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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Hohlfeld. - Holtey. 253 Carl bei der K. Sängerin Schmalz Unterricht im Gesange und betrat 1822 als Wilhel- mine (Mädchenfreundschaft) zuerst die K. Bühne. Unter den Uollen, die sie damals sang, sind zu erwähnen: 1823: Wlasda (Libussa); Zoll (Heirath im J2tcn Jahr). 1824: Heinrich (Eiisabeth); Otanc (Semiramis); Blaisot (diebische Elster). 1825: Jacob (ßlaubart); Annchen (Freischütz, bis 1830: 35 l\Ial gesungen); Fabio (Geisterinsel). 1826: Tancred; Craon (Haoul v. Crequi). 1827: Zerlinc (D. Juan); Lucinde (Hochzeit d. Gamacho); Sihia (J\Iitridate); Vespina (II Fa- natico per Ia Musica); Helenc (Hcirathsgesnch). 1828: Annius (Titus); Fatime (Oberon) ete. Im Jahre 1831 verliess sie Berlin, um nach Italien zu gehen, und unter Franc. Schira's und spliter unter Eliodoro Bianchi's Leitung ihre Gesangsstudien zu vollenden. Sie nahm hierauf ein Engagement als 1\Iezzo-Sopran-Sängerin an, wodurch ihre Stimme litt. Pavesi gab ihr nun den Rath, nur Alt-Partien zu singen; sie trat nun 1832 in Venedig als Alt-Sängerin mit Beifall auf und ward hierauf auf ein Jahr in Mailand engngirt und in demselben J ahrc zum Ehren -1\litglicdc der "Socicta Appolinca" zu V cnedig ernannt. Im Jahre 1833 kehrte sie nach Bcrlin zurück und trat dort im September als Tauered und Fatimc (Oberon) auf, doch hatte ihre Stimme schon damals sehr gelitten und ein Engagement erfolgte deshalb nicllt. Sie verheiratbete sich bald darauf mit dem Schau- spieler Alix, von dem sie sich jedoch bald wieder scheiden Iiess. Obgleich sie die Bühne nicht mehr betrat, so entsagte sie doch noch nicht ganz der Kunst; sie ertheilte Gesang- Unterricht und ward 1841 noch 1\litglied der Sing-Akademie. Im Jahre 1852 starb sie zu Bcrlin an einer Brustkrankhcit. Jloblfeld ( ), Mechanikus zu Bcrlin. Gcb. zu Herrncrsdorf in Sachsen 1711, begab sich in seiner Jugend nach Berlin, wo er Anfangs als Posamenticrgchülfe ziemlich unbekannt lebte, bis seine mechanische l(unstfertigkcit die Aufmerksamkeit auf ihn lenkte. Er erfand zuerst eine Maschine, welche Töne, wlihrend sie der Clavier!'pielcr vortrug, sogleich aufschrieb. Dieselbe ward 1752 der K. Akademie zu Bcrlin zur Prü- fung vorgelegt und bestand aus 2 Cyliudern, welche auf dem Flügel befestigt waren. Der eine dieser Cylinder wickelte das Papier auf, das sich wlihrcnd des Spiels von dem andcrn abdrehte. Die Töne wurden durch Punkte und Striche mit einer Bleifeder auf das, durch ein Triebwerk fortrückende Papier gezeichnet und später zu Noten auRgefiihrt. Da dies ·Letztere schwer auszuführen war, so ward dem Erfinder zwar eine Geldsumme ftir seine Erfindung überreicht, die Maschine kam aber nicht in Gebrauch und Hohlfeld nahm sia zurück; am 1. Juni 1757 ging sie bei einer Feuersbrunst verloren. Eine an- dere Erfindung von Hohlfeld war ein Bogenflügel, und er hatte 1753 die Ehre, dieselbe bei Hofe der Königin Mutter zu zeigen, wobei C. P. E. Bach das Instrument spielte. In der Spener'schcn Zeitung vom Jahre 1753 ist eine genaue Beschreibung desselben zu finden: danach hatte das Instrument die Grösse und das liusserliche Ansehen eines kleinen einehörigen Flügcl-Clavicrs, war aber mit Darmsaiten bezogen. Dicht unter den Saiten war ein Bogen scharf gespannt, strich unter allen weg und ward durch ein Rad in Bewegung gesetzt, indem man auf eine Art Pedal trat. Die Saiten, die nun durch das Niederdrücken der Tasten berührt wurden, strichen auf den Bogen und brachten einen den Streich-Instrumenten ähnlichen Ton hervor, 'Vard das Instrument vollstimmig und stark gespielt, so konnte man es auch als kleine Orgel gebrauchen; wegen des ein- ehörigen Saitenbezugs konnte es leicht gestimmt werden. -· Hohlfeld starb 1771 zu Bcrlin. Jloltey (Carl ,·on). Geh. den 24. Januar 1797 zu Breslau "), ward 1825 beim Königsstädter Theater zu Bcrlin als DireP.tions- Sccrctair und Theaterdichter angestellt und blieb dort bis 1834. Er hat nicht allein zu ·vielen Vaudevilles und andcrn Stücken, z. B. "Die Wiener in Berlin", "Lenore", "Der alte Feldherr" ctc. die 1\Iusik arrangirt, sondern er ist auch als Componist aufgetreten, Von seiner Composition erschien: Dichter und Sänger, Samml. deutscher Lieder m. Pf., in Musik gesetzt von C, v. Holtey. Bcrl. Trautwein 1832. - Das Vaterland, f. 1 Sgst. m. Pf. Breslau, Grosscr. *) Gelehrtes Berlin von 1825.
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