcrkc wer- den von Gerber sehr unvollständig angegeben; da die K. Bibliothek im ~esitz einer grossen Anzahl seiner 'Verke ist, war es mir möglich, diese Lücke auszufullen. Sein *) Eine genane Beschreibung dieses \Verkcs siehe Hoffmann's Tonkünstler Schlesien's, p. 365-66. **) Als der Dom auf der jetzigen Stelle erbaut wartl, ward diese Orgel durch Peter Migend 1753 auch dort wieder aufgestellt, .. ***) Derselbe hatte eine Reise nach Holland machen mussen, um dort die Glockenspiele kennen zu lernen.
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