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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

802 Kücken. und entsagte hierauf längere Zeit der Bühne, bis sie auf Bitten ihrer Eltern Gastrollen in Mannheim, Aueheu und Breslau gab und hierauf bei dem Stadt- Theater des letzt- genannten Ortes 1846 ein Engagement annahm. Im Jahre 1852 ward sie bei der Oper des Friedrich- Wilhclmsstädter Theaters engagirt, blieb dasclbst bis 1854 und fand be- sonders als Colloratnr- Sängerin grossen Beifall in Berlin. Gegenwärtig soll sie in Eng- land leben. U.iicken (Ft•ledrlclt '"~'llltehn), K. \Vürtembergiseher Kapellmeister zu Stuttg:ut. Geboren zu Dleckedc im Lüneburg'sehcn den 16. November 1810*). In dem Hause seines Vaters ward viel :\Iusik getrieben und so in dem Knaben früh der Sinn zur l\Iusik geweckt. Er suchte sich Fertigkeit auf dem Clavicre und der Flöte zu ver- schaffen und machte auch schon damals einige Compositionsversuehe. Der \Vunscb, sich ganz der l\Iusik zu wiumeu, trat nun immer mehr hervor, und nach der V erheirathung seiner Schwester mit dem Schloss-Organisten Pricdr. Liihrss in Schwcrin, willigte der Vater, auf dessen dringende Bitten, endlich darin. Kücken begab sich nun in seinem 15tcn Jahre zu seinem Schwager, um unter dessen Leitung seine l\Insikstudien zu be- ginnen, und schon nach kurzer Zeit erregten seine Compositionen für Gesang und 1\lili- tairmusik die Aufmerksamkeit des Grossherzogs Pani, der ihn zum Musiklehrer seiner Kinder ernannte und ihn oft zu den musikalischen Abend-Unterhaltungen des Hofes her- anzog. Uugcachtct dieser ehrenvollen Stellung fühlte der junge Kücken, dass in einem kleineu Orte, wie Schwcrin, sein Talcut nicht Gelegenheit l1abe, sich zu entwickeln; eine Ucisc mit der Grossherzoglichen Familie nach Bcrlin war ihm daher willkommene Ver- anlassung, dass er im Einverständniss mit dem Gouvcrueur der Grosshcrzoglichen Kinder, Freiherrn v. Seil, den Eutschluss fasste, einen Hingeren Aufenthalt in Bcrlin zu nehmen, um dort seine Studien zu vollcmlcn. Er begann nun dort unter Leitung des rühmliehst bekannten Musiklehrcrs Birnbach eifrig Generalbass-Studien zu machen, und sein nuu- mehr gereiftes Compositions-Talent erwarb ihm bald dasclbst die ausgcbreitetste Bekannt- schaft in den höheren Kreisen der Gesellschaft; so wählte ihn u. a. der Herzog von Cumberland zum Lehrer seines Sohnes (jetzt König Georg V. von Hannover). Im Jahre 1834 trat er in die Sing-Akademie, deren 1\litglird er bis 1840 blieb, und deren Besuch, wo er Gelegenheit hatte, die Auff'Lihrungcn klassischer l\Icistcrwerke zu hören und den Umgang gründlicher Musiker zu gcnicssen, wirkte auf die Veredlung seines Kunst- geschmacks fördernd ein. Nach Vollendung seiner Studien beschäftigte er sich fleissig mit Licdcr-Compositioncn, die ungemeinen Beifall fanden. Im Jahre 1841 begab sich Kücken nach Wien, wo er unter Sechter's Leitung nochmals Contrapunkt und Puge studirtc, verweilte dann ein Jahr in der Sehweiz und schrieb dort sein Lied: "Auf, auf, ihr freien Söhne!" was Nationallied der Schweizer geworden sein soll. Im Jahre 1843 leitete Kücken auf Einladung die grossen Musikfeste in Teufen nntl St. Gallen, ging von dort nach Paris, wo er seine Oper: "Der Prätendent" schrieb und dort besonders den Umgang Halcvy's und des Dichtcrs Ileinc genoss, welcher letztere 10 Gedichte be- sonders für Kücken geschrieben haben soll. Nach mehrjährigem Aufenthalte dasclbst kehrte er nach Deutschland zurück und erhielt vom Grossherzoge von 1\lccklenburg- Sehwerin den Titel eines Hof- Componistcn. Er begab sich zuniichst nach Stuttgart, wo seine Oper "Der Priitcndent" mit grosscm Beifalle :mfgenommcu ward; ähnliche Erfolge hatte sein Werk in Hamburg, doch in Bcrlin fand dasselbe keinen Beifall**). Im Jahre 1851 ward Kücken zum 2ten K. Kapellmeister in Stuttgart ernannt, trat diesen Posten am 1. November d. J. an und rückte nach Lintlpaintner's Tode (1856) in dessen Stelle als 1stcr Kapellmeister ein. Schon im Jahre 1846 hatte ihm der König_ v. Würtemberg die goldene l\Ietlaille für Kunst mit dem Bande des Kronen-Ordens verheben; 1854 er- hielt er vom Könige v. Hannover die grosse Ehren-Medaille f~.r Kun~t, ~nd 1858 vom Könige v. Preusscn die grosse goldene Medaille für Kunst .. Kuek:n 1st ~etzt. einer der beliebtesten Liedcr-Componisten Deutschlands und einige semcr LJCder smd Volkslieder *) Nach Schilling's Lexikon, dagegen nach einer Biogr. v. N eumann, Cassel bei Balde: den 10, November, **) In W. Neu~ann's Biographie, Casscl, Bal~e, wird der ungiinstigc E~folg der schlechten Bese~zung zugeschneben, dies ist nicht richtig, diC Besetzu~g war vortrefflich, wie die Namen Mantms, Krause, Kraus, Zschiesche und Dllc. Tuezeck bcwclscn.
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