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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Jähns. 265 1825: Raoul (Ro~enhiitchcn) · Wellan (Schnee); Ramiro (Ascl!Cnbrödel); I<'crranr bei seinen V cr<>hrcrn grosscn Beifall, doch nur auf kurze Zeit. Nachdem er Bcrlin verlassen hatte, ward er bei der K. Oper zu Stuttgart engagirt. Seine Stimme war damals schon im Abnehmen, und damit traten seine Fehler mehr her- vor, so dass, als er in Berlin spiitcr beim KönigRstädter Theater Gastrollen gab, diesel- ben sehr kalt aufgenommen wurden, Im Jahre 1836 zog er sich von der Bühne zurück, nahm die Stelle eines Gesanglehrers bei der Oper zu Stuttgart an und starb als solcher den 10. Mai 1852 dasclbst. Von seinen Compositionen kann ich folgende angeben: Ge s ä n g e. Der Traum des ersten Kusses: Wie glücklich preis' ich noch die \Vonne- stunde, f. 1 Sgst. m. l'f. Berlin, Schlesinger 182G. - 3 Lieder f. do. (1. Polacca: Reizend ist ihr Angesicht. 2. Warnung vor Hymen. 3 Das schlafende Mädchen), - 3 do. (1, An den Frühling. 2, An die Vergangenheit. 3. Lohn der Treue). Ver!.(?) - Der Augenblick: Nina, unser langgepriesenes Leben. Ver!.(?) - Erdbcerlied f. 1 Sgst. m. Pf. op. 27. Stutt- gart, Ebner. - Ihre Augen, Lied m. Pf. o p. 3 0. Stuttgart, All gern. Musikhrll. 1843. Tänze. Tyroler Ländler, op. 12. Stuttgart, Allgem, Musikhandl. - 1\tilanollo- Galopp, op. 13. cbend. * .JiUuts (l~rletlr. '"1111.), K. 1\Iusik-Dircctor, Director des nach i11m benann- ten Gesang-Vereins, und Gesanglehrer zu Berlin, Geboren daselbst den 2. J:.tnuar 1809, zeigte früh Talent zur Musik, worin er auch bald den ersten Unterricht von dem da- mals sehr beliebten Clavierlehrer Detroit empfing, Von sorgsamen Eltern erzogen, erhielt er seine Schulbildung thcils im Friedrichs-vVerdcrschen Gymnasium, theils durch Privat- Unterricht; besonders erfolgreich aber im Gymnasium zum grauen J{loster in Bcrlin. Mit einer schönen Stimme begabt, bekam er in letzterer Anstalt die erste Unterweisung im Gesange von dem damals als Gesanglehrer dort fungirenden E. Grell, späterem Dircctor der Sing·Akadcmic. Weniger durch eigene Neigung als durch theilnehmcnde Freunde des elterlichen Hauses wurde Jähns zum dramatischen Sänger bestimmt und studirte einige Jal1re eifrig Gesang und theatralische Darstellung bei Stiimcr und Lemm. Von der nur versuchsweise betretenen uramatischen Laufbahn driingte ihn jedoch bald die Musik, der er sich von 1826 an in Bcrger'schcr und Zelter'scher Schule nun ganz widmete. C. M. v. Weber, der 1821 mit dem Freischütz in Berlin auftrat und damit eine Epoche in der dramatischen Musik herbeiführte, hatte auch bei Jähns den ersten Anstoss zu dieser veränderten Lebensbestimmung gegeben, und obwohl er stets in seinem ganzen musikalischen Wirken alle!} edlen Richtungen der Kunst mit Liebe sich zuwendete, so ist er doch insbesondere Weber's eifriger V crchrer und Vertreter geblieben, wie er zugleich einer der gründlichsten Kenner der 'Verke, des Lebens und Wirkens dieses Meisters. sein dürfte, wobei ihn seine langjährige _frcundsc~Jaftl~che V c~bindung mit dessen Hint~rbheb.~ne~ und die Benutzung des künstlenschen w1c bwgraph•schcn Nachlasses Webers bcgnnsbgtcn. - Die Zahl der gedruckten Werke Jähns' beläuft sich jetzt (1860) ~~f. 45, die 115 ein- und mehrstimmigen Gesänge, ferner an Kamm~rmusik ein grosses I no,. Sonaten u. a. Clavier-Compositionen enthalten und von gesch1ckter Behandlung der Sbmmen und In- strumente und von melodischer Erfindung zeugen, Unter den Gesangsachen dürften die 4 .. Hefte schottischer Lieder o p. 21. .und 2 8. besonders. bemerkenswcrth dastehen. _ J.ahns hat bei seinen Compositioncn me der 1\Iode gchuld1gt u~d ':erlangt. von denselben emen gefühlten feingebildeten Vortrag. - Als Gesanglehrcr, se1t emer Re1he von Jahren einer der beliebtesten Berlin's war er von 1849- &2 Lehrer der Prinzessin Louise von Preussen, jetzigen Landgräfin 'von Hessen und ist später noch dem Hofe Sr. 1{. Hoheit 34
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