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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

234 Hennin~. Theater übergetreten war; dennoch erwarb sich Henning bald wieder die volle Gunst dieses ausgezeichneten Kunstkenners, und zwar besonders durch die Composition der Musik zum Trauerspiele "Prinz Friedrich v. Homburg", über die sich Graf Brühl sehr anerkennend aussprach. Nach dem Tode des K. Kammermusikus Ed. Rietz (1831) über- nahm Henning neben seinem Amte die Leitung der von Jenem gestifteten philharmonischen Gesellschaft, die er bis zum Jahre 1836 fortführte. Im Jahre 1833 ward Henning bei Errichtung der musikalischen Section der K. Akademie der Künste zu Bcrlin, zum l\Iit- gliede derselben gew1ihlt; im ll'fai des Jahres 1836 zum K. l\Iusik-Director bei der Oper und 1840 nach dem lticgierungs-Antritte Friedr. Wilh. IV. in Anerkennung seiner Be- mühungen bei Einstudirung der zur Huldigung aufgeführten Oper "Der Feensee" zum K. Kapellmeister ernannt; erhielt 1842 den 16. Januar den Rotheu Adler- Orden und 1845 für eine dem Könige gewidmete Cantate die grosse goldene l\Icdaille ftir Kunst. Im Jahre 1848 den 29. Februar ward er nach fast 50 jähriger Dienstzeit pensionirt. Ob- gleich nun nicht mehr amtlich beschäftigt, fuhr er doch seitdem rüstig fort, als Violin- spieler thätig zu sein; er spielt noch täglich, obgleich er gegenwärtig (1860) ein hoher Siebziger ist, die neucsten und schwierigsten Violinstücke stundenlang als Uebung und bewahrt so seine Kunstfertigkeit bis in's Greisenalter. Ebenso folgt er noch mit jugend- licher Theilnahme allen ncucn musikalischen Erscheinungen und versäumt nur selten einen Uebungstag der Sing-Akademie. Ausser vielen eigenen Compositionen, die er ge- liefert, unter denen wohl einige Hundert Entrcactc, 7 Violin-Concerte, 1 Doppel-Concert für Violine, 1 Concert für Violine und Bratsche, 9 Duetts für Violine, 7 Quartetts für Streich-Instrumente, 3 Trios für 2 Violinen und Bratsche, Conccrt-Ouvcrturen etc., hat er auch einige Clavier-Auszüge von Opern angefertigt, unter, denen einer der ersten in Deutschland erschienenen der "V cstalin" 1811 vorzugsweise zu nennen ist. Auch als Lehrer der Violine war er sehr tüchtig, und viele frühere und jetzige Mitglieder der K. Kapelle, als: A. Hcnning, C. Barncwitz, Vidal, Birnbaeh, \Vallpurger, Herrm. Ilcnning u. a. sind als seine Schüler zu nennen. A11ch in der Schulbildung, die er in der Jugend vernachlässigen musste, hat er sich später auszubilden gewusst, besonders in den Sprachen, denn er spricht fertig französisch und besitzt gute Kenntnisse der italienischen Sprache. Ein Mann, der es so redlich mit der Kunst und mit seiner Ausbildung gemeint, kann wohl jedem jungen Künstler als l\Iustcr aufgestellt werden. Opern, Die Rosenmädchcn, k. Op. in 3 A. n. d. Pranz, des Theaulon, 22 März 1825, Königsstädter Theater. Musik zu Schauspielen. 1, Götz von Berlichingcn. - 2. Die Piccolomini. - 3. Das Toumier von Kronstadt od.: Die 3 ·Wahrzeichen, Ritterschausp. 5 A. v. Hollbein, 15. Oct. 1824, Königsst. Theater. - 4. Die Räuber auf 1\Iaria-Culm, od.: Die Kraft des Glaubens, Mclodr. 5 A. v. Cuno, 2. Dec. 1824 cbcnd. - 5. Murtin Küffncr und seine Gesellen, Lustsp. m. Chören, 2. März 1825 cbcnd. - 6. V erbrceher, Angeber u. Richter, Mclodr, 3 A. n. d, Ital. v. Angcly, 22. Aug. 1825 cbend. - 7. Der Oberst und der Sergeant, od.: Die Strenge der Kriegsgcsctze, 1\Iclodr. 3 A. n. d. Franz. von Angcly, 9. Nov. 1825 ebend. - 8. Die Schreckemuacht im Schlosse zu Paluzzi, Mclodr, 3 A. n. d. Franz. des Mellesville von Schrank, 2. Fcbr. 1826 cbend. - 9. Prinz Friedrich von Hombur"', Schausp. 5 A. von H. v. Kleist, 26. Juli 1828, im K. Theater zu Ber!in zuerst gegeb~n. - 10. Der Nibelungenhort, Traucrsp. 5 A. v. Raupach, ;- .Tan. 1828 ebend. - 11. Bclisar, rom. Tranersp. 5 A. von Fr. v. Schenk, 25. Mai 1~~8 ebcnd. - 12. Gcnovefa, Trauersp. 5 A. v. Haupach, 10. Dcc. 1828. ebcnd. - 1_~· Km~cr Friedr. II., Traucrsp. 3 A. v. Immermann, 15. Oct. 1829 cbcnd. - 14. Julius Casar, 1 rauersp. 4 A. n. Shakespeare übers. v. Fr. Förster, 18. l\Iürz 1830 ebcnd. - 15. Van Dyek's Land- leben, Maler-Schausp. 5 A. m. Nachspiel v. Fr. Kind, 17. Aug. 1830 ebend. - 16. Der Müller und sein Kind, Volksdr. 5 A. v. Raupach, 4. Fcbr. 1~30 .ebend. - 17. König Ottokar's Glück u. Ende, Traucrsp. 5 A. v. Grillparzcr, 28. Mal 1830 ebeud. - 18. Die Preussen in Italien, Schausp. 5 A. von Fr. Mctellus, 1. Sept. 1831 ebend. - 19. Die Lichtensteiner. Scbausp. 5 A. 11• V an der Yclde v. Barth, 26. Sept. 1831 ebend. - 20. König Friedrich, hist. Trauersp. 5 A. u. Vor~p. v. Raupach, 25. !'färz 1831 ebcnd. - 21. Schwcrdt und Hand, Trauersp. 5 A. v. Michael Be er, 30. Apnl 1832 ebend. - 22. Die DrillingsbrUder von Damaskus, dram Miirchcn, 3 A. v. OclcnschlHgcr, 31. Aug.
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