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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Benda. 39 Geb. 25. November 170!) in dem ßerg,;tiidtchcn Alt-ßcnatky, wo sein Vater Joh. Georg B. Aeltester der Leineweberzunft war, und zugleich in !ICII Gasthäusern das Hackebrett, die Oboe und die Sehalmei spielte. Die Mutter: llorothea, war eiue ;;ehorue Brixy, und die Tochter eiues Dorf-Cautors. Fmnz, drr nach dem Tode "einer Schwester da~ 'ilteste der Kinder war erlernte die Aufangsgriimlc der :\lu~ik bei dem nicht uugcschiek· ten Cantor Alcxius. lm Jahre lilH mthm der Vater den Ujiihrigen Kuabeu mit uaeh Prag, wo sich der Kirchen-Cornponist Brixy, ein naher Vcrwaudter dc_r :\.Iutter Fr:wzeus, befand. Diesem musste der juuge ß. etwas vorsin~en, um] kounte bCI ~Ieser Prüfung s!l gut vorn Blatt siugen, dass Brixy dem V:1ter den Hath gab, sich um emc DiRe:wtisteu- stelle bei dem Benediktiner-Kloster der Nicolai-Kirclw fiir demcluen zu bewerben. Dies geschah, und nach abgelegter Probe ward Franz so"lcieh angenommen und blieb nun in Prag. Er besuchte hier zugleich die Jesuitenschule~ faiHI Gelegenheit, die bc~teu Kir- chensänger zu hören und sich nach ihneu zu bilden, so dass er nach Verlauf eines Jah- res selbst für einen solchen galt. Für seine Diemte erhielt er freie !{o;;t, :UH.:h ward er von einem Geistlichen Namens Herrmann, der ihn srhr lieb gcwonucn, ganz neu geklei- det. Unterdessen hatte ein Student Namens Roseher den Auftrag erhalten, für die ka- tholische Kirche in Dresden einen talentvollen Discantistcn als Kapcllknabe anzuwerben, Franz zog seine Aufmerksamkeit auf sich, und ward von ihm überredet, mit ihm heimlich davon zu gehen. Der Pater rcgens, der gewarnt wordcu war, gebrauchte die Vorsicht, Franz ohne Rock, mit blosscr Weste uud dem l\Iautel darüber nach der Schule zu schicken, was aber nicht vcrhinde.rte, dass dieser iu Gesellschaft des Studenten, und nur mit 5 Xr. Hciscgcld versehen, Prag verlic;;.~. Auf d•~r Hci•c erwarb er sich durch seineu Gesang in den Kirchen Unterlmlt, und kam en!llich wohlbehalten in Dresden :m, wo er, ungeachtet er nur Böhmi~ch sprach, sogleich bei den .Jesuiten ab Kapellknahc augc•tdlt und neu eingekleidet ward. Nachdem der juugc ß. uugefiihr anderthalb Jahr in Dresden gewesen, ward er von der "Schweizer Krankheit" (Hdrnweh) befallen, und sehricb deshalb an sciuc Eltern, die ihm ein Pferd schickten , um naeh Hause zu kommen; da aber da- mals Kapellmeister HeinidiCH ein ucucs Regina cocli enmponirt hatte, wclclics Franz in Gegenwart des K. Hofes singen sollte. s!l ward der Bote mit !lern Pferde wieder znrüek- geschickt. Das Heimweh nahm ab?r immer mehr zu. uu!l da man ihn auf seine Bitten nicht cntlas;;en wollte, cn:floh er heimlich mit einem biihmischen ScLiffcr. Als er am :m- dcrn ~lorgcn bei Pirna erwachte. erblickte er zwei nachgeschickte l\Iänuer vor sich, die ihn . nach Dresden zurück brachten. In !lcr Nacht hatte er sich jedoch auf dem Sehiffe eine Erkältung zugezogen, in Yolgc deren sich seine Stimme verlor, und da sie sich nicht wieder finden wollte, machte seine Entla;;sung nun weiter keine Sehwicrigkciteu, uud er durfte zu seinen Eltern zurückkehren. Hier ward er zwar Anfaugs mit Freuden auf- genommen, aber bald fragte man: ""'as mit ihm zu machen sei'?·' - Der Vater giug mil Franz nach einer Kirche, wo viel mnsicirt ward, und fragte ihn, ob er nicht versuchen wolle, wicucr mitzusingen? Auf eine bejahentle A11twort ging er mit dem Solm zn einem Juden, der Brautwein verkauft•', licss ein Glas davou eiw:rhcukcn, trauk davon und gab ucn Rest an Franz, indem er sagte, dass es vielleieht flir die Stimme gut sei. ß. sagt in seiner Autobiographie: ,.Ich mag wohl der er;tc und letzte ~·ewcscll örin, der sich eines solchen :\littels der Stimm,, wegen bedient lmttc.'· ·- Fr:1117. stellte sich tmn wirk- lich zum Alt ubd '"ersuchte zu sing·en; Anfaugs wollte die Stimme nicht ansprcdwn, nach und nach gin;; es besser, er begann sich zu fiiltl!'ll tlll
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