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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

410 Pax, auf längere Zeit unterbrochen wurde, da die Familie wiihrend der Belagerung Glogau's nach Rosterstlorf zog. Seit der U ebcrgabe der Festung nach Glogau zurückgekehrt, besuchte 1'. das dortige Gymnasium, begann seinen Clavier-Untcrricht wieder und erhielt auch ciuigc Anweisung auf der Violine. Spiitcr erhielt er bei dem Org. Büttner Unter- richt im Generalbass und besuchte Jleissig die von dem tiichtigcn Kantor Bretzel geleiteten Siugiibungen, wo er Gelegenheit fand, grösscre Gesangswerke, ,yje "Die Schöpfung" und "Die Jahreszeiten" von Haydn, ßecthoven's "Christus am Oclberge" etc. kennen zu lernen. Hierdurch ward der "'uns eh, sich ganz der Mw,ik zu widmen, immer lebhafter in ihm rege; doch hierin willigte der Vater nicht, der ihn zum Schulfache bestimmt hatte, wes- halb P. von lSHl-21 das Seminar zu Breslau besuchte. Um diese Zeit, noch in den Jünglingsjahren, gab P. seine ersten Compositionen heraus, die unter dem Titel "Samm- lung mehrstimmiger Gesiinge nebst C:wous" etc. Brcsl:m bei Leuckart, unter dem ange- genommenen Namen C. E. Palmi erschieuen. Auf dem ßreslauer Seminar crthcilte der als Componist und Orgelspieler rühmliehst bekannte F. 'V. Berner den l\Iusikuntcrrieht; so genial auch sonst Berncr als Kiinstler war, so verstand er es doch nicht. dem S~hüler das Vorzutragende klar zu machen, ihn stufenweise fortzuführen und zur Kunst 'anzu- feuern. Desto begcistermlcr wirkten jedoch lHindel's Meisterwerke, die unter Berncr's und Schnabel's Leitung in Breslan aufgefiihrt und zu denen die Seminaristen mit heran- gezogen wurden, auf ihn. Nach Beendigung des Cursus erhielt P. die Organistenstelle bei der reformirtcn Kirche in Glogan; da er sich aber in der 1\Iusik noch mehr zu vcr- vollkommndn wünsehte, gab er diese Stelle auf und begab sich nach Berlin, wo er Schüler des K. Instituts für Kircheumnsik ward, und daselbst den Unterricht A. \V. ßach's und B. J\lein's im Orgclspicl, Generalbass ctc. genoss, und anrh Klcin's Cursus der Gc- sanglehre fleissig besuchte. Später erhielt er aueh noch Unterricht im Clavierspicl von dem nachhcrigen Kapellmeister C. G. Hcissiger, dcsf'cn Yorlesnngen iibcr Instrumeutirung er auch hörte. Nachdem er das lustitut vcrlas:;eu, suchte er sich mit dem Svstcm Logicr's vertraut zu mRchen; dies geschah unter Leitung des verdienstvollen 1\Insik- lchrers Bargiel. Einige Auträgc, zur Griimlnng eines iihnlichen Iustituts nach ansscrhalb, schlug er aus, da er sieh bereits einen bcdcutell
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