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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

l\Iara. 341 (d. Barbier}; Vitellozza (Lucrezia); Dicksem (weiRso Dame). 1853: Joze (Indra); Sepp (Joggeli); Blonde! (Richard). 1854: Otteustcin (Hiibczahl). 1855: Cassian (Adlers Horst); ferner: Enrique (Krondiamanten, 33 Mal}; Alfons (d. Stumme v. Portici, 36 Mal); Lorenzo (Fra Diavolo). - Im Ganzen hat l\Iantius, während er bei der K. Oper war, 152 verschiedene Gesang- partien einstudirt, und wie oft er viele unter ilmcu gesungen, beweisst das oben ange- gebene Verzeiehniss. In den klassischen Opern war er fast unentbehrlich, aber auch in den komischen Rollen vortrefflich, wie srine Darstellung des "Postillon" bewies. In der letzten Zeit war er J{egisseur der K. Oper. Am 1. April 1857 ward er auf sein An- suchen pensionirt, schied am 17. April als "Florestao" von der Bühne: und ward im October desselben Jahres, in Anerkennung seiner ausgezeichnetoll Leistungen während seiner Dienstzeit, zum K. Kammersänger ernannt*). Seine KoJlegcn überreichten ihm bei seinem Abgange eine schöne silberne Fruchtvase, auf deren Sockel des Künstlers Haupt- rollen eingegraben sind. So vortrefflich Mantius' Leistungen als Opernsänger waren, so schwer es sein wird, ihn zu ersetzen, so ist dies iu fast noch grösserem Maasse bei ihm als Oratorien-Sänger der Fall, und sie galten seit 30 Jahren neben denen Krause's als Meisterleistungen und sind es noch. In fast aJlen Oratorien wirkte er mit; ich nenne nur folgende ver- schiedene ·werke, in denen er die Haupt-Tenorpartien bei den Auff"tihrungen der Sing- Akademie sang: 1829: Samson, v. Händel. 1830: Judas Maccabäns, v. dems.; Psalm, v. dems.; Requiem, v. 1\Iozart; Alexanderfest. v. Hiindel; Die Jahreszeiten, v. llaydn; David, v. ll, Klein. 1831: Tedeum, v. Händel; Passions-Musik n. l\latthäus, v. S. Bach. 1832: Tod Jesu, v. Graun; Zer- störung Jerusalem's, v. Löwe; Messias und Salomo, v. Händel. 1833; Passions-Musik n. Jo- hannes, v. S. Bach; Sani, , .. Händel. 1834.: Christi Einzug in Jerusalem, v. Rungenhagen; Die 7 Worte, v. Haydn; llclsazar, v. Windel. 1835; Faust, v. Hadziwill; Das Gesetz des alten Bundes, v. Neukomm. 1836: Joseph, v. Händel. 1837: Das befreite Jerusalem, v. Fr. Schneider; Jephta, v. B. Klein. 1838: Salomo, v. Händel. 183!.!: Die Israeliten in d. \Vüste, v. Grell; Paulus, v. Mendelsuhn; Absalon, v. 1-'r. Schneider. 1840: Johannes und .Maria, v. Schulz. 1841: Iluss. v. _Löwe. 1842: Cäcilia. v. Rungenhagen; Symphonie-Cantate, v. 1\Icn- clelsolm. 1843: Des HeJiand's letzte Stunde, v, Spohr; Die Zerstörung JerusalemR, v. Hiller; Die Erscheinung des Kreuzes, v. Küster. 1M5: Der Fall Babylon's, v. Spohr; Weltgericht, v. Fr. Schneider. 1847; Elias, v. l\Icndelsohn n. a. - Viele dieser Werke hat er häufig gesungen; so hat er allein bis zum Jahre 1854 bei der Auff"ührung des "Tod Jesu", durch den Hansmann'schcn Verein, die Tenorpartie 55 l\Ial ge~ungen. Seine Stimme hat sich, ungeachtet er iiber 30 Jahre öffentlich ~ingt, ansserordcntlich gut erhalten, und noch jetzt (1860) singt er (lie Partie des "Evangelist" in der Passions-Musik v. S. Bach mit der grössten Vollendung, ein Musterbild für alle jüngeren Siinger. Seitdem er von der Oper gcschicuen, ist er als Gesanglehrer thätig, und als solcher sehr beliebt; er veranstaltet mit seinem Gesangvereine von Zeit zu Zeit kleine Aufführungen. Auch als Lieder- Componist. hat sich Mantius bekannt gemacht. Es erschienen folgende Lieder. 3 Lieder f. I Sgst. m. Pf., Frl. Pauline v. Sehiitzel cled. Bcrlin, Gröbenschiitz. - Ständchen, v. 0. v. Deppen: 0 Liebchen, mein Liebchen, f. 1 Sgst. m. Pf. Berl. R~ Zesch (Schlesinger}. - Zur Gehurtsf:ier Sr. 1\Iaj. des Königs Friedr. Wilh. 111. v. Pr., v. ~uc_hler: Aus vollem Busen, m. Pf. Berhn, Gröbensrhiitz & Seiler (IIambur"' Schnberth). - Fruhlmgs- friede, v. E. GeibeL l\Iagdeburg, Heinric.hshofen. - 3 Lieder ~;. 0. v. Deppen ( 1. Meine Sterne. 2. Dein anf ewig. 3~ Sccl:ß"e Ruhe), f. 1 Sgst. m. Pf. op. 5. Hamburg, Schuberth . . Sein Bild erschien, gcz. v . .Fr. ~üuge1·, Druck v. L. Zöllner, Iith. v. Jentzer, Bcrl. Bock 1841; ferner gez. u. lith. v. Stem; ferner im Costiim des Postiiion. Mara (F.Jisnbeth Gertrud), geb. Schmeling. Geh. zu Cassel, und zwar nach Heichardt und Gerher drn-l+.-nm•t'lillsct '7'iP-; nach Schiiiiug's Lexikon dagegen den 23. Februar 174!J**). Rio war als Kind sehr schwlichlieh, konute einer Krankheit wegen . *) Der Titel "Kammersänger" ward, so viel ich weiss, bis __ dahin noch nicht verliehen. D1e Sänger Hnrka und Frnnz werden zwar auch als K. Kammersauger angegeben, doch habe ich nirgends gefunden, dass ihnen dieser Titel vom Könige verliehen worden i~t. **) Fiir die letztere Angabe scheint zu sprechen, dass nach einer Mittheilun<>- öffentlicher Blätter ihr Geburtstag am 23. Februar 1831 zu Reval gefeiert ward. "
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