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Full text: Tonkünstler-Lexicon Berlin's / Ledebur, Karl, Freiherr von

Hauek. 225 Rathskümm<>rer war, kam 1778 zn seinem Onkel, der Lehrer an der Domschule zu Berliu war, besuchte dort das Friedrichs-\Verdersche Gymnasium und verdiente sich später durch Unterrichten und Notenschreiben seinen Unterhalt; seine gute Bn~sstimme bildete er im \V cnlerschen Singe-Chor aus. Nach dem Tode seines Onkels erhielt er 1782 dessen Domlehrerstelle und errichtete 1785 selbst eine Privat-Lel1rnnstalt. Als Fasch im Jahre 17!)1 die Sing-Akademie errichtete, gehörte Hartung zu deren ersten .Mitgliedern und ward 17:!2 Lei Errichtung eines Vorstandes zum Yorsteher gewählt. Am 8. 1\lai 1833 feierte Hartung sein f>Ojiihriges Amts -Jnbiliium, Lei welcher Gelegenheit er den Hotben Adler- Orden 4. Kl. erhielt und von der Sing-Akademie zum Ehren- Vorsteher ernannt ward. Ebenso gehörte er zu den ersten Mitgliedern der durch Zclter gestifteten Lieder- tafel, der er vom 21. December 1808 als ordentliches uud von 183(> an als Ehren- Mitglied angehörte. Er starb den 30. April 183ß zu Berlin. Von wichtigem Eiuflnsse auf den Gesang-Unterricht in den Schulen war sein "Gesangbuch für meine Schüler und Schiilcrinnen", 1ste Aufl. 17ß0; 2tc (vermehrte) Aufl, unter dem Titel: "Liedcrsammlung fiir Schulen". Bcrlin 1793; 3tc Aufl. mit Melodien v. C. Spatzicr; 8te Aufl. Bcrl. 1821. Die zu letzteren von A. Ncithardt gesetzten 32 Choräle und 113 theils neu eomponirtcn, theils gesammelten Melodien sind 1823 erschienen. Ferner hat Hartung im Vereine mit K. \V. Klipfel folgende kleine Schrift herausgegeben: "Zur Erinnerung an Charlotte \Vilhelmine Caroline Bachmann, geh. Stöwe, an Carl Friedr. Christ. Fasch und Julie Pappritz, verehelichte Zelter, deren Anverwandten, Freunden und Freundinnen gewidmet. Berlin im l\lonat Juni 1818, gcdr. bei Gebr. Gedicke, 25 S., enthält interessante historisch- musikalische l\littheilungen. Ob die unter dem Namen Hartung 17ß3 in Offenbach bei Andre erschienene: "Leichte musikalische Sätze für ungeübte und mittlere Clavier- spieler" auch von ihm herrühren, kann nicht mit GewisRhcit behauptet werden. Dasselbe gilt von folgenden \V erkeu, die unter dem Namen A. F. Hartung erschienen: V crmischte musikalische Aufsätze f. Clav. 2 Th. Lpz. 1792; Sou. h 4m. p. Pf. Lpz. 1793; 1\Iusi- kalische Skizzen f. Clav. cbeml. 1794. Sein llild ist öfters erschienen, eins davon als Prof. d. K. 1\lilit.-Ak. zu Berlin 1806 .l\1. L. Lowe del. et sc. llanck (CRrl), K. Kammermusikus und Violinist der Opern-Kapelle zu Berlin, Schüler des Kammermusikus C. Hertel, später .Möser's, licss sich 1817 zuerst iu den B!iesener'schen Concerten hören und kam 1821 in die K. Kapelle, wo er die erste Violine spielt. Jlauek <'''enzlslaus). Geb. den 27. Februar 1801 *) zu Babelschwert (Graf- schaft Glatz), war der Sohn unmusikalischer Eltern, die ihn aber durch den dortigen Organisten Deutsch im Clavierspiele und den Anfangsgründen des Generalbasses unter- richten Iiessen; nebenbei übte er fleissig den Gesang und die Violine. Da er fiir das Schulfach bestimmt war, so ward er bereits im 13ten Jahre einem Verwandten, der in einem benachbarten Dorfe Schulmeister war, als Schulgehilfe beigegeben. In seinem 17ten Jahre ging er nach Breslau, wo er von li. Birubach unentgeltlich in der Musik unterrichtet ward und bald solche Fortschritte im Cluvierspicle machte, dass der Kapell- meister Schnabel, der ihn hörte, ihn aufforderte, sich in einem von ihm verunstalteten Concerte hören zu lassen. Er wählte nun die l\Iusik zum Lebensberufe und ging nach \V eimar wo er 1.} Jahr llnmmel's Unterricht genoss und erst 1827 wieder nach Breslau znrückk~hrte. V~n hier unternahm er Kunstreisen durch Ober- Schlesien, Gallizien, Krakan, Ungarn; war hierauf 5 _Monate in d:m Hanse des Prof. Dr. Dzi~tzko in O~peln und begab sich dann na::~h Bcrlm,. wo er steh niederliess und als Mustklehrer Wirkte. Bei seinem Auftreten als ClavierspJCler fand er stets grossen Beifall; auch erlangte er in den angesehensten Hiiusern. u. a. b?im Fürsten Rudziwill ~utritt, und war_d zum Lehrer der Könicrl. Prinzessinnen \Yilhelm, Carl und Albrecht crwahlt. Doch semc schwache Gesundhclt setzte seinem Leben ein friihcs Ziel; nach einer Kunstreise, die er nach Wien unternommen, starb er den 29. November 1834 zu Berlin plötzlich an einer Luu- *) Nach der Grabschrift auf dem Kath. Kirchhofe vor dem Oranlenlmrrrer Thore zu Berlin nicht den 28, Februar wio Hoffmann (Tonkünstler Schlesiens) angiebt; ebenso wird mitunter sein Vorname irrthümllch "\.Yilhclm" genannt. 29
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