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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Klage. - Klein. 287 Christiani. - Berliner Licblingstiinze. llerl. Wagenführ. - Die Senleu der Dur- und Moll-Tonarten f. Pf. llerl. Schlcsinger. - Tcrpsichore (Berliner Lieblingstänze 2. Hft.). ßerl. Kraft. & Klage. - Div. p. Pf. et PI. llcrl. Schlcsingcr. - 4 leichte Sou, m. Finger- sntz, cbcnd, - Berliner Lieblingsgesänge 3. Hft. ebend, · Klage (ßarlcunae), Tochter des Vorigen, gab heraus: 4 Lieder f. 1 Sgst. m. Pf. op. 1. llerlin, Schlcsingcr 1846. / Klein (llernlaar•l Joscph), K. l\Iusik-Director beim K. Institut für Kirchen- musik zu llcrlin. Geh. zu Cöln den G . .l\lärz 1i93*). Sein Vater, Peter Klein, war Contrabassist, seine Mutter Marie war die Tochter des im 18. Jahrhundert bekannten Componistcn und Violinspiclers Schwind!; Bernbard erhielt seinen ersten Clavier- Unter- richt bei dem Musiklehrer Zier**). Anfangs von seinen Eltern zum geistlichen Stande bestimmt, entschied sich s~ine Neigung später für die Musik, und er erhielt darin den ersten theoretischen Unterncht von einem musikverständigen Geistlichen, wobei er jedoch meist auf eigenen Flciss angewiesen war und nebenbei zu seinem Unterhalte Unterricht ertheilte. Ungeachtet dieser Hindernisse entwickelte sich sein Talent schnell, und dies war noch mehr der Fall, als er im Jahre 1812 auf Veranlassung der kunstliebenden Brüder 1\Ioissarel Gelegenheit fand, nach Paris zu gehen. Dort genoss er Chcrubiui's Rath und gelegentlichen Unterricht***) und etudirte fleissig in den öffentlichen und Privat- Bibliotheken. Ebenso übte das Hören grosser musikalischer Aufführungen einen bedeu- tenden Einfluss auf seine künstlerische Ausbildung. Nach Cö!n zurückgekehrt, übernahm er hier die musikalische Leitung der Aufführungen im Dom, sowie des ganzen damit ver- bundenen musikalischen Instituts. In dieser Stellung blieb er, einen Zwischenaufenthalt in Heidelberg abgerechnet, der ihm Thibaut's Bekanntschaft und dessen reicher Samm- lung alter italienischer Componisten verschaffte, bis zum Jahre 1819 und brachte wäh- rend dieser Zeit schon einige grössere Werke, nämlich seine 1ste Messe (1817) sowie eine Cantate: "Die Worte des Glaubens" v. Schiller zur Aufführung. Zclter, der ihn in jener Zeit auf einer Reise kennen lernte, empfahl ihn dem Ministerium, und Klein ward nun auf Staatskosten nach ßcrlin gesendet, um daselbst die Musikanstalten kennen zu lernen, und kehrte dann, als Kapellmeister und ordinirter Musiklehrer beim Dom, nach Cöln zurück. ·während seines ersten Aufenthaltes in Berlin scheint der Keim zu dem nachhcrigcn gespannten Verhältniss mit Zelter entstanden zu sein. Dieser hatte nämlich, im Gefühle seines \Vcrthes, Klein fiir einen talentvollen Schüler gehalten, den er nach seinem Wiilen lenken könne. Hierin täuschte er sich. Klein besass einen viel zu selbst- ständigen ·Charakter, um sich in der Kunst abhängig zu machen, auch nahm er nie Lehren ohne \Veiteres an, sondern prüfte sie erst. Dies war Zclter, der seine Autorität allgemein anerkannt sah, nicht gewohnt, und das Verhältniss zwischen Beiden ward bald ziemlich schroff. Dennoch hatte Klein sich damals beim K. Ministerium des Kultus so in Achtung gesetzt, dass, als er sich um eine Lehrerstelle bei dem neu gegründeten K. Institute für Kirchenmusik bewarb, er dieselbe sogleich erhielt. Ausser dieser Stelle ward ibm das Amt eines l\Iusik-Dircctors und Gesanglehrers bei der K. Universität zu llerlin übertragen. Er componirte nun mehrere grösscrc \V crke, u. a. die nach Gluck's Vorbilde geschriebene Oper "Dido". Im Jahre 1823 verheiratbete er sich in llerlin mit Elisabeth Parthcy, der Tochter des dortigen angesehenen Buchhändlers und der Enkelin Friedr. Nicolai's, und trat bald darauf eine Reise nach Italien an. Im Jahre 1828 brachte er von der Stadt Cöln dazu beauftragt, sein Oratorium Jephta" bei dem daselbst statt- g;fundenen Musikfeste und im Jahre 1830 in Halle sei~' für das dortige Musikfest com- *) Nach seiner Grabschrift auf dem Kathol. Kirchhofe vor dem Oranienburger Thore zu Berlin, nicht 1794, wie in Schilling's Lexikon irrthümlich angegeben ist; ebenso werden in jener Grabschrift seine Vornamen "Bernhard Joseph" nicht "llernh. Hnbert", wie in L. Erk's ,,Frische Lieder" angegeben, genannt . . **) Nach Angaben eines jüngeren_ Bruders .K.Ici~'s, dt;r um _das Jahr 1833 seiner Dienst- pthebt beim 2ten Garde-Regiment genugte. Sclnlhng s LeXIkon gtebt an, dass der Vater Wein- händler gewesen. ***) Nach Professor Dehn's Versicherung bewahrte Klein die Arbeiten aus jener Zeit, 1 ie von Cherubini durchgesehen und mit Anmerkungen versehen waren, stets als ein Heiligthum zum Andenken an seinen Lehrer auf.
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