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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

226 Hauer. genlähmung und hinzugetretenem Eintsturze, nachdem er noch wenige Tage vorher ein Conccrt gegeben und wegen des der Grossfürstin Marie von Russland crtheilten Unter- richts einen kostbaren Diamantring erhalten hatte. Sein Bild erschien im lith. Institut zu Berlin. Vou seinen Clavier-Compositionen können folgende angegeben werden: Sou. Fdur, op. 1. Leipz. Br. & H. - Hond. Esdur, op. 2. cbend. - 2 Rond. mignons, op. 3. Breslau, Förster 1828. - Rond. br. Ddur, op. 4. Lcipz. Pctcrs. - Frall(;aise ct Var. Gdur, op. 5. cbend. - 3 Div. op. 7. Wien, Hasslinger 1830. - 3me Rond. (Capricciosa), Fdnr, op. 8. cbcnd. - Gr. Var. ct Hond. av. Orch. (Komm' holde Schöne), o p. 9. cbend. 1830. - Airs irland. var. o p. 14. Bre8lau, Förster 1832. - Gr. Var. (Aschenbrödel) in C. op. 3G. Bcrlin, Schlcsinger. * llanf'r (Jierrn•anu), Organist der St, Jacobi-Kirchc zu Berlin. Geh. den 18. August 1812 zu Dardesheim bei Halberstadt, wo sein Vater damals Kantor war, später jedoch eine Stelle in Halberstadt erhielt. Schon früh zeigte der Knabe Anlage zum Gesange und übte denselben zuerst als Altist in dem Chore seines Vaters; später in dem Dom·Chorc zu Halberstadt, wo er häufig Solopartien übernehmen musste. Von seinem lOten Jahre an versuchte er sich im Orgelspiel und machte bald solche Fort- schritte, dass er den Organisten beim Nachmittags-Gottesdienste vertreten konnte. Von entscheidendem Einflusse auf seine musikalische Bildung waren die damaligen Elb-1\lusik- feste, indem durch das Hören der dort aufgeführten ·werke seine Vorliebe zur Kirchen- musik geweckt ward. Von seinem 12tcn J ahrc an erthciltc er schon selbst Unterricht in der Musik und verschaffte sich dadurch die Mittel, den Unterricht des ausgezeichneten Organisten Liebau in Qucdlinbnrg zu genicssen, wohin er stets zu Fuss wanderte. Leider ward dieser Unterricht bald auf Hingere Zeit unterbrochen, da er gegen seinen '\Villen einen Kursus auf dem Seminar durchmachen musste. Doch auch hier wurden seine mu- sikalischen Studien nicht vernachlässigt; er erhielt von dem Stabstrompeter des 3. Ulanen- Regiments, das sich damals in Halberstadt befand, Namens Soussmann, Unterricht auf der Violine und spielte flcissig Quartett. Die Bekanntschaft mit einem ausgezeichneten Dilettanten, dem Geh. Hath Schedc, übte ebenfalls einen grossen Einfluss auf seine mu- sikalische Ausbildung, da er durch ihn die alten italienischen Kirchcn-Componistcn und die ·werke S. Bach's kennen lernte. Um das .Jahr 1832 begab er sich nach Bcrlin, wo er den Unterricht der Professoren Rungenhagen, A. B. 1\Iarx und S. ,V. Dehn in der Theorie der Musik, A. ,V, Bach's im Orgelspicl, und im Gesange den Stümer's und Nehrlich's, sowie im Clavicrspicl den R Killitschgy's erhielt. Seine Vorliebe für Kirchen- Musik bewog ihn 1836 in die Sing-Akademie zu treten, wo ihm bei den Aufführungen auch Solopartien übertragen wurden als 1842: die Partie des Armanias (Paulus); die Tenorpartie in der Messe von Cherubini · 1843: J oseph ( d. Ileiland's letzte Stunde J. - Im J. 1845 ward Hauer bei der neu crb~uten St. Jacobi-Kirehc. zu Berlin als Organist angestellt. Seit jener Zeit hat er sich durch seinen Gesang- Unterricht in nicdern und höhern Volksschulengrosse Verdienste erworben; ebenso gründete er 1844 einen Gesang- Verein für Handwerker, der lange Zeit bestand; später gründete er einen andern Gesang- Verein, mit dem er öffentliche Kirchen-Aufführungen jährlich veranstaltet. Kirchenmusik. 1. Psalm 23: "Der HclT ist mein Hirte" f. S. A. T. B. op. 1. Part. u. St. Berlin, Ferd. Geclhaar in Comm. - 2. Cant. zur Grundsteinlegung der St. Jacobi-Kirche zu Berlin, f. S. A. 1'. B. m. Blaseinstr. od. Pf.: "Auf dem Grunde fort zu bauen". 1844. - 3. Mehrstimmige geistl. Gesän"'e f. l\Iännerquart. (darunter: von H. II.: No. 1. Heilig ist Gott; No. 5. Jesus meine Znv"'ersieht) *). Berlin, ?eelhaar 1852. - 4. Rhythmische Choräle f. Schule und Haus, nebst einem Anha~gc liturgischer Ge- sänge (Vorwort dat, Berl. 24. Dcc. 1853; das Werk enth. 94 Chorale u. Gesänge mit theilweis~r Angabe d .• Jahreszahl, wann sie comp., Namen d~r Comp. und der Nummer des Berlmer Gesangbuches. Der Anhang enthält: a) Lit~rgre des ~auptgottesdienstes; b) Ergänzungen zur Liturgie; c) Wechselsprüche (Antiph?mc~); ~) drc 3 Lobgesänge des neuen Testaments; e) der Ambrosianische Lobgesang f. dre Lrtaner). Berl. Wilh. Schnitze. *)No. 2-4. sind von E. Hauer, Cantor zn St. Johanni in Halberstadt, geh. d, 7. Januar 1787, gest. d. 14. September 1844, Vater Herrmann Ilauer's,
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