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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Hoffmann. 251 elegante Welt", zeichnete, malte und ertheilte Unterricht im Gesange und auf dem Pianoforte. Im Jahre 1810 übernahm Rollbein die Leitung des Theaters, und nun fand Hoffmann als Theater. Componist, Decorateur, Architcct und Dircctions- Gehülfc eine seinem Feuereifer zusagende Beschäftigung, besonders da mit Hollbein's Erscheinen eine wahrhaft glänzende Periode für das Theater zu llamberg eintrat. Am 3. März 1811 lernte Hoffmann in llambcrg C. 1\f. v. Weber kennen, der bis an sein Ende sein Freund blieb. Nachdem Rollhein im Juli 1812 dem Theater entsagt, verlor Hoffmann sein festes Einkommen und gericth wieder in die drückendste Noth. In dieser Zeit, in der er jedoch nicht aufhörte, fleissig zu arbeiten, entstand zuerst die Idee in ihm, dass in Fouquc's Undine ein schöner Stoff zu einer Oper liegen müsse, und durch Hitzig's Ver- mittclung, dem er seine Ansieht mitgctheilt, erklärte sich Fouquc bereit, den Stoff selbst zu einer Oper zu bearbeiten. Am 27. Februar 1813 ward ihm die 1\Iusik-Dircctor-Stelle bei der Seconda'schen Gesellschaft, die in Dresden und Leipzig spielte, angeboten. Er ging freudig darauf ein, versah diese Stelle jedoch nur ein Jahr lang und nahm hierauf das Anerbieten des K. preuss. Justiz-Ministers, beim Kammergericht in llcrlin beschäftigt zu werden, an und kam am 27. September 1814 daselbst an. Im Jahre 1816 ward er zum K. Kammergerichts-Ratbc ernannt und brachte in demselben Jahre seine Oper "Undine" auf die K. Bühne zu llerlin, die mit grosscm Beifalle aufgenommen ward. U eher diese Oper hat C. l\I. v. ·weher einen besondern Aufsatz*) geschrieben, der sich sehr lobend über dieselbe ausspricht. Am Schlusse dieses Aufsatzes heisst es: "Am ge- lungensten und wirklich gross gedacht erscheint Referent der Schluss der Oper. wo der Componist noch als Krone und Schlussstein alle Harmoniefülle rein achtstimmig im Doppelchore ausbreitet und die 'V orte "Gute Nacht aller Erden sorg' und Pracht", mit gewisser Grösse und süsser ·w ehmuth erfüllten Melodie ausgesprochen hat, wodurch der eigentliche tragische Schluss doch eine so herrliche Beruhigung zurücklässt. Ouverture und Schluss-Chor geben sich hier, das 'Verk umschliessend, die Hände. Erstere erreget und eröffnet die Wunderwelt, ruhig beginnend, im wachsenden Drängen, dann feurig einherstürmend, und hierauf gleich unmittelbar, ohne giinzlich abzuschliesscn, in die Handlung eingreifend, letzterer beruhigt und befriedigt vollkommen. Das ganze "' erk ist eines der geistvollsten, dass uns die neuere Zeit geschenkt hat" etc. - Als im Jahre 1819 durch B. Klein, L. llerger und L. ReHstab die jüngere Liedertafel in Berlin ge- stiftet ward, Jiess sich Hoffmann bald darauf in dieselbe nufnehmen und componirte für sie mehrere Gesänge. In seinen Schriften, die eine ungewöhnliche Phantasie verrathen, sind meistcntheils sehr schöne Ansichten über Musik enthalten. Er starb den 25. Juni 1822 zu llerlin. Auf seinem Grabsteine stehen ausser Namen, Stand, Datum der Geburt und des Todes, die "'orte: ausgezeichnet - im Amt- als Dichter- als Tonkünstler- als .Maler. - Sein Portrait nach einer Zeichnung von Hensel, Berlin, Trautwein 1822; ferner in Hitzig's: "Aus Hofiinann's Leben und Nachlass", nach d. eigenen Zeichnung H's. In demselben Werke findet man im 2. Thle. p. 358. ein Urtheil über Hoffmann als 1\Iu- siker von A. B. Marx. 0 p ern etc. 1. Der Renegat, Sgsp. in 2 A. um 1803 in Plock. - 2. Faustine, Sgsp. in 1 A. ebcnd. - 3. Der Kanonikus von Uailand, od.: Die ungeladenen Gäste, kom. Op. n. d. Franz., 1805 in Warschau comp. **). - 4. Liebe und Eifersucht, kom. Op. in 3 A., nach Calderon's "Schärpe und lllume", v. Hoffmann selbst ged., 1807 in Warschau comp. (autogr .. Part. K. Bibi.). - 5. Die lustigen 1\Iusikantc~, S~sp. von Brentano, im Dec. 1804 lll 'Varschau comp. und im April1805 daselbst mit Be1faij ge- geben. - 6. Der Trank der Unsterblichkeit, Op. in 4 A. v. Grf. Soden, 1808 v. 23. Jan. bis 27. Februar in llerlin comp. (a~togr. Part. K. Bibi.). _ 7. Das Gespenst, Sgsp. v. Kotzebue, 1809 in Bamberg aufgefuhrt***). - 8. Dirna, Melodr. v. Grf. Soden. Bam- berg, 11. Oct. 1809t). - 9. Aurora, Op. v. Grf. Soden, 1811 ebend. - 10. Sau!, Melodr. v. Grf. Soden, 1811 ebend. - 11. Undine, rom. Op. in 3 A. v. Fouque, 1813 *)No. 12. der Leipz. Allgem. Musik-Ztg. von .1817, .geschrie~en in Berlin im Jan. 1817. *"') Von dieser Oper sagt Hoffmann selbst: "Die Musik hat viele schwache Stellen" (siehe: Hoffmann's Leben und Nachlass). ***) Hoffmann sagt darüber: "Total missrathne _Darstellung - dem Auspfeifen nahe". ebd. t) Fand so grossen Beifall, dass der Compomst gerufen ward. 32*
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