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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

316 Lanska. und erhielt wegen Auszeichnun~ vor dem Feinde das eiserne Kreuz und den russischen St. Georg~-Orden. Nach dcm Kriege avaneirtc er bei dem in Berlin "tchenden Garde-Küras- ~ier-Hcgimentc bis zum Hegiments-Commandeur, commandirtc von 1R5·i-- 56 eine Cavallerie- Brigadc in Braudenburg ulHl ward dann auf ~ein Ansuchen mit Pension in llcn Hohestand versetzt, worauf er seinen Wohnsitz wieder in Berliu nahm. v. Lauer gehört zu den aus- gezeiclmetsten Dilettanten ncuerer Zeit und hat als Componist sehr vielen Beifall gefunden. Seine musikalische Ausbildung soll er dem geschickten Clavierspicler und Componisten Wilhclm Schneider*) verdanken. Er war Ehrenmitglied der Potsdamer Liedertafel und l\litglicd der jüngern Liedertafel in Berliu; für beidc hat er viele mehrstimmige l\I:inner- ge~iiuge componirt. Von seinen aufgeführten und gedruckten Compositionen kann ich folgende angeben: Kirchenmusik, Hequiem f. Solo, Chor u. Orchester, dem Andenken des Prinzen 'Valdcmar v. Pr. gewitlmet, 1852 d, 17. Febr. im Concertsaale des K. 8chauspielhauses zu Bcrlin aufgeführt. Up crn. 1. Hose, die l\lüllerin, Sgsp. in 2 A. v. Adelbert v. Thale (Decker), 1820 d. 1ö. April zurrst im K. Theater zuBerlingegeben (bis 3. Febr. 1832: 16Mal), Clav.- Ausz. Bcrlin, ChriEtiani 1821. - 2. Der Orakelspruch, kom. Op. in 1 A. v. Contessa, 1832 d. 2. Jan. im K. Opernhause zu Bcrlin. - :l. Clandina v. Villa bella, Sgsp. v. Göthe, 1838 comp. und in einer Privatgesellschaft am Clavicr aufgeführt. Lieder u. Gesänge. G deutsche Lieder, v. Hückert, rn. Pf. o p. 5; ßerlin, Trautwein 183~. - li Lieder, v. Heine, op. 6. ebcnd, 1838. - 6 deutsche Lieder, v. ,V, l\Iüllcr. ßerlin, Bcthg-c. - Canone p. Voce di S. A. T. B. coll. acc. di Pf. op. 7. Bcrlin, Trautwcin. - 6 deutsche Lieder m. Pf., dem Fr!. Louisc v. Kleist ded . .Uerlin, Cbristiani. - Quartetto a l'anonc p. Vocc di S. A. T. ß. coll, Pf, op. 8. Berlin, Trautwein. Ins tr n m e n t a 1-l\1 u s i k. Vnr. (\V cnn ich nur ein l\liidchcn wiisstc) f. Pf. o p. 1. ßerlin, Lischkc, - Quart. f. 2 V. A. Vllc. in Adur, 1836 in Berlin in der Quartett-V er- sammlung von Zimmermann gespielt. f,RuSiiR (FrtUIZ SerRJJIIIuns). Geb. den 13. Januar 176·1 zu Briinn**) in M1ihrPn, wo sein Vater Kais. Domaiuen-Hath war. Aufangs znr Lan1lwirthschaft beetimmt, bewog ihn ~;eine Neigung zur l\Iusik und insbesondere zum Clavier- uncl Orgelspiel, seinen Lebensberuf zn :indem. Er begab sich uach 'Vien und genoss 1784 ***) daselbst den Unterricl1t Alhrechtsbcrger's im Contrapunkt. Nachdem er im Dien~te des Herzogs v. Ser- helloui in Hom als Clavierspieler gewesen, ward er spiiter Churpfiilzischer Kamm(-rmusikus, be,uchte 17!1-1 Harnburg, wo er sich l:ingere Zeit aufhielt; später Copenhagen, und be- gab sich 17()8 nach Bcrlin, wo er sich niedcrliess und sowohl als Clavierspieler wie auch als Clavierlebrer grosse Anerkennung fand. Im Jahre 179!) trat er in die Sing- Akallemic und d. '!_ Juli 180\:l in die von Zeltcr gcstiftctc Liedertafel, für die er mehrere Ges:inge componirt hat. Im Jahre 1821 unternahm er eine grosse Heise nach Italien, besnchtc Horn und Neapel und kehrte dann nach Bcrlin zmiick, wo er den 18. April 1825 starb. An seinem Grabe (Kirchhof nahe vor dem Omnienburger Thore) ward sein am letzten erlebten Charfreitage componirtcs "' erk: "Quando corpus morietur" ge- sungen, und auch in der Sing-Akademie fand eine Gedächtnissfcicr für ihn statt. J. P. Schmitlt sagt über ihn als Clavicrspieler, dass er sich besonders durch ungemeine Fertigkeit im Priiludiren, geschmackvolle Ordnung ~einer Fantasien, sowie auch durch geist- und gemiithvollcn Vortrag seiner Solos ausgezeichnet habe. Vorzüglich liebte Lauska Terzen- und .Sextenläufe und Doppeltriller; ohne excentri8ch auszuschreiten, fehlte es seinen Fanta~Ien uud Sonaten weder an inncrm Feuer unrl Schwung, noch an Gedanken. - Lauska war zu seiner Zeit einer der beliebtesten Clavierlchrcr; die meisten Prinzen des K. Hauses gehörten zu seinen Schülern und unter andern rühmliehst be- kannten Persönlichkeiten bind vorzugsweise Meyerb:er, J. P. Schmidt und C. Detroit zu nennen. *) Nach der Vos~ischen Zeitung von 1829. **) Nekrolog von J, P. Scbmidt (Berl. mus. Ztg. 1825) .. In. de~ sehr ungenügenden Le- h;nsbescbreibung in Schilling's Lexikon kommen mehrere Unnchhgkeiten vor, so sein Vorname E ran?. Ignatz, Geburtsjahr 1769, Sterbejahr 1821. . . . ***) Nach Gerber soll dies erst 1804 gcs~hehen sem, was mrht wahrsl:he111lich ist.
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