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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Nehrlich. - Ncithnrdt. 389 Neltrllell (Chrlstlan Gottfrled). Geboren zu Ruhland (Oberlansitz) den 22. April 1802*), besuchte das Gymna~ium von Hantzen, studirte von 1825--30 zu Halle Theologie, ging hierauf nach Bautzen und Drcstlen uml he:;chiiftigte sich wiihrend dieser Zeit mit musikalischen Studien, besonders aber mit tlcr Theorie r!P.s Gesanges, Im Jahre 183~ ging er nach Leipzig, um dort ein Institut fiir Gesang zn errichten; es fantl jedoch keine Theilnahme. Er wandte sich hierauf nach Hcrlin, wo er am 27. April 1844 ein Gesangs-Conservatorium gründete; aber auch hier hatte dasselbe nicht lange Bestand. Ausser- den unten angegebenen theoretischen ·w erkcn sind vielleicht auch folgende unter dem Namen Nchrlich erschienene Compositioncn: 25 geistliche Lieder, v. Geliert, o p. 7. Leipz. bei Peters, von ihm_ Theoretische 'Verke. 1. Die Gesangkunst, otl.: Die Geheimnisse der grosscn italienischen und deutschen Gesangschule alter und neuer Zeit. Lpz. 'l'cubncr 18,:1L - 2. Gesangschule fiir gebildete Stiinde, ein theoretisch- praktisches Handbuch für Alle, welche den höhern Gesang lieben, lernen oder lehren, zuniichst als Leitfaden fiir seine Schii!Pr ausgearbeitet. Bcrlin, Logier. (Dazu die s1immtlichcu Singübungcn auch für Alt oder Bariton arr. cbend.). Neltltarclt (IIcinrich .4ugulilt) **), K. :Musik-Dircctor und Dircctor des K. Dom-Chors zu Bcrlin. Geh. am 10. August 1793 zu Schlciz. Schon in früher Jugend zeigte er eine besondere Neigung, wie grosses Talent zur Tonknust uud erhielt sowohl im Singen, als auch auf mehreren Instrumenten Unterricht Dis zu Hcincm 1f>tcn ,Jahre besuchte er das Gymnasium seiner Vaterstaut Ullll erlernte dann praktisch die Instru- mental-Musik beim Hof- und Stadtmusikus Brunow, in welcher er später als ausübender und schaffender Künstler, wie als Staabs-llautboist und l\IuRik-Dircctor bis zum J. 1840 so Tüchtiges und Hervorragendes leistete. Hof-Organist Ebhardt, Y erfass er der "Schule der Tonsetzkunst in systematischer Form", gab ihm Unterricht auf dem Pianoforte, der Orgel und machte ihn mit dem "'cscn und den Hegeln des GeneralilasRes bekannt. So praktisch und theoretisch gut vorbereitet, trat er, :?0 Jahre alt, 1813 als freiwilliger J1iger beim 1\lusik-Chor des K. prcnss. Garde-Jiigcr-Bataillons ein und machte beim De- tachement dieses Bataillons von 1813-lf> die Feldzüge mit. Wiihrcnd dieser Zeit com- ponirtc und arrangirte er verschiedene :Miirsche und kleine Piecen für Jiigermusik, die fiir die damaligen l\Iilitairmusikzuständc Aufsehen crregteu. Hierdurch war man auf sein Talent aufmerksam gcwordon, und ernannte ihn uach bcemligtcm Kriege 181G zum Staabs -Hautboistcn des Garde- Schiitzen- Bataillons. In dieser Stellung verblieb er bis zum Juni des Jahres 1822 nml hat wiihrend seiner Gjiihrigcn Wirksamkeit als Staabs- Ilautboist bei dem genannten Bataillone Märsche, "r alzer, Polonaisen, Ouvertnren etc. für diese Musik componirt und arrangirt. Die Compositionen seiner Ilorn-Coneerte fallen auch in diese Zeit_ Im J ahrc 1822 erhielt er als Staabs- Hauiboist des Kaiser Franz- Grenadicr-Hegiments einen grösscren 'Wirkungskreis , mul was er in dieser Stellung als l\lit-Rcpriiscntant für die preussische Infanterie-:\Iusik von 1822-,10 gewirkt und geleistet, ist von dem Verfasser dieses Aufsatzes in einer Schrift**'r.) bpeeicll erörtert. Durch und durch praktisch, waren bis zu seinem Austritte aus dem ?.lilitairdicnste, welcher, wie schon angedeutet, 1840 erfolgte, alle seine orgauisatorischcn Unternehmungen vom besten Erfolge gekrönt. Das Jahr. 1826 ist wohl das bedeutungsvollste fiir N's. Wirken als Volks-Componist. In dw~cm Jahre componirte er das vom Gymnasial-Director Prof_ Thicrsch gedichtete Preussenhcd: "Ich bin ein Prensse". So lange es ein "Prcussen" und eine "Nation Prcussen" giebt, so lange wird auch der Componist dieses "National- und Volksliedes", August Neithardt, im l\Innde des preussischcn Volkes sein und leben. Dieses Prcussenlied ist ein Denkstein, das mehr wie alle Dcnkmiilcr aus Erz oder 1\lar- mor Zeugniss von dem unvergänglichen V erdicnst des Componisten ablegt. 'Vic viel Millionen haben seitdem nicht begeisternd in allen Zonen ihr Volkslied: "Ich bin ein Preusse" gesungen und wie viel UllllCUnbare .i\lillionen werden es stets zum Huhmc der *) Nach dem Gelehrten Bcrlin von 1845. **) Der V crfasser dieses Artikels ist der Componist und musikalische Schriftsteller Herr Theodor Rode, der mir denselben zur Benutzung biitigst mittheilte. ***) Zur Geschichte der K. preuss. Infanterie- und JUgcr-l\lusik von Tbcodor Rode. Leipz. Kahnt 1858.
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