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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

462 Ries. ecbaft der .l\Iöser'schen Quartett-Versammlungen grossen Beifall fanden; dienstliebe Ab- haltungen verhinderten später den Fortgang dieser Soireen, indem durch R.'s Ernennung zum Symphonie-Dirigenten und später am 10. Juli 1836 zum Concertmeister seine Zeit sehr in Anspruch genommen ward. Nachdem Conccrtmei~ter Henning zum Musik-Dir. ernannt war, legte derselbe die Stelle eines Musik-Dirigenten der philharmonischen Ge- sellschaft nieder, und TI. ward nun zn dieser Stelle gewlihlt, der er noch jetzt (1860) vorsteht. Am 9. März 1839 ward R. in der Plenarsitzung der K. Akademie der Künste zu Berlin zum ordentlichen Mitgliede derselben gewählt. Die Instrumental-Klasse des K. Theaters erfiillte bei zunehmendem Alter l\löser's nicht mehr den Zweck ihrer Be· stimmung, weshalb sie aufgelöst ward. R. errichtete nun auf ~eine eigene Rcchnutlg eine Vorbildungsanstalt für Orchester in ähnlicher .A11, und fand bei einem mit seinen Schülern angestellten öffentlichen Examen solche allgemeine Anerkennung, dass man ihn sogleich an die Spitze einer neu errichteten Instrumental-Klasse stellte. Als Violinspieler ist H. besonders im Vortruge klassischer Compositionen, die edle Auffassung und richtiges Eingehen in den Geist derselben bedingen, ausgezeichnet. Da- bei ist seine Intonation in hohem Grade rein, sein Ton markig und seine Fc1iigkcit sehr bedeutend. Obgleich er nun bereits seit 35 Jahren der K. Kapelle angehört, so ist dennoch der Einfluss der Zeit auf seine Virtuosität und kiinstlcrische Leistungen dureh- aus nicht zu bemerken; dies bewies er als Solospieler nuf das Glänzendste noch in jüngster Zeit (im April 18GO) bei der musikalischen Gcdächtnissfeicr, die er als dank- barer Schüler dem dahin:;cschicdcncn 1\Icistcr Spohr veranstaltete. Wie vortrefflich R. als Quartettspieler ist, davon werden gewiss alle die Zcugni~s ablegen, denen es ver- gönnt ist, den interessanten Quartett- V cr~ammlungen in der "Wohnung des K. Kammer- musikus Hauemann beizuwohnen. Bereits im .J. 1821 fallen seine ersten Compositions- V ersuche, seitdem hat er eine grosse Menge Stücke jeder Art geschrieben, darunter Concertc, Variationen, Solos, Duos, Etudcn fiir Violine, Trios, Quatuors und Quintuors für Streichinstrumente, 24 Entrcactcs für kleines Orrhester zum Gebrauch des K. Theaters, mehrere Symphonien für grosscs Orchester, von denen eine im J. 1832 in den 1\löser'- schen Soireen aufgeführt ward; ferner Kirehenstücke, Lieder und Gesänge. Grossen Beifall fanden seine Arrangements Bcethovcn'scher Compositioneu in Sinfonieform für Orchester, darunter namcutlich 2 Sonaten fiir Clavicr und Violine, o p. 30. No. 3. in Gdur und op. 12. No. 3. in Esdur, beide in Mageieburg bei Heinrichshofen erschienen. Sie erfreuten sich sowohl bei öffentlichen Aufführungen in Berlin, als auch in Cöln einer ausgezeichnet beifälligen Aufnahme. Eben so hat seine "Violinsehule für den ersten Unterricht" eine ausscrordentlich günstige Aufnahme gefunden, und ist nicht allein im Inlande allgemein verbreitet, sondern sie hat wegen ihrer ungemein praktischen Brauch- barkeit auch in England und selbst in Amerika grossen Beifall gefunden. Von seinen Compositionen sind erschienen: Instrumental-Musik. Quat br. p. 2 V. A. Vllc. in C, 1824 comp. op. 1. Bonu, Simrock. 12 Studien f. V. op. 2. Wien, Haslinger. - Var. p. V. av. Quat. op. 4. Lpz. Br. & H. - 3 Duos p. 2 V. op. 5. ebend. - 2 Duos conc. p. 2 V. op. 8. Lpz Peters. - 12 Solos p. V. d'une diffic. modcr. et ded. :\ l'ecole royale de musique a Berlin 1830, o p. 9. Her!. Trautwein. - 3 Duos p. 2 V. op. 10. ebene!. -- lre Conc. p. V. av. Orch. in D, op. 13. Berl. Bock. · Var. p. V. in G, op. 14. ebend. - do. in E, op. 15. ebd. - 2me Conr. p. V. av. Orch. ou Pf. op. 16. ebd. - 3 Duos p. 2 V. in Amoll, B, C, op. 17. ebend. - 2 Romances p. V. av. Pf., W. Ernst ded., op. 18. Berl. Tmutwein. - Souvenir, 2 Chansons p. V. av. Pf. op. 19. ebend. - 2 Quat. fac. p. 2 V. A. Vllc. op. 20. Offenbach, Andre. - 3 Duetts f. 2 V. o.p. 21. eLend. 1852. - Minnelieder, v. Taubert, f. V. transcr. op. 2 2. Berl. Bock. - 3 More. de Salon p. V. et Pf. op. 23. •bend. - Violin-Schule für den ersten Unterricht, nebst 106 kleinen Duetten und zweckmässigen Uebungsstücken. Lpz. Hoffmeiste~ 1842. . Lieder u. Gesänge. 6 Gesänge aus den Bildern des Or1~nts, v: Stieglitz, f. 1 Sgst. m. Pf. ( t. Meinen Kranz hab' ich gesendet. 2. Ein Täubchen brmgt m1r. 3. Ihr habt genug getrunlten. 4. Im Schatten. 5. Ich schaukle leicht mich. 6. Wenn der letzte Saum des Tages), o p. 11. Berlin, Trautwein 1830. Ble8 (&dolpb), jüngerer Sohn des Vorigen. Geb. zu Berlin d. 20. Dec. 1837, ward zuerst durch Steifrensand, später durch Th. Kullack im Clavierspicl, und in der
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