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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

itrause. 297 dem Waldhorn und Fagott, sowie von den dort ebenfalls angestellten Musikern David und Springe auf der Clarinette, und konnte schon in seinem 8ten Jahre bei den wöchent- lichen Coneerten daselbst mitwirken. In seinem 12ten Jahre nahm ihn Hr. v. Hartmann zu Grätz bei Glogau als Pflegesohn zu sich, und dort blieb er, bis er 178!:1 als Kum- mermusikus des Grafen Rödcr zu Hohlstein bei Löwenberg angestellt ward. Nach Auf- lösung der Kapelle kam er 1794 in die des Ministers Grafen Hoym nach Breslau und erhielt 1802 von diesem Gönner einen einträglichen Civilposten. Als König Friedrich Wilhelm III. im Jahre 1813 nach Breslau kam, wünschte derselbe einen tiichtigen Staabs- Hautboisten für sein erstes Garde-Itegiment, und Krause ward von dem kunstsinnigen General v. Pirch dazu vorgeschlagen und hierauf angestellt. Nachdem er mit dem Re- gimente die ruhmvollen Feldzüge von 1813-15 mitgemacht, kehrte er mit demselben nach Potsdam zurück, wo er noch längere Zeit als Staabs-Hautboist thätig war, bis er um das Jahr 1828 pensionirt ward. Nach Hoffmann war er ein ausgezeichneter Virtuose, sein Ton sanft und sein Tempo rubato unübertretflich schön. Ji.rause (CI1rlstlan Gottfrled), Advokat beim Magistrat und dem fran- zösichen Gericht zu Bcrlin. Geb. 1719 zu Winzig*), wo sein Vater Stadtmusikus war und ihm Unterricht auf der Violine und dem Claviere ertheilte. Auf beiden Instrumenten machte er grosse Fortschritte, auch spielte er nach den "öffentlichen Nachrichten" die Pauke "mit grosser Feinheit und Beurtheilung des durch sie von dem Componisten bei einem Musikstücke zum Zwecke gehabten Ausdrucks". - Nachdem er zu Breslau das Gymnasium und zu Frankfurt a. d. 0. die UniversiJät besucht hatte, kam er 1747 als Secretair zum General-Lieutcnant v. Hothenbur~:,~erlin, ward dort 1753 Advokat und starb den 21. Juli 1770 daselbst. Er war Componist, Schriftsteller, Herausgeher und Sammler der J. .. icder der Deutschen, sowie Mitarbeiter der allgemeinen deutschen Bibliothek. 0 p er n. Der lustige Schulmeister, kom. Singsp. von Nicolai, um 1766 von der Sehnchisehen Gesellschaft zu Berlin gegeben, war wahrscheinlich die erste deutsche Oper, die in Berlin aufgeführt ward. Cantaten, Gesänge etc. Ino, Cant. v. Ramler, m. Orcb. - Pygmalion, Cant. von dems. - Der 104. Psalm. - Neue Arien zum Alexanderfest, v. Händel. - Preussischc Kriegs- lieder in den Feldzügen von 17 56 u. 57 (sollen von ihm sein). Berlin, Voss. - In den geist- lichen, moralischen und weltlichen Oden, Berlin bei Lange 1758, sind von ihm: No.12. Der Erbarmende, v. Klopstock; No. 16. Der 31. Psalm, v. Kramer. - In den geist!. Oden, Berl. Voss 1768: No, 6. Die Feinde Christi: Der Spötter Strom; No. 22. Der 13. Psalm, v. Kramer Herr, wie lange. Instrumental-Musik. Symphonien, Concerte, Trios. - Schriften. Lettre sur la difference entre la musique italienne et fran<;aise. Bcrlin 1748 (an den Marquis v. B.; in deutscher Uebersetzung in l\Iarpurg's histor.-krit. Bei- trägen, Bd. I. S. 1-46). - Von der musikalischen Poesie ( a. Von der Verbindung der Poesie mit der Tonkunst. b. 'Vas für Vorstellungen die Musik erregt. c. Von den Ge- danken musikalischer Gedichte. d. Von den Empfindungen ctc., die die Musik darstellt. e. Von der Einrichtung eine.s Singgedichts. f. Von der Schreibart musikalischer Ge- dichte. g. Bequeme Versarten zu denselben. h. Einrichtung der Theile des Singgedichtes, Recit., Arien, Cavaten, Duette, Terzette, Chöre. i. Gebrauch der Figuren in der mu.si. kalischeu Poesie. k. Ob un~ wie ein Schauspiel ganz gesungen werden kö?n~_e). Berlm, 1753. 8. 484 S. - 3. Vermischte Gedanken über Musik l.Marpurg's krit. Beitrage, Bd. 2- p. 181, Bd. 3. p. 18, 523 S.). Ji.raul!le (Uitrlstlan Gottlob), K. Kammermusikus und Flötist der Opern- Kapelle zu Berlin, war Anfan~s in ~er K~pelle des Prinzen von Preussci? u?d seit 1786 in der K. Kapelle. Er war e1n Schuler Lmdncr's, ward nach 1806 penswmrt und starb den 29. August 182!:1 zu Berlin im 82sten Lebensjahre. Rraul!le (llelnrlclt), seit 1826 Mitinhaber der Verlags-Musikalien -Handlung Cosmar & Krause, starb den 5. Deccmbcr 1835 im 36sten Lebensjahre in Berlin. *) Nach Hiller's Nachrichten und Hoffroann's 'fonkünstler-Lexikon, dagegen nach Forkel's Literatur zu Sorau. 38
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