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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

380 Möser. veranlasste den Ki)nig, ihn zu seinen Privat- Quarietleu, bei welchen er oft selbst das Violoneeil ~pielte, heranzuziehen. I>ic~c grosse llcgiinstigung mochte ihn wohl übcr- müthig gemacht lmhen; er verwiekdie ~ich als ein sehr wohlmJsRehenrlcr junger 1\Tnnn in mancherlei Liebesvcrhiiltnisse; ja, er soll sogar (uael1 SeJ,illiug's Lexikrm) es gPwagt haben, seine Augen zu der Griifin v. d. l\Iark, !lcr Tochter des Kiinigs, zu erhcueu. Die Entdeckung davon' hatte fiir ihn die Folge, 1la~s er aus den prcussischen Staaten verbannt wurlle, ja, nach einigen Nachrichten ward er uuter Escorte an die bnnm- schwcig'schc Grenze befördert, wobei man illln uicht eimnal Zeit liess, die nöthigen Effectcn, Noten und sein Justrumcut mitznnclnueu; :-lchilling's Lexikon giebt dagegen an, der Kiinig habe ihm hei seiner Abreise 100 Dubteu Hcisegcld zustellen lnssen. l\1. be- gab sich über Braunschwcig nach llamhurg, wo er die Bekanntschaft Friim:l's, Hodc's und Viotti's machte und besonders die Lehren der beiden letzteren eifrig benutzte. Er bildete nach ihnen sein ganzes Yiolinspicl um, und ward in ll:eit von B l\louatcn ein ganz anderer Spieler. Nachdem er mit grosscm llcifalle in Hamhurg aufgetreten war, reiste er iiber Copenhageu Uilll Christiania nach London. Hier erkannte der Concert- mcister Salomon sein Talcut und engagirte ihn für die niichstc Saison gegen ein Gehalt von 200 Guineen. Doch hierzu kam es nicht, denn ein neues Liebesverhältniss mit einer Italienerin, die er in Stockholm kcuuen gelernt, lie~s ihn sein Engagement ver- gessen. Nach dem Tolle Fricdr. "'ilh. 11. war1l ihm die Hiickkehr iu's Yaterlaml ge- stattet: er erhielt seine friiherc Stelle bei 1ler K. Kapelle wieder, nnd nun begann für ihn wieder ein gl'nialcs aber iippiges Kiinstlcrlcbcn, welches er in der Gcsells~h:tft des knnstgchildetcn Prinzen Louis Fcrdinand und dessen musikalischem Gefiihrten Dns>Üjiihrige~ llienst-,Jubiliinm, Lei welclJCr Gelegenheit er mtt dem Titel eines Kapellmeisters :ws 1ler K. Kapelle ans,chicd, jedoch noch die Leitung. Ii er lu,tru- mentalklasse behielt. Von tlcm Gcncral-lntcndantcn Grafen Hedern wurden 1lnn zn llie- sem Tage zwei prachtvolle Vasen, von den 1\litglicdcru der K Knpcllc ein vou Reiss gearbeiteter schöner silberner Pokal, und ein iihnlichcr auch von den Eltwcu der Instru- mentalklasse überreicht. In demselben Jahre ward l\1. zum Mitgliede der mu~ikali~chcn Akademie zu Stockholm ernannt; im Jahre 1847 erhielt e~· für eine _an den Kaiser von Gesterreich übersandte Fest-Hymne die grossc Civil- V?rdtenst-1\fcdm!~e nnd 1848 den Rotben Adler- Orden 4. Klasse. Unter seinen ausg-ezClchnetsten Sehulcrn gehören der berühmte Quartettspieler C. l\Iüllcr in Draunschwcig, A .. Zimm~rma?n und sein Sohn August Möser. - M. starb den 27. Januar 1851 zu Derlm. Sem Btld von Fr, Krüger
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