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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Marx. 351 - 6 More. clcg. op. 42. Berlin, Challier. - Invitation alla Polka, op. 43. Berlin, Bock 1855. - La Violette dc Faust, Polka-Rond. o p. 44. eLend. - Potp. (Indra), ebend. - Potp. (Nibeluugen), eLend. - La Coquctte, ebend J.Uars (Adolph Bernltnrd), Dr. der Philosophie, ausscrordentlicher Professor und 1\lusik-Director an der K. Universität zu Berlin. Geboren den 27. November 1799 zu Halle*), wo sein Vater Arzt war. Schon früh zeigte der Knabe Aulagc zur l\Iusik, übte den Gesang und das Clavicrspiel und versuchte sich in der Composition; eine Scene, für Gesang componirt: "Scmclc" v. Schiller, fällt in diese Zeit. Er erhielt nun den Unterricht Türk's im Generalbass und machte darin auch bald gute Fortschritte; doch, obgleich er die l\Iusik fleissig in den l\Iusscstun1len übte, so wünschte er sie !loch nicht zum Lebensberufe zu wählen, sondern entschied sich für uas Studium der Hechte. Er besuchte deshalb die Universität zu Halle, ward nach Vollendung seiner Stuuicn bei eiucm hohen Collet,.-ium in Naumburg beschäftigt und ging von dort nach Berliu, wo ihm die Möglichkeit gegeben war, die juristische Bahn mit der Ausbildung in der Musik zu verbinden. Die Kunstgenüsse, die sich ihm in Berlin darboten, dabei gänzlicher Mangel an Vermögen, bewogen ihn Imn, die juristische Laufbahn ganz aufzngc ben und die l\lusik als Lebensberuf zu wiihlen. Er erthcilte hierauf Unterricht im Clavierspiele, Gesaug und in der Composition, gründete 1824 die Berliner Allgemeine musikalische Zeitung, deren Hcdactcur er bis 1832 war, uud begann überhaupt viel über l\Iusik zn schreiben. Im Jahre 1827 erhielt er das Doktordiplom der Universität l\Iarburg, hielt hierauf Lehrvortriigc über l\Iusik bei der Universität zu Berlin, ward 1830 Professor und 1832, nach ll. Kleins Abgange, als 1\fusik-Dircctor des akademischen Chors der Univer- sität angestellt. Durch seine schriftstellerische Thätigkeit hat er sich seitdem einen be- deutenden Namen erworben, und wenn auch gegen seine Schriften manche Gegner auf- traten, wie z. B. seine Schrift: "Die alte Musiklehre im Streit mit unsrer Zeit" eiue Gegenschrift von G. 'V- Fink**) hervorrief, so haben auf der andern Seite dieselben Lei einem grosseu Theile des Publikums viel Anerkennung gefunden, und vom Könige von Sachsen erhielt er für seine "Lehre von der musikalischen Composition" die goldene Verdienstmedaille. Vorzugsweise haben sich seine musikalisch-ästhetischen Schriften Huf erworben. 'Venn nun seine Compositioncn weniger Beifall fanden, so theilt er hierin das Schicksal fast aller beriihmtcr Theoretiker Berlin's; ich ncmle nur in älterer Zeit die Namen: Agricola, Kirnherger, l\larpurg; in neuerer Zeit Dehn. Durch Herausgabe nlter klassischer Compositioueu bat er sich dagegen grosse V crdienste erworben, beson- ders sind darunter folgende namhaft zu machen: S. Baeh's grosse Passion; uessen grosse Messe; 6 Kirchenmusiken desselben ( 1. Litaney. 2. Herr, dein Auge. a. Ihr weidet. 4. Du Hirte Israel. 5. Herr, gehe nicht in's Gericht. 6. Gottes Zeit). - Im Jahre 1850 gründete Dr. Kullack im Vereine mit Jul. Stern und A. 13. Marx eine "llerliner Musik- schule", die später von ihnen "Berliner Conservatorium" genannt ward. Als im Jahre 1855 'I'h. Kullack aus der Direction schied, um unter seiner alleinigen Leitung eine ähnliche Anstalt zu errichten, führten A. ß. l\Iarx und J. Stern das Conservatorium weiter fort, his ersterer 1856 sich ebenfalls zurückzog, und nun das Berliner Conserva- torium unter Direction J. Stern's allein fortgeführt ward. - Sein Bild lith. v. C. Mittag, mit Facsim. erschien Leipz. Br. & H. ' Theoretische Werke und Schriften üLer Musik.: 1. Die Kunst des Ge- sanges, theoretisch und praktisch. 3 Bücher. Bcrlin; Schlcsingcr 1826 (1. Buch: Ton- nnd Notenverhältnisse. 2. Buch: Stimmbildung. 3. Buch: Vortragslehre). - 2. Maigr u ss, eine humoristische Darstellung deR J\Iissverhältnisses zwischen der hohen Aufgabe der Musik und der babylonischen V crwirrung der Begriffe über ihre Kunstmittel, welche von so vielen unberufenen Dilettanten, die sich für Kenner der Tonkunst ausgeben und hal- ten, in die 'Velt gestreut werden. Berlin, Finke. 3. Ab h an d I u n?. e n versehieuenen Inhalts in G. Weber's "Cäcilie" von 1821-28 (u. a.: Betrachtung uber den heutigen *) Nach Schilling's Universal-Lexikon der Tonkunst,, Bd. 4. P.: 577.-83; dagegen nach !lem gelehrten Berlin den 15. Mai 1799, nach J .. Sc~uberth s I~andbuchlem 1790. **) Sie erschien unter dem Titel: Der mns1kahsche LehrJammer, oder: Beleuchtun"' 11~r Schrift: Die alte Musiklehre ctc. Lpz. l\Jayer und Wigand 1842.
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